{"id":185427,"date":"2025-06-12T20:44:11","date_gmt":"2025-06-12T20:44:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/185427\/"},"modified":"2025-06-12T20:44:11","modified_gmt":"2025-06-12T20:44:11","slug":"preis-fuer-architektur-stuttgarter-architekten-raeumen-beim-preis-fuer-die-besten-buerobauten-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/185427\/","title":{"rendered":"Preis f\u00fcr Architektur: Stuttgarter Architekten r\u00e4umen beim Preis f\u00fcr die besten B\u00fcrobauten ab"},"content":{"rendered":"<p>Wer den neuen B\u00fcromenschen besser verstehen will, sollte mal einen Blick in die Angestelltenliteratur des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts werfen. Die B\u00fcrogestalten, die die Literatur seinerzeit hervorgebracht hat, etwa bei Georg Kaiser oder Hans Fallada waren meist m\u00e4nnliche Wesen, tendenziell willensschwache Charaktere. Befehlsempf\u00e4nger. Es waren \u201eAngestellte\u201c, die, wie Siegfried Kracauer es formuliert hat, \u201egeistig obdachlos\u201c sind und deren Gesichtsfarbe man sich leitzordnergrau vorstellte.<\/p>\n<p>Kreativr\u00e4ume f\u00fcr die Karriere <\/p>\n<p>Der B\u00fcromensch im Hier und Jetzt ist das personifizierte Gegenteil dieses Typus \u2013 oder will es zumindest sein. Er haust im Idealfall nicht in kalt ausgeleuchteten Arbeitszellen und wartet wie ein stumm g\u00e4hnendes Reptil neben einem Gummibaum auf den Feierabend oder die betriebsbedingte K\u00fcndigung. Vielmehr findet er seine Bestimmung in perfekt durchdesignten Workspaces, die Kreativr\u00e4ume f\u00fcr die tolle Karriere sind. <\/p>\n<p>Die entfremdete Lohnknechtschaft hat in der modernen Dienstleistungsgesellschaft ein Ende, es hei\u00dft jetzt: Work hard, play hard. Anders ausgedr\u00fcckt: die ganze <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Arbeit\" title=\"Arbeit\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arbeit<\/a> ist ein Spiel. Kein Stress mehr, keine M\u00fchsal. Und wem die Arbeit doch mal \u00fcber den Kopf w\u00e4chst oder die flache Hierarchie nervt, der macht kurz mal ein Nickerchen im Powernapping-Raum oder tobt sich mit dem Kollegen am Tischkicker aus. <\/p>\n<p>Da verwundert es auch nicht, dass einem beim Schm\u00f6kern im opulenten Bildband \u00fcber die Finalteilnehmer des Wettbewerbs \u201eBest Workspaces\u201c gelegentlich Tischtennisplatten, Stofftiere, Sitzs\u00e4cke oder auch die erw\u00e4hnten Tischkicker ins Auge fallen. <\/p>\n<p>Hybride Arbeitspl\u00e4tze <\/p>\n<p>Neugestaltete B\u00fcrokomplexe wecken in Gemeinschaftsr\u00e4umen Kindheitsgef\u00fchle. So auch in Salzburg, wo in der N\u00e4he der Fachhochschule 500 station\u00e4re Arbeitspl\u00e4tze entstanden sind \u2013 f\u00fcr 50 thematisch miteinander verbundene Unternehmen. Das \u201eTechno-Z Office Home\u201c bietet auf 6600 Quadratmetern B\u00fcrofl\u00e4che reichlich Raum f\u00fcr sogenannte Aktions- und Aufenthaltszonen nach dem Shared-Office-Prinzip, wobei Gemeinschaftsr\u00e4ume von den Firmen geteilt werden. <\/p>\n<p>Das Architekturb\u00fcro kadawittfeldarchitektur mit Sitz in Aachen hat sich nach eingehenden Vorab-Studien zu den W\u00fcnschen der k\u00fcnftigen Mitarbeiter dazu entschlossen, teilweise mit an der Decke befestigten Sitzschaukeln statt klassischen B\u00fcrost\u00fchlen zu arbeiten, \u00fcberall dort, wo in gemeinsam nach kreativen L\u00f6sungen gesucht wird. Tats\u00e4chlich soll das Schaukeln die kreativen und motorischen F\u00e4higkeiten von Kindern f\u00f6rdern. Aber ob das auch f\u00fcr Erwachsene gilt? Eher fraglich.<\/p>\n<p>Eines ist allerdings schon mal sicher: All die ausgezeichneten Workspaces mit und ohne Schaukeln wirken so, dass man unbedingt dort arbeiten oder sonst etwas tun m\u00f6chte, am liebsten: darin leben. Gegen diese gestalterische Kraft hat kein Home Office eine Chance. Was ja auch intendiert ist. Komm nach Hause ins <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/B%C3%BCro\" title=\"B\u00fcro\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">B\u00fcro<\/a>! Schlie\u00dflich stehen die besten Unternehmen um die produktivsten Angestellten im Wettbewerb. <\/p>\n<p>Und weil die j\u00fcngeren Generationen, <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.gen-z-kein-bock-mehr-auf-den-job-fast-die-haelfte-will-wechseln.82ef54d1-1ba2-41f9-b1e0-ddc22b7792c1.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Gen Z und die Millennials im Besonderen<\/a>, durchaus hohe Anspr\u00fcche reklamieren und im Vergleich zu den \u00c4lteren verw\u00f6hnt werden wollen, reicht eben l\u00e4ngst nicht nur ein ergonomischer B\u00fcrostuhl als Argument f\u00fcr den Eintritt in genau diesen Betrieb.<\/p>\n<p>Eine Expertenjury entscheidet j\u00e4hrlich \u00fcber die besten Entw\u00fcrfe aus Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz. 50 Auszeichnungen wurden ausgesprochen, darunter drei Anerkennungen. Zwei Projekte erhielten den 1. Preis als \u201eBest Workspace\u201c: das Z\u00fcricher Architekturb\u00fcro Studio Gessaga f\u00fcr die Umwandlung einer denkmalgesch\u00fctzten Lagerhalle in Lenzburg (Schweiz) in ein farbstarkes Treuhandb\u00fcro; und das Architekturb\u00fcro Henning Larsen, das in M\u00fcnchen f\u00fcr die Firma Ramboll beispielhaft ein offenes Raumkonzept f\u00fcr das soziale Miteinander entwickelt hat \u2013 und zwar unter gro\u00dfz\u00fcgigem Einsatz von nachhaltigen Baustoffen wie Holz und \u00fcppiger Verwendung von Gr\u00fcnpflanzen, etwa als Raumteiler.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/media.media.16fe545d-9d03-45cd-8dce-918b67ec4b2c.original1024.media.jpeg\"\/>     Stephan Zemmrich, Martin Haas und David Cook (v.l.) vom Stuttgarter Architekturb\u00fcro haascookzemmrich STUDIO 2050.    Foto: Callwey Verlag    <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a> als Standort oder Impulsgeber f\u00fcr au\u00dfergew\u00f6hnliche Arbeitsr\u00e4ume wurde gleich mehrfach ausgezeichnet. So hat die W\u00fcrttembergische Gemeinde-Versicherung (WGV) in ihrem neuen Kundenservicezentrum in der T\u00fcbinger Stra\u00dfe mit Hilfe des ans\u00e4ssigen Architekturb\u00fcros DIA Dittel Architekten die Jury des diesj\u00e4hrigen \u201eBest Workspaces\u201c-Award \u00fcberzeugt. <\/p>\n<p>\u201eHohe Funktionalit\u00e4t und Flexibilit\u00e4t, angenehme Raumakustik, gesunde Materialien, durchdachtes Corporate Design und vielseitige Aufenthaltsqualit\u00e4ten: Bei der Realisierung des neuen Kundenservicezentrums der WGV standen genau diese Aspekte im Fokus unserer Arbeit\u201c, erkl\u00e4rt r\u00fcckblickend der Stuttgarter Architekt Frank Dittel. <\/p>\n<p> Architekturb\u00fcros aus Stuttgart unter den Gewinnern <\/p>\n<p>Weitere Auszeichnungen gingen an die freie Stuttgarter Innenarchitektin Isabell Ehring, die das Interior Design f\u00fcr den ebenfalls in Stuttgart ans\u00e4ssigen Mittelst\u00e4ndler Vector Informatik entwarf, wobei die Herausforderung darin bestand, das alte Modell der scheinbar funktionalen Arbeitsteilung zu \u00fcberwinden, gleichzeitig Arbeitsr\u00e4ume f\u00fcr die B\u00fcroangestellten wie auch f\u00fcr die Mitarbeitenden in der Hardware-Produktion miteinander zu verzahnen. <\/p>\n<p>Und das Stuttgarter Architekturb\u00fcro <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.architektur-aus-stuttgart-stuttgarter-architekten-beeindrucken-mit-einem-laessigen-oeko-bau-samt-disco.bdf04331-d1aa-42cb-beef-b064f656b793.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">haascookzemmrich STUDIO 2050 <\/a>hat f\u00fcr Hanova den Hauptsitz des kommunalen Energieversorgers Enercity AG nahe der Hannoveraner Stadtmitte durchdesignt \u2013 auf sechs Geschossen mit rund 7000 Quadratmetern B\u00fcrofl\u00e4che. Es handelt sich um das gr\u00f6\u00dfte Passivhaus Norddeutschlands, Dachbegr\u00fcnung, Restaurant und Fitnessareal f\u00fcr die Angestellten inklusive. Weitere Auszeichnungen gingen an die Stuttgarter Planungsb\u00fcros Blocher Partners, <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.preis-fuer-gastro-innenarchitektur-50-schoenste-restaurants-und-bars-deutschlands-mit-stuttgarter-beteiligung.5efaeec3-803e-4c56-a2f5-11eec2beef47.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Geplan<\/a>, Studio Komo und Scope Architekten.<\/p>\n<p>Gro\u00df abger\u00e4umt hat allerdings die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.schicker-arbeiten-in-der-schokoladenfabrik-so-quadratisch-bunt-sieht-es-in-der-schokozentrale-in-waldenbuch-aus.fcd41770-0f5c-4746-b6a6-c7873cce6ac7.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ippolito Fleitz Group<\/a>: gleich zwei Auszeichnungen sowie ein 2. Preis gingen an das bekannte Stuttgarter Architekturb\u00fcro. Bei der Interieurplanung der bei M\u00fcnchen neu gebauten Zentrale von Heads \u2013 Bauherr war die Rock Capital Group \u2013 haben die Schwaben eine wahre Farbexplosion in Gr\u00fcn und Rosarot ausgel\u00f6st. Rund 800 Angestellte d\u00fcrfen hier hoffentlich tagt\u00e4glich erfahren, wie sich eine kluge Wahl von gesunden Baumaterialien, Stoffen und inspirierenden Farben auf das eigene Wohlbefinden und die Kreativit\u00e4t auswirken. <\/p>\n<p>Die Ippolito Fleitz Group hat f\u00fcr dieses Design neben der erw\u00e4hnten Auszeichnung der \u201eBest Workspaces\u201c auch den \u201eGerman Design Award\u201c sowie den renommierten \u201eiF Design Award\u201c verliehen bekommen. Sch\u00f6n, dass es tats\u00e4chlich noch Arbeitgeber gibt, die den Wert motivierter Angestellten zu sch\u00e4tzen wissen und daf\u00fcr in gute <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Architektur\" title=\"Architektur\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Architektur<\/a> investieren. <\/p>\n<p> Das Buch <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Best Workspaces<\/strong><br \/>Das Jahrbuch des Wettbewerbs 2025 umfasst auf 384 Seiten alle ausgezeichneten B\u00fcroprojekte. Neben Geb\u00e4udeportr\u00e4ts sind Interviews und Kurzportr\u00e4ts enthalten. Der von J\u00f6rg Staff und Andreas K. Vetter herausgegebene Bildband ist im Callwey Verlag erschienen und kostet 98 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wer den neuen B\u00fcromenschen besser verstehen will, sollte mal einen Blick in die Angestelltenliteratur des 19. und beginnenden&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":185428,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[2250,1634,3364,29,30,27704,80,1441],"class_list":{"0":"post-185427","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-architektur","9":"tag-baden-wuerttemberg","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-innenarchitektur","14":"tag-kultur","15":"tag-stuttgart"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114672347713168043","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/185427","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=185427"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/185427\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/185428"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=185427"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=185427"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=185427"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}