{"id":181983,"date":"2025-06-11T13:09:18","date_gmt":"2025-06-11T13:09:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/181983\/"},"modified":"2025-06-11T13:09:18","modified_gmt":"2025-06-11T13:09:18","slug":"therapiehund-mit-eigenem-terminkalender-am-klinikum-nuernberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/181983\/","title":{"rendered":"Therapiehund mit eigenem Terminkalender am Klinikum N\u00fcrnberg"},"content":{"rendered":"<p>Vor Leni sitzen zwei Hunde. Ein gro\u00dfer brauner und ein kleiner wei\u00dfer. Leni sagt: &#8222;Siiiiitz. Und bleeeeeib.&#8220; Die H\u00fcndinnen namens Malu und Viesta gehorchen. Leni strahlt. Dass sie den Hunden klare und deutliche Kommandos geben kann, war harte Arbeit. Denn Leni hat selektiven Mutismus. Sie tut sich schwer mit dem Sprechen, wenn ihr etwas zu viel ist, verstummt sie einfach.<\/p>\n<p>Von Hunden das Sprechen gelernt<\/p>\n<p>Kennengelernt hat Leni die H\u00fcndinnen und ihren Trainer Oliver Ludwig, in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychosomatik des S\u00fcdklinikums N\u00fcrnberg. Dort kommt Ludwig seit f\u00fcnf Jahren einmal die Woche vorbei, um mit den Jugendlichen und den Hunden zu trainieren. <\/p>\n<p>Am Anfang ihrer Therapie hat Leni gar nicht gesprochen. &#8222;Auch mit Olli nicht&#8220;, erz\u00e4hlt sie. Die beiden haben zuerst nonverbal kommuniziert. &#8222;Mit der K\u00f6rpersprache. Und dann ging es auch langsam mit der Stimme.&#8220; <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/wie-kronkorken-traumatisierten-soldaten-helfen,UBhb0qu\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Hunde hatten aber noch einen ganz anderen Vorteil<\/a>: Auf die Hunde-Stunde mit Ludwig hat sich Leni immer sehr gefreut. Teilnehmen durfte sie aber nur, wenn sie auch die restliche Therapie mitgemacht hat. &#8222;Das hat mich motiviert, weiterzumachen, weil ich dann die Hunde sehen durfte&#8220;, sagt sie. <\/p>\n<p>Hunde-Therapie nicht selbstverst\u00e4ndlich<\/p>\n<p>Stationsleiterin Hiomara Gr\u00f6f hat sich stark f\u00fcr die tiergest\u00fctzte Therapie eingesetzt. Obwohl das Team um Spendengelder f\u00fcr Ludwigs Besuche ringen muss, denn die Krankenkasse zahlt keine tiergest\u00fctzte Therapie. Die Hunde w\u00fcrden Leichtigkeit mit in den Raum bringen, auch bei schweren Themen, sagt Gr\u00f6f. Und davon gibt es hier einige. Die rund zehn Jugendlichen sind aus ganz verschiedenen Gr\u00fcnden hier: &#8222;Depression, Essst\u00f6rungen, Sozialphobie&#8230; die Liste ist lang.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.br.de\/radio\/bayern1\/hund-bester-freund100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dass Hunde Menschen guttun, belegen einige Studien<\/a>. Die Effekte sind unterschiedlich: Zum Beispiel sch\u00fcttet der K\u00f6rper das Wohlf\u00fchl- und Bindungshormon Oxytocin aus, wenn wir Hunde streicheln. Das beruhigt und nimmt das Gef\u00fchl von Stress. Nach einer Untersuchung der Harvard Medical School haben Hundebesitzer einen niedrigeren Blutdruck und Herzschlag. <\/p>\n<p>Immer mehr Therapiehunde im Einsatz<\/p>\n<p>Die Wirkung von Hunden auf Menschen scheinen sich immer mehr Therapeutinnen und Therapeuten zunutze zu machen. Zentrale Statistiken dazu, ob Therapiehunde immer beliebter werden, gibt es zwar nicht, aber es gibt Hinweise darauf. Zum Beispiel hatte der Verein &#8222;Hunde im Therapieeinsatz N\u00fcrnberg&#8220; kurz nach seiner Gr\u00fcndung im Jahr 2010 16 Mitglieder. Inzwischen hei\u00dft er &#8222;Therapiehunde Deutschland&#8220; und ist mit \u00fcber 1.000 Mitgliedern und rund 7.000 Eins\u00e4tzen im Jahr bundesweit t\u00e4tig. Und auch Hundetrainer Ludwig sagt: &#8222;Die Zahl der Assistenzhunde explodiert aktuell. Und auch die Therapiehunde werden immer mehr.&#8220; <\/p>\n<p>Mira hat eigenen Dienstplan<\/p>\n<p>Auch im S\u00fcdklinikum gab es Zuwachs. Seit etwa drei Jahren ist Goldendoodle-Dame Mira Teil des Teams. Miras Besitzerin, Sozialp\u00e4dagogin Birgit Girg, ist fest angestellt. Therapieh\u00fcndin Mira damit irgendwie auch. Sie hat einen eigenen Dienstplan, eine eigene Mitarbeiterkarte und seit ein paar Tagen einen <a href=\"https:\/\/www.klinikum-nuernberg.de\/ansprechpartner\/mira-goldendoodle\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eigenen Eintrag auf der Website (externer Link)<\/a>. Miras Job ist in erster Linie: Da sein. Sich von den Jugendlichen kraulen lassen. Die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wenn Schwermut im Raum liegt. W\u00e4hrend Girg am Schreibtisch arbeitet, tapst Mira durch den langen Gang, schiebt ihre flauschige Schnauze durch die T\u00fcren der Patientinnen und entlockt ihnen ein L\u00e4cheln. <\/p>\n<p>Leni und ihre haarige Therapeutin<\/p>\n<p>Leni ist inzwischen nicht mehr in der Psychiatrie. Mit Hunden trainiert sie aber immer noch. Gemeinsam mit Ludwig hat sie sich ihren eigenen Assistenzhund ausgebildet. Damit hat sie nun dauerhaft einen vierbeinigen Therapeuten an ihrer Seite.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vor Leni sitzen zwei Hunde. Ein gro\u00dfer brauner und ein kleiner wei\u00dfer. Leni sagt: &#8222;Siiiiitz. Und bleeeeeib.&#8220; Die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":181984,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1837],"tags":[772,3364,29,30,41317,4156,3783,61121,4205,61123,61122],"class_list":{"0":"post-181983","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nuernberg","8":"tag-bayern","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-klinikum-nuernberg","13":"tag-mittelfranken","14":"tag-nuernberg","15":"tag-psychische-krankheiten","16":"tag-therapie","17":"tag-therapiehund","18":"tag-tiergestuetzte-therapie"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114664896246558520","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/181983","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=181983"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/181983\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/181984"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=181983"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=181983"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=181983"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}