{"id":185588,"date":"2025-06-12T22:13:14","date_gmt":"2025-06-12T22:13:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/185588\/"},"modified":"2025-06-12T22:13:14","modified_gmt":"2025-06-12T22:13:14","slug":"zu-dreckig-fahrgaeste-muessen-ice-verlassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/185588\/","title":{"rendered":"Zu dreckig: Fahrg\u00e4ste m\u00fcssen ICE verlassen"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich dauert die Fahrt von M\u00fcnchen nach Hamburg mit dem ICE etwas weniger als sechs Stunden. F\u00fcr die Fahrg\u00e4ste des ICE 886 am Dienstagmorgen war sie jedoch schon nach gut einer Stunde erst einmal unterbrochen: In N\u00fcrnberg bat das Zugpersonal alle Fahrg\u00e4ste, den Zug zu verlassen. <\/p>\n<p>Das Personal erkl\u00e4rte den Schritt damit, dass der ICE zu dreckig sei und man deswegen ein Zeichen setzen wolle. Die Fahrg\u00e4ste konnten ihre Reise eine Stunde sp\u00e4ter in einem anderen, \u00fcberf\u00fcllten Zug fortsetzen.<\/p>\n<p>DB-Mitarbeiter: Ungew\u00f6hnlicher Vorfall<\/p>\n<p>Ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn (DB) teilte BR24 mit, dass der Vorfall ungew\u00f6hnlich sei \u2013 vor allem bei einem ICE 4. Er sei einer der modernsten ICE-Z\u00fcge des Bahnkonzerns, inklusive der Stehpl\u00e4tze k\u00f6nnen mehr als 1.000 Reisende bef\u00f6rdert werden. Der Mitarbeiter, der nicht namentlich genannt werden m\u00f6chte, geht davon aus, dass die Aktion f\u00fcr gro\u00dfen \u00c4rger gesorgt hat. <\/p>\n<p>Eine Sprecherin der Deutschen Bahn erkl\u00e4rte auf BR24-Anfrage, dass es sich bei dem Ereignis um einen Einzelfall handle. Sie entschuldige sich bei den Reisenden. &#8222;Unser Anspruch ist, dass ein Fernreisezug bei einer Fahrt durch ganz Deutschland hohe qualitative Standards erf\u00fcllt. Dies war bei dieser Fahrt leider nicht gegeben und die Fortsetzung der Weiterfahrt nach Einsch\u00e4tzung des Bordpersonals nicht zumutbar.&#8220;<\/p>\n<p>Pro Bahn: T\u00e4glich dreckige oder defekte Z\u00fcge<\/p>\n<p>Der Fahrgastverband Pro Bahn zeigt auf Anfrage von BR24 Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Entscheidung des Zugpersonals, die Fahrt zu unterbrechen. &#8222;T\u00e4glich kommen Z\u00fcge dreckig und defekt wieder aus dem Werk und das Zugpersonal muss damit irgendwie klarkommen. Dass es dann irgendwann mal reicht, wenn der Ausnahmezustand zum Alltag wird, darf nicht verwundern&#8220;, sagt Lukas Iffl\u00e4nder, Landesvorsitzender von Pro Bahn Bayern.<\/p>\n<p>Auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kennt das Problem. Im Zuge eines Sanierungsprogramms der Bahn sei massiv bei den Reinigungsdienstleistungen gespart worden, sagt ein EVG-Sprecher. &#8222;Z\u00fcge sollen seltener gereinigt werden, das Reinigungspersonal soll schneller arbeiten. In der Theorie der Bahn-Spitze soll das dann effizienter sein, in der Praxis f\u00fchrt das aber zu Chaos und teils stark verschmutzen Z\u00fcgen. Dass die wenige Zeit f\u00fcr die Reinigung von Z\u00fcgen durch Versp\u00e4tungen oftmals noch weiter verknappt wird, versch\u00e4rft das Problem.&#8220; <\/p>\n<p>Auf den konkreten Fall bezogen, betont ein Sprecher der Bahn allerdings, dass der Zug versehentlich &#8222;ohne Reinigung in den Einsatz&#8220; gelangt sei. Man pr\u00fcfe intern, &#8222;was hier schiefgelaufen ist, um solche Fehler k\u00fcnftig ausschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen.&#8220; Klar sei auch: &#8222;An der Reinigung unserer Z\u00fcge sparen wir nicht!&#8220; <\/p>\n<p>Iffl\u00e4nder: Schlechte Stimmung beim DB-Personal <\/p>\n<p>Iffl\u00e4nder zufolge gehe das Personal jedoch schon l\u00e4nger \u00fcber die eigenen Grenzen hinaus. So seien in der Vergangenheit etwa &#8222;Fan-Fu\u00dfabtreter, die in den ICEs zur EM ausgelegt wurden, von vielen Zugteams zur \u00dcberdeckung von Erbrochenem eingesetzt worden, um die Z\u00fcge irgendwie doch noch fahren zu k\u00f6nnen.&#8220; Der Verband registriere &#8222;insbesondere beim Fernverkehr eine noch gr\u00f6\u00dfere Verstimmung des Personals als sonst.&#8220; <\/p>\n<p>Aus Spargr\u00fcnden seien vielerorts im DB Konzern Grillfeste im Sommer abgesagt worden, gleichzeitig mache das Management auf den eigenen Veranstaltungen teure Shows. Iffl\u00e4nder spricht sogar von der &#8222;inneren K\u00fcndigung des Personals&#8220;, die inzwischen eher die Regel sei, als die Ausnahme. Der Appell von Pro Bahn: &#8222;Die Bundesregierung als Eigent\u00fcmerin muss hier dringend eingreifen, sonst ist DB Fernverkehr nach DB Cargo der n\u00e4chste Sanierungsfall.&#8220; <\/p>\n<p>Diese Fahrgastrechte gelten<\/p>\n<p>Finanziell hat die abgebrochene Fahrt in jedem Fall Konsequenzen f\u00fcr die DB. Bei Versp\u00e4tungen muss sie Entsch\u00e4digungen zahlen: Ab einer Stunde Versp\u00e4tung am Zielbahnhof stehen jedem Fahrgast 25 Prozent des Fahrpreises f\u00fcr die einfache Fahrt zu. Ab zwei Stunden sind es 50 Prozent des Preises. <\/p>\n<p>Zudem kann man Sitzplatzreservierungen erstatten lassen, wenn man diese nicht in Anspruch nehmen konnte \u2013 etwa weil der Zug ausgefallen ist. Die Beantragung der Entsch\u00e4digungen funktioniert online \u00fcber das DB-Kundenkonto oder die App &#8222;DB Navigator&#8220;, sowie per Post <a href=\"https:\/\/www.bahn.de\/service\/informationen-buchung\/fahrgastrechte#print\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mit dem Fahrgastrechteformular<\/a> (externer Link). 2024 hat das Eisenbahnunternehmen rund <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/wirtschaft\/bahn-zahlt-fast-200-millionen-euro-wegen-verspaetungen,Ueszzo4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">197 Millionen Euro Entsch\u00e4digungen an Kunden gezahlt \u2013 eine Rekordsumme<\/a>. Der Sprecher der DB betonte, Fahrg\u00e4sten aus dem ICE 886 Richtung Hamburg sei eine Stunde sp\u00e4ter eine alternative Reisem\u00f6glichkeit angeboten worden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eigentlich dauert die Fahrt von M\u00fcnchen nach Hamburg mit dem ICE etwas weniger als sechs Stunden. F\u00fcr die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":185589,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,2030,29,62034,30,692,2229,4156,1268,2339,2036],"class_list":{"0":"post-185588","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-deutsche-bahn","10":"tag-deutschland","11":"tag-fahrgastrechte","12":"tag-germany","13":"tag-hamburg","14":"tag-ice","15":"tag-mittelfranken","16":"tag-muenchen","17":"tag-oberbayern","18":"tag-zug"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114672697672039592","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/185588","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=185588"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/185588\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/185589"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=185588"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=185588"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=185588"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}