{"id":18625,"date":"2025-04-09T15:59:14","date_gmt":"2025-04-09T15:59:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/18625\/"},"modified":"2025-04-09T15:59:14","modified_gmt":"2025-04-09T15:59:14","slug":"pluesch-und-patronen-in-wesseling-kunstausstellung-von-dennis-meseg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/18625\/","title":{"rendered":"Pl\u00fcsch und Patronen in Wesseling: Kunstausstellung von Dennis Meseg"},"content":{"rendered":"<p class=\"font-bold text-18 leading-17\">Der K\u00fcnstler Dennis Josef Meseg pr\u00e4sentiert in Wesseling eine Ausstellung voller \u00dcberraschungen und Kontraste. Es geht um Luxus und Obdachlosigkeit. Titel der Ausstellung: &#8222;Eure Armut kotzt mich an&#8220;.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Aus den T\u00fcren und Fenstern eines Teslas und eines Jeeps quellen hunderte quietschbunte Kuscheltiere. Nur wenige Meter entfernt: ein karges Zeltlager, umgeben von leeren Pappkartons, M\u00fcll und abgenutzten Plastikpuppen. Ein meterlanger, \u00fcppig gedeckter Tisch mit Braten, Kaviar und Champagner trifft auf einen Raum, in dem sich zehn Tonnen kunstvoll drapierte Gewehrmunition t\u00fcrmt.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Diese Welt voller Kontraste hat der preisgekr\u00f6nte K\u00fcnstler Dennis Josef Meseg im Schwingeler Hof in Wesseling erschaffen. Auf 1.000 Quadratmetern inszeniert er mit seiner neuen interaktiven Ausstellung &#8222;Eure Armut kotzt mich an&#8220; eine provokante Auseinandersetzung mit dem Thema Armut \u2013 finanziell, emotional, geistig und gesellschaftlich.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">&#8222;Die Ausstellung soll von dem finanziellen Aspekt des Reichtums wegf\u00fchren und darauf aufmerksam machen, ab wann man wirklich reich ist. Dass die Basis von allem Reichtum die Gesundheit ist, genauso wie Freunde und Familie. Das alles ist viel mehr wert als nur materielle Sachen&#8220;, erkl\u00e4rt Meseg. Es gehe ihm nicht nur um blo\u00dfe Kapitalismuskritik. Seine raumgreifenden Werke sowie Video-, Licht- und Ton-Installationen thematisieren auch emotionale, geistige und empathische Armut.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Selbstkritik statt moralischen Zeigefingers. Seine Werke sind pers\u00f6nlich. Meseg war als Jugendlicher selbst zeitweise obdachlos, lebte allein in einem Zelt im Wald. Diese Erfahrung pr\u00e4gt seine Kunst bis heute: &#8222;Ich bearbeite meine Themen, meine D\u00e4monen. Man muss sich als K\u00fcnstler nackig auf den Dorfplatz stellen&#8220;, sagt er.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Genau deswegen sei die Ausstellung vor allem Kritik an seinem pers\u00f6nlichen Konsum. Die tausenden Kuscheltiere \u2013 allesamt Spenden \u2013 symbolisieren dabei eine Konsumspirale, die oft schon in der Kindheit beginnt. Sie st\u00fcnden f\u00fcr Ersatzliebe, f\u00fcr das Versprechen von Geborgenheit. Sp\u00e4ter w\u00fcrden daraus Autos, Luxusg\u00fcter und Statussymbole. &#8222;Das Spielzeug \u00e4ndert sich, aber das Verhalten bleibt im Prinzip dasselbe&#8220;, sagt der K\u00fcnstler. Obdachlosigkeit am eigenen Leib erfahren. Ein besonders intensiv erlebbares Element der Ausstellung: die &#8222;Zeltstadt der Vergessenen&#8220;. Die Zelte dienen nicht nur als Kulisse, sondern k\u00f6nnen \u00fcber Airbnb tats\u00e4chlich gebucht werden. Wer m\u00f6chte, kann dort eine Nacht in der symbolischen Obdachlosigkeit verbringen.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Bis heute engagiert sich Meseg aktiv f\u00fcr Obdachlose, hat bis vor kurzem eine eigene Suppenk\u00fcche in <a class=\"transition-colors duration-200 cursor-pointer text-inherit no-underline text-salemsfur md:hover:text-magenta md:hover:border-magenta md:focus:text-magenta border-current border-b border-solid break-words\" href=\"https:\/\/www.t-online.de\/region\/koeln\/\" data-sctrack=\"BodyAnchor\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">K\u00f6ln<\/a> betrieben. Ihm geht es jedoch um mehr als nur kurzfristige Hilfe: &#8222;Ich versuche die Leute nachhaltiger oder langfristiger zu unterst\u00fctzen, statt nur mit Geld auszuhelfen&#8220;.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Finanziell tr\u00e4gt sich Mesegs Kunst \u00fcber ein kleines Medienunternehmen, das er sich vor \u00fcber zwei Jahrzehnten aufgebaut hat. Lange h\u00e4tten sich beide Welten \u2013 Kunst und Unternehmertum \u2013 gegenseitig behindert. Doch mit 40 traf er eine bewusste Entscheidung: Er wollte der Kunst mehr Raum geben und herausfinden, was noch in ihm schlummerte. Also begann er ein Vollzeitstudium der Freien Kunst mit dem Schwerpunkt Bildhauerei und Neue Medien an der Alanus Hochschule in Bonn. Inzwischen arbeitet er am Masterabschluss und tr\u00e4umt davon, eines Tages als Professor an einer Universit\u00e4t zu lehren.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">&#8222;Ich probiere immer gerne rum. Ich w\u00fcrde auch nie sagen, dass eine Arbeit fertig ist, die ich mache. Das entwickelt sich einfach weiter&#8220;, so der K\u00fcnstler. Aus diesem Grund soll sich auch die Ausstellung \u00fcber die vier Wochen hinweg immer wieder ver\u00e4ndern und wachsen. Besucherinnen und Besucher k\u00f6nnen die Installation mitgestalten, indem sie eigene Kuscheltiere mitbringen und damit den Pl\u00fcschberg erweitern \u2013 oder sich symbolisch von einem \u00fcberfl\u00fcssigen Liebesersatz befreien. Zudem kann das Gel\u00e4nde f\u00fcr Lesungen, Aktionen oder F\u00fchrungen genutzt werden.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Die Ausstellung ist bis zum 30. April jeden Freitag und Samstag von 15 bis 22 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr kostenfrei ge\u00f6ffnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der K\u00fcnstler Dennis Josef Meseg pr\u00e4sentiert in Wesseling eine Ausstellung voller \u00dcberraschungen und Kontraste. 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