{"id":179787,"date":"2025-06-10T16:50:11","date_gmt":"2025-06-10T16:50:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/179787\/"},"modified":"2025-06-10T16:50:11","modified_gmt":"2025-06-10T16:50:11","slug":"probleme-bei-privatisierten-wasserversorgern-in-grossbritannien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/179787\/","title":{"rendered":"Probleme bei privatisierten Wasserversorgern in Gro\u00dfbritannien"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 10.06.2025 17:22 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Mehr Effizienz lautete das Versprechen, als in den 1980er-Jahren Wasserversorger in England und Wales privatisiert wurden. Nun steht das gr\u00f6\u00dfte Unternehmen Thames Water vor der Pleite.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/christoph-proessl-106.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Christoph Pr\u00f6ssl\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/christoph-proessl-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWas der britische Umweltminister Steve Reed am vergangenen Freitag zu verk\u00fcnden hatte, ist eine echte Kehrtwende: Keine Pr\u00e4mien f\u00fcr die Top-Managerinnen und Manager mehrerer Wasserversorger. In den vergangenen Jahren h\u00e4tten sich die Vorstandsvorsitzenden der Unternehmen Boni in H\u00f6he von \u00fcber 120 Millionen Euro ausgezahlt, sagte Reed.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd das, obwohl so viel ungekl\u00e4rtes Abwasser in Seen, Fl\u00fcsse und ins Meer geleitet worden ist. Und er k\u00fcndigte an: &#8222;Die \u00c4ra, in der Umweltverschmutzung die Basis f\u00fcr Profite war, ist vorbei.&#8220; Ein ziemlicher Kurswechsel &#8211; doch ganz so einfach ist es nicht.<\/p>\n<p>    Abw\u00e4sser ungekl\u00e4rt eingeleitet<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBetroffen sind insgesamt sechs Wasserversorger in England. Die Unternehmen haben unter anderem Umweltstandards nicht eingehalten. Dass die Aufsichtsbeh\u00f6rde OFWAT diese Bonuszahlungen streichen kann, ist neu. Im Februar hat das britische Parlament ein entsprechendes Gesetz verabschiedet, um das zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Schritt kommt, nachdem es bereits Strafzahlungen f\u00fcr Versorger gegeben hatte, weil sie Umwelt- und Verbraucherstandards nicht eingehalten haben. In Gro\u00dfbritannien gab es immer wieder Berichte dar\u00fcber, dass die Versorger Abwasser ungekl\u00e4rt in Fl\u00fcsse, Seen und ins Meer leiten. Freiwasser-Schwimmer klagen regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber Magen-Darm-Infekte, Surfschulen m\u00fcssen Kurse absagen.<\/p>\n<p>    Initiative eines ehemaligen Spitzensportlers<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Spitzensportler Steve Redgrave sammelte Unterschriften f\u00fcr eine saubere Umwelt. Der Ruderer holte f\u00fcnfmal Gold f\u00fcr Gro\u00dfbritannien. Heute ist der 63-J\u00e4hrige im Ruhestand. Er engagiert sich f\u00fcr die Umwelt, f\u00fcr saubere Seen und Fl\u00fcsse. Seiner Meinung nach ist der Zustand der Gew\u00e4sser im Vereinigten K\u00f6nigreich in den vergangenen Jahren deutlich schlechter geworden. In den 1970er-Jahren seien sie schon mal nach einer Trainingseinheit in die Themse gesprungen. Heute geht das nicht mehr.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch wenn die Pr\u00e4mien f\u00fcr die Jahre 2024 und 2025 jetzt nicht gezahlt werden d\u00fcrfen, es m\u00fcsste noch viel mehr passieren: Die meisten Versorger haben \u00fcber Jahrzehnte hinweg viel zu wenig in das Leitungsnetz und in Kl\u00e4ranlagen investiert. Und das hat auch mit der Privatisierung und einer zahnlosen Regulierungsbeh\u00f6rde zu tun.<\/p>\n<p>    Von der Privatisierung in die Pleite?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDaf\u00fcr haben viele Menschen im Vereinigten K\u00f6nigreich kein Verst\u00e4ndnis angesichts der Dividenden, die die Unternehmen auszahlten. Seit der Privatisierung Ende der 1980er-Jahre in England und Wales waren dies Berechnungen der Universit\u00e4t Greenwich zufolge 100 Milliarden Euro. Empf\u00e4nger waren die Eigent\u00fcmer der Versorgungsunternehmen, darunter Investoren wie Pensionsfonds zum Beispiel aus Kanada.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd auf die ist die Regierung auch angewiesen. Der gr\u00f6\u00dfte Versorger Thames Water ist massiv verschuldet, steht mit einem Schuldenberg von knapp 25 Milliarden Euro kurz vor der Insolvenz. Eigentlich braucht der Versorger dringend einen Investor. Doch gerade erst ist ein Geldgeber abgesprungen. Der Konzern KKR zog sich aus den Verhandlungen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>    Aufsichtsbeh\u00f6rde als Investitionsrisiko?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nM\u00f6glicherweise, weil die neue Bissigkeit der Aufsichtsbeh\u00f6rde zum Investitionsrisiko wurde. Diesen Verdacht legt jedenfalls eine \u00c4u\u00dferung des Thames-Water-Chefs Chris Weston nahe. Der Manager sprach im Mai vor einem Ausschuss des Unterhauses und f\u00fchrte dort aus, dass man Geldgebern versichern m\u00fcsste, mit ihrem Investment Geld verdienen zu k\u00f6nnen. Nur so bek\u00e4me man auch die n\u00f6tigen Betr\u00e4ge zusammen, um eine Insolvenz abwenden und dringend notwendige Investitionen t\u00e4tigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nStrafzahlungen, keine Pr\u00e4mien: All das verunsichert Investoren, die ihre Rendite maximieren wollen. Konsequent w\u00e4re es Expertinnen und Experten und auch einigen Oppositionspolitikern zufolge, die Versorger wieder zu nationalisieren. Doch das kann sich die Labour-Regierung derzeit schlicht nicht leisten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 10.06.2025 17:22 Uhr Mehr Effizienz lautete das Versprechen, als in den 1980er-Jahren Wasserversorger in England und Wales&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":179788,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,551,13,14,15,60605,12,3992,12031,3993,3994,3995,3996,3997,52174],"class_list":{"0":"post-179787","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-grossbritannien","11":"tag-headlines","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-privatisierung","15":"tag-schlagzeilen","16":"tag-uk","17":"tag-umweltschutz","18":"tag-united-kingdom","19":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","20":"tag-vereinigtes-koenigreich","21":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","22":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland","23":"tag-wasserversorger"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114660102889536223","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/179787","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=179787"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/179787\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/179788"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=179787"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=179787"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=179787"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}