{"id":185238,"date":"2025-06-12T19:01:11","date_gmt":"2025-06-12T19:01:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/185238\/"},"modified":"2025-06-12T19:01:11","modified_gmt":"2025-06-12T19:01:11","slug":"40-jahre-eu-beitritt-die-unterschrift-die-das-land-veraenderte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/185238\/","title":{"rendered":"40 Jahre EU-Beitritt: Die Unterschrift, die das Land ver\u00e4nderte"},"content":{"rendered":"<p>\n  Von&amp;nbsp<b>Joana Ludovice de Andrade<\/b><\/p>\n<p>\n         Zuerst ver\u00f6ffentlicht am<br \/>\n            12\/06\/2025 &#8211; 20:49 MESZ<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-grey-6-180x22.svg\" width=\"180\" height=\"22\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/>WERBUNG<\/p>\n<p>&#8222;M\u00f6ge dieser Tag in die Geschichte der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft eingehen als ein Datum, das f\u00fcr die Zukunft Europas Gutes verhei\u00dft, eine Zukunft, von der wir hoffen, dass sie von Solidarit\u00e4t und Einheit gepr\u00e4gt sein wird, dass sie den V\u00f6lkern der Gemeinschaften Fortschritt und soziale Gerechtigkeit bringen wird und dass sie ein Faktor des Friedens und der Stabilit\u00e4t in der heutigen unruhigen Welt sein wird&#8220;. <\/p>\n<p>Mit diesen Worten beendete M\u00e1rio Soares seine Rede anl\u00e4sslich der feierlichen Unterzeichnung des Beitritts zu der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft im Jer\u00f3nimos-Kloster am 12. Juni 1985.<\/p>\n<p>Der Satz ist 40 Jahre alt, aber die Hoffnung auf eine Europ\u00e4ische Union als Faktor des Friedens und der Einheit ist heute noch genauso aktuell wie an jenem Tag. Das auch, obwohl die Begeisterung f\u00fcr das europ\u00e4ische Projekt bei den Portugiesen nicht mehr so gro\u00df ist wie in den ersten zehn Jahren.<\/p>\n<p><strong>Der Traum von einer europ\u00e4ischen Zukunft<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Ich war im Jer\u00f3nimos-Kloster, ich habe eine pers\u00f6nliche Erinnerung an diese Zeremonie, die sehr sch\u00f6n war. Es war ein wundersch\u00f6ner Tag. Es war sehr emotional&#8220;, erinnerte sich Jo\u00e3o Vale de Almeida gegen\u00fcber Nascer do SOL, der in seinen mehr als 40 Dienstjahren bei der EU Botschafter an den wichtigsten Orten der Welt war und drei Jahre zuvor f\u00fcr die Europ\u00e4ische Kommission &#8222;rekrutiert&#8220; worden war.<\/p>\n<p>Carlos Coelho, ehemaliger PSD-Abgeordneter und Kommissar f\u00fcr die Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag des Beitritts Portugals zu der europ\u00e4ischen Gemeinschaft, hat eine \u00e4hnliche Erinnerung. <\/p>\n<p>&#8222;Die Gemeinschaft bedeutete Zugang zu Gesellschaften, die wir als Modelle f\u00fcr Modernit\u00e4t und Wohlstand betrachteten. Ich erinnere mich vor allem an den Enthusiasmus, an den Traum von einer Zukunft mit mehr Wachstum und besserer Lebensqualit\u00e4t&#8220;, sagt er. &#8220; Der Tag der Unterzeichnung wurde als ein magischer Moment erlebt, mit der Illusion, dass sich am n\u00e4chsten Tag alles \u00e4ndern w\u00fcrde&#8220;<strong>,<\/strong> f\u00fcgt er hinzu.<\/p>\n<p>Francisco Seixas da Costa hingegen hatte viele Vorbehalte. &#8222;Damals war ich aufgrund ideologischer Vorurteile sehr skeptisch, was die Vorz\u00fcge des Beitritts Portugals anging&#8220;, gibt der Diplomat zu, f\u00fcr den der Beitritt damals &#8222;eine Art Kapitulation unseres Landes vor einem einengenden Modell bedeutete, das unsere Unabh\u00e4ngigkeit und die F\u00e4higkeit zur &#8218;Selbstbestimmung&#8216; in unserer Zukunft ersticken w\u00fcrde&#8220;. Doch &#8222;Zeit und Erfahrung&#8220; lie\u00dfen ihn &#8222;seine Meinung \u00e4ndern&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Ich m\u00f6chte Portugal in der EWG sehen<\/strong><\/p>\n<p>Jo\u00e3o Vale de Almeida und Carlos Coelho wiederholten in ihren Erkl\u00e4rungen gegen\u00fcber Nascer do SOL mehrfach, dass es einen &#8222;breiten Konsens&#8220; unter den politischen Kr\u00e4ften, mit Ausnahme der PCP, aber auch &#8222;gro\u00dfe Begeisterung&#8220; in der Bev\u00f6lkerung, insbesondere bei den j\u00fcngeren Generationen, gebe. <\/p>\n<p>Aber es war kein einfacher Weg, wie es in jeder &#8222;Ehe&#8220; der Fall ist. Es waren Verhandlungen erforderlich, um sicherzustellen, dass das Abkommen sowohl f\u00fcr das Land als auch f\u00fcr die europ\u00e4ische Gemeinschaft von Nutzen ist.<\/p>\n<p>Acht Jahre lang dauerten die Gespr\u00e4che mit Br\u00fcssel, einschlie\u00dflich paralleler Treffen mit Spanien, mit dem Ziel, den Prozess der europ\u00e4ischen Integration im Nachbarland zu beschleunigen, da die Europ\u00e4ische Gemeinschaft einen gleichzeitigen Beitritt beider L\u00e4nder w\u00fcnschte. <\/p>\n<p>Laut Jo\u00e3o Vale de Almeida k\u00f6nnte sich dadurch der Beitritt Portugals um &#8222;ein oder zwei Jahre&#8220; verz\u00f6gert haben. Seixas da Costa, der sp\u00e4ter den Vertrag von Amsterdam (1995-1997) und den Vertrag von Nizza (2000) aushandelte, nahm nicht an den Vorbeitrittsverhandlungen teil, aber er z\u00f6gert nicht, die Komplexit\u00e4t und Schwierigkeit der Aufgabe zu betonen.<\/p>\n<p>&#8222;Ich habe nicht an diesen Verhandlungen teilgenommen, aber ich habe gro\u00dfen Respekt vor denen, die daran teilgenommen haben. Es war ein gewaltiges und riskantes Unterfangen, das den Respekt und die Dankbarkeit des Landes verdient&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Von 200 auf 3.000 Kilometer Autobahn<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr Jo\u00e3o Vale de Almeida war die Mitgliedschaft des Landes in der Europ\u00e4ischen Union eine &#8222;Vollendung des 25. Aprils&#8220;. &#8222;Es war gewisserma\u00dfen ein fehlender Bestandteil der Erneuerung Portugals nach 49 Jahren Diktatur und R\u00fcckst\u00e4ndigkeit.&#8220; <\/p>\n<p>Der Beitritt &#8222;war entscheidend f\u00fcr die Konsolidierung unserer Demokratie&#8220;, sagt Carlos Coelho. Seixas da Costa betont: &#8222;Europa ist kein &#8218;Traum&#8216;, es ist ein Lebensprojekt. Und was uns Portugiesen betrifft, so war es ein gro\u00dfartiger Prozess, was seine Folgen betrifft. Unser Leben, unsere Demokratie und unser Wohlergehen verdanken ihm sehr viel&#8220;.<\/p>\n<p>Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie sich die Europ\u00e4ische Union beispielsweise auf die Infrastruktur ausgewirkt hat, muss man nur bedenken, dass es vor vierzig Jahren weniger als 200 Kilometer Autobahn gab, heute sind es mehr als 3.000. Ganz zu schweigen von der v\u00f6lligen Ver\u00e4nderung sozialer Indizes wie Analphabetismus und Kindersterblichkeit.<\/p>\n<p><strong>Die R\u00fcckkehr zu den Jer\u00f3nimos<\/strong><\/p>\n<p>Die Bilanz dieser vier Jahrzehnte f\u00e4llt aus Sicht dieser drei Protagonisten der Verwirklichung des europ\u00e4ischen Projekts in Portugal durchweg positiv aus.<\/p>\n<p>F\u00fcr all dies f\u00fchlt sich Carlos Coelho in seiner Aufgabe als Kommissar f\u00fcr die Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag des Beitritts Portugals zu de Europ\u00e4ischen Gemeinschaft verantwortlich<\/p>\n<p>&#8222;Vier Jahrzehnte europ\u00e4ische Integration zu feiern bedeutet, die Richtigkeit dieser strategischen Entscheidung und den breiten nationalen Konsens, der sie erm\u00f6glicht hat, zu unterstreichen&#8220;, sagt er. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von&amp;nbspJoana Ludovice de Andrade Zuerst ver\u00f6ffentlicht am 12\/06\/2025 &#8211; 20:49 MESZ WERBUNG &#8222;M\u00f6ge dieser Tag in die Geschichte&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":185239,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,61965,14,15,7118,61966,12],"class_list":{"0":"post-185238","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-mario-soares","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-portugal","20":"tag-portugiesische-politik","21":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114671942810173945","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/185238","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=185238"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/185238\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/185239"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=185238"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=185238"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=185238"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}