{"id":189711,"date":"2025-06-14T12:55:08","date_gmt":"2025-06-14T12:55:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/189711\/"},"modified":"2025-06-14T12:55:08","modified_gmt":"2025-06-14T12:55:08","slug":"wenig-passagiere-deutsche-luftfahrt-klagt-ueber-hohe-steuern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/189711\/","title":{"rendered":"Wenig Passagiere: Deutsche Luftfahrt klagt \u00fcber hohe Steuern"},"content":{"rendered":"<p>Branchenverb\u00e4nden wie dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) sind die h\u00f6heren Steuern in Deutschland, verglichen mit anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, schon l\u00e4nger ein Dorn im Auge. Joachim Lang, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des BDL, sprach bei einem Pressetermin am N\u00fcrnberger Albrecht-D\u00fcrer-Airport diese Woche von einem klaren Wettbewerbsnachteil. <\/p>\n<p>Passagierzahlen steigen in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern schneller  <\/p>\n<p>Der Flugverkehr in Deutschland hinkt dem Vor-Corona-Niveau hinterher. Das ist in vielen anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern anders. Seit Ende der Pandemie steigen die Passagierzahlen in Deutschland zwar j\u00e4hrlich wieder an, dennoch war man 2024 erst bei 85 Prozent der Passagierzahlen, die man noch 2019 gehabt hatte (2019: 248,1 Millionen, 2024: 211,9 Millionen Passagiere laut Flughafenverband ADV). Europaweit w\u00fcrden nur Finnland, Slowenien und Schweden schlechter abschneiden, so Joachim Lang. <\/p>\n<p>Die sogenannten Standortkosten in Deutschland bestehen in der Regel aus der Luftverkehrssteuersteuer, den Flugsicherungsgeb\u00fchren sowie den Sicherheitsgeb\u00fchren am Boden und machen ungef\u00e4hr ein Drittel des Ticketpreises aus.  <\/p>\n<p>&#8222;Innerdeutsche Fl\u00fcge lohnen sich nicht mehr&#8220;<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Airlines lohnt es sich nicht mehr, innerdeutsche Verbindungen anzubieten, sagt Lang. Denn da m\u00fcsse die Luftverkehrssteuer dann zweimal bezahlt werden (die Steuer gilt jeweils f\u00fcr den Abflug aus Deutschland). Das deckt sich mit den Aussagen eines Brancheninsiders einer Fluggesellschaft, der nicht genannt werden m\u00f6chte. Wer Geld verdienen will, stationiert sein Flugzeug lieber au\u00dferhalb Deutschlands und fliegt dann von dort, sagt er. Umsetzen k\u00f6nnten das aber in der Regel nur Billigfluggesellschaften wie Ryanair oder EasyJet, die nicht an feste Drehkreuze gebunden sind \u2013 im Gegensatz zu Anbietern wie beispielsweise die Lufthansa (M\u00fcnchen und Frankfurt) oder KLM (Amsterdam). <\/p>\n<p>Ein weiterer Insider berichtet, dass gerade Billigfluggesellschaften mit kleineren Flugh\u00e4fen attraktive Pakete abgeschlossen h\u00e4tten. Diese machten es dann immer noch rentabel, diese Flugh\u00e4fen anzusteuern. <\/p>\n<p>DLR-Studie untersuchte genaue Ursachen <\/p>\n<p>Warum in Deutschland das Passagieraufkommen langsamer w\u00e4chst als in anderen europ\u00e4ischen Staaten, hat auch das Deutsche Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (DLR) besch\u00e4ftigt. In einer Studie im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums untersuchte ein Team um Dr. Sven Maertens vom Institut f\u00fcr Luftverkehr am DLR die genauen Gr\u00fcnde. Demnach stiegen die Standortkosten in Deutschland zwischen 2019 und 2024 um 38 Prozent, im europ\u00e4ischen Durchschnitt um 26 Prozent. <\/p>\n<p>Statistisch signifikant seien neben den Standortkosten auch die schwache Wirtschaft, sagt Maertens. Diese beiden Faktoren machen demnach etwa 18 Prozent aus und tragen zur fehlenden Erholung des Luftverkehrs in Deutschland bei.  <\/p>\n<p>&#8222;Bunter Blumenstrau\u00df an Gr\u00fcnden&#8220;<\/p>\n<p>Es gebe aber insgesamt einen &#8222;bunten Blumenstrau\u00df an Gr\u00fcnden&#8220;, warum der deutsche Luftverkehr anderen europ\u00e4ischen hinterherhinke. Dazu z\u00e4hle zum Beispiel der Krieg in der Ukraine und Russland (macht etwa f\u00fcnf Millionen Passagiere aus), um 27 Prozent gestiegene Ticketpreise sowie ein Umdenken bei der Bev\u00f6lkerung, die gerade auf innerdeutschen Strecken auch auf die Bahn ausgewichen ist. Auch bei den Gesch\u00e4ftsreisen habe es ein Umdenken gegeben. Viele Unternehmen setzten vermehrt auf Online-Sitzungen. <\/p>\n<p>Flughafen N\u00fcrnberg breit aufgestellt\u202f <\/p>\n<p>Auch der N\u00fcrnberger Albrecht-D\u00fcrer-Airport beklagt hohe Standortkosten und hofft auf eine Reduzierung. Im vergangenen Jahr hatte der Airport rund vier Millionen Passagiere, in diesem Jahr rechnet man mit rund 4,4 Millionen. Vor allem mit einer stabilen Preispolitik gegen\u00fcber den Airlines sowie einem Mix aus Billigfluggesellschaften wie Ryanair oder SunExpress und Netzwerk-Airlines, die Passagiere an Drehkreuze wie Frankfurt, Paris oder Amsterdam fliegen, hat der Flughafen es geschafft, nach Corona wieder stabiler zu wirtschaften als andere kleinere Airports in Deutschland.\u202f <\/p>\n<p>Fehlende Gesch\u00e4ftsreisende, Tourismus boomt\u202f <\/p>\n<p>Wie an vielen deutschen Flugh\u00e4fen fehlen auch in N\u00fcrnberg die Gesch\u00e4ftsreisenden. Gerade die Strecken in wirtschaftsstarke Regionen wie \u00d6sterreich, Schweiz, UK oder Norditalien sind von Deutschland aus reduziert oder ganz gestrichen worden. Nur dank der starken Nachfrage in touristische Gebiete, beispielsweise in den Mittelmeerraum, k\u00f6nnen Flugh\u00e4fen wie der N\u00fcrnberger ihre Bilanz ausgleichen, sagen mehrere Branchenkenner. Hinzu kommen weitere Gesch\u00e4ftsfelder, wie beispielsweise das Vermieten von Park- und B\u00fcrofl\u00e4chen, mit denen Geld verdient wird.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Branchenverb\u00e4nden wie dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) sind die h\u00f6heren Steuern in Deutschland, verglichen mit anderen europ\u00e4ischen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":189712,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1837],"tags":[772,3364,21606,29,844,30,1746,6760,62958,61282,4156,3783],"class_list":{"0":"post-189711","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nuernberg","8":"tag-bayern","9":"tag-de","10":"tag-deutsches-zentrum-fuer-luft-und-raumfahrt","11":"tag-deutschland","12":"tag-flugverkehr","13":"tag-germany","14":"tag-luftfahrt","15":"tag-luftverkehr","16":"tag-luftverkehrssteuer","17":"tag-luftverkehrswirtschaft","18":"tag-mittelfranken","19":"tag-nuernberg"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114681828090962242","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/189711","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=189711"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/189711\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/189712"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=189711"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=189711"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=189711"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}