{"id":189296,"date":"2025-06-14T09:05:13","date_gmt":"2025-06-14T09:05:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/189296\/"},"modified":"2025-06-14T09:05:13","modified_gmt":"2025-06-14T09:05:13","slug":"premiere-fuer-all-i-crave-am-20-juni-in-den-cammerspielen-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/189296\/","title":{"rendered":"Premiere f\u00fcr \u201eAll I Crave\u201c am 20. Juni in den Cammerspielen \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>\u201eAchtundzwanzig Jahre bin ich nun alt \u2026 alles ist schlie\u00dflich gut, alles kommt von Gott \u2013 ich glaube aber: wenn ich verheiratet w\u00e4re und den ganzen Tag in meinem Heim zubringen k\u00f6nnte, \u2013 ich w\u00fcrde mich wohler dabei f\u00fchlen. (Pause) Ich w\u00fcrde meinen Mann lieben\u201c, sagt Olga in \u201eDrei Schwestern\u201c von Anton Tschechow. So sah Tschechow damals die Welt der \u201etraditionellen\u201c Hausfrauen. Das heute von ultrakonservastiven Politikern wieder propagiert wird. Stoff f\u00fcr ein sehr modernes Theaterst\u00fcck.<\/p>\n<p>In dem Medienph\u00e4nomen der Tradwives (traditionelle Ehefrauen) spiegelt sich die Passivit\u00e4t und Weltvergessenheit aus Anton Tschechows St\u00fcck \u201eDrei Schwestern\u201c (1901). Diese Influencerinnen sind reiche, privilegierte, meist sehr junge Frauen, welche in den Sozialen Netzwerken Einblicke in ihre Leben als gl\u00fcckliche M\u00fctter und Partnerinnen geben. Im Internet feiern sie Hochzeiten und Baby Showers im gro\u00dfen Stil, backen Brote und reinigen Textilien, w\u00e4hrend in der Gesellschaft ein gewaltiger Rechtsruck stattfindet.<\/p>\n<p>Die hohen Klickzahlen der Tradwives sind ein Indiz daf\u00fcr, dass Konservatismus in Krisenzeiten im Trend liegt. Es ist die Eindeutigkeit dieser Bilder von friedlicher, sorgloser H\u00e4uslichkeit, die uns so zusagt.<\/p>\n<p>In \u201eAll I Crave\u201c, das jetzt in den <a href=\"http:\/\/www.cammerspiele.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Cammerspielen<\/a> Premiere feiert, versucht das f\u00fcnfk\u00f6pfige Ensemble als \u201eMomfluencerinnen\u201c und \u201eStay-at-Home-Girlfriends\u201c einem Ideal von Weiblichkeit nahezukommen. Ihre Aufgabe ist es, jede ihrer T\u00e4tigkeiten leicht aussehen zu lassen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich darf Liebe nicht nach Arbeit aussehen, darin sind sie sich alle einig. Ihr zun\u00e4chst so ausgewogen anmutender Lifestyle driftet ab, wirkt erst angestrengt, dann grotesk und gruselig. Die beruhigende Eindeutigkeit entpuppt sich als Bedrohung.<\/p>\n<p>KLeineR_ex ist ein Theaterkollektiv bestehend aus Johanna Rex (sie\/ihr), Theresa Kleiner (alle Pronomen) und Jasmin Lein (sie\/ihr). \u201eAll I Crave\u201c ist nach \u201eCRYPTO BOIS \u2013 Die Leiden der jungen W.s\u201c das zweite Theaterst\u00fcck des Kollektivs, in dem sie sich queer-feministisch mit gegenderten Rollenbildern und Erfolgsversprechen in Popkultur und kanonisierter Literatur auseinandersetzen.<\/p>\n<p><strong>Premiere f\u00fcr \u201eAll I Crave\u201c<\/strong>, ein Theaterst\u00fcck von KleineR_ex, ist am Donnerstag, 19. Juni, um 20 Uhr in den Cammerspielen Leipzig (Kochstra\u00dfe 132, 04277 Leipzig).<\/p>\n<p>Weitere Termine: Freitag, 20. Juni, und Samstag, 21. Juni, jeweils 20 Uhr und Sonntag, 22. Juni, 18 Uhr<\/p>\n<p>Performance: Mareike Dobberthien, Laura Kersten, Zixuan Ni (Nima), Charlotte Tienken &amp; Lilly Zellmann<br \/>Regie: Johanna Rex &amp; Theresa Kleiner<br \/>Text: Theresa Kleiner<br \/>Produktionsleitung: Jasmin Lein<br \/>B\u00fchne &amp; Kost\u00fcm: Josefine Freitag<br \/>Musik: Niklas Jacobs<br \/>Idee: Laura Kersten<\/p>\n<p>Die Inszenierung wird gef\u00f6rdert vom Studentenwerk Leipzig. Vielen Dank an m\u00fcller \u2013 Die K\u00fcche | Mit freundlicher Unterst\u00fctzung des Stadtbezirksbeirats S\u00fcd, des Student_innenRat der Universit\u00e4t Leipzig und der Fachschaftsr\u00e4te Theaterwissenschaft, Kulturwissenschaft, Amerikanistik\/ Anglistik und Wirtschaftswissenschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eAchtundzwanzig Jahre bin ich nun alt \u2026 alles ist schlie\u00dflich gut, alles kommt von Gott \u2013 ich glaube&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":189297,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[31954,3364,29,30,71,859],"class_list":{"0":"post-189296","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-cammerspiele","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-leipzig","13":"tag-sachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114680923947314709","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/189296","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=189296"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/189296\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/189297"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=189296"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=189296"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=189296"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}