{"id":184571,"date":"2025-06-12T12:49:14","date_gmt":"2025-06-12T12:49:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/184571\/"},"modified":"2025-06-12T12:49:14","modified_gmt":"2025-06-12T12:49:14","slug":"die-schwierige-suche-nach-einer-zweiten-erde-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/184571\/","title":{"rendered":"Die schwierige Suche nach einer zweiten Erde \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Oft umgeben Exoplaneten fl\u00fcchtige Helium-Wasserstoff-Gemische, die aber nicht stabil sind. Das zeigt eine Studie von Grazer Forschenden.<\/p>\n<p>Auf der Suche nach einer \u201ezweiten Erde\u201c reicht es nicht, Exoplaneten in einer habitablen Zone zu finden \u2013 sie m\u00fcssen auch eine lebensfreundliche Atmosph\u00e4re haben. Forschende des <a href=\"https:\/\/www.oeaw.ac.at\/iwf\/aktuelles\/layer\/news\/auf-der-suche-nach-der-zweiten-erde\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Grazer Instituts f\u00fcr Weltraumforschung<\/a> (IWF) der Akademie der Wissenschaften (\u00d6AW) haben sich diesem Thema gewidmet. Sie kommen zu dem Schluss: H\u00e4ufig wird man bei erd\u00e4hnlichen Planeten auf Helium-dominierte Gash\u00fcllen sto\u00dfen, in denen sich kein komplexes Leben entwickeln kann.<\/p>\n<p>Neue Sterne umgibt zu Beginn eine Scheibe aus Gas, Staub und Asteroiden, aus der sich dann Gas- und Gesteinsplaneten formen. Von den Elementen, die der angehende Planet aus dieser Scheibe aufnimmt, h\u00e4ngt es ab, wie viel Wasser er sp\u00e4ter haben kann oder eben welche Ur-Atmosph\u00e4re er ausbildet. Bisherige Beobachtungen von Exoplaneten zeigen, dass es viele massearme Planeten mit ausgedehnten Wasserstoff-Helium-dominierten Atmosph\u00e4ren gibt. Bis heute ist die Erde das einzige bekannte Beispiel eines Lebensraums mit einer Stickstoff-Sauerstoff-dominierten Atmosph\u00e4re, in der sich komplexes Leben, das Sauerstoff atmet, entwickeln konnte.<\/p>\n<p>Auch der Druck ist ein Problem<\/p>\n<p>Auf (astronomisch gesehen) lange Sicht sind die offenbar deutlich h\u00e4ufigeren Helium-Wasserstoff-Atmosph\u00e4ren aber nicht stabil: \u201eBei unseren Untersuchungen haben wir herausgefunden, dass die angesammelte Ur-Atmosph\u00e4re innerhalb von hunderttausenden bis mehreren Millionen Jahren verloren geht, sofern die Masse des Planeten unter jener der Erde liegt\u201c, erkl\u00e4rt Helmut Lammer, Erstautor der Studie, die in der Fachzeitschrift <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41550-025-02550-6\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Nature Astronomy<\/a> ver\u00f6ffentlicht wurde. \u201eMassereichere K\u00f6rper verlieren ihre primordiale Atmosph\u00e4re (Ur-Atmosph\u00e4re, Anm.) jedoch nicht, oder dieser Prozess kann mehrere hundert Millionen Jahre dauern.\u201c<\/p>\n<p>In der Studie wurde die Evolution dieser primordialen Atmosph\u00e4ren untersucht. Konzentriert hat man sich dabei auf sonnen\u00e4hnliche Sterne. Das Forschungsteam stellte fest, dass ein Planet, der \u2013 je nach Strahlungsintensit\u00e4t seines Sterns \u2013 zwischen 95 und 125 Prozent der Erdmasse besitzt, Wasserstoff und Helium zur G\u00e4nze verliert. Ist seine Masse etwas gr\u00f6\u00dfer, verfl\u00fcchtigt sich nur der leichtere Wasserstoff, w\u00e4hrend die Gravitation den Verlust des schwereren Heliums verhindert. Und wenn die Planetenmasse noch weiter ansteigt, werden beide Gase gehalten, der Druck k\u00f6nnte dann weit \u00fcber 1000 bar betragen.<\/p>\n<p> Erde hatte nicht sofort ihre jetzige Gr\u00f6\u00dfe<\/p>\n<p>Das von den Forschenden verwendete Modell zeige auch, dass die Erde am Ende des protosolaren Nebels \u2013 etwa vier Millionen Jahre nach Entstehung der Sonne \u2013 noch nicht zu ihrer vollst\u00e4ndigen Gr\u00f6\u00dfe angewachsen sein konnte. \u201eW\u00e4re dem so, h\u00e4tte unsere Erde nun eine dichte Helium-Atmosph\u00e4re und Leben, wie wir es kennen, w\u00e4re auf ihr wohl nicht m\u00f6glich\u201c, sagt Ko-Autor Manuel Scherf. Er erwartet auf Basis der Studienergebnisse, dass zahlreiche Zweite-Erde-Kandidaten eine Helium-dominierte Atmosph\u00e4re haben und auf ihren Oberfl\u00e4chen ein Druck von hunderten bar herrscht. \u201eDiese unerwartete Entdeckung wird die Anzahl habitabler, erd\u00e4hnlicher Planeten \u2013 und demnach auch die Wahrscheinlichkeit von komplexem und intelligentem Leben in unserer Milchstra\u00dfe \u2013 wohl noch weiter reduzieren\u201c, prophezeit Scherf.<\/p>\n<p>Anhand der Forschungsergebnisse kann man schlussfolgern, dass ein gr\u00fcndliches Verst\u00e4ndnis des komplexen Zusammenspiels zwischen der Geschwindigkeit der Massenanreicherung eines Planeten und der damit verbundenen Lebensdauer der Gasscheibe, der Anreicherung primordialer Atmosph\u00e4ren und der Aktivit\u00e4tsentwicklung des Zentralgestirns, grundlegend sein wird, um die Entstehung erd\u00e4hnlicher, habitabler Planeten, und somit auch die Entstehung komplexen Lebens, nachverfolgen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eDiese Arbeit unserer Forscher zeigt, wie essenziell das Studium der Atmosph\u00e4ren von extrasolaren Planeten ist, um deren Entwicklung aber auch die M\u00f6glichkeit von Leben, wie wir es auf der Erde kennen, auf Planeten in der Galaxie zu verstehen, und letztlich zu suchen\u201c, betont IWF-Direktorin\u00a0Christiane Helling. Um diese wissenschaftlichen Fragestellungen beantworten zu k\u00f6nnen, braucht es hochsensible und langlebige Instrumente, die im Rahmen des\u00a0ESA-Wissenschaftsprogramms\u00a0entwickelt werden. (APA\/cog)<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Oft umgeben Exoplaneten fl\u00fcchtige Helium-Wasserstoff-Gemische, die aber nicht stabil sind. Das zeigt eine Studie von Grazer Forschenden. 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