{"id":186109,"date":"2025-06-13T02:59:09","date_gmt":"2025-06-13T02:59:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/186109\/"},"modified":"2025-06-13T02:59:09","modified_gmt":"2025-06-13T02:59:09","slug":"maybrit-illner-voellig-befremdlich-urteilt-pistorius-ueber-das-russland-manifest-seiner-spd-genossen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/186109\/","title":{"rendered":"\u201eMaybrit Illner\u201c: \u201eV\u00f6llig befremdlich\u201c, urteilt Pistorius \u00fcber das Russland-Manifest seiner SPD-Genossen"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Trotz des Eklats im Oval Office appelliert Wolodymyr Selenskyj weiter an den US-Pr\u00e4sidenten. Wladimir Putin verstehe \u201enichts au\u00dfer St\u00e4rke \u2013 und Amerika hat diese St\u00e4rke\u201c, sagte er dieser Tage im Interview mit Paul Ronzheimer. \u201eIch w\u00fcnsche mir sehr, dass Amerika das sieht und versteht.\u201c Ein m\u00f6gliches Kriegsende r\u00fccke nur dann in greifbare N\u00e4he, wenn Donald Trump harte Sanktionen einf\u00fchre. Und immerhin d\u00fcrfe es f\u00fcr diesen \u201ehistorisch gesehen nichts Wichtigeres geben\u201c, als \u201eden Frieden in der Welt wiederherzustellen\u201c, versicherte der ukrainische Pr\u00e4sident.<\/p>\n<p>\u00dcber den aktuellen Stand der russischen Invasion, kommende Sanktionspakete sowie Deutschlands k\u00fcnftige Rolle in Europa und der Nato sprach am Donnerstag auch Maybrit Illner. \u201ePutins Rache, Trumps Spiel \u2013 kann Europa die Ukraine retten?\u201c, fragte die ZDF-Moderatorin den Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), den CDU-Politiker und Oberst au\u00dfer Dienst, Roderich Kiesewetter, den Milit\u00e4rexperten Carlo Masala, den CNN-Journalisten Fred Pleitgen und Cathryn Cl\u00fcver Ashbrook, Leiterin des deutsch-amerikanischen Zukunftsforums der Bertelsmann Stiftung.<\/p>\n<p>Ob der US-Pr\u00e4sident noch ein Partner des Westens sei? \u201eAn einem Tag ja, am anderen dann wieder nein\u201c, antwortete Boris Pistorius. Die vom US-Verteidigungsminister Pete Hegseth angek\u00fcndigte K\u00fcrzung der Ukraine-Hilfen bezeichnete sein deutsches Pendant als \u201eSchlag\u201c. Zugleich lobte er, dass die Vereinigten Staaten ihre Unterst\u00fctzung nicht g\u00e4nzlich einstellten oder sich gar gegen die Ukraine wendeten. Er setze darauf, die US-Amerikaner im Boot zu behalten. Zugleich konzentriere er sich darauf, wie Europa die Ukraine weiter unterst\u00fctzen k\u00f6nne, erl\u00e4uterte der aus Kiew zugeschaltete Bundesverteidigungsminister.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrte Illner zur anhaltenden Debatte um das \u201eT-Wort\u201c, wie sie den von Merz tabuisierten Taurus abk\u00fcrzte. Auch nachdem Selenskyj gegen\u00fcber Ronzheimer den Wunsch nach der Lieferung erneuert hatte, blieb Pistorius wortkarg. \u201eEs gibt dazu keinen neuen Sachstand.\u201c Stattdessen k\u00fcndigte er eine Aufstockung der bewilligten Hilfen von 7 auf 8,9 Milliarden Euro an, mit der Deutschland dem \u00fcberfallenen Staat helfen wolle, weitreichende Raketen \u201eanderer Bauart\u201c zu produzieren. Der Taurus bleibe au\u00dfen vor, was nichts mit der Haltung der SPD zu tun habe, sondern mit Gr\u00fcnden, \u00fcber die er \u00f6ffentlich nicht reden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Und doch regt sich Widerstand in seiner Partei, wie das am Vortag ver\u00f6ffentlichte Manifest von SPD-Mitgliedern wie Ralf Stegner und Rolf M\u00fctzenich veranschaulicht hat. Darin bezeichneten sie die Erh\u00f6hung der Verteidigungsausgaben als \u201eirrational\u201c und forderten die \u201eZusammenarbeit mit Russland\u201c. Pistorius stellte sich deutlich gegen seine Genossen. \u201eWie man sich in dieser Phase eine engere Zusammenarbeit mit Russland auch nur vorstellen kann, ist v\u00f6llig befremdlich.\u201c Es sei \u201ev\u00f6llig eindeutig\u201c, dass Putin der Aggressor sei. Gleichzeitig blickte er gelassen auf den Parteitag. \u201eIch habe gro\u00dfes Vertrauen in meine SPD.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir wissen alle, dass die SPD vergleichsweise gespalten ist\u201c, erkl\u00e4rte Roderich Kiesewetter im Hinblick auf den Koalitionspartner seiner Partei. Das Manifest sei f\u00fcr ihn somit \u201ekeine \u00dcberraschung\u201c, einzig der Zeitpunkt der Ver\u00f6ffentlichung sei f\u00fcr ihn unerwartet gewesen. Es untergrabe die Geschlossenheit der Bundesregierung und die Klarheit f\u00fcr die Nachbarstaaten, die sich dank Friedrich Merz gerade wieder verst\u00e4rkt an Deutschland orientierten. Das nun vermittelte \u201eBild der Zerrissenheit\u201c sei zwar ungl\u00fccklich, gestand der CDU-Sicherheitspolitiker, doch es bleibe \u201eeine Petitesse, eine Sommersprosse\u201c.<\/p>\n<p>Auch mit seiner eigenen Partei ging Kiesewetter ins Gericht. \u201eWir m\u00fcssen unsere Russland-Vergangenheit aufarbeiten \u2013 zu viel Moskau-Connection\u201c, sagte der CDU-Politiker. Er pflege etwa ein \u201ebesonderes Verh\u00e4ltnis\u201c zum s\u00e4chsischen Ministerpr\u00e4sidenten Michael Kretschmer, der zuletzt vorgeschlagen hatte, die Nord-Strean-Pipelines wiederzubeleben. Auch im Wahlkampf habe das \u201eintensive Gr\u00fcnen-Bashing\u201c in der Union vor allem dazu gedient, die Partei als Koalitionspartner auszuschlie\u00dfen. \u201eWir m\u00fcssen die Ukraine in euro-atlantische Sicherheitsstrukturen einbringen\u201c, forderte er. \u201eDas gef\u00e4llt nicht allen.\u201c<\/p>\n<p>Der Beweis dessen war unl\u00e4ngst dadurch erbracht worden, dass Friedrich Merz seinen Parteikollegen aus dem <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article256209942\/das-ist-der-preis-cdu-politiker-kiesewetter-fliegt-aus-kontrollgremium-merz-soll-entscheidung-selbst-verfuegt-haben.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article256209942\/das-ist-der-preis-cdu-politiker-kiesewetter-fliegt-aus-kontrollgremium-merz-soll-entscheidung-selbst-verfuegt-haben.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">parlamentarischen Kontrollgremium entfernt hatte<\/a>. \u201eUnser Verh\u00e4ltnis ist gro\u00dfartig\u201c, versicherte der CDU-Politiker zun\u00e4chst Illner, um harte Kritik am Bundeskanzler und dessen Abstimmung \u00fcber das Zustrombegrenzungsgesetz im Wahlkampf folgen zu lassen. \u201eWir stehen an der Seite Israels und des j\u00fcdischen Volkes\u201c, betonte Kiesewetter, \u201eund deswegen stimme ich nicht am Holocaust-Gedenktag mit der AfD f\u00fcr eine schwierige Migrationspolitik.\u201c Seine Degradierung sei der \u201ePreis f\u00fcr meine Haltung\u201c.<\/p>\n<p>Trump im selben Team wie Jinping und Putin<\/p>\n<p>Noch weniger hielt er von Donald Trump, der f\u00fcr Multipolarit\u00e4t stehe und damit zum selben Team geh\u00f6re wie Xi Jinping und Wladimir Putin. \u201eWir vertreten die regelbasierte Ordnung\u201c von der Europ\u00e4ischen Union bis zu den Zentralbanken, erl\u00e4uterte Kiesewetter, \u201eall das ist vom Tisch gewischt\u201c. Europa d\u00fcrfe sich daran nicht beteiligen, da es wegen Staaten wie Ungarn nicht geeint sei und sich somit zum \u201eSpielball\u201c entwickeln w\u00fcrde. Carlo Masala best\u00e4tigte seinen Vorredner. Falls Trump die Sanktionen lockere, w\u00fcrde sich Europa \u201ezerlegen\u201c und Putin k\u00f6nne vor allem Osteuropa politisch und \u00f6konomisch dominieren. \u201eDas war\u2019s dann.\u201c<\/p>\n<p>Die Diskussion um Sanktionen zeige, \u201ewie schlecht die Amerikaner strategisch aufgestellt\u201c seien und \u201ewie wenig tats\u00e4chliche Russland-Expertise im Wei\u00dfen Haus\u201c existiere, sagte Ashbrook. Zwar gebe es einen stabilen Ukraine-R\u00fcckhalt im Senat und der Bev\u00f6lkerung, doch faktisch werde dieser nicht ausgestaltet. Dahinter steckten jene, die eine Reindustrialisierung der Vereinigten Staaten im Sinn h\u00e4tten, die nur \u00fcber neue Absatzm\u00e4rkte funktioniere. Da die US-Regierung aber an der Zollpolitik und am Haushaltsgesetz scheitere und zugleich Universit\u00e4ten ausschlie\u00dfe, entwickele sich Russland zur \u201efast noch einzigen Option\u201c.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/dominik-lippe\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/dominik-lippe\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><b>Dominik Lippe<\/b><\/a><b> berichtet f\u00fcr WELT regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber die abendlichen Polit-Talkshows. Der studierte Biologe ist Absolvent der Axel Springer Academy of Journalism &amp; Technology.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Trotz des Eklats im Oval Office appelliert Wolodymyr Selenskyj weiter an den US-Pr\u00e4sidenten. 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