{"id":186404,"date":"2025-06-13T05:46:23","date_gmt":"2025-06-13T05:46:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/186404\/"},"modified":"2025-06-13T05:46:23","modified_gmt":"2025-06-13T05:46:23","slug":"status-und-ausblick-aus-sicht-der-gkv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/186404\/","title":{"rendered":"Status und Ausblick aus Sicht der GKV"},"content":{"rendered":"<p>&#13;<br \/>\n            <b>Die wichtigsten Aspekte der Pharma-Legislation Reform des Unterlagenschutzes und die Folgen f\u00fcr die GKV-Finanzen<\/b>&#13;\n          <\/p>\n<p>Eine besonders wichtige Regelung, die mit dem Gesetzespaket reformiert werden soll, ist der Zeitrahmen zum Unterlagenschutz f\u00fcr neu auf den Markt gebrachte Arzneimittel. Die bisherige Regelung sieht einen maximalen kombinierten Schutz durch Unterlagenschutz und Marktexklusivit\u00e4t von elf Jahren vor. Nach den Pl\u00e4nen der EU-Kommission w\u00fcrde der Zeitraum auf maximal zw\u00f6lf Jahre erh\u00f6ht werden, w\u00e4hrend die Pl\u00e4ne des EU-Parlaments einen Zeitraum von elfeinhalb Jahren vorsehen.1 Beide Reformvorschl\u00e4ge eint, dass sie den Schutzzeitraum in Abh\u00e4ngigkeit bestimmter Kriterien st\u00e4rker modulieren m\u00f6chten (siehe Abbildung 1).<\/p>\n<p>Durch eine Verl\u00e4ngerung von Unterlagenschutz oder Marktexklusivit\u00e4t verz\u00f6gert sich der Eintritt des Generikawettbewerbs. Gem\u00e4\u00df den Berechnungen der Deutschen Sozialversicherung Europavertretung (DSV) bedeutet jedes Jahr zus\u00e4tzlicher regulatorischer Schutz Mehrausgaben f\u00fcr die GKV in H\u00f6he von mehr als einer Milliarde Euro. Betrachtet man den ganzen europ\u00e4ischen Markt in demselben Zeitraum, betragen die zus\u00e4tzlichen Kosten mehr als drei Milliarden Euro.2 Diese Zahlen machen deutlich, welchen erheblichen Einfluss diese Regelung nicht nur auf die Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems in Deutschland, sondern auch f\u00fcr die Gesundheitssysteme in den anderen EU-Mitgliedsstaaten haben kann (siehe Abbildung 2).<\/p>\n<p>          Erweiterung der \u201eBolar Exemption\u201c<\/p>\n<p>Regulatorische Schutzrechte und der Patentschutz gew\u00e4hren Unternehmen ein zeitlich befristetes Monopol. Dies soll den Unternehmen die M\u00f6glichkeit zu geben, ihre Aufwendungen f\u00fcr Forschung und Entwicklung zu refinanzieren. Sind die Schutzzeitr\u00e4ume aber einmal abgelaufen, soll ein m\u00f6glichst ungehinderter marktwirtschaftlicher Wettbewerb rasch einsetzen, wodurch die Preise sinken und Mittel frei werden, die f\u00fcr weitere Innovationen eingesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ziel der sogenannten \u201eBolar Exemption\u201c ist es, dass dieser generische Wettbewerb bereits an Tag 1 nach Ablauf jeglicher Schutzfristen beginnen kann. Pharmazeutische Unternehmen von Generika-Arzneimitteln sowie Biosimilars sollen dabei die M\u00f6glichkeit bekommen, Arzneimittelstudien mit dem Referenzarzneimittel durchzuf\u00fchren. Diese Studien sind oftmals f\u00fcr eine Zulassung des generischen Arzneimittels notwendig. Die Position des EU-Parlaments sieht eine weite Auslegung und eine rechtssichere Klarstellung vor. Diese Studien f\u00fcr eine Zulassungs- und Erstattungsentscheidung sowie zur HTA-Durchf\u00fchrung sollen noch w\u00e4hrend des laufenden Patentschutzes des Referenzarzneimittels m\u00f6glich sein. Hiervon umfasst sind auch alle damit verbundenen Aktivit\u00e4ten. Zudem wird mit dem Vorschlag des EU-Parlaments mit einem separaten Artikel klargestellt, dass der Patentschutz keinen Einfluss auf Entscheidungen zu Zulassung, HTA und Erstattung haben darf (Verbot des sog. \u201ePatent-Linkage\u201c). Durch diese Regelung k\u00f6nnte es zu einem fr\u00fcheren Preiswettbewerb kommen. Dieser Preiswettbewerb ist f\u00fcr die Vielfalt und Finanzierbarkeit der deutschen Arzneimittel-Versorgung besonders wichtig.<\/p>\n<p>            &#13;<br \/>\n              <img decoding=\"async\" class=\"img-responsive lazyload\"  src=\"\/Bilder\/Abbildung-1-Nach-den-Plaenen-der-EU-Kommission-wuerde-der-233443.jpg\" data- title=\"Arzneimittelversorgung in der EU: Status und Ausblick aus Sicht der GKV\" alt=\"Diagramm\"\/>&#13;<br \/>\n              &#13;<\/p>\n<p class=\"image-caption\">Abbildung 1: Nach den Pl\u00e4nen der EU-Kommission w\u00fcrde der Zeitraum auf maximal zw\u00f6lf Jahre Marktschutz erh\u00f6ht werden, w\u00e4hrend die Pl\u00e4ne des EU-Parlaments einen maximalen Zeitraum von elfeinhalb Jahren vorsehen.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"image-credit\">&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\u00a9 GKV-Spitzenverband<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n              &#13;<\/p>\n<p>          Das Problem der antimikrobiellen Resistenzen<\/p>\n<p>Resistente Erreger machen nicht an den Landesgrenzen halt. Die steigende Zahl an mikrobiellen Resistenzen ist daher eine gemeinsame europ\u00e4ische Herausforderung. Anhand der vom Wissenschaftlichen Institut der Ortskrankenkassen (WIdO) vorgelegten Zahlen zum Verordnungsgeschehen der Antibiotika in Deutschland, zeigte sich ein deutlicher Anstieg der Verordnungen bei Reserveantibiotika. Die Anzahl der Verordnungen der nur sparsam einzusetzenden Arzneimittel stieg 2023 um 18,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.3 Gerade mit der steigenden Zahl an Verordnungen von Reserveantibiotika steigt auch das Risiko von Resistenzen. Wichtig ist vor allem, die Entwicklung schwerwiegender oder resistenter Infektionen im Vorfeld zu verhindern und den Einsatz insbesondere von Reserveantibiotika in der Human- und Tiermedizin auf ein n\u00f6tiges Minimum zu begrenzen.<\/p>\n<p>            &#13;<br \/>\n              <img decoding=\"async\" class=\"img-responsive lazyload\"  src=\"\/Bilder\/Abbildung-2-Durch-laengeren-Unterlagenschutz-oder-233444.jpg\" data- title=\"Arzneimittelversorgung in der EU: Status und Ausblick aus Sicht der GKV\" alt=\"Diagramm\"\/>&#13;<br \/>\n              &#13;<\/p>\n<p class=\"image-caption\">Abbildung 2: Durch l\u00e4ngeren Unterlagenschutz oder Marktexklusivit\u00e4t verz\u00f6gert sich der Eintritt des Generikawettbewerbs. Jedes Jahr zus\u00e4tzlicher Schutz bedeutet Mehrausgaben f\u00fcr die GKV in H\u00f6he von mehr als einer Milliarde Euro.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"image-credit\">&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\u00a9 GKV-Spitzenverband<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n              &#13;<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus ist auch weitere Forschung an antimikrobiellen Therapien n\u00f6tig, die bei Erregern mit kritischer Resistenzsituation eingesetzt werden k\u00f6nnen. Die EU-Kommission und das EU-Parlament m\u00f6chten als Anreiz f\u00fcr das Entwickeln eines Arzneimittels gegen solche priorit\u00e4ren Pathogene, \u00fcbertragbare Gutscheine, die sogenannten \u201eVoucher\u201c, einf\u00fchren. Nach Zulassung des Arzneimittels erh\u00e4lt das pharmazeutische Unternehmen einen Gutschein \u00fcber maximal zw\u00f6lf Monate zus\u00e4tzlichen Unterlagenschutz. <\/p>\n<p>Dieser Gutschein kann einmalig weiterverkauft werden. Es ist somit davon auszugehen, dass diese Gutscheine von pharmazeutischen Unternehmen erworben werden, die ihn f\u00fcr Arzneimittel mit hohem Umsatz einsetzen m\u00f6chten. Diese Prognose unterst\u00fctzt auch der Bericht der Folgenabsch\u00e4tzung der EU-Kommission.4 Dadurch w\u00fcrden nicht prim\u00e4r die Unternehmen profitieren, die das Antibiotikum entwickelt haben, sondern die Unternehmen, die den Gutschein f\u00fcr besonders umsatzstarke Arzneimittel erworben haben.<\/p>\n<p>Diese sogenannten \u201eWindfall Profits\u201c w\u00fcrden eine unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Belastung der Finanzierbarkeit des deutschen Gesundheitssystems darstellen, ohne einen effektiven und zielgerechten Nutzen f\u00fcr die forschenden Unternehmen zu bringen. In der kritischen Phase der Entwicklung des Arzneimittels stellen Voucher ebenfalls keine Hilfe f\u00fcr die forschenden Unternehmen dar. Alternativen, die Unternehmen schon w\u00e4hrend der Forschung unterst\u00fctzen, sind sogenannte \u201ePush &amp; Pull Incentives\u201c. <\/p>\n<p>Ein Vorschlag f\u00fcr dieses Anreizsystem findet sich in der Position des EU-Parlaments. Im Rahmen eines \u201eMilestone Payment Programms\u201c sollen bestimmte Meilensteine schon w\u00e4hrend der Forschungsphase, z.\u00a0B. das Beenden der klinischen Phase I, mit Unterst\u00fctzungsgeldern belohnt werden. W\u00e4hrend diese Unterst\u00fctzungsgelder zu den \u201ePush-Incentives\u201c gez\u00e4hlt werden, sind garantierte Abnahmemengen von den oft mit niedrigem Umsatz assoziierten Arzneimitteln klassische \u201ePull-Incentives\u201c.<\/p>\n<p>Das Problem wird nicht allein durch das Entwickeln von neuen Wirkstoffen gel\u00f6st werden k\u00f6nnen, sondern der Einsatz der vorhandenen Wirkstoffe muss rational und sparsam erfolgen.<\/p>\n<p>          Z\u00f6gerliche Reformen bei \u201eOrphan Drugs\u201c<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie aktuell bei Reserveantibiotika wurden auch die Sonderregelungen f\u00fcr Arzneimittel f\u00fcr seltene Leiden (\u201eOrphan Drugs\u201c) einst mit der Diagnose eines Marktversagens begr\u00fcndet. Bei Erkrankungen, die weniger als 5 von 10.000 Personen in der EU betreffen, ging man davon aus, dass Arzneimitteltherapien \u2013 ohne weitere Anreize \u2013 nicht wirtschaftlich entwickelt werden k\u00f6nnten. In Anbetracht der Entwicklungen der letzten 25 Jahre l\u00e4sst sich diese generelle These nicht weiter aufrechterhalten.<\/p>\n<p>Auf der einen Seite bleiben viele sehr seltene Erkrankungen weiter unerforscht, auf der anderen Seite hat sich bei einigen vergleichsweise h\u00e4ufigen, chronischen \u201eOrphan Diseases\u201c eine erhebliche Marktdynamik mit hohen Profiten entwickelt (\u201eClustering\u201c). Um die F\u00f6rderung von Therapien f\u00fcr seltene Leiden f\u00fcr die n\u00e4chsten 25 Jahre auf ein stabiles Fundament zu stellen, w\u00e4re eine Re-Fokussierung der Anreize auf tats\u00e4chliche F\u00e4lle eines Marktversagens bei hochseltenen Erkrankungen und auf echte therapeutische Durchbr\u00fcche dringend notwendig.<\/p>\n<p>          Der Entwurf zum Critical Medicines Act<\/p>\n<p>Mit der COVID-Pandemie und den damit verbundenen Turbulenzen im Welthandel ist die Liefersicherheit von Arzneimitteln auf die politische Agenda gelangt. Es ist die Verpflichtung der pharmazeutischen Unternehmen und Gro\u00dfh\u00e4ndlern, innerhalb ihrer Verantwortungsbereiche eine angemessene und kontinuierliche Bereitstellung des entsprechenden Arzneimittels sicherzustellen, damit der Bedarf von Patientinnen und Patienten gedeckt ist (Paragraf 52b Absatz 1 Arzneimittelgesetz bzw. Artikel 81 der Richtlinie 2001\/83\/EG). Mit dem Entwurf eines \u201eCritical Medicines Act\u201c stellt sich nun die Frage, wie diese Verpflichtung durch erg\u00e4nzende Regelungen flankiert werden kann, um die Arzneimittelversorgung auch tats\u00e4chlich sicherzustellen.<\/p>\n<p>          Vielf\u00e4ltige, komplizierte Ursachen von Lieferengp\u00e4ssen<\/p>\n<p>Arzneimittel-Lieferengp\u00e4sse k\u00f6nnen vielf\u00e4ltige Ursachen haben: Schon w\u00e4hrend der Produktion eines Wirkstoffs kann es zu Problemen kommen. Als prominentes Beispiel aus der Vergangenheit sind hier die Nitrosamin-Verunreinigungen bei der Produktion der Sartane zu nennen. Wenn hier die Herstellung des Wirkstoffes nicht durch andere Hersteller ausgeglichen werden kann, kann es zu weitreichenden Liefer- und Versorgungsengp\u00e4ssen kommen.<\/p>\n<p>Nach der Wirkstoffherstellung werden diese oftmals nach Europa f\u00fcr die Sekund\u00e4rproduktion des Arzneimittels transportiert. Transportprobleme k\u00f6nnen auftreten, wie zum Beispiel eine Blockade wichtiger Zulieferwege. Als Stichwort ist der Vorfall am Suez-Kanal vor ungef\u00e4hr vier Jahren zu nennen, bei dem ein Frachtschiff diesen global wichtigen Transportweg blockierte. Sind die Arzneimittel bereits produziert, kann es dennoch Fehlkalkulationen bei den Best\u00e4nden geben. Vor allem, wenn die Prozesse der Bestandspr\u00fcfung nicht komplett digitalisiert sind.<\/p>\n<p>Zudem kann, u.a. durch saisonale Schwankungen der Morbidit\u00e4t, ein unvorhersehbarer Anstieg der Nachfrage f\u00fcr einen Lieferengpass verantwortlich sein. F\u00fcr die vielf\u00e4ltigen Ursachen von Lieferengp\u00e4ssen gibt es auch vielf\u00e4ltige, geeignete Ma\u00dfnahmen. Wichtig ist, dass diese evidenzbasiert und transparent sind. Isolierte Preissteigerungen, ohne damit verbundene Verpflichtungen, sind daher nicht geeignet. Ein geeignetes Instrument ist die Diversifizierung der Anbieter in Produktions- und Lieferkette. Hierdurch soll Europa weniger abh\u00e4ngig von einzelnen Produzenten aus Drittstaaten werden. Eine geeignete Lagerhaltung, die auf digitale Erfassungssysteme setzt, kann Transport- und Logistikprobleme abd\u00e4mpfen. In Zeiten von saisonal erh\u00f6htem Bedarf bestimmter Arzneimittel kann eine verbesserte und digitale Bedarfsplanung helfen (siehe Abbildung 3).<\/p>\n<p>          Vorgeschlagene Ma\u00dfnahmen<\/p>\n<p>Der nun ver\u00f6ffentlichte Entwurf des Critical Medicines Act muss sinnvoll mit der Arzneimittel-Reform verzahnt sein. Das Zusammenspiel der Rechtsakte kann z.\u00a0B. genutzt werden, um ein EU-weites Fr\u00fchwarnsystem f\u00fcr Lieferengp\u00e4sse einzurichten. Dies k\u00f6nnte als wichtiges Werkzeug zur Engpassvermeidung genutzt werden. Um Lieferengp\u00e4sse zuk\u00fcnftig vermeiden zu k\u00f6nnen, sollten Zulassungsinhaber drohende Lieferengp\u00e4sse rechtzeitig melden.<\/p>\n<p>Neben der priorit\u00e4ren Bearbeitung f\u00fcr sogenannte \u201estrategische Projekte\u201c sieht der Entwurf die Aufforderung zur priorit\u00e4ren Belieferung der EU-Mitgliedstaaten f\u00fcr Arzneimittel vor, die von Staatshilfen profitiert haben. Au\u00dferdem sollen f\u00fcr \u201ekritische Arzneimittel\u201c und \u201eArzneimittel von gemeinsamem Interesse\u201c neue verpflichtende Vergabekriterien eingef\u00fchrt werden.5 Ein verpflichtender Einbezug w\u00fcrde einen starken Eingriff in die deutsche Arzneimittelversorgung und die Gestaltungsfreiheit der Rabattvertr\u00e4ge bedeuten. Auch der b\u00fcrokratische Aufwand w\u00e4re immens. Zudem sind mit der vorgeschlagenen Regelung Rechtsunsicherheiten hinsichtlich der Behandlung von Vertragsstaaten des EWR und anderer \u00dcbereinkommen gegeben. Diese Rechtsunsicherheit muss vor Einf\u00fchrung des Critical Medicines Act in geltendes EU-Recht gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>          Durchsetzung der Herstellverantwortung<\/p>\n<p>Bereits im bestehenden Recht ist der Zulassungsinhaber verpflichtet, im Rahmen seiner Verantwortung, eine angemessene und kontinuierliche Bereitstellung seiner Produkte sicherzustellen. Solange diese Regelungen jedoch weder sanktioniert noch durchgesetzt werden, besteht ein Anreiz, kostensenkende Ma\u00dfnahmen vorzunehmen, die zu einer gr\u00f6\u00dferen Anf\u00e4lligkeit der Lieferkette f\u00fchren. Erst durch entsprechende Sanktionen entsteht im Wettbewerb ein Anreiz, h\u00f6here Produktionskosten in Kauf zu nehmen, um damit etwaigen Strafzahlungen zu entgehen. Ohne Sanktionen aber bleiben auch Neuregelungen, die nur zu \u201egr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Bem\u00fchungen\u201c anhalten, letztlich wahrscheinlich folgenlos.<\/p>\n<p>            &#13;<br \/>\n              <img decoding=\"async\" class=\"img-responsive lazyload\"  src=\"\/Bilder\/Abbildung-3-Wichtig-ist-dass-Instrumente-gegen-233445.jpg\" data- title=\"Arzneimittelversorgung in der EU: Status und Ausblick aus Sicht der GKV\" alt=\"Diagramm\"\/>&#13;<br \/>\n              &#13;<\/p>\n<p class=\"image-caption\">Abbildung 3: Wichtig ist, dass Instrumente gegen Lieferengp\u00e4sse evidenzbasiert und transparent sind. Ein geeignetes Instrument ist zum Beispiel die Diversifizierung der Anbieter in Produktions- und Lieferkette.<\/p>\n<p>&#13;<\/p>\n<p class=\"image-credit\">&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\u00a9 GKV-Spitzenverband<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n              &#13;<\/p>\n<p>          Bevorratung<\/p>\n<p>Im deutschen Recht bestehen bereits weitreichende Vorschriften zur Bevorratung von Arzneimitteln. So m\u00fcssen zum Beispiel Arzneimittel, f\u00fcr die ein Rabattvertrag abgeschlossen wurde, sechs Monate versorgungsnah bereitgehalten werden. Erg\u00e4nzend zu den deutschen Regelungen kann eine freiwillige Nutzung des EU-Solidarit\u00e4tsmechanismus f\u00fcr Arzneimittel unter europ\u00e4ischer Koordination f\u00fcr Krisenf\u00e4lle genutzt werden. Oft liegt dem Lieferengpass ein Problem bei der Lieferung des Wirkstoffes zu Grunde. Deshalb k\u00f6nnte innerhalb des Critical Medicines Act gepr\u00fcft werden, ob eine Bevorratung von Wirkstoffen als strategische EU-Reserve sinnvoll w\u00e4re. Eine effektive Bevorratung von Arzneimitteln und eine effiziente Koordination in Krisenf\u00e4llen setzt voraus, dass die Best\u00e4nde digital und in Echtzeit erfasst und verfolgt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>          Ausblick<\/p>\n<p>2025 ist ohne Zweifel ein spannendes Jahr f\u00fcr die europ\u00e4ische Arzneimittelgesetzgebung. Auch in Hinblick auf geopolitische und handelspolitische Spannungen in der heutigen Zeit, braucht es gemeinsame, europ\u00e4ische L\u00f6sungen und dabei effiziente und agile Versorgungsstrukturen. Vor allem braucht es innovative L\u00f6sungen, die auf der einen Seite eine effiziente und qualitativ hochwertige Versorgung mit Arzneimitteln erm\u00f6glicht und gleichzeitig die finanzielle Stabilit\u00e4t der Gesundheitssysteme gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"img-responsive lazyload\"  src=\"\/Bilder\/Bild-233446.jpg\" data- title=\"Arzneimittelversorgung in der EU: Status und Ausblick aus Sicht der GKV\" alt=\"Arzneimittelversorgung in der EU: Status und Ausblick aus Sicht der GKV\"\/><\/p>\n<p class=\"image-credit\">&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\u00a9 GKV-Spitzenverband, Fotografin Jenny Sieboldt<\/p>\n<p><b>Dr. med. Antje Haas<\/b> ist Fach\u00e4rztin f\u00fcr Innere Medizin, H\u00e4matologie, internistische Onkologie und H\u00e4mostaseologie. Seit 2012 leitet sie die Abteilung Arzneimittel des GKV-Spitzenverbands. Von 2008 bis 2012 war sie in der Abteilung Krankenh\u00e4user des GKV-Spitzenverbands als Referatsleiterin t\u00e4tig. Zuvor arbeitete sie langj\u00e4hrig klinisch und wissenschaftlich in der station\u00e4ren und ambulanten Krankenversorgung.<br \/>\n          <img decoding=\"async\" class=\"img-responsive lazyload\"  src=\"\/Bilder\/Bild-233447.jpg\" data- title=\"Arzneimittelversorgung in der EU: Status und Ausblick aus Sicht der GKV\" alt=\"Arzneimittelversorgung in der EU: Status und Ausblick aus Sicht der GKV\"\/><\/p>\n<p class=\"image-credit\">&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\u00a9 GKV-Spitzenverband, Fotografin Jenny Sieboldt<\/p>\n<p><b>Maximilian Blindzellner<\/b> ist Apotheker. Seit Mai 2025 leitet er das Referat Arzneimittel-Versorgung des GKVSpitzenverbandes. Von 2017 bis 2025 war er als Fachreferent in verschiedenen Referaten der Abteilung Arzneimittel des GKV-Spitzenverbands t\u00e4tig. Zuvor arbeitete er in der \u00f6ffentlichen Apotheke und in der pharmazeutischen Industrie im Bereich Market Access. W\u00e4hrend der COVID-19-Pandemie arbeitete er zudem als fachlicher Leiter des Corona-Impfzentrums Berlin Velodrom.<br \/>\n          <img decoding=\"async\" class=\"img-responsive lazyload\"  src=\"\/Bilder\/Bild-233448.jpg\" data- title=\"Arzneimittelversorgung in der EU: Status und Ausblick aus Sicht der GKV\" alt=\"Arzneimittelversorgung in der EU: Status und Ausblick aus Sicht der GKV\"\/><\/p>\n<p class=\"image-credit\">&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\u00a9 GKV-Spitzenverband, Fotografin Jenny Sieboldt<\/p>\n<p><b>Robert Pecak<\/b> ist Apotheker. Seit M\u00e4rz 2024 ist er als Fachreferent f\u00fcr das Referat Arzneimittel-Versorgung in der Abteilung Arzneimittel des GKV-Spitzenverbandes t\u00e4tig. Zuvor arbeitete er in \u00f6ffentlichen Apotheken und in der pharmazeutischen Industrie in den Bereichen Medical Affairs und Pharmakovigilanz.<br \/>\n          Literatur<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            1 Reform of the EU pharmaceutical legislation \u2013 European Commission https:\/\/health.ec.europa.eu\/medicinal-products\/legal-framework-governing-medicinal-products-human-use-eu\/reform-eu-pharmaceutical-legislation_en (Stand: 21.03.2025)<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            2 Berechnungen zum Mehrumsatz durch Exklusivit\u00e4tsschutz \u2013 DSV https:\/\/dsv-europa.de\/lib\/Hintergrund\/2024-03-07-DSV-Berechnungen-zum-Mehrumsatz-durch-Exklusivitaetsschutz.pdf (Stand 20.02.2025)<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            3 Tagesspiegel: \u201eAntibiotika-Verbrauch steigt um fast ein F\u00fcnftel: Im Saarland wird am gro\u00dfz\u00fcgigsten verordnet\u201c https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesundheit\/antibiotika-verbrauch-steigt-um-fast-ein-funftel-im-saarland-wird-am-grosszugigsten-verordnet-13241926.html (Stand 24.02.2025)<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            4 Impact assessment report and executive summary accompanying the revision of the general pharmaceutical legislation \u2013 European Commission https:\/\/health.ec.europa.eu\/publications\/impact-assessment-report-and-executive-summary-accompanying-revision-general-pharmaceutical_en (Stand: 21.03.2025)<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n            5 Critical Medicines Act \u2013 European Commission https:\/\/health.ec.europa.eu\/medicinal-products\/legal-framework-governing-medicinal-products-human-use-eu\/critical-medicines-act_en (Stand: 21.03.2025)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#13; Die wichtigsten Aspekte der Pharma-Legislation Reform des Unterlagenschutzes und die Folgen f\u00fcr die GKV-Finanzen&#13; Eine besonders wichtige&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":186405,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-186404","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114674479177958131","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/186404","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=186404"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/186404\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/186405"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=186404"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=186404"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=186404"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}