{"id":179914,"date":"2025-06-10T17:58:16","date_gmt":"2025-06-10T17:58:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/179914\/"},"modified":"2025-06-10T17:58:16","modified_gmt":"2025-06-10T17:58:16","slug":"baden-wuerttemberg-wie-ein-roboter-aus-karlsruhe-bei-der-spargelernte-mithelfen-soll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/179914\/","title":{"rendered":"Baden-W\u00fcrttemberg: Wie ein Roboter aus Karlsruhe bei der Spargelernte mithelfen soll"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 10.06.2025 16:57 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Roboter statt Erntehelfer: So stellt sich ein Karlsruher Start-up die Zukunft auf Spargelfeldern im Land vor. Und auch auf einem Wachtelhof bei Heilbronn k\u00f6nnte ein Roboter helfen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Jochen Braitinger, Geli Hensolt, Matthias Breitinger\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nBis die gr\u00fcnen Stangen in der Gem\u00fcseabteilung im Supermarkt liegen, ist einiges an Arbeit n\u00f6tig. Vor allem die Ernte des Spargels ist aufwendig und m\u00fchsam &#8211; und es fehlen Erntehelfer, auch in der Landwirtschaft in Baden-W\u00fcrttemberg. Da w\u00e4re es praktisch, wenn ein Roboter die Arbeit bei der Spargelernte erledigen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas dachten sich auch junge Studenten aus dem Umfeld des Karlsruher Instituts f\u00fcr Technologie (KIT) und der Universit\u00e4t Hohenheim. Sie begannen an einer Maschine zu t\u00fcfteln, die mithilfe von k\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) den Spargel auf den Feldern ernten soll.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNun steht der Prototyp ihres Start-ups Prefiro &#8211; ein Kasten auf vier kleinen R\u00e4dern &#8211; auf dem Feld von Spargelbauer Thomas Meier in Stutensee-Staffort (Landkreis Karlsruhe). Ein Schneidkopf f\u00e4hrt nach unten, packt eine d\u00fcnne gr\u00fcne Stange und schneidet sie pr\u00e4zise ab. Dann f\u00e4hrt die Maschine mit dem Spargel nach oben und bef\u00f6rdert ihn in eine Plastikbox.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Ein Roboter soll bei der Spargelernte unterst\u00fctzen.\n                    <\/p>\n<p>    Bilderkennung f\u00fcr eine pr\u00e4zise Spargelernte per Roboter<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDamit die Ernte pr\u00e4zise funktioniert, kommen Bilderkennung und maschinelles Lernen zum Einsatz. &#8222;Eine Kamera erkennt den Spargel und wir bekommen ein Bild&#8220;, erkl\u00e4rt Prathik K. Murthy die dahinterliegende Bilderkennung. Er ist Software-Entwickler bei Prefiro. &#8222;Die k\u00fcnstliche Intelligenz markiert die Form des Spargels. So bekommen wir zum Beispiel die Kr\u00fcmmung und die KI teilt dem Robotersystem mit, wo sich der Spargel auf dem Feld befindet.&#8220; Seit einem halben Jahr bringen die T\u00fcftler ihrem Ernteroboter das Sehen und Denken bei, um zum Beispiel Gr\u00f6\u00dfe und Durchmesser des Spargels selbst\u00e4ndig herauszufinden.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Ein Bilderkennungsalgorithmus erkennt auf einem Foto von einem Spargelfeld, wo ein gr\u00fcner Spargel in welcher Gr\u00f6\u00dfe w\u00e4chst.\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAllerdings: Zwischen den Spargelstangen w\u00e4chst auch Unkraut. Das vom Spargel zu unterscheiden, ist ein wichtiger Lernprozess &#8211; f\u00fcr Mensch und KI. Als Mensch bekomme man das oft genug erkl\u00e4rt, sagt Prefiro-Mitgr\u00fcnder Frieder Matter. &#8222;Nur lernen wir (Menschen, Anm. d. R.) das deutlich schneller und mit weniger Informationen.&#8220; Der Computer muss mit mehr Informationen gef\u00fcttert werden, etwa zu Form und Farbe.<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Jedes Mal, wenn wir auf dem Feld sind, nehmen wir neue Daten auf &#8211; und dann werden unsere Modelle immer besser.<br \/>\n<strong>Lorenzo Di Leo, Co-Gr\u00fcnder Prefiro GmbH, Karlsruhe<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSo lernt die KI auch im Test bei Thomas Meier st\u00e4ndig dazu. &#8222;Jedes Mal, wenn wir auf dem Feld sind, nehmen wir neue Daten auf und dann werden unsere Modelle immer besser und verstehen immer besser, was der Spargel auf dem Feld \u00fcberhaupt macht&#8220;, sagt Prefiro-Co-Gr\u00fcnder Lorenzo Di Leo.<\/p>\n<p>    Ein Prototyp, der auf dem Acker stetig dazulernt<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSo zieht Thomas Meiers Traktor den Prototypen langsam \u00fcber das Feld, damit dieser noch einiges von dem Landwirt lernt. Um &#8211; so die Hoffnung der Entwickler &#8211; bald genauso gut Spargel zu erkennen wie menschliche Erntehelfer.<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Bei der h\u00e4ndischen Ernte sto\u00dfen wir irgendwann mal an die Grenze, die Kosten laufen uns davon. Da muss irgendwas passieren.<br \/>\n<strong>Landwirt Thomas Meier, Stutensee-Staffort<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEine Hoffnung auch f\u00fcr Thomas Meier, bei dem aktuell vier bis f\u00fcnf Besch\u00e4ftigte den gr\u00fcnen Spargel ernten: &#8222;Bei der h\u00e4ndischen Ernte sto\u00dfen wir irgendwann mal an die Grenze, die Kosten laufen uns davon. Da muss irgendwas passieren&#8220;, sagt Meier und erg\u00e4nzt mit Blick auf den Roboter auf seinem Feld: &#8222;Ich denke, wir sind momentan am Anfang der Entwicklung.&#8220;<\/p>\n<p>    Der Roboter soll Spargel noch schneller ernten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas r\u00e4umt auch Lorenzo Di Leo ein. &#8222;Was die Motoren k\u00f6nnen, das sch\u00f6pfen wir noch gar nicht aus. Also, wir sind noch nicht bei den Geschwindigkeiten, die das System schon kann&#8220;, sagt er. Aktuell brauche der Roboter f\u00fcr den Ernteprozess f\u00fcnf bis zehn Sekunden pro Spargelstange, &#8222;wir wollen aber langfristig auf eine Sekunde runter&#8220;, so Di Leo.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Ein Roboter soll bei der Spargelernte unterst\u00fctzen.\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nMit F\u00f6rdergeld aus zwei Programmen &#8211; &#8222;EXIST&#8220; vom Bundeswirtschaftsministerium und &#8222;Junge Innovatoren&#8220; vom Wissenschaftsministerium Baden-W\u00fcrttemberg &#8211; arbeiten die jungen Gr\u00fcnder weiter an ihrem Spargelroboter. &#8222;Unser gro\u00dfes Ziel ist, dass wir 2026 die erste Maschine kommerziell beim Landwirt haben und er sie selber einsetzen kann&#8220;, sagt Lorenzo Di Leo. Viel Zeit zum Training auf dem Feld hat der Ernteroboter erst mal nicht mehr: Mitte Juni endet in Baden-W\u00fcrttemberg die Erntezeit f\u00fcr Spargel.<\/p>\n<p>    Ein Roboter-Arm f\u00fcr den Wachtelhof<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer KI-gest\u00fctzte Erntehelfer auf dem Spargelfeld ist nicht das einzige Projekt, das sich darum k\u00fcmmert, wie Roboter k\u00fcnftig in der Landwirtschaft mithelfen k\u00f6nnten. Mit fehlenden Fachkr\u00e4ften hat auch Nico da Silva zu k\u00e4mpfen, er f\u00fchrt einen Wachtelhof in Obersulm (Kreis Heilbronn) und sortiert dort Wachteleier. Die guten packt er in einen Eierkarton, die kaputten sortiert er aus &#8211; in Handarbeit. Etwa 1.000 Eier pro Woche.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDas kostet viel Zeit &#8211; in der da Silva als Chef Wichtigeres zu tun h\u00e4tte, als stundenlang Eier zu sortieren. &#8222;Es gibt Tage, da bin ich nur im Stall und packe den ganzen Tag die Eier&#8220;, berichtet da Silva. Da k\u00e4me ein Roboter gerade recht, um ihn abzul\u00f6sen. Ein Roboter wie der D-Bot von Delta Electronics, einem taiwanesischen Unternehmen mit Niederlassung in Stuttgart.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Ein Roboter-Greifarm von Delta\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDeutschlandchef Michael Mayer-Rosa f\u00fchrt vor, was der D-Bot kann. Er sagt dem langen wei\u00dfen Greifarm: &#8222;Pick Delta cube&#8220;, also &#8222;Nimm Delta-W\u00fcrfel&#8220; &#8211; und genau das macht der Roboter dann auch: Die Greifer am Ende des Arms packen aus einer Schale, die vor dem Greifarm steht, einen W\u00fcrfel mit der Aufschrift &#8222;Delta&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch das Sortieren von Wachteleiern k\u00f6nnte D-Bot lernen, sagt Mayer-Rosa. Der Roboter w\u00fcrde entsprechend programmiert und mit Kameras und Sensoren ausgestattet &#8211; dann bekomme er das hin.<\/p>\n<p>    Fachkr\u00e4fte fehlen? Ein Roboter &#8222;made in Baden-W\u00fcrttemberg&#8220; soll helfen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDelta k\u00f6nnte also einen D-Bot speziell f\u00fcr da Silva produzieren. Tats\u00e4chlich \u00fcberlegt der Wachtelhof-Chef, ob er sich einen solchen Roboter zulegen soll &#8211; denn &#8222;Wachtelland&#8220; steht vor dem Problem, keine Mitarbeitenden zu finden, die so gut wie der Chef die Eier sortieren und verpacken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGenau dieses Problem &#8211; fehlende Fachkr\u00e4fte in kleinen und mittelgro\u00dfen Unternehmen &#8211; will Delta Electronics mit seinem D-Bot angehen. Dort sei der Bedarf an Automatisierung gro\u00df, zumal in den kommenden Jahren viele Menschen in Rente gehen w\u00fcrden, sagt Mayer-Rosa. Zwar kostet ein Roboter erstmal viel Geld, aber langfristig k\u00f6nne die Produktion dadurch schneller und somit auch g\u00fcnstiger werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDelta stellt seine Roboter in Baden-W\u00fcrttemberg her, in Metzingen (Kreis Reutlingen). Auch weil sich die Kunden das laut Michael Mayer-Rosa w\u00fcnschen &#8211; aus Datenschutzgr\u00fcnden. Die Kunden wollten sicher gehen, dass ihre Daten in Deutschland blieben.\u00a0Zumal, wenn Roboter in Zukunft mit k\u00fcnstlicher Intelligenz gesteuert werden sollen. Daf\u00fcr braucht man sehr viele Daten &#8211; und da sei &#8222;made in Baden-W\u00fcrttemberg&#8220; ein Wettbewerbsvorteil, sagt Mayer-Rosa.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sendung am Di., 10.6.2025 16:00 Uhr, SWR1 Baden-W\u00fcrttemberg, SWR1 Baden-W\u00fcrttemberg<\/p>\n<p>    Mehr zu Robotern und KI<\/p>\n<p>                                        <a class=\"backlink__link\" href=\"https:\/\/www.swr.de\/swraktuell\/baden-wuerttemberg\/spargelernte-roboter-ki-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                                                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/lra-swr-logo-100.svg.svg+xml\" alt=\"S\u00fcdwestrundfunk\"\/><\/p>\n<p>                                        <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 10.06.2025 16:57 Uhr Roboter statt Erntehelfer: So stellt sich ein Karlsruher Start-up die Zukunft auf Spargelfeldern im&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":179915,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1844],"tags":[1634,3364,29,30,8903,1755],"class_list":{"0":"post-179914","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-karlsruhe","8":"tag-baden-wuerttemberg","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-karlsruhe","13":"tag-swr"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114660370442217494","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/179914","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=179914"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/179914\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/179915"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=179914"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=179914"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=179914"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}