{"id":18102,"date":"2025-04-09T11:19:10","date_gmt":"2025-04-09T11:19:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/18102\/"},"modified":"2025-04-09T11:19:10","modified_gmt":"2025-04-09T11:19:10","slug":"trumps-zollpolitik-durchdachter-plan-oder-fixe-idee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/18102\/","title":{"rendered":"Trumps Zollpolitik: Durchdachter Plan oder fixe Idee?"},"content":{"rendered":"<p>                    <strong>analyse<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 09.04.2025 12:45 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Alle Welt versucht, Trumps Zollpolitik zu verstehen. Denn seine Logik scheint vorne und hinten nicht aufzugehen. Schon vor 30 Jahren forderte Trump h\u00f6here Z\u00f6lle. Jetzt hat er die Macht, seine Pl\u00e4ne umzusetzen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/ueckerseifer-103.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Ulrich Ueckerseifer, WDR\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/ueckerseifer-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDonald Trump mag Z\u00f6lle. Er behauptet sogar, Zoll sei sein Lieblingswort. Anfang April hat der US-Pr\u00e4sident nun mit dem ganz gro\u00dfen Zollhammer auf die Weltwirtschaft eingedroschen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs ist das volle Programm: Zehn Prozent Basiszoll auf alle Produkte, dazu 25 Prozent auf Autos und eine wilde Liste von zus\u00e4tzlichen Z\u00f6llen f\u00fcr viele L\u00e4nder.<\/p>\n<p>    Das Versprechen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nTrump und seine Idee, dass Z\u00f6lle gut f\u00fcr die USA seien &#8211; diese Geschichte reicht lange zur\u00fcck. Schon vor 30 Jahren hatte er im US-Fernsehen deutlich h\u00f6here Z\u00f6lle f\u00fcr allem f\u00fcr chinesische Waren gefordert, zu einer Zeit, als weltweit Z\u00f6lle gesenkt und Handelsbarrieren abgebaut wurden. Trump war das schon damals ein Dorn im Auge.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd tats\u00e4chlich verloren die USA einen gro\u00dfen Teil ihrer industriellen Arbeitspl\u00e4tze. Die Industriearbeiter im sogenannten Rostg\u00fcrtel der USA, in bislang industriell gepr\u00e4gten Bundesstaaten wie Pennsylvania, Ohio oder Michigan, waren die Verlierer einer Globalisierung, deren Nebenwirkungen von vielen \u00d6konomen lange nicht gesehen wurden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer durch diese internationale Arbeitsteilung bedingte Strukturwandel wurde und wird in den USA zudem nicht durch Sozialleistungen oder Umschulungen abgefedert. Daher reagierten die W\u00e4hler in diesem &#8222;rust belt&#8220; begeistert auf Trumps Versprechen, klassische Industrie zur\u00fcck in die USA zu holen. Und so waren sie es auch, die Trump zweimal ins Wei\u00dfe Haus brachten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAnders als in seiner ersten Amtszeit verlor Trump diesmal keine Zeit. Er selbst scheint fest an den \u00f6konomischen Erfolg zu glauben.<\/p>\n<p>    Der Haken mit den Arbeitspl\u00e4tzen und Preisen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nNach Trumps Vorstellung bringen hohe Z\u00f6lle vor allem zwei Vorteile: Erstens soll sein Versprechen eingel\u00f6st und die Industrieproduktion zur\u00fcck in die USA geholt werden. Und zweitens soll der Staat so zus\u00e4tzliche Einnahmen generieren, sodass dadurch Steuern f\u00fcr Unternehmen und B\u00fcrger gesenkt werden k\u00f6nnen. Die Logik: Was andere L\u00e4nder zahlen, m\u00fcssen wir nicht selbst zahlen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nGanz falsch ist vor allem der erste Gedanke nicht. Wenn man die bislang verk\u00fcndeten Z\u00f6lle summiert, dann hei\u00dft das zum Beispiel f\u00fcr deutsche Autobauer: 45 Prozent Zoll auf ein in Deutschland produziertes Auto &#8211; Effekte aus den Z\u00f6llen auf verbaute Autoteile sind da noch nicht einkalkuliert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDamit werden viele Autos aus Deutschland in den USA de facto unverk\u00e4uflich. Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass Autobauer wie Mercedes oder Volkswagen k\u00fcnftig mehr Autos in den USA bauen werden als bisher.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Haken dabei ist jedoch, dass aufgrund der erwartbaren Gegenz\u00f6lle aus dem Ausland US-amerikanische Jobs an anderer Stelle wegfallen werden. Und vor allem, dass Z\u00f6lle zu h\u00f6heren Preisen f\u00fchren. Dies ist seit langem empirisch belegt, etwa aus Trumps erster Amtszeit.<\/p>\n<p>    Der Haken mit den Einnahmen und der Inflation<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSo stringent sich Trumps Erz\u00e4hlung vom goldenen Zeitalter f\u00fcr die USA dank Z\u00f6llen und dem Comeback der klassischen Industrie f\u00fcr seine Anh\u00e4nger trotz allem vielleicht anh\u00f6ren mag &#8211; auch mit der zweiten Logik gibt es einen Haken.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDenn je mehr Deals Trump macht, umso besser mag die Situation f\u00fcr die US-amerikanische Wirtschaft sein, aber umso niedriger sind auch die Einnahmen aus den Z\u00f6llen. Unterstellt, dass bei sinkenden Importen \u00fcberhaupt noch viel Geld durch Z\u00f6lle ins Land kommt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch dieses Geld braucht er, um seine vollmundig angek\u00fcndigten drastischen Steuersenkungen zu finanzieren. Keine niedrigeren Steuern, daf\u00fcr vermutlich h\u00f6here Inflation &#8211;\u00a0das w\u00fcrden ihm wohl auch seine \u00fcberzeugtesten W\u00e4hler \u00fcbelnehmen.<\/p>\n<p>    Der Zoll-Berater<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch derlei Einw\u00e4nde wischt Trump beiseite und beharrt unbeirrt auf seiner Erz\u00e4hlung. Best\u00e4tigt in seinem Glauben an Z\u00f6lle wird Trump durch Peter Navarro. Navarro ist \u00d6konom, in seiner Zunft aber ein Exot.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEr gilt als Architekt von Trumps protektionistischer Handelspolitik und vertritt einen \u00f6konomischen Nationalismus: America First. Das will er durch Z\u00f6lle erreichen, Handelsabkommen lehnt er ab.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nWer in diesen Tagen Fox News, den rechten Haussender von Trump, einschaltet, sieht am laufenden Band Untergebene, die \u00fcbereinstimmend die neuen Z\u00f6lle und das dahinterstehende Programm preisen. Das ist typisch f\u00fcr die Regierung Trump: Seine Leute sind absolut loyal. Das hei\u00dft aber auch, dass es kein Korrektiv gibt. Eine Sonderrolle hat ausgerechnet Trumps anderer Berater, Elon Musk, der Navarro nun vorwarf, &#8222;dumm wie ein Sack Ziegelsteine&#8220; zu sein.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVermutlich ist es einfach: Trump will diese Z\u00f6lle einfach. Vielleicht ist es f\u00fcr ihn auch gar nicht so entscheidend, ob der Plan der gro\u00dfen Reindustrialisierung dank hoher Z\u00f6lle aufgeht. Vielleicht reicht es, dass seine Anh\u00e4nger das glauben &#8211; und dass er seine Macht demonstrieren kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"analyse Stand: 09.04.2025 12:45 Uhr Alle Welt versucht, Trumps Zollpolitik zu verstehen. 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