{"id":183447,"date":"2025-06-12T02:18:10","date_gmt":"2025-06-12T02:18:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/183447\/"},"modified":"2025-06-12T02:18:10","modified_gmt":"2025-06-12T02:18:10","slug":"berlin-studie-immer-mehr-hohe-motorhauben-gefahr-fuer-kinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/183447\/","title":{"rendered":"Berlin | Studie: Immer mehr hohe Motorhauben &#8211; Gefahr f\u00fcr Kinder"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext\">Berlin (dpa) &#8211; Der Trend zu immer gr\u00f6\u00dferen Autos in Europa l\u00e4sst sich auch an der H\u00f6he der Motorhauben ablesen &#8211; mit m\u00f6glichen Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit besonders von Kindern. Denn eine h\u00f6here Front erschwert es Fahrerinnen und Fahrern, kleinere Menschen unmittelbar vor dem Fahrzeug zu erkennen, wie aus einer Untersuchung des Europ\u00e4ischen Verbands f\u00fcr Verkehr und Umwelt (T&amp;E) hervorgeht.<\/p>\n<p>Motorhauben im Schnitt 83,4 Zentimeter hoch<\/p>\n<p>Die durchschnittliche H\u00f6he von Motorhauben in Gro\u00dfbritannien und der EU hat seit 2010 pro Jahr um einen halben Zentimeter zugenommen und lag 2024 bei 83,4 Zentimetern, wie T&amp;E mitteilte. Fast die H\u00e4lfte aller Neuzulassungen in den untersuchten Regionen kommt demnach auf eine H\u00f6he der Motorhaube von mehr als 85 Zentimeter. Bei 1,5 Prozent der neuen Fahrzeuge ist es dem Verband zufolge sogar mehr als ein Meter. T&amp;E fordert deshalb eine gesetzliche Obergrenze: \u00abWir empfehlen eine maximale H\u00f6he von 85 Zentimetern ab 2035\u00bb &#8211; abh\u00e4ngig von weiteren Untersuchungen, schreiben die Autorinnen und Autoren.\u00a0<\/p>\n<p>Denn mit h\u00f6heren Motorhauben steige im Falle von Unf\u00e4llen das Risiko schwerer Verletzungen, insbesondere bei Fu\u00dfg\u00e4ngern. \u00abBei Unf\u00e4llen treffen SUVs und Pick-up-Trucks mit hoher Motorhaube erwachsene Fu\u00dfg\u00e4nger in der Regel oberhalb des Schwerpunkts, wobei sie oft zuerst lebenswichtige Organe in der K\u00f6rpermitte treffen.\u00bb Das erh\u00f6he die Wahrscheinlichkeit, dass die Opfer nach vorne geschleudert und \u00fcberrollt werden.<\/p>\n<p>Seit Jahren Boom bei SUV und Gel\u00e4ndewagen<\/p>\n<p>Kleinere Fahrzeuge tr\u00e4fen Fu\u00dfg\u00e4nger hingegen eher unterhalb des Schwerpunkts. Dadurch erh\u00f6he sich die Chance, dass sie auf das Auto fallen und schlie\u00dflich zur Seite abrollen. Der T&amp;E zitiert Studien, basierend auf Daten aus Belgien, wonach ein Anstieg der Motorhaubenh\u00f6he von 80 auf 90 Zentimeter das Risiko f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger und Radfahrer um mehr als ein Viertel erh\u00f6ht, dass ein Unfall mit einem solchen Fahrzeug f\u00fcr sie t\u00f6dlich ausgeht.<\/p>\n<p>Die wachsende H\u00f6he der Motorhauben ist vor allem mit dem seit Jahren anhaltenden Boom bei sogenannten SUV und Gel\u00e4ndewagen zu erkl\u00e4ren. Im vergangenen Jahr machten diese beiden Segmente dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zufolge mehr als 40 Prozent aller Neuzulassungen in Deutschland aus.\u00a0<\/p>\n<p>Zum 1. Januar dieses Jahres waren demnach hierzulande rund 6,6 Millionen SUV zugelassen, fast zehn Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Damit geh\u00f6rten mehr als 13 Prozent aller in Deutschland gemeldeten Autos zu dieser Fahrzeugklasse. Bei den Gel\u00e4ndewagen waren es mit 3,3 Millionen Einheiten 6,6 Prozent des Bestands &#8211; zusammen also fast ein F\u00fcnftel.<\/p>\n<p>Statistik zeigt keine Auff\u00e4lligkeiten<\/p>\n<p>Auch andere Fachleute erkennen in den Fahrzeugen ein Sicherheitsrisiko. \u00abInsassen schwerer Fahrzeuge, wie etwa SUVs, sind bei Unf\u00e4llen in der Regel besser gesch\u00fctzt als Personen in kleineren Autos, unter anderem durch eine robustere Bauweise und eine erh\u00f6hte Sitzposition\u00bb, sagt etwa Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug und Mobilit\u00e4t beim T\u00fcv-Verband. F\u00fcr die Unfallgegner steige hingegen das Verletzungsrisiko, \u00abda gr\u00f6\u00dfere Fahrzeuge durch ihre h\u00f6here Masse und Bauform, etwa durch h\u00f6here Motorhauben, st\u00e4rkere Aufprallkr\u00e4fte erzeugen k\u00f6nnen\u00bb.<\/p>\n<p>Statistiken zu Verletzungen im Zusammenhang mit der Motorhaubenh\u00f6he gibt es nicht. Daten des Statistischen Bundesamts zeigen lediglich, welche Fahrzeugklassen wie oft Unf\u00e4lle mit Verletzten oder Toten verursacht haben. Im Jahr 2023 verursachten SUV demnach zwar knapp jeden zehnten Unfall mit Personenschaden. Das entspricht aber in etwa ihrem Anteil am Gesamtbestand aller Pkw. Gel\u00e4ndewagen verursachten demnach hingegen etwa 5,6 Prozent aller Unf\u00e4lle, bei denen Menschen zu Schaden kamen. Das war deutlich mehr als es ihrem Anteil entsprechen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Versicherer warnen vor vorschnellen Schl\u00fcssen<\/p>\n<p>Die Unfallforschung der Versicherer warnt vor vorschnellen Schl\u00fcssen, was die Verkehrssicherheit von SUV angeht. \u00abMan kann schon sagen, dass die H\u00f6he der Motorhaube ein Risiko sein kann f\u00fcr schwerere Verletzungen gerade bei kleineren Fu\u00dfg\u00e4ngern\u00bb, sagte die Leiterin, Kirstin Zeidler. \u00abAber das Verletzungsrisiko h\u00e4ngt eben nicht allein von der H\u00f6he der Motorhaube ab.\u00bb Die Unfallsituation spiele eine wichtige Rolle, bei einem Frontalaufprall aber auch L\u00e4nge und Neigung der Motorhaube sowie der Abstand zur Frontscheibe.\u00a0<\/p>\n<p>Auch die Geschwindigkeit sei entscheidend. \u00abEin vorsichtig gefahrener SUV ist nicht gef\u00e4hrlicher als ein unvorsichtig gefahrener normaler Pkw\u00bb, betont Zeidler. Ver\u00e4nderte Bauweisen und Fahrer-Assistenzsysteme h\u00e4tten zudem ebenfalls einen Einfluss auf Verletzungsschwere und Unfallrisiko. Diese Aspekte k\u00e4men in der T&amp;E-Studie allerdings zu kurz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa) &#8211; Der Trend zu immer gr\u00f6\u00dferen Autos in Europa l\u00e4sst sich auch an der H\u00f6he der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":183448,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1841],"tags":[582,1605,3364,29,30,1209,601],"class_list":{"0":"post-183447","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bielefeld","8":"tag-automobilindustrie","9":"tag-bielefeld","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-nordrhein-westfalen","14":"tag-verkehr"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114667998646941911","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/183447","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=183447"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/183447\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/183448"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=183447"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=183447"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=183447"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}