{"id":186968,"date":"2025-06-13T11:07:13","date_gmt":"2025-06-13T11:07:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/186968\/"},"modified":"2025-06-13T11:07:13","modified_gmt":"2025-06-13T11:07:13","slug":"langfristiger-eu-haushalt-gesundheitsfinanzierung-in-gefahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/186968\/","title":{"rendered":"Langfristiger EU-Haushalt: Gesundheitsfinanzierung in Gefahr?"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-grey-6-180x22.svg\" width=\"180\" height=\"22\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/>WERBUNG<\/p>\n<p>Neue Priorit\u00e4ten wie Verteidigung und Wettbewerbsf\u00e4higkeit ziehen zunehmend Ressourcen von anderen Sektoren ab. Die Gesundheit &#8211; ein Hauptschwerpunkt des letzten EU-Mandats &#8211; k\u00f6nnte dabei den h\u00f6chsten Preis im kommenden langfristigen EU-Haushalt zahlen.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Kommission wird ihren Vorschlag f\u00fcr den n\u00e4chsten Siebenjahreshaushalt voraussichtlich im Juli vorlegen. Erste <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/gesundheit\/2024\/10\/22\/durchgesickerte-haushaltsplane-wecken-angste-um-eu-gesundheitshaushalt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Indizien<\/strong><\/a>und zunehmende Spekulationen deuten darauf hin, dass der spezielle Gesundheitsfonds mit umfassenderen Finanzierungsinstrumenten zusammengelegt oder m\u00f6glicherweise ganz gestrichen werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Obwohl die Gesundheitspolitik in erster Linie in den Zust\u00e4ndigkeitsbereich der nationalen Regierungen f\u00e4llt, haben die EU-Mitgliedstaaten als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie 5,3 Mrd. Euro f\u00fcr das Gesundheitswesen im Rahmen des EU4Health-Programms bereitgestellt. Dies war das erste Mal, dass ein eigenst\u00e4ndiger Gesundheitshaushalt auf EU-Ebene geschaffen wurde.<\/p>\n<p>Zuvor waren die EU-Gesundheitsinitiativen mit wesentlich geringeren Mitteln ausgestattet: Das Gesundheitsprogramm f\u00fcr den Zeitraum 2014-2020 verf\u00fcgte \u00fcber ein Gesamtbudget von nur 450 Mio. Euro, also deutlich weniger als EU4Health.<\/p>\n<p>Seit seinem Start hat EU4Health eine Reihe von Initiativen finanziert, wie z. B. <a href=\"https:\/\/eur03.safelinks.protection.outlook.com\/?url=https%3A%2F%2Fwww.euronews.com%2Fhealth%2F2024%2F09%2F02%2Feu-outlines-13m-initiative-to-make-nursing-more-attractive&amp;data=05%7C02%7Cgerardo.fortuna%40euronews.com%7Ca7ff82cfbd6941fa7ee408dcf1efcdad%7Ce59fa28a32ed49aca5a09c46118cfecf%7C0%7C0%7C638651259458285038%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJWIjoiMC4wLjAwMDAiLCJQIjoiV2luMzIiLCJBTiI6Ik1haWwiLCJXVCI6Mn0%3D%7C0%7C%7C%7C&amp;sdata=BBTIUihKKuZunN7MVhdbVxOAX7sYQ%2BJPK0hGV%2B95xF0%3D&amp;reserved=0\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>vor kurzem<\/strong><\/a> ein mit 1,3 Mio. Euro ausgestattetes Projekt zur Bek\u00e4mpfung des Krankenpflegemangels in ganz Europa durch die F\u00f6rderung des Berufs in den am st\u00e4rksten betroffenen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Dennoch bef\u00fcrchten viele, dass das Programm den n\u00e4chsten Haushalts-Zyklus nicht \u00fcberleben wird. Selbst einige EU-Beamte haben angedeutet, dass es sich bei EU4Health um eine einmalige Ma\u00dfnahme handeln k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Politischer Kampf um die Finanzierung des Gesundheitswesens<\/strong><\/p>\n<p>Abgeordnete haben sich besorgt \u00fcber das m\u00f6gliche Verschwinden von EU4Health und die Auswirkungen auf Vorzeigeinitiativen wie den Plan zur Krebsbek\u00e4mpfung ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>Der kroatische Europaabgeordnete Tomislav Sokol weist darauf hin, wie wichtig es sei, einen eigenen Gesundheitshaushalt beizubehalten, da die Gesundheit nach der Pandemie zu einem der wichtigsten Themen in der EU geworden sei.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund hatte sich die EU daf\u00fcr entschieden, ein separates Gesundheitsprogramm im Rahmen des EU-Haushalts zu schaffen, um Initiativen wie den <a href=\"https:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/themen\/internationale-gesundheitspolitik\/europa\/europaeische-gesundheitspolitik\/ehds.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>EU-Gesundheitsdatenraum<\/strong><\/a>und die europ\u00e4ischen Referenznetzwerke zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn wir nicht in der Lage sind, dies zu sch\u00fctzen, bef\u00fcrchte ich, dass dies alles verw\u00e4ssert und von anderen gro\u00dfen Fonds im Haushalt absorbiert wird, und wir werden den Fokus auf die Gesundheitsversorgung verlieren, den wir jetzt haben&#8220;, so Sokol gegen\u00fcber Euronews.<\/p>\n<p>Er verweist auch auf neuere Priorit\u00e4ten wie das <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/newsroom\/sante\/items\/873657\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Gesetz \u00fcber kritische Arzneimittel<\/strong><\/a> und argumentiert, dass auch diese erhebliche EU-Mittel erfordern werden. &#8222;Nat\u00fcrlich bleibt die Gesundheitsf\u00fcrsorge gr\u00f6\u00dftenteils in nationaler Verantwortung, aber die Unterst\u00fctzung der EU ist notwendig, um gleiche Bedingungen f\u00fcr alle Mitgliedsstaaten zu schaffen&#8220;, warnt er.<\/p>\n<p><strong>Stimmen aus der Industrie schlie\u00dfen sich der Forderung an<\/strong><\/p>\n<p>Die Besorgnis hinsichtlich k\u00fcnftiger Gesundheitsinvestitionen ist zum Teil auf die j\u00fcngsten Haushaltsumschichtungen zur\u00fcckzuf\u00fchren. Im Februar 2024 wurde etwa eine Milliarde Euro aus EU4Health abgezogen, um ein Hilfspaket f\u00fcr die Ukraine zu finanzieren.<\/p>\n<p>Die drohenden K\u00fcrzungen sorgen f\u00fcr Unruhe im Gesundheitssektor. Die <a href=\"https:\/\/globalhealthprogress.org\/collaboration\/phssr\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Partnerschaft f\u00fcr Resilienz und Nachhaltigkeit von Gesundheitssystemen (PHSSR)<\/strong><\/a>, begr\u00fcndet von der London School of Economics, dem Weltwirtschaftsforum und AstraZeneca, hat in einem k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten Bericht im Vorfeld des Kommissionsvorschlags auf die Notwendigkeit weiterer Investitionen hingewiesen. Im Interview mit Euronews betont Greg Rossi, bei AstraZeneca verantwortlich f\u00fcr den Bereich Onkologie in Europa und Kanada, dass Europa Gefahr laufe, in den Biowissenschaften ins Hintertreffen zu geraten.<\/p>\n<p>&#8222;Wir sehen enorme Innovationen und M\u00f6glichkeiten zur Verbesserung der Gesundheitsergebnisse. In meinem Bereich, der Krebstherapie, gab es in den letzten 10 bis 15 Jahren au\u00dferordentliche Fortschritte. Aber Europa verliert an Boden&#8220;, warnt er: Die Finanzierung von Forschung und Entwicklung sei zur\u00fcckgegangen und klinische Versuche wanderten zunehmend aus Europa ab.<\/p>\n<p>Rossi warnt auch davor, dass sich ohne spezifische Investitionsinitiativen im Gesundheitsbereich, wie z. B. eine spezielle EU-Gesundheitsfinanzierung, der Zugang zu Innovationen verschlechtern, sich die Gesundheitsergebnisse verschlechtern und der Wettbewerbsvorteil Europas erodieren k\u00f6nnte. &#8222;Gesundheit ist eine Investition, die get\u00e4tigt werden muss, nicht ein Kostenfaktor, der verwaltet werden muss. Und wenn wir das tun, werden wir die Gesundheit und den Wohlstand unserer L\u00e4nder verbessern.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Was kommt als n\u00e4chstes?<\/strong><\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Kommission bereitet eine umfassende \u00dcberarbeitung ihres langfristigen Haushalts, auch bekannt als mehrj\u00e4hriger Finanzrahmen (MFR), f\u00fcr die Zeit nach 2027 vor.<\/p>\n<p>Ziel ist es, den Finanzrahmen einfacher und effizienter zu gestalten und besser auf die sich entwickelnden politischen Priorit\u00e4ten abzustimmen. Derzeit bel\u00e4uft sich der MFR auf rund 1,2 Bio. Euro &#8211; etwa 1 % des BIP der Europ\u00e4ischen Union. Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen erw\u00e4gt eine umfassende Umstrukturierung des MFR f\u00fcr den Zeitraum 2028-2034, wobei das derzeitige System von \u00fcber 50 Programmen auf EU-Ebene m\u00f6glicherweise aufgegeben werden soll.<\/p>\n<p>Haushaltskommissar Piotr Serafin hat bereits angedeutet, dass sich der n\u00e4chste Haushaltsvorschlag auf &#8222;weniger, st\u00e4rker fokussierte Programme&#8220; und einen strategischeren, ehrgeizigeren Rahmen konzentrieren werde. Der Vorschlag der Europ\u00e4ischen Kommission, der f\u00fcr Mitte Juli erwartet wird, wird ein erstes konkretes Signal f\u00fcr die k\u00fcnftige Finanzierung des Gesundheitswesens in der EU sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"WERBUNG Neue Priorit\u00e4ten wie Verteidigung und Wettbewerbsf\u00e4higkeit ziehen zunehmend Ressourcen von anderen Sektoren ab. 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