{"id":184840,"date":"2025-06-12T15:17:10","date_gmt":"2025-06-12T15:17:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/184840\/"},"modified":"2025-06-12T15:17:10","modified_gmt":"2025-06-12T15:17:10","slug":"muenchen-stadt-will-auf-200-bis-300-strassen-tempo-30-einfuehren-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/184840\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen: Stadt will auf 200 bis 300 Stra\u00dfen Tempo 30 einf\u00fchren &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Keine Verkehrstoten mehr: Diese Bilanz hat sich <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a> vorgenommen. Doch von der \u201eVision Zero\u201c ist die Stadt noch weit entfernt. Vergangenes Jahr starben im Stra\u00dfenverkehr 19 Menschen, darunter zehn Fu\u00dfg\u00e4nger und f\u00fcnf Radfahrer\u00a0\u2013 fast alle waren Senioren.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Jetzt will die Stadt auf 200 bis 300 Stra\u00dfen neue Tempo-30-Limits einf\u00fchren und so die Sicherheit erh\u00f6hen. M\u00f6glich macht dies eine \u00c4nderung der Stra\u00dfenverkehrsordnung (StVO) vom vergangenen Herbst. Die Verwaltung darf nun in bestimmten F\u00e4llen bei einer einfachen Gefahrenlage die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzen. Das gilt etwa f\u00fcr Stra\u00dfen zwischen zwei 30er-Abschnitten oder Zonen, die nicht l\u00e4nger als 500 Meter sind. Solche L\u00fccken, auf denen wieder 50 gefahren werden darf, gibt es in M\u00fcnchen viele, die Stadt will sie nun schlie\u00dfen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Bisher galt: Vor allem in Wohnvierteln und Gebieten, in denen viele Fu\u00dfg\u00e4nger und Radler unterwegs sind, konnte eine Kommune ein ganzes Quartier als Tempo-30-Zone ausweisen, in der grunds\u00e4tzlich die Vorfahrtsregel \u201erechts vor links\u201c gilt. Auch vor Schulen, Kliniken und Betreuungseinrichtungen konnte die Stadt schon fr\u00fcher Tempo 30 einf\u00fchren. Wo es derartige Einrichtungen aber nicht gibt und auch keine anderen Ausnahmeregelungen gelten, musste fr\u00fcher erst immer ein Unfall passieren, damit die Beh\u00f6rden eine Stra\u00dfe wirklich als gef\u00e4hrlich einstufen und das <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Tempolimit\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tempolimit<\/a> von der Regelgeschwindigkeit 50 auf 30 Kilometer pro Stunde senken durften.<\/p>\n<p>Verwirrendes Rauschen im Schilderwald<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Das f\u00fchrte zu absurd anmutenden Verkehrsregeln, wie sich im M\u00fcnchner Stadtteil Untergiesing zeigte. An der Kreuzung Claude-Lorrain-Stra\u00dfe\/Sachsenstra\u00dfe endet eine Tempo-30-Zone. Die Autofahrer konnten dann in der Sachsenstra\u00dfe auf einer Mini-Strecke von 400 Metern wieder Gas geben, bevor das n\u00e4chste Tempo-30-Limit an einer engen Unterf\u00fchrung begann. Der Stra\u00dfenabschnitt erf\u00fcllte nicht die rechtlichen Voraussetzungen f\u00fcr eine Tempo-30-Zone, unter anderem, weil Wohnbebauung fehlt. Und der Einfachheit respektive Sicherheit halber die H\u00f6chstgeschwindigkeit herunterzusetzen, war auch nicht erlaubt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Seit Donnerstag darf auch auf diesem Abschnitt Tempo 30 gelten, der Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching hatte schon lange darauf gedr\u00e4ngt. An der Einm\u00fcndung der Sachsenstra\u00dfe zeigt nun ein Schild das Ende der Tempo-30-Zone an, dar\u00fcber h\u00e4ngt ein neues Tempo-30-Schild. Dieses f\u00fcr Verkehrsteilnehmer verwirrende Rauschen im Schilderwald ist der Rechtssicherheit geschuldet.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"An der Einm\u00fcndung der Sachsenstra\u00dfe zeigt nun ein Schild das Ende der Tempo-30-Zone an: (von links) Mobilit\u00e4tsreferent Georg Dunkel, Bezirksausschuss-Vorsitzende Anais Schuster-Brandis und B\u00fcrgermeister Dominik Krause.\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/1a5f3778-714d-4cc0-b64f-26392bbc18bf.jpeg\"  role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"css-y4bre2\"\/>An der Einm\u00fcndung der Sachsenstra\u00dfe zeigt nun ein Schild das Ende der Tempo-30-Zone an: (von links) Mobilit\u00e4tsreferent Georg Dunkel, Bezirksausschuss-Vorsitzende Anais Schuster-Brandis und B\u00fcrgermeister Dominik Krause. (Foto: Johannes Simon)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u201eDas ist Deutschland\u201c, sagt Mobilit\u00e4tsreferent Georg Dunkel. Denn einfach hat es das Mobilit\u00e4tsreferat trotzdem nicht: Es muss jede einzelne Ma\u00dfnahme auf Rechtssicherheit \u00fcberpr\u00fcfen. Denn die M\u00fcnchner sind schnell mit Klagen gegen neue Verkehrsregeln zur Hand, aktuell laufen drei gegen die Stadt. Unter anderem geht ein Anwalt gegen das 30er-Tempolimit in der Implerstra\u00dfe vor. Und gegen Tempo 30 aus L\u00e4rmschutzgr\u00fcnden auf der Leopoldstra\u00dfe hatte ein Anwohner zumindest teilweise Tempo 50 zur\u00fcckgeklagt, wenn auch nur stadtausw\u00e4rts. Auch im Fall einer Einbahnregelung in der Giesinger Gietlstra\u00dfe\/Aignerstra\u00dfe hat die Stadt gegen einen Anwohner verloren.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Das soll sich nicht wiederholen, deshalb dauert die Pr\u00fcfung der einzelnen Anordnungen relativ lange. Aktuell sind 18 weitere Stra\u00dfen in der Umsetzung, bei 50 l\u00e4uft noch die Pr\u00fcfung. Derzeit gilt auf bereits rund 85 Prozent der M\u00fcnchner Stra\u00dfen Tempo 30. Die Einf\u00fchrung neuer, aber kurzer Tempo-30-Teilstrecken wirkt sich bei einer Gesamtl\u00e4nge des Stra\u00dfennetzes von \u00fcber 2000 Kilometern nur gering auf deren prozentualen Anteil aus.<\/p>\n<p>Politisch w\u00e4re fl\u00e4chendeckend Tempo 30 kaum durchzusetzen<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Dass M\u00fcnchen fl\u00e4chendeckend Tempo 30 einf\u00fchrt, auch auf breiten Hauptverkehrsstra\u00dfen, ist laut Dunkel nicht zu erwarten. Dort m\u00fcsse der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Verkehr\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verkehr<\/a> weiterhin flie\u00dfen, sagt er. Auch politisch ist das kaum durchzusetzen, wie es ein Vorsto\u00df der Gr\u00fcnen im Jahr 2021 zeigte. Sie schlugen vor, M\u00fcnchen zur \u201eModellkommune\u201c f\u00fcr ein stadtweites Tempo 30 zu machen. Das sorgte f\u00fcr Krach mit dem Koalitionspartner SPD \u2013 und Oberb\u00fcrgermeister Dieter Reiter (SPD) nannte das Vorgehen der Gr\u00fcnen, die sich nicht mit der SPD abgestimmt hatten, \u00e4u\u00dferst unprofessionell.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Mobilit\u00e4tsreferent Dunkel w\u00fcrde sich trotzdem w\u00fcnschen, dass in Deutschland nicht mehr Tempo 50, sondern 30 zur Regelgeschwindigkeit wird. Das w\u00fcrde die Vorzeichen umkehren und man m\u00fcsste nur noch die Hauptstra\u00dfen mit 50 beschildern. In Spanien gilt diese Regel seit 2021. Dort muss auf Stra\u00dfen mit nur einer Fahrspur pro Richtung 30 gefahren werden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Im Vergleich zu L\u00e4ndern wie Spanien oder Italien, wo Kommunen mehr Selbstbestimmung beim Verkehr haben, liegen die H\u00fcrden f\u00fcr Tempolimits in Deutschland immer noch deutlich h\u00f6her. Zumindest bei der Leopoldstra\u00dfe rechnet die Stadt M\u00fcnchen damit, dass sie noch dieses Jahr wieder in beiden Richtungen Tempo 30 einf\u00fchren kann. Die Rechtsabteilung arbeitet daran.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Keine Verkehrstoten mehr: Diese Bilanz hat sich M\u00fcnchen vorgenommen. 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