{"id":18185,"date":"2025-04-09T12:03:09","date_gmt":"2025-04-09T12:03:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/18185\/"},"modified":"2025-04-09T12:03:09","modified_gmt":"2025-04-09T12:03:09","slug":"der-wald-in-mir-mein-kopf-die-bestie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/18185\/","title":{"rendered":"&#8222;Der Wald in mir&#8220;: Mein Kopf, die Bestie"},"content":{"rendered":"<p>    Inhalt<br \/>\n    <a class=\"article-toc__fullview z-text-button\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/film\/2025-04\/der-wald-in-mir-natur-film-kino\/komplettansicht\" data-ct-label=\"all\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n        Auf einer Seite lesen    <\/a><\/p>\n<p>                        Inhalt<\/p>\n<ol class=\"article-toc__list\">\n<li class=\"article-toc__list-item\">\n<p>Seite 1Mein Kopf, die Bestie<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"article-toc__list-item\"><a class=\"article-toc__item article-toc__link\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/film\/2025-04\/der-wald-in-mir-natur-film-kino\/seite-2\" data-ct-label=\"2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                    Seite 2Vieles wird angedeutet, aber wenig erkl\u00e4rt<br \/>\n                <\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"paragraph article__item\">Als<br \/>\ndem US-amerikanischen Schriftsteller <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/henry-david-thoreau\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Henry David Thoreau<\/a> die Welt zu viel<br \/>\nwurde, zog er in den Wald. Er baute sich ein kleines H\u00e4uschen an einem Teich,<br \/>\nfischte und schrieb, und verbrachte die n\u00e4chsten zwei Jahre und zwei Monate vor<br \/>\nallem damit, den Himmel, die umliegende Natur und ihre Bewohner zu beobachten. <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Auch<br \/>\nin dem <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/film\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Film<\/a> Der Wald in mir gibt es eine einsame H\u00fctte. Sie steht an<br \/>\neinem Abhang, umgeben von hohen B\u00e4umen. Das Laub raschelt, wenn eine Maus oder<br \/>\nein Vogel \u00fcber den Boden trippelt. Manchmal schleicht ein Fuchs herum oder<br \/>\nNebel schl\u00e4ngelt sich milchig um die schlanken St\u00e4mme. Es ist ein sch\u00f6ner Ort,<br \/>\nein idyllischer Ort. Doch am Ende des Films, so viel sei verraten, steht er in<br \/>\nFlammen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der<br \/>\nRegisseur und Fotograf <a href=\"https:\/\/www.sebastianfritzsch.de\/category\/film\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sebastian Fritzsch<\/a> hat sich das Bild von einem R\u00fcckzugsort<br \/>\nim Wald geliehen und benutzt den Schauplatz und die umliegende Natur, um eine<br \/>\nmenschliche Psychose zu ergr\u00fcnden. In Der Wald in mir, der 2024 auf dem<br \/>\nFilmfestival Max Oph\u00fcls Preis in Saarbr\u00fccken Premiere feierte, geht es um den<br \/>\nBiologiestudenten Jan (Leonard Scheicher). Jan zeichnet viel und liebt Tiere. Er liebt sie sogar<br \/>\nso sehr, dass er Laborm\u00e4use befreit und Stabheuschrecken und Nattern in gro\u00dfen<br \/>\nTerrarien bei sich zu Hause h\u00e4lt. Menschen mag er eher weniger, zumindest meidet<br \/>\ner sie, bis er bei einem Protest an seiner Uni die Studentin und Umweltaktivistin<br \/>\nAlice (Lia von Blarer) kennenlernt. Sie zieht ihn in ihren Bann und auch ein<br \/>\nbisschen aus seiner Isolation heraus, allerdings nur kurz, denn bald wird klar,<br \/>\ndass mit Jan etwas nicht stimmt. Er h\u00f6rt pl\u00f6tzlich Stimmen, wo keine sind, und f\u00fchlt<br \/>\nsich verfolgt, selbst wenn niemand ihn beobachtet.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der<br \/>\nWald in mir kommt<br \/>\nmit wenigen Worten aus. Auf Small Talk wird verzichtet, wenige S\u00e4tze reichen Jan<br \/>\nund Alice, um sich richtig kennenzulernen. Wo wenig gesprochen wird, tritt der Atem<br \/>\nin den Vordergrund: Das hektische Keuchen nach einem Lauf durch den Wald, das<br \/>\ngierige Luftholen w\u00e4hrend eines Kusses, das rhythmische Inhalieren und Pusten,<br \/>\num ein Feuer in Gang zu bringen, dominiert die Tonspur, vermischt sich mit<br \/>\nzahlreichen Tierger\u00e4uschen. F\u00fcchse bellen, V\u00f6gel zwitschern und kr\u00e4chzen. Die<br \/>\nBeziehung von Alice und Jan hat von Anfang an etwas Animalisches: Vor dem<br \/>\nersten Kuss wird sich angeknurrt und ein bisschen gebissen. Sp\u00e4ter knurrt Jan<br \/>\nauch, wenn Alice nicht da ist. Au\u00dferdem zieht er immer h\u00e4ufiger und l\u00e4nger<br \/>\ndurch den Wald, besucht seine H\u00fctte.\n<\/p>\n<p>                            \u00a9\u00a0ZEIT ONLINE<\/p>\n<p>\n                    Newsletter<\/p>\n<p>                    Nat\u00fcrlich intelligent<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__text\">K\u00fcnstliche Intelligenz ist die wichtigste Technologie unserer Zeit. Aber auch ein riesiger Hype. Wie man echte Durchbr\u00fcche von hohlen Versprechungen unterscheidet, lesen Sie in unserem KI-Newsletter.<\/p>\n<p class=\"newsletter-signup__datapolicy\" hidden=\"\">\n            Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die <a href=\"https:\/\/datenschutz.zeit.de\/zon#Newsletter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Datenschutzerkl\u00e4rung<\/a><br \/>\n     zur Kenntnis.\n        <\/p>\n<p>    Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie Ihr Postfach und best\u00e4tigen Sie das Newsletter-Abonnement.<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Seine<br \/>\nStreifz\u00fcge entwickeln schon bald einen Fluchtcharakter. Die Natur, B\u00e4ume und<br \/>\nTiere werden Teil seines Wahns \u2013 und er verliert sich immer mehr in seiner<br \/>\nVorstellung, Teil des Ganzen zu sein. In seinem Roman Walden beschreibt<br \/>\nThoreau liebevoll, wie eine Maus die Brotkrumen von seinem Fr\u00fchst\u00fcck isst. In Der<br \/>\nWald in mir isst Jan schlussendlich eine Maus.\n<\/p>\n<p>                An dieser Stelle ist ein externer Inhalt eingebunden<\/p>\n<p>Zum Anschauen ben\u00f6tigen wir Ihre Zustimmung<\/p>\n<p>\n                Weiter\n            <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die<br \/>\nBildsprache des Films bleibt dabei mit wenigen Ausnahmen poetisch. Jan, wie er<br \/>\nauf einer Wiese aus dem Nebel auftaucht, der kahle Wald in der bl\u00e4ulichen D\u00e4mmerung:<br \/>\nDie Szenen muten mystisch und wundersch\u00f6n zugleich an. Zarte Musik untermalt<br \/>\nselbst hektische Tanzsequenzen, in denen zu Techno und blitzenden Lichtern<br \/>\ngefeiert wird. Gebrochen wird der Eindruck blo\u00df in den Szenen, in denen Jan<br \/>\nsich bedroht f\u00fchlt. Als er sich wie ein in die Enge getriebenes Tier hinter<br \/>\neiner Topfpflanze versteckt oder sich \u2013 zum Abtransport bereit \u2013 wie gefesselt<br \/>\nauf den Boden legt, flucht und schimpft, wird der Unterton roher. Gr\u00fcnes und<br \/>\nrotes Licht in d\u00fcsterer Umgebung lassen vor allem in Innenr\u00e4umen den Eindruck<br \/>\nentstehen, dass sich nicht nur Jans Tiere, sondern auch die Protagonisten<br \/>\nselbst in einem riesigen Terrarium befinden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1Mein Kopf, die Bestie Seite 2Vieles wird angedeutet, aber wenig erkl\u00e4rt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":18186,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1771],"tags":[1778,7839,29,214,8859,30,11708,95,80,1777,215],"class_list":{"0":"post-18185","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kino","8":"tag-cinema","9":"tag-der-wald-in-mir","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-filmrezension","13":"tag-germany","14":"tag-henry-david-thoreau","15":"tag-kino","16":"tag-kultur","17":"tag-movie","18":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114307911047776701","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18185","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18185"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18185\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18186"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18185"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18185"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18185"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}