{"id":18064,"date":"2025-04-09T11:00:12","date_gmt":"2025-04-09T11:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/18064\/"},"modified":"2025-04-09T11:00:12","modified_gmt":"2025-04-09T11:00:12","slug":"die-schoenere-luege-ein-roman-wie-ein-film-von-orson-welles-ndr-de-kultur-buch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/18064\/","title":{"rendered":"&#8222;Die sch\u00f6nere L\u00fcge&#8220;: Ein Roman wie ein Film von Orson Welles | NDR.de &#8211; Kultur &#8211; Buch"},"content":{"rendered":"<p>\nStand: 09.04.2025 06:00 Uhr\n<\/p>\n<p class=\"preface\">Die US-amerikanische Autorin Dana Spiotta ver\u00f6ffentlichte bisher f\u00fcnf Romane, f\u00fcr die sie mehrfach ausgezeichnet wurde. Zuletzt erschien &#8222;Unberechenbar&#8220; und j\u00fcngst &#8222;Die sch\u00f6nere L\u00fcge&#8220; &#8211; das nun auch in deutscher \u00dcbersetzung vorliegt.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Claudia Cosmo<\/p>\n<p>Meadow muss sich etwas einfallen lassen. Sie braucht eine gute L\u00fcge, die sie ihren Eltern auftischen kann. Es ist das Jahr 1984: Meadow liebt alles, was mit Film zu tun hat. Ihren Abschluss an einer kunstorientierten High School im Gep\u00e4ck, zieht sie zu einem viel \u00e4lteren Mann, mit dem sie die Leidenschaft f\u00fcr Film teilt. Ihren Eltern tischt sie eine L\u00fcge auf. Sie wolle mit ihrer besten Freundin Carrie f\u00fcr l\u00e4nger verreisen und ein Filmprojekt realisieren. Stattdessen lebt sie bei ihrem neuen Freund, der internationalen Ruhm genie\u00dft, mittlerweile aber alt geworden ist und an vielen k\u00f6rperlichen Gebrechen leidet. Aber das k\u00fcmmert Meadow nicht.<\/p>\n<p class=\"quote\">\nIch war kein Groupie, ich hatte es nicht auf ber\u00fchmte M\u00e4nner abgesehen, aber er wirkte auf mich wie ein unschuldiger Griesgram, ein Mann, dem ich vertrauen konnte. Also k\u00fcsste ich ihn und wartete darauf, dass es mein Leben ver\u00e4nderte.<br \/>\nLeseprobe\n<\/p>\n<p>Die Schriftstellerin Dana Spiotta macht keinen Hehl daraus, dass Meadows Freund niemand geringeres ist als Orson Welles. &#8222;Die sch\u00f6nere L\u00fcge&#8220; ist ein Roman, der mit der Figur Meadow die Filmkunst feiert. Alles, was sie tut, denkt und f\u00fchlt, hat mit Film zu tun. Der Austausch mit Orson Welles spielt dabei eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p>Weitere Informationen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/buecher512_v-contentgross.jpg\" alt=\"Rote und rosafarbene B\u00fccher stehen vor einen rosafarbenen Hintergrund. \u00a9 IMAGO \/ Panthermedia \" title=\"Rote und rosafarbene B\u00fccher stehen vor einen rosafarbenen Hintergrund.\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\nNeues gibt es beispielsweise von Wolf Haas, Antje R\u00e1vik Strubel oder Kristine Bilkau und vielen weiteren. Ein Blick aufs Literaturjahr.<br \/>\n<a title=\"Zum Artikel: Neue B\u00fccher 2025: Was erschienen ist - und was noch kommt\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/buch\/tipps\/Neue-Buecher-2025-Was-erschienen-ist-und-was-noch-kommt,literaturausblick136.html\" class=\"cta \" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mehr<\/a>\n<\/p>\n<p>Wenn aus L\u00fcge Wahrheit wird<\/p>\n<p>Doch nach neun Monaten, kurz vor Orson Welles Tod, endet die Beziehung 1985 abrupt. Meadow steigt in ihren Wagen und f\u00e4hrt Richtung Osten, in den Bundesstaat New York, wo Dana Spiottas Romane \u00f6fter spielen. Meadow will mit Carrie nun tats\u00e4chlich Filmprojekte realisieren und alte Filmklassiker neu nachdrehen. Somit wird aus der anf\u00e4nglichen L\u00fcge eine Wahrheit.<\/p>\n<p class=\"quote\">\nIch sagte, dies ist eine Liebesgeschichte, und tats\u00e4chlich beginnt sie so: mit meiner Liebe zum Kino, so rein wie nur irgendwas. Kino machen, gucken, denken. Ich werde eine Kinomaschine, eine ein\u00e4ugige Sch\u00f6pferin.<br \/>\nLeseprobe\n<\/p>\n<p>Ein Episodenroman, der mit Stilmitteln des Films arbeitet<\/p>\n<p>Und dann setzt Dana Spiottas Roman einen harten Schnitt. Wie im Film. Eine gewisse Jelly steht pl\u00f6tzlich im Mittelpunkt. Es geht zur\u00fcck in die 1970er Jahre, in denen Jelly aufgrund einer Hirnhautentz\u00fcndung kurzzeitig erblindet und Oz kennenlernt, der nie wieder sehen wird, aber eine besondere Gabe hat. Nicht umsonst ist sein Name eine Anspielung auf den Filmklassiker &#8222;The Wizard of Oz&#8220;. Er ist ein Meister des so genannten Phone Phreaking, bei dem man sich anhand von Pfeift\u00f6nen in Telefonleitungen einhakt.<\/p>\n<p class=\"quote\">\nOz pfiff einige Nummern, und kurz darauf waren alle mit einem Mann in der amerikanischen Botschaft in \u00c4gypten verbunden.<br \/>\nLeseprobe\n<\/p>\n<p>In Dana Spiottas Roman trifft das Visuelle auf das H\u00f6rbare. Das Bild steht dem Wort gegen\u00fcber. Diesen Kontrast verk\u00f6rpern Meadow und Jelly. Als Leserin und Leser fragt man sich lange, was die beiden Frauenfiguren miteinander zu tun haben. Meadow lernt Jelly irgendwann kennen und macht einen Dokumentarfilm \u00fcber Jellys schwieriges Leben. Meadows Filmarbeit ist gnadenlos, was ihre Freundin Carrie abschreckt. Die Freundschaft zerbricht. Meadow hadert mit sich.<\/p>\n<p class=\"quote\">\nJelly in diesem beschissenen Film. Das war das Schlimmste. Ich wusste, dass es demu\u0308tigend wird fu\u0308r Jelly. Ich habe es inszeniert und wofu\u0308r? Ich lu\u0308ge andauernd. Die Menschen, die ich filme, mich selbst.<br \/>\nLeseprobe\n<\/p>\n<p>Am Ende siegt das Wort<\/p>\n<p>Ob das eine von Meadow inszenierte L\u00e4uterung oder ernst gemeint ist, bleibt offen. Mit &#8222;Die sch\u00f6nere L\u00fcge&#8220; hat Dana Spiotta einen interessanten Episodenroman geschrieben, der unterschiedliche Figuren ausleuchtet. In manchen Leben wird der Schatten immer gr\u00f6\u00dfer. In anderen bleibt es trotz widriger Umst\u00e4nde hell. Vielleicht siegt am Ende das Wort \u00fcber das Bild. Denn in gesprochenen S\u00e4tzen, die man sanft ins Telefon haucht, k\u00f6nnen wom\u00f6glich gr\u00f6\u00dfere Filme entstehen als auf der Leinwand.<\/p>\n<p>Die sch\u00f6nere L\u00fcge<\/p>\n<p>von Dana \u00a0Spiotta<\/p>\n<dl>\n<dt class=\"dtHidden\">Seitenzahl:<\/dt>\n<dd>304 Seiten<\/dd>\n<dt class=\"dtHidden\">Genre:<\/dt>\n<dd>Roman<\/dd>\n<dt class=\"dtHidden\">Zusatzinfo:<\/dt>\n<dd>\u00dcbersetzt von Miriam Mandelkow<\/dd>\n<dt>Verlag:<\/dt>\n<dd>Kjona<\/dd>\n<dt>Ver\u00f6ffentlichungsdatum:<\/dt>\n<dd>18. Februar 2025<\/dd>\n<dt>Bestellnummer:<\/dt>\n<dd>978-3-910372-40-5<\/dd>\n<dt>Preis:<\/dt>\n<dd>25 \u20ac<\/dd>\n<\/dl>\n<p>Dieses Thema im Programm:<\/p>\n<p>NDR Kultur |<br \/>\nNeue B\u00fccher |<br \/>\n09.04.2025 | 12:40 Uhr<\/p>\n<p>Schlagw\u00f6rter zu diesem Artikel<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/buch\/Romane-Buch-Rezensionen-Lesungen-und-Podcasts,romane107.html\" title=\"Inhalte zum Thema &#039;Romane&#039;\" aria-label=\"Inhalte zum Thema &#039;Romane&#039;\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Romane<\/a><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/ndr_printlogo.gif\" alt=\"NDR Logo\" title=\"NDR Logo\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 09.04.2025 06:00 Uhr Die US-amerikanische Autorin Dana Spiotta ver\u00f6ffentlichte bisher f\u00fcnf Romane, f\u00fcr die sie mehrfach ausgezeichnet&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":18065,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,1796,11647,29,11648,214,441,30,438,439,440,83,1795,1800,215],"class_list":{"0":"post-18064","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-buchtipps","11":"tag-dana-spiotta","12":"tag-deutschland","13":"tag-die-schoenere-luege","14":"tag-entertainment","15":"tag-fernsehen","16":"tag-germany","17":"tag-ndr","18":"tag-norddeutscher-rundfunk","19":"tag-norddeutschland","20":"tag-radio","21":"tag-roman","22":"tag-romane","23":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114307663882567368","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18064","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18064"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18064\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18065"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18064"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18064"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18064"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}