{"id":183033,"date":"2025-06-11T22:30:23","date_gmt":"2025-06-11T22:30:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/183033\/"},"modified":"2025-06-11T22:30:23","modified_gmt":"2025-06-11T22:30:23","slug":"spionage-sabotage-cyber-wie-russland-deutschland-schon-jetzt-angreift","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/183033\/","title":{"rendered":"Spionage, Sabotage, Cyber: Wie Russland Deutschland schon jetzt angreift"},"content":{"rendered":"<p><strong><br \/>\nRussland hat die Ukraine angegriffen, milit\u00e4risch mit Panzern, Artillerie und Soldaten. Doch auch gegen Deutschland laufen Attacken, eine Art Kalter Krieg 2.0. Der Kreml steuert Spionage, Sabotage und Cyberangriffe, wie neue Informationen zeigen. <\/strong><\/p>\n<p>In Leipzig ger\u00e4t im vergangenen Sommer ein Paket auf dem Flughafen in Brand &#8211; es sollte per Luftfracht nach London geflogen werden. Doch stattdessen explodiert es in einem Container, nur durch Zufall war die Lieferung verz\u00f6gert worden. Die L\u00f6scharbeiten dauerten Stunden. Alles nur Zufall? Mitnichten. Der Generalbundesanwalt ermittelte. Im April berichteten NDR, WDR und S\u00fcddeutsche Zeitung, der russische Milit\u00e4r-Geheimdienst GRU stecke hinter der Explosion. Es war offenbar Sabotage. Und kein Einzelfall. Auch in Birmingham und Warschau gingen Pakete in Flammen auf.<\/p>\n<p>Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die russischen Angriffe gegen Deutschland. Keine milit\u00e4rischen Angriffe, sondern Sabotage, Spionage und Cyberangriffe. Ziel sei es, Deutschland zu schw\u00e4chen, hei\u00dft es im <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Wie-Russland-Deutschland-schon-jetzt-angreift-article25827818.html\/Verfassungsschutzbericht 2024\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">neuen Verfassungsschutzbericht<\/a>. Besonders w\u00e4hlerisch sind die Russen mit ihren Zielen nicht. Auch und besonders die deutsche Politik ist st\u00e4ndig in ihrem Visier. Paradiesische M\u00f6glichkeiten bietet ihnen das Internet, wo russische Hacker und Cyberkriminelle mit Geheimdienstauftrag Jagd auf deutsche Daten machen.<\/p>\n<p>&#8222;Die Lage ist angespannt&#8220;, sagte Claudia Plattner vom Bundesamt f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in der Bundespressekonferenz. Dort stellte sie gemeinsam mit Michael F\u00fcbi vom T\u00dcV Rheinland eine Studie zur Cybersicherheit deutscher Unternehmen vor. Angriffe mit Ransomware seien das gr\u00f6\u00dfte Problem, sagte sie, wenn auch nicht zwingend das dr\u00e4ngendste. Staatliche Stellen, die Spionage und Sabotage betrieben, bereiteten ihr gro\u00dfe Sorgen. Neben Russland seien China, Iran und die T\u00fcrkei besonders aktiv, hei\u00dft es<a href=\"https:\/\/www.verfassungsschutz.de\/SharedDocs\/statements\/DE\/2025\/2025-06-10-vorstellung-des-verfassungsschutzberichts-2024.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\"> im Verfassungsschutzbericht dazu<\/a>.<\/p>\n<p>Russland kann im Cyberraum spektakul\u00e4re Erfolge verbuchen. 2015 griffen russische Hacker den Bundestag an, 2023 die SPD. Der Angriff ging laut Verfassungsschutz auf die <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Wie-Russland-Deutschland-schon-jetzt-angreift-article25827818.html\/Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz - Cyberabwehr - APT28 verantwortlich f\u00fcr gro\u00dfangelegte Cyberkampagne\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">Cybergruppierung APT 28<\/a> zur\u00fcck, die auch als &#8222;Fancy Bear&#8220; oder &#8222;Sofacy&#8220; bekannt ist. APT 28 wird ebenfalls dem GRU zugerechnet. 2024 wurde die CDU Opfer eines Cyberangriffs. Auch da war schnell Russland im Verdacht.<\/p>\n<p>Desinformation<\/p>\n<p>Im Netz stiehlt Russland nicht nur Daten, sondern verbreitet Desinformation und Propaganda. Auch hier ist der Messengerdienst Telegram wichtig. Besonderes Aufsehen erregte der Fall &#8222;Voice of Europe&#8220;. Als vermeintlich echtes Nachrichtenportal getarnt, verbreitete die &#8222;Stimme Europas&#8220; zun\u00e4chst von den Niederlanden aus, sp\u00e4ter aus Prag prorussische Positionen, insbesondere zum Ukraine-Krieg. Doch die Aktivit\u00e4ten gingen offenbar weit dar\u00fcber hinaus. Vor der Europawahl 2024 wurde Politikern rechter Parteien in Europa Geld zugeschoben. In Deutschland machte der Fall Petr Bystrom Schlagzeilen. Der AfD-Bundestagsabgeordnete kandidierte f\u00fcrs Europaparlament und trat mehrmals bei &#8222;Voice of Europe&#8220; auf. Er soll Geld aus Russland angenommen haben. Bystrom bestreitet das. Mittlerweile hat das Europaparlament seine Immunit\u00e4t wegen der laufenden Ermittlungen aufgehoben.<\/p>\n<p> Diebstahl von High-Tech-Wissen und Ransom-Ware<\/p>\n<p>Doch im Netz geht es nicht nur um Parteien und Propaganda. Ziel von Cyberangriffen sind besonders deutsche Firmen, die f\u00fcr Russland interessant sind &#8211; beispielsweise aus der R\u00fcstungsindustrie, aber auch andere Unternehmen, deren Wissen sich milit\u00e4risch nutzen lie\u00dfe. Auch schn\u00f6de Ransom-Ware-Angriffe geh\u00f6ren zum Gesch\u00e4ft der Geheimdienste. Dabei legen Cyberkriminelle die IT von Unternehmen lahm und verlangen ein L\u00f6segeld. Das ist ein riesiges Problem f\u00fcr die deutsche Wirtschaft, wie die neue Studie des T\u00dcV Rheinland belegt.<\/p>\n<p>Demnach verzeichneten 15 Prozent der befragten Unternehmen in den vergangenen zw\u00f6lf Monaten einen Cyberangriff. Das war ein Plus von vier Prozent im Vergleich zu 2023. Dabei wurden nur die Angriffe gez\u00e4hlt, auf die ein Unternehmen reagieren musste &#8211; die millionenfach abgefangenen und gescheiterten Phishing-Versuche z\u00e4hlten gar nicht dazu. Beim Phishing versuchen Kriminelle sich beispielsweise mit Hilfe von trickreichen E-Mails Zugang zur Software von Unternehmen zu verschaffen.<\/p>\n<p>Schutz in Deutschland unzureichend<\/p>\n<p>Die Studie zeigte auch, dass sich viele Unternehmen in tr\u00fcgerischer Sicherheit wiegen. 91 Prozent bewerten demnach ihre IT-Sicherheit als gut oder sehr gut. Claudia Plattner vom BSI zeigte sich \u00fcberrascht dar\u00fcber. &#8222;Das ist ein St\u00fcckweit Wunschdenken&#8220;, sagte sie in der Bundespressekonferenz. Gerade kleine Unternehmen erf\u00fcllten im Cyber-Risiko-Check des BSI oft nicht einmal die H\u00e4lfte der Anforderungen. Der Check sei in der IT-Sicherheit so etwas wie das &#8222;Seepferdchen&#8220; f\u00fcr Kinder beim Schwimmunterricht- absolutes Einstiegsniveau.<\/p>\n<p>Investitionen in die Sicherheit lohnen sich, so die Expertin. Sie seien signifikant billiger als die Kosten eines erfolgreichen Angriffs. F\u00fcbi empfiehlt kleinen Unternehmen, ihre Daten in einer kommerziell betriebenen Cloud auszulagern, deren Betreiber f\u00fcr IT-Sicherheit sorgt. F\u00fcbi und Plattner forderten die Bundesregierung auf, schnell die EU-Richtlinie &#8222;Network and Information Security&#8220; (NIS 2) umzusetzen. Sie soll die Cybersicherheit in ganz Europa harmonisieren und erh\u00f6hen. Besonders kritische Infrastruktur wie Flugh\u00e4fen, Kraftwerke und \u00c4hnliches soll damit besser gesch\u00fctzt werden. Au\u00dferdem solle die Regierung kl\u00e4ren, wer zust\u00e4ndig ist &#8211; das neue Digitalministerium oder doch das Innenressort? Besonders wichtig werde das Thema K\u00fcnstliche Intelligenz &#8211; sowohl f\u00fcr die Angreifer als auch f\u00fcr die Verteidiger.<\/p>\n<p>Innenminister Alexander Dobrindt versprach schon am Dienstag zu handeln. &#8222;Als Innenminister m\u00f6chte ich daf\u00fcr sorgen, dass die Sicherheitsbeh\u00f6rden in der Lage sind, solche Angriffe abzuwehren&#8220;, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. &#8222;Wir m\u00fcssen in Deutschland technisch, juristisch und organisatorisch aufr\u00fcsten.&#8220; K\u00fcnstliche Intelligenz m\u00fcsse in den Nachrichtendiensten st\u00e4rker zum Einsatz kommen. Daf\u00fcr versprach er eine starke &#8222;finanzielle Ausstattung&#8220;. Wie schnell etwas passiert, wird sich zeigen. Sicher ist nur eines: Der n\u00e4chste Angriff aus Russland kommt bestimmt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Russland hat die Ukraine angegriffen, milit\u00e4risch mit Panzern, Artillerie und Soldaten. 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