{"id":188825,"date":"2025-06-14T04:43:09","date_gmt":"2025-06-14T04:43:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/188825\/"},"modified":"2025-06-14T04:43:09","modified_gmt":"2025-06-14T04:43:09","slug":"billige-energie-eine-teure-illusion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/188825\/","title":{"rendered":"Billige Energie, eine teure Illusion"},"content":{"rendered":"<p>Europas Traum vom billigen \u00d6kostrom entpuppt sich zunehmend als kostspielige Illusion. Politische Versprechen und ambitionierte Ausbauziele suggerieren eine Zukunft mit sauberer Energie zu niedrigen Preisen. Doch w\u00e4hrend Solar- und Windkraft massiv zugelegt haben, bleiben zentrale Voraussetzungen auf der Strecke. Veraltete Stromnetze, fehlende Speicherl\u00f6sungen und unzureichende Investitionen bremsen den Fortschritt aus. Technische Probleme, wie der gro\u00dfe Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel, zeigen bereits heute, dass der Preis f\u00fcr die gr\u00fcne Transformation weit h\u00f6her ausf\u00e4llt als bisher angenommen \u2013 sowohl wirtschaftlich als auch infrastrukturell (<a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/energy\/path-cheap-power-will-be-very-expensive-2025-06-09\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">reuters: 09.06.25<\/a>).<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Zwischen gr\u00fcnem Aufbruch und teurer Illusion<\/p>\n<p>Erneuerbare Energien legen in Europa rasant zu. Allein zwischen 2022 und 2024 kamen 168\u202fGigawatt Solar- und 44\u202fGigawatt Windkraft hinzu. In Gro\u00dfbritannien \u00fcbertraf der Anteil erneuerbarer Stromquellen 2024 erstmals die 50-Prozent-Marke.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" data-pagespeed-lazy-src=\"https:\/\/blackout-news.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/xStromnetz-Pixabay-3916954_1280-1024x682.jpg.pagespeed.ic.BXZjXr2trr.jpg\" alt=\"Die Illusion vom billigen \u00d6kostrom br\u00f6ckelt: Europas Energiewende scheitert an veralteten Netzen, Finanzl\u00fccken und politischen Hemmnissen\" class=\"wp-image-41997\" data-pagespeed-lazy-  src=\"\/pagespeed_static\/1.JiBnMqyl6S.gif\" onload=\"pagespeed.lazyLoadImages.loadIfVisibleAndMaybeBeacon(this);\" onerror=\"this.onerror=null;pagespeed.lazyLoadImages.loadIfVisibleAndMaybeBeacon(this);\"\/>Die Illusion vom billigen \u00d6kostrom br\u00f6ckelt: Europas Energiewende scheitert an veralteten Netzen, Finanzl\u00fccken und politischen Hemmnissen<\/p>\n<p>Doch die n\u00f6tige Infrastruktur hinkt dramatisch hinterher. Kabel, Speicher und Umspannwerke wurden kaum ausgebaut. Laut EU-Kommission drohen bis 2030 \u00fcber 50\u202fProzent der Niederspannungsleitungen zu veralten. Gleichzeitig stagnierte der Netzausbau. Prognosen gehen von einem Finanzbedarf von \u00fcber 1,2\u202fBillionen Euro bis 2040 aus \u2013 allein f\u00fcr Verteil- und \u00dcbertragungsnetze.<\/p>\n<p>Blackout als Warnsignal f\u00fcr vernachl\u00e4ssigte Strukturen<\/p>\n<p>Der fl\u00e4chendeckende Stromausfall in Spanien und Portugal am 28. April offenbart gravierende Schw\u00e4chen. Zwei Solarparks gingen kurz vor dem Blackout vom Netz \u2013 und das System brach zusammen.<\/p>\n<p>Die Ursache liegt nicht in der Energiequelle, sondern in der fehlenden Netzstabilit\u00e4t. Solar- und Windkraft liefern keine Inertia, also keine physikalische Tr\u00e4gheit, die Spannungsschwankungen ausgleichen kann. Konventionelle Kraftwerke bieten diese Reserve durch rotierende Generatoren. Neue Technologien wie Synchronkondensatoren oder Batteriespeicher k\u00f6nnten helfen \u2013 werden jedoch kaum genutzt.<\/p>\n<p>Offshore-Tr\u00e4ume, wirtschaftliche Illusion<\/p>\n<p>Auch prestigetr\u00e4chtige Offshore-Windprojekte geraten ins Wanken. \u00d8rsted stoppte Anfang Mai Hornsea 4 \u2013 trotz 840 Millionen Dollar Investition. Materialpreise machten das Projekt unrentabel.<\/p>\n<p>Kurz darauf setzte die Niederlande Ausschreibungen f\u00fcr zwei Offshore-Windparks aus. Interessenten blieben aus, da ohne Subventionen keine Wirtschaftlichkeit bestand. Gro\u00dfprojekte scheitern immer h\u00e4ufiger an finanzieller Realit\u00e4t und politischer Unt\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>Weltweiter Trend: Stromnetze bleiben unterfinanziert<\/p>\n<p>Global stieg die Investition in Stromnetze 2024 auf 390\u202fMilliarden Dollar, meldet die IEA. Trotzdem sinkt der Anteil am Gesamtbudget. Fr\u00fcher flossen 60 Cent in Netze pro Dollar f\u00fcr neue Erzeugungskapazit\u00e4t \u2013 heute sind es weniger als 40.<\/p>\n<p>Gerade in alternden Systemen wie in Europa droht ohne Gegensteuern eine Welle von Instabilit\u00e4ten. Moderne Technologien allein reichen nicht, wenn das R\u00fcckgrat \u2013 das Netz \u2013 vernachl\u00e4ssigt wird.<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Politische Kurzsicht verhindert langfristige L\u00f6sungen<\/p>\n<p>Das eigentliche Problem liegt in der politischen Logik. Regierungen meiden Investitionen, die Strompreise erh\u00f6hen k\u00f6nnten. Gleichzeitig fordern Unternehmen Planbarkeit und Subventionen \u2013 sonst rechnet sich kaum ein Projekt.<\/p>\n<p>Zwar flie\u00dfen j\u00e4hrlich \u00fcber 100\u202fMilliarden Euro an fossile Subventionen, doch bei zukunftsf\u00e4higer Infrastruktur fehlt es an Mut und Strategie. Populismus und nationale Einzelinteressen erschweren nachhaltige Entscheidungen.<\/p>\n<p>Am Ende bleibt die Illusion vom billigen, gr\u00fcnen Strom \u2013 sie zerplatzt an Technik, Kosten und Politik. Wer ernsthaft auf Klimaschutz setzt, muss bereit sein, massiv zu investieren.<\/p>\n<p>Lesen Sie auch:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Europas Traum vom billigen \u00d6kostrom entpuppt sich zunehmend als kostspielige Illusion. 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