{"id":178842,"date":"2025-06-10T08:13:10","date_gmt":"2025-06-10T08:13:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/178842\/"},"modified":"2025-06-10T08:13:10","modified_gmt":"2025-06-10T08:13:10","slug":"amd-gibt-proprietaere-3d-grafiktreiber-fuer-linux-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/178842\/","title":{"rendered":"AMD gibt propriet\u00e4re 3D-Grafiktreiber f\u00fcr Linux auf"},"content":{"rendered":"<p>Akut hat es keine Auswirkungen auf die allermeisten Linux-Nutzer, politisch gesehen aber der Gipfel einer 2007 eingeschlagenen Open-Source-Strategie: AMD gibt jetzt auch bei seinem Linux-Treiberpaket f\u00fcr Unternehmenskunden propriet\u00e4re 3D-Treiber auf; stattdessen will das Unternehmen in Zukunft jene Treiber mitliefern, die Linux-Distributionen seit Jahren standardm\u00e4\u00dfig f\u00fcr Radeon-Grafikprozessoren einrichten.<\/p>\n<p>Bislang drei Vulkan-Treiber f\u00fcr AMD-GPUs<\/p>\n<p>F\u00fcr Linux-Nutzer ist der Schritt dennoch ein Gewinn, denn damit setzt AMD bei der 3D-Programmierschnittstelle Vulkan zuk\u00fcnftig auf den Treiber &#8222;Radv&#8220;. Dieser ist ein Bestandteil der Grafikbibliothek und -Treibersammlung Mesa und verwendet Teile der auch von anderen Mesa-Treibern genutzten Infrastruktur. Vor allem Entwickler von Firmen wie Red Hat, Google und Valve hatten ihn vor Jahren unabh\u00e4ngig von AMD gestartet und seitdem vorangetrieben, obwohl AMD bereits einen quelloffenen und alleinstehenden Vulkan-Treiber namens &#8222;Amdvlk&#8220; anbot. Auf Letzterem bauen AMDs propriet\u00e4re Vulkan-Treiber f\u00fcr Windows und Linux auf; jener f\u00fcr Linux hei\u00dft &#8222;Vulkan-Amdgpu-Pro&#8220; und ist durch den Schwenk wohl bald Geschichte. Auf eine <a href=\"https:\/\/github.com\/GPUOpen-Drivers\/AMDVLK\/issues\/405\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Ende Mai gestellte Frage zur Zukunft von &#8222;Amdvlk&#8220;<\/a> hat AMD nicht reagiert.<\/p>\n<p>Statt Arbeit in zwei f\u00fcr die meisten Linux-Nutzer unbedeutenden Vulkan-Treiber zu stecken, d\u00fcrfte AMD sich dadurch in Zukunft verst\u00e4rkt mit Fehlerkorrekturen, Optimierungen und anderen Verbesserungen in die Entwicklung von &#8222;Radv&#8220; einbringen, nachdem AMD diesen jahrelang weitgehend ignoriert hatte. Das sollte die Qualit\u00e4t des schon jetzt l\u00e4nger vielfach besser und performanter arbeitenden Radv-Treibers weiter verbessern. \u00c4hnlich war es beim quelloffenen und ebenfalls in Mesa enthaltenen OpenGL-Treiber &#8222;radeonsi&#8220; der Fall: Diesen von g\u00e4ngigen Linux-Distributionen standardm\u00e4\u00dfig eingerichteten Treiber treiben schon lange ma\u00dfgeblich AMD-Entwickler voran, die \u00fcber die Jahre unter anderem die 3D-Performance des Treibers und zugrundeliegender Mesa-Komponenten massiv verbessert haben. Davon haben auch Treiber f\u00fcr GPUs anderer Hersteller profitiert.<\/p>\n<p>Auch ein OpenGL-Treiber landet auf dem Abstellgleis<\/p>\n<p>Den Radeonsi-Treiber f\u00fcr die \u00e4ltere 3D-Programmierschnittstelle OpenGL liefert AMD schon l\u00e4nger in seinem Treiberpaket f\u00fcr Unternehmenskunden mit; zugleich stand bei dem aber auch einen propriet\u00e4ren OpenGL-Treiber zur Wahl, der mit AMDs OpenGL-Treiber f\u00fcr Windows verwandt ist. Diesen gibt AMD nun ebenfalls auf.<\/p>\n<p>Den Schwenk bei den zwei 3D-Treibern hat AMD in den <a href=\"https:\/\/www.amd.com\/en\/resources\/support-articles\/release-notes\/RN-AMDGPU-UNIFIED-LINUX-25-10-1.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Release Notes zur &#8222;Radeon Software for Linux 25.10.2&#8220; angek\u00fcndigt<\/a>; erfolgen soll der Umstieg bei der in einigen Monaten erwarteten Version 25.20 der auf Unternehmenskunden und Workstations ausgerichteten Treibersammlung. Diese unterst\u00fctzt lediglich in dem Markt g\u00e4ngige Distributionen wie Red Hat Enterprise Linux, Suse Linux Enterprise und Ubuntus LTS-Versionen; f\u00fcr andere Linux-basierten Betriebssysteme wie Arch Linux, Fedora, oder Linux Mint r\u00e4t AMD schon l\u00e4nger zu dort mitgelieferten Treibern.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/4\/8\/7\/2\/3\/8\/0\/Screenshot_From_2025-06-09_08-20-13-cd5170c6337d4652.png\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Screenshot aus AMDs Ank\u00fcndigung\" height=\"708\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 1197 \/ 708; object-fit: cover;\" width=\"1197\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>AMD will mit Version 25.20 seines Linux-Treiberpakets drei Treiber aufgeben.<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0Screenshot \/ Thorsten Leemhuis)\n    <\/p>\n<p>Auch bei den Video-Beschleunigungs-Treibern k\u00fcndigte AMD eine Wachabl\u00f6sung f\u00fcr Version 25.20 an: Jenen f\u00fcr AMDs Programmierschnittstelle AMF (Advanced Media Framework) gibt das Unternehmen auf, um stattdessen einen f\u00fcr das VA-API (Video Acceleration API) mitzuliefern. Konkret handelt es sich um einen, den AMD zusammen mit der Open-Source-Community schon l\u00e4nger im Rahmen von Mesa vorantreibt. Da mehr Linux-Anwendungen das VA-API beherrschen, kann der Wechsel von Vorteil f\u00fcr viele Nutzer sein. In manchen F\u00e4llen kann es aber auch ein R\u00fcckschritt sein \u2013 so etwa beim Linux, MacOS und Windows unterst\u00fctzenden Video-Transcoder HandBrake, der AMF unterst\u00fctzt, nicht aber das VA-API. Allerlei Nutzer <a href=\"https:\/\/github.com\/HandBrake\/HandBrake\/issues\/3468\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">beklagen das bereits seit Jahren<\/a>.<\/p>\n<p>Bei dem zugrundeliegenden Kernel-Treiber setzt AMD bei seinem Treiberpaket f\u00fcr Unternehmenskunden wie schon lange weiter auf welche, die von den im Linux-Kernel enthaltenen Treiber wie &#8222;Amdgpu&#8220; abgeleitet sind. Letztlich nutzt AMDs Treiberpaket damit zuk\u00fcnftig eben genau die Treiber, die auch g\u00e4ngige Linux-Distributionen installieren. Somit hat sich Open-Source nun endlich auch im Enterprise-Markt f\u00fcr AMD vollends durchgesetzt. Knapp 18 Jahre, nachdem das Unternehmen im <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/AMD-will-Entwicklung-freier-3D-Linux-Treiber-foerdern-172005.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">September 2007 einen Strategiewechsel hin zu Open-Source-Treibern verk\u00fcndet hat<\/a>.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:dmk@heise.de\" title=\"Dirk Knop\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">dmk<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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