{"id":186600,"date":"2025-06-13T07:34:19","date_gmt":"2025-06-13T07:34:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/186600\/"},"modified":"2025-06-13T07:34:19","modified_gmt":"2025-06-13T07:34:19","slug":"hunderttausende-babyboomer-vorzeitig-in-rente-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/186600\/","title":{"rendered":"Hunderttausende Babyboomer vorzeitig in Rente"},"content":{"rendered":"<p>13.06.25 &#8211; <strong>Fast jeder zweite Babyboomer im Rentenalter ist bisher vorzeitig in Rente gegangen. Das sind laut einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) 1,8 Millionen Menschen aus den Boomer-Jahrg\u00e4ngen, die bis 2023 ins Rentenalter gekommen sind. Bezogen auf alle Angeh\u00f6rigen des jeweiligen Geburtsjahrgangs ist das ein Anteil von 44 Prozent, bezogen auf die Neurentnerinnen und -rentner laut Rentenversicherung mehr als 55 Prozent.<\/strong><\/p>\n<p>\u00c4ndert sich der Trend zum vorzeitigen Renteneintritt nicht, beziehen laut IW-Studie, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag, ab 2025 erwartungsgem\u00e4\u00df j\u00e4hrlich mindestens eine Million Babyboomer vor \u00dcberschreiten des Regelalters gesetzliche Rente. Das bis 67 steigende Rentenalter erh\u00f6ht das tats\u00e4chliche Alter des Rentenzugangs demnach nicht wirklich. <\/p>\n<p>Einer Trendumkehr steht nach Einsch\u00e4tzung des arbeitgebernahen Instituts vor allem die Rente f\u00fcr langj\u00e4hrig und besonders langj\u00e4hrig Versicherte im Weg \u2013 bei letzterer darf man nach 45 Versicherungsjahren zwei Jahre vor der Altersgrenze abschlagsfrei in Rente gehen.<br \/>&#13;\n<\/p>\n<p>Weiter abschlagsfrei in Rente?<br \/>\nStudienautorin Ruth Maria Sch\u00fcler ist der Ansicht, Union und SPD sollten \u00abkonsequent sagen, wir beschr\u00e4nken die M\u00f6glichkeiten zum vorzeitigen Renteneintritt\u00bb, wie sie sagt. Doch der Erhalt der abschlagsfreien Rente nach 45 Jahren z\u00e4hlte zu den SPD-Kernversprechen im Wahlkampf \u2013 entsprechend verspricht das auch der Koalitionsvertrag. <\/p>\n<p>Seit Jahren ist klar: Mit der Welle der Babyboomer kommen auf die Rentenkasse weitere Milliardenausgaben zu, w\u00e4hrend die Zahl der Einzahlenden einzubrechen droht. Wegen der d\u00fcsteren Aussichten k\u00fcndigte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Bundestag eine \u00abRentenreformkommission\u00bb an. Das Gremium muss erst noch besetzt werden und soll laut Koalitionsvertrag bis zur Mitte der Legislatur Ergebnisse liefern.<br \/>&#13;\n<\/p>\n<p>Rentenkasse unter Kostendruck<br \/>\nDie Zeit dr\u00e4ngt. Die Rentenausgaben d\u00fcrften sich bis 2045 angesichts der Alterung der Gesellschaft von derzeit 372 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. So ist es im Entwurf f\u00fcr die am Ende gescheiterte Rentenreform der Vorg\u00e4nger-Ampelregierung nachzulesen. Die Ausgaben werden st\u00e4rker steigen, wenn das Sicherungsniveau der Rente bei 48 Prozent gehalten wird, wie es auch Schwarz-Rot verspricht. <\/p>\n<p>Millionen Angeh\u00f6rige der besonders geburtenstarken Jahrg\u00e4nge haben das regul\u00e4re Renteneintrittsalter schon erreicht. Die IW-Forscher verstehen darunter die Jahrg\u00e4nge 1954 bis 1969. Nach der Studie auf Basis der j\u00fcngsten Daten der Rentenversicherung bezogen 2023 bereits 4,5 von 19,5 Millionen Babyboomern eine Altersrente \u2013 \u00abdavon 0,9 Millionen, obwohl sie das gesetzliche Renteneintrittsalter noch nicht erreicht haben\u00bb, wie das IW feststellt. Der Gipfel der Babyboomer-Welle, bestehend aus dem Geburtsjahrgang 1964, erreicht laut IW 2031 die Regelaltersgrenze.<br \/>&#13;\n<\/p>\n<p><a class=\"fancybox\" data-fancybox=\"galerie\" data-caption=\"Foto: Jan Woitas\/dpa-Zentralbild\/dpa - Mehr als jeder zweite Babyboomer eines Jahrgangs arbeitet bis zum Rentenalter. (Archivbild)\" rel=\"on_group\" title=\"Foto: Jan Woitas\/dpa-Zentralbild\/dpa - Mehr als jeder zweite Babyboomer eines Jahrgangs arbeitet bis zum Rentenalter. (Archivbild)\" href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/11777705-hv6zjbo52b-v30-ax-s2048.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"imgbdr\" style=\"max-width: 98%;\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/11777705-hv6zjbo52b-v30-ax-s2048.jpg\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"img-text\">Mehr als jeder zweite Babyboomer eines Jahrgangs arbeitet bis zum Rentenalter. (Archivbild) &#8230;Foto: Jan Woitas\/dpa-Zentralbild\/dpa<\/p>\n<p>Wer typischerweise fr\u00fcher in Rente geht&#13;<br \/>\nTrotz des demografischen Drucks hatte der langj\u00e4hrige Arbeitsminister Hubertus Heil Rufe nach l\u00e4ngerem Arbeiten oder einem Aus f\u00fcr die abschlagsfreie fr\u00fchere Rente stets eine Absage erteilt: Viele k\u00f6nnten aus Gesundheitsgr\u00fcnden gar nicht l\u00e4nger arbeiten. Auch Amtsnachfolgerin B\u00e4rbel Bas (beide SPD) sagte zuletzt in einem Interview: \u00abEs gibt Berufe, da sind die Leute mit 60 schon fertig.\u00bb<\/p>\n<p>IW-Forscherin Sch\u00fcler gibt hingegen zu bedenken: \u00abBesonders langj\u00e4hrig Versicherte, die ohne Abschl\u00e4ge in Rente gehen, sind Personen, die im Schnitt \u00fcber ein h\u00f6heres Haushaltseinkommen verf\u00fcgen und gut ausgebildet sind.\u00bb Es seien damit oft nicht jene, die besonders hart k\u00f6rperlich arbeiten m\u00fcssten.<\/p>\n<p>Bereits eine Studie des ifo-Instituts stellte vor Jahren fest, die abschlagsfreie Rente werde vor allem von M\u00e4nnern, Fachkr\u00e4ften und Menschen mit anerkanntem Berufsabschluss in Anspruch genommen. Laut einer fr\u00fcheren IW-Erhebung m\u00fcssten niedrigere Lohngruppen h\u00e4ufiger aus \u00f6konomischen Gr\u00fcnden auf eine vorzeitige Rente verzichten. Sch\u00fcler erl\u00e4utert: \u00abBei der abschlagsfreien Rente finden sich h\u00e4ufig Industrieberufe und klassische Facharbeiterkarrieren.\u00bb<br \/>&#13;\n<\/p>\n<p>Arbeit im Alter soll attraktiver werden<br \/>\n\u00abZiel der Politik sollte es sein, die geburtenstarken Jahrg\u00e4nge m\u00f6glichst lange im Erwerbsleben zu halten, um die demografische Welle zu gl\u00e4tten\u00bb, meint das IW in seiner aktuellen Studie. Tats\u00e4chlich wollen SPD und Union, dass \u00e4ltere Menschen m\u00f6glichst lange berufst\u00e4tig bleiben \u2013 und haben dazu die Idee einer \u00abAktivrente\u00bb aus dem Unionswahlprogramm als Plan \u00fcbernommen: Wer das gesetzliche Rentenalter erreicht und freiwillig weiterarbeitet, soll sein Gehalt bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei erhalten.<\/p>\n<p>Sch\u00fcler appelliert an die schwarz-rote Koalition, dar\u00fcber hinaus bestimmte Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr fr\u00fcheren Rentenbezug zumindest in der angek\u00fcndigten Rentenkommission als Thema zu setzen. So oder so d\u00fcrfte es f\u00fcr die Menschen, die sich nach vielen Arbeitsjahren dem Rentenalter n\u00e4hern, beim Ausloten ihrer Optionen auch k\u00fcnftig viel zu rechnen geben. (Von Basil Wegener, dpa) +++<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"13.06.25 &#8211; Fast jeder zweite Babyboomer im Rentenalter ist bisher vorzeitig in Rente gegangen. 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