{"id":188117,"date":"2025-06-13T21:54:14","date_gmt":"2025-06-13T21:54:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/188117\/"},"modified":"2025-06-13T21:54:14","modified_gmt":"2025-06-13T21:54:14","slug":"das-steht-im-britischen-strategic-defence-review","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/188117\/","title":{"rendered":"Das steht im britischen Strategic Defence Review"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vergangene Woche ver\u00f6ffentlichte das britische Verteidigungsministerium sein Strategic Defence Review (SDR) f\u00fcr das Jahr 2025. Das 144-seitige Dokument entstand unter der Leitung von General und NATO-Generalsekret\u00e4r a. D. Sir Richard Barrons sowie der Russland-Expertin Fiona Hill. <\/strong><\/p>\n<p>Die britische Regierung hatte das SDR unmittelbar nach ihrer Wahl im Sommer des vergangenen Jahres in Auftrag gegeben. Premierminister Keir Starmer erkl\u00e4rte am Morgen der Ver\u00f6ffentlichung auf der Govan Shipbuilding Yard in Schottland, dass Gro\u00dfbritannien wieder eine bewaffente kampfbereite Nation werden wird.<br \/>Tats\u00e4chlich kritisiert, fordert und verspricht das Dokument viel. Die britische Regierung plant unter anderem:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>die Beschaffung von bis zu zw\u00f6lf Atom-U-Booten der Aukus-Klasse,<\/li>\n<li>ein sechs Milliarden Pfund umfassendes Investitionsprogramm zur Errichtung von mindestens sechs neuen Munitionsfabriken sowie zur Beschaffung mehrerer Tausend Langstreckenraketen,<\/li>\n<li>400 Millionen Pfund Wirtschaftshilfen f\u00fcr die heimische Industrie,<\/li>\n<li>ein neues B\u00fcro zur Organisation von R\u00fcstungsexporten an befreundete Nationen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sind unter dem Stichwort \u201eNew Hybrid Navy\u201c bei der britischen Marine weitere U-Boote der Dreadnought-Klasse, zus\u00e4tzliche Kriegs- und Unterst\u00fctzungsschiffe, die Modernisierung der Flugzeugtr\u00e4gerflotte sowie autonome Einheiten geplant. Die Royal Air Force (RAF) soll weitere F-35 erhalten, ein Upgrade der Typhoon-Flotte bekommen und durch das Global Combat Air Programme (GCAP) Kampfjets der sechsten Generation sowie autonome Luftfahrzeuge einf\u00fchren. Das britische Heer soll wiederum deutlich auf 76.000 Berufssoldatinnen und -soldaten anwachsen. Au\u00dferdem entsteht zur Abwehr hybrider Bedrohungen und zur elektromagnetischen Kriegsf\u00fchrung ein neues \u201eCyber-EM Command\u201c. In die Luftverteidigung soll bis zu einer Milliarde Pfund flie\u00dfen. \u00dcber die Bereiche, in welche diese Mittel flie\u00dfen sollen, schweigt sich das SDR aus. F\u00fcr die nuklearen F\u00e4higkeiten sind 15 Milliarden Pfund vorgesehen. <\/p>\n<p>Ableitungen aus dem Ukraine-Krieg und Hightech<\/p>\n<p>Ausgehend von den Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg leitet das SDR neue Anforderungen f\u00fcr die Streitkr\u00e4fte ab. So sollen die Investitionen in autonome Systeme verdoppelt und ein \u201eDrone Centre\u201c zur Beschleunigung des UxV-Einsatzes gegr\u00fcndet werden. Zudem investiert das Verteidigungsministerium eine Million Pfund in die digitale Integration der Streitkr\u00e4fte. Da Gro\u00dfbritannien als erstes europ\u00e4isches Land eine Energiewaffe ins Feld f\u00fchren will, sollen rund eine Milliarde Pfund in deren Entwicklung flie\u00dfen. Um den Dienst bei den Streitkr\u00e4ften attraktiver zu machen, investiert die Regierung sieben Milliarden Pfund in die Verbesserung der Unterk\u00fcnfte. Ein freiwilliges \u201eGap Year\u201c soll zudem bis 2030 zu einem Anstieg der Rekrutenzahlen um 30 Prozent beitragen.<\/p>\n<p>Den Herausforderungen der Zeit nicht gewachsen<\/p>\n<p>In Bezug auf die Frage, ob die britischen Streitkr\u00e4fte in ihrer aktuellen Struktur in einem Landes- und B\u00fcndnisverteidigungsszenario bestehen k\u00f6nnten, findet das SDR deutliche Worte: \u201eDie Arbeitsweise des Verteidigungssektors ist nach wie vor auf eine Friedenszeit ausgerichtet\u201c, hei\u00dft es im Bericht.<br \/>Innovation werde erstickt, die B\u00fcrokratie verschlinge Zeit und Ressourcen. Im Ergebnis seien die britischen Streitkr\u00e4fte gegenw\u00e4rtig nicht auf den Kampf gegen einen gleichwertigen Gegner vorbereitet. Es fehle an ausreichenden Munitionsvorr\u00e4ten und medizinischen Kapazit\u00e4ten f\u00fcr den Ernstfall.<\/p>\n<p>Trotz der ambitionierten Pl\u00e4ne weigert sich Premierminister Starmer, ein dauerhaftes Wachstum der Verteidigungsausgaben zuzusagen. Zwar verpflichtet sich die Labour-Regierung, bis 2027 die Ausgaben auf 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu erh\u00f6hen, bei der langfristigen Finanzierung bleibt Starmer jedoch vage. Er zeigt sich zuversichtlich, bis 2034 die Drei-Prozent-Marke zu erreichen \u2013 konkrete Zusagen bleiben jedoch aus.<br \/>Die amtierende Labour-Regierung k\u00e4mpft mit dem Spagat, die Verteidigungsf\u00e4higkeit des Landes aufzubauen, ohne dabei K\u00fcrzungen im Sozialstaat anzusetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vergangene Woche ver\u00f6ffentlichte das britische Verteidigungsministerium sein Strategic Defence Review (SDR) f\u00fcr das Jahr 2025. 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