{"id":18003,"date":"2025-04-09T10:27:09","date_gmt":"2025-04-09T10:27:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/18003\/"},"modified":"2025-04-09T10:27:09","modified_gmt":"2025-04-09T10:27:09","slug":"nuernberg-berlin-e-patientenakte-soll-bald-breiter-starten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/18003\/","title":{"rendered":"N\u00fcrnberg\/Berlin | E-Patientenakte soll bald breiter starten"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext\">N\u00fcrnberg\/Berlin (dpa) &#8211; In einigen Regionen ist die elektronische Patientenakte (ePA) bereits Alltag in Arztpraxen. Nach und nach soll sie \u00fcberall in Deutschland kommen. Zu Beginn des zweiten Quartals, das jetzt im April angefangen hat, soll es nach Pl\u00e4nen des Bundesgesundheitsministeriums damit losgehen. Einen genauen Termin gibt es noch nicht. Was kommt auf Patientinnen und Patienten zu? Und welche Erfahrungen hat ein Hausarzt in N\u00fcrnberg damit gesammelt?\u00a0<\/p>\n<p>Wie l\u00e4uft die bundesweite Ausdehnung?<\/p>\n<p>Seit 15. Januar haben 70 Millionen der gut 74 Millionen gesetzlich Versicherten in ganz Deutschland eine ePA von ihrer Krankenkasse angelegt bekommen. Das Zusammenspiel mit Praxen und Kliniken wird aber zun\u00e4chst nur in drei Regionen getestet. \u00abDer deutschlandweite Roll-Out steht unmittelbar bevor\u00bb, sagt der gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Er gehe davon aus, \u00abdass wir in den kommenden Wochen in eine Hochlaufphase au\u00dferhalb der Modellregionen eintreten k\u00f6nnen\u00bb. Dann komme eine n\u00e4chste, breiter aufgesetzte Stufe der Testung &#8211; f\u00fcr \u00c4rztinnen und \u00c4rzte zun\u00e4chst freiwillig.<\/p>\n<p>Dabei gelte f\u00fcr das bundesweite Ausrollen: \u00abSicherheit geht immer vor.\u00bb Und: \u00abWir werden die n\u00e4chste Stufe immer erst einf\u00fchren, wenn wir die Stufe davor gr\u00fcndlich getestet haben.\u00bb Als w\u00e4hlbares Angebot, um das man sich aktiv k\u00fcmmern musste, waren E-Akten bereits 2021 eingef\u00fchrt worden, sie wurden aber kaum verwendet. Daher kehrte die Ampel-Koalition das Prinzip mit einem Gesetz um: Jetzt bekommen alle eine E-Akte, au\u00dfer man widerspricht aktiv.<\/p>\n<p>Welche Informationen werden in der ePA gespeichert?<\/p>\n<p>Die elektronische Patientenakte soll Versicherte ein Leben lang begleiten. In dem digitalen Speicher sollen etwa Arztbriefe, Befunde, Laborwerte und verordnete Medikamente gesammelt werden. Zugriff bekommen Praxen, Kliniken und Apotheken, wenn die Versicherten ihre Krankenkassenkarte in deren Leseger\u00e4t stecken. Dieser ist regul\u00e4r auf 90 Tage beschr\u00e4nkt.\u00a0<\/p>\n<p>\u00dcber die Smartphone-App ihrer Krankenkasse k\u00f6nnen die Versicherten Zugriffsrechte widerrufen oder selbst festlegen, welche Mediziner wie lange Einsicht bekommen sollen. Auf diese Weise k\u00f6nnen sie auch selbst Dokumente in die E-Akte hochladen, zum Beispiel selbst gef\u00fchrte Blutdruck-Tageb\u00fccher oder wichtige Diagnosen aus der Vergangenheit.\u00a0<\/p>\n<p>Wie funktioniert die ePA in der Praxis?<\/p>\n<p>300 Praxen, Apotheken und Kliniken in den drei Modellregionen Hamburg und Umland, Franken und Teilen Nordrhein-Westfalens testen die ePA bereits im Alltag. Darunter ist auch die Praxis des N\u00fcrnberger Hausarztes Nicolas Kahl. \u00abEs funktioniert noch nicht alles, aber es l\u00e4uft stabil\u00bb, sagt er.\u00a0<\/p>\n<p>Die Akte ist anfangs leer und wird bei der Behandlung mit Dokumenten bef\u00fcllt. Aktuell k\u00f6nnen Kahl und sein Praxis-Team PDF-Dateien etwa von EKG oder Lungenfunktionstests in die ePA hochladen. Au\u00dferdem werden alle E-Rezepte, die er ausstellt, automatisch dort gespeichert.\u00a0<\/p>\n<p>Seit dem Start der Pilotphase sind die Zugriffe auf die E-Akten nach Angaben der mehrheitlich bundeseigenen Digitalagentur Gematik kr\u00e4ftig gestiegen &#8211; auf mehr als 276.000 in der vergangenen Woche. Medikationslisten wurden fast 69.000 Mal aufgerufen. Laut Ministerium flie\u00dfen t\u00e4glich 3,5 Millionen E-Rezepte routinem\u00e4\u00dfig in E-Akten ein.<\/p>\n<p>Welche Kritik gibt es?<\/p>\n<p>Die Kassen\u00e4rztlichen Vereinigungen (KV) in den Modellregionen halten es noch f\u00fcr zu fr\u00fch f\u00fcr einen bundesweiten Start. \u00abEin Gro\u00dfteil der Praxen verf\u00fcgt zwar \u00fcber das entsprechende ePA-Modul, allerdings melden die Praxisteams weiterhin technische Probleme und Herausforderungen bei der Integration in die Praxisabl\u00e4ufe zur\u00fcck\u00bb, hei\u00dft es von der KV Westfalen-Lippe. Zum Teil k\u00f6nne nicht auf E-Akten zugegriffen werden, oder es gebe lange Ladezeiten. Auch die KV in Bayern sieht keine Fortschritte bei der Probleml\u00f6sung. Die Akzeptanz von \u00c4rzten und Versicherten k\u00f6nnte leiden, sollte die ePA zu fr\u00fch starten.<\/p>\n<p>Welche Vorteile bietet die ePA?<\/p>\n<p>Fachleute sind \u00fcberzeugt, dass die elektronische Patientenakte die Behandlung verbessern kann. Dadurch k\u00f6nne er die Befunde von anderen \u00c4rzten sehen und m\u00fcsse diesen nicht mehr hinterherrennen, sagt Hausarzt Nicolas Kahl. Das spare Zeit und verhindere Doppel-Behandlungen. \u00abEs hilft uns, wenn wir einen Patienten nicht gut kennen und dieser keine Auskunft \u00fcber seine Medikamente geben kann.\u00bb Das k\u00f6nne zum Beispiel helfen, gef\u00e4hrliche Wechselwirkungen zwischen Medikamenten zu verhindern.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abEs wird sich perspektivisch lohnen\u00bb, ist sich Kahl sicher. Allerdings werde das Monate, wenn nicht Jahre, dauern. Denn es kommen nur Befunde und Medikamente in die E-Akten, die nach deren Start gestellt beziehungsweise verschrieben wurden. Wenn Patienten \u00e4ltere Diagnosen oder Verordnungen hinterlegen wollen, m\u00fcssen sie diese selbst hochladen. Maximal zehn Dokumente seien j\u00e4hrlich m\u00f6glich, sagt Kahl.\u00a0<\/p>\n<p>Wie ist die Akzeptanz?<\/p>\n<p>Bei der AOK haben nach Angaben des Bundesverbands rund 4 Prozent der 27,49 Millionen Versicherten der ePA widersprochen. Bei der Techniker Krankenkasse sind es 7 Prozent der 11,9 Millionen Versicherten. Auch in der Praxis von Nicolas Kahl haben bisher nur wenige Patienten und Patientinnen Vorbehalte ge\u00e4u\u00dfert. \u00abIm einstelligen Prozentbereich\u00bb, sagt der 37-J\u00e4hrige.<\/p>\n<p>Seine Erfahrung: Wer die E-Akte ablehne, habe oft Angst, dass die Daten in die falschen H\u00e4nde geraten k\u00f6nnten. \u00abManche wollen auch nicht, dass ich sehe, dass sie bei einem anderen Mediziner waren.\u00bb F\u00fcr die meisten Patienten aber sei die ePA \u00fcberhaupt kein Thema, hat er festgestellt. \u00abDie haben gar nicht auf dem Schirm, dass sie eine haben.\u00bb<\/p>\n<p>Wie sicher sind die Gesundheitsdaten in der ePA?<\/p>\n<p>Computerspezialisten und verschiedene Organisationen aus dem Gesundheitswesen warnten vor dem Start in den Modellregionen vor Sicherheitsl\u00fccken, wodurch Unbefugte Zugriff auf alle E-Akten bekommen k\u00f6nnten. Lauterbach betonte, es sei gelungen, Sicherheitsprobleme f\u00fcr den Massenzugriff zu l\u00f6sen, die der Chaos Computer Club herausgearbeitet hatte.\u00a0<\/p>\n<p>Die Expertin Bianca Kastl und Martin Tschirsich vom Chaos Computer Club hatten sie aufgedeckt. Diese bestehen aus Kastls Sicht trotz Updates weiter. \u00abBei den versprochenen Updates handelt es sich lediglich um den Versuch der Schadensbegrenzung bei einem der vielen von uns demonstrierten Angriffe\u00bb, sagte sie. \u00abElektronische Patientenakten lassen sich weiterhin mit geringem Aufwand angreifen.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"N\u00fcrnberg\/Berlin (dpa) &#8211; In einigen Regionen ist die elektronische Patientenakte (ePA) bereits Alltag in Arztpraxen. Nach und nach&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":18004,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1837],"tags":[772,3364,29,30,141,198,837,3783],"class_list":{"0":"post-18003","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nuernberg","8":"tag-bayern","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-gesundheit","13":"tag-internet","14":"tag-medizin","15":"tag-nuernberg"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114307533622187705","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18003","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18003"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18003\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18004"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18003"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18003"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18003"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}