{"id":183705,"date":"2025-06-12T04:50:13","date_gmt":"2025-06-12T04:50:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/183705\/"},"modified":"2025-06-12T04:50:13","modified_gmt":"2025-06-12T04:50:13","slug":"plutos-atmosphaere-ist-einzigartig-organisch-eisige-dunstschleier-praegen-den-waermehaushalt-des-zwergplaneten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/183705\/","title":{"rendered":"Plutos Atmosph\u00e4re ist einzigartig &#8211; Organisch-eisige Dunstschleier pr\u00e4gen den W\u00e4rmehaushalt des Zwergplaneten"},"content":{"rendered":"<p>Diese Analysen haben nun Tanguy Bertrand von der Sorbonne Universit\u00e4t in Paris und seine Kollegen durchgef\u00fchrt. Sie werteten daf\u00fcr Daten des MIRI-Spektrometers im mittleren Infrarot zwischen 4,9 und 27 Mikrometern aus. Das Webb-Teleskop hatte Pluto daf\u00fcr im Laufe einer Woche mehrfach ins Visier genommen, um alle Seiten des fernen Zwergplaneten und seines Monds Charon sehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kohlenwasserstoffe, Nitril-Eis und organische Schwebteilchen<\/p>\n<p>Das Ergebnis: Plutos Atmosph\u00e4re ist noch ungew\u00f6hnlicher als zuvor vermutet. Denn sie enth\u00e4lt nicht nur einfache Gase wie Stickstoff, Methan und Kohlenmonoxid, sondern auch komplexere organische Molek\u00fcle und Eiskristalle. Unter ihnen sind Ethan, Acetylen, Cyanwasserstoff und Nitrile, aber auch gr\u00f6\u00dfere Kohlenwasserstoffe, wie Bertrand und seine Kollegen ermittelten. Diese Komponenten bilden zusammen mit Eispartikeln die Schwebteilchen, die den geschichteten Dunstschleier um den Zwergplaneten erzeugen.\n<\/p>\n<p>\u201eDie beobachteten Werte zeigen, dass der Nebelschleier des Pluto \u00e4hnlich wie beim Saturnmond Titan aus organischen Partikeln und aus Wolken aus Kohlenwasserstoffen und gefrorenen Nitrilen besteht\u201c, berichten die Astronomen. Dieser Dunst des Zwergplaneten ist zwar viel d\u00fcnner als die dichten Schleier des Titan, wirkt sich aber dennoch auf den W\u00e4rmehaushalt des Zwergplaneten aus, wie die Infrarotmessungen enth\u00fcllen.\n<\/p>\n<p>Dunstschleier als K\u00fchlschicht<\/p>\n<p>Das Spannende daran: Die neuen Beobachtungen best\u00e4tigen eine Hypothese, die Koautor Xi Zhang von der University of California in Santa Cruz schon 2017 aufgestellt hat. Er postulierte, dass Plutos Atmosph\u00e4re solche Dunstpartikel enth\u00e4lt, aber auch, dass sie wie eine K\u00fchlschicht wirken: Sie reflektieren das wenige bis zum Pluto reichende Sonnenlicht und strahlen beim Aufsteigen aus unteren Schichten zus\u00e4tzlich W\u00e4rme ab. \u201eDas war eine verr\u00fcckte Idee\u201c, sagt Zhang. Viele Kollegen waren daher eher skeptisch.\n<\/p>\n<p>Doch die neuen Daten geben ihm nun Recht: \u201eUnsere Ergebnisse best\u00e4tigen eindeutig, dass das W\u00e4rme-Budget von Plutos Atmosph\u00e4re von den Eigenschaften des Dunstes bestimmt wird\u201c, schreiben die Forschenden. \u201eSie zeigen, dass dieser Dunstschleier die Mesosph\u00e4re des Pluto von rund 110 Kelvin bis auf rund 70 Kelvin abk\u00fchlt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSonderstellung unter den Planetenatmosph\u00e4ren\u201c<\/p>\n<p>Damit hat der Pluto eine im Sonnensystem einzigartige Atmosph\u00e4re: \u201ePluto nimmt eine absolute Sonderstellung unter den Planetenatmosph\u00e4ren und ihrem Verhalten ein\u201c, erkl\u00e4rt Zhang. Der Dunst und sein Einfluss auf den W\u00e4rmehaushalt des Planeten seien eine Besonderheit. \u201eGleichzeitig bietet er uns die Chance besser zu verstehen, wie sich solche Dunstschleier unter so extremen Bedingungen verhalten.\u201c\n<\/p>\n<p>Doch die neuen Erkenntnisse haben auch Bedeutung \u00fcber den Pluto hinaus: \u201eWir wissen, dass der Neptunmond Triton und der Saturnmond Titan \u00e4hnliche Gash\u00fcllen aus Stickstoff und Kohlenwasserstoffen haben, die voller Dunstpartikel sind. M\u00f6glicherweise m\u00fcssen wir auch bei diesen Monden die Rolle dieser Schwebteilchen \u00fcberdenken\u201c, sagt Zhang. Und auch die fr\u00fche Erde k\u00f6nnte eine \u00e4hnlich dunstige Atmosph\u00e4re besessen haben, bevor sie sich mit Sauerstoff anreicherte.\n<\/p>\n<p>\u201cIndem wir Plutos Nebelschleier erforschen, k\u00f6nnten wir daher auch neue Einblicke in die Bedingungen erhalten, unter denen das erste Leben auf der fr\u00fchen Erde entstand\u201c, so der Forscher. (Nature Astronomy, 2025; <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41550-025-02573-z\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">doi: 10.1038\/s41550-025-02573-z<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: University of California Santa Cruz<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>11. Juni 2025\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Diese Analysen haben nun Tanguy Bertrand von der Sorbonne Universit\u00e4t in Paris und seine Kollegen durchgef\u00fchrt. 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