{"id":1899,"date":"2025-04-02T07:24:21","date_gmt":"2025-04-02T07:24:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1899\/"},"modified":"2025-04-02T07:24:21","modified_gmt":"2025-04-02T07:24:21","slug":"podcast-feel-hamburg-mit-rainer-moritz-chef-des-literaturhauses-ndr-de-ndr-903","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1899\/","title":{"rendered":"Podcast &#8222;Feel Hamburg&#8220; mit Rainer Moritz &#8211; Chef des Literaturhauses | NDR.de &#8211; NDR 90,3"},"content":{"rendered":"<p>\nStand: 02.04.2025 05:00 Uhr\n<\/p>\n<p class=\"preface\">Die Interessen des scheidenden Chefs des Hamburger Literaturhauses, Rainer Moritz, sind ein interessanter Dreiklang: Literatur, Fu\u00dfball und Deutscher Schlager. Mit &#8222;Feel Hamburg&#8220; Host Daniel Kaiser spricht er \u00fcber seine Leidenschaften.<\/p>\n<p>&#8222;Ich war unglaublich gerne auf Dorfpl\u00e4tzen Fu\u00dfball-Schiedsrichter&#8220;, erinnert sich Rainer Moritz an seine Jugendjahre, als er in der schw\u00e4bischen Kreisliga gepfiffen hat. Diese Erfahrungen haben ihn sehr gepr\u00e4gt, denn er musste seine Entscheidungen &#8222;vor 100 Zuschauern und altgedienten Haudegen vertreten, die seit 20 Jahren bei Brackenheim oder Geilenkirchen spielen.&#8220; Ein Spiel gut geleitet zu haben, sei immer ein sehr befriedigendes Gef\u00fchl gewesen. Man musste sich Respekt verschaffen und robust auftreten, um bestehen zu k\u00f6nnen. &#8222;Am Sonntag war ich bei irgendeinem Spiel als Schiedsrichter unterwegs und im Studium habe ich montags ein Faust II Seminar in T\u00fcbingen besucht. Diese Konfrontation mit unterschiedlichen Lebenswelten war f\u00fcr mich sehr heilsam.&#8220; Und das habe sich sp\u00e4ter auch auf seine Arbeit als Literaturkritiker positiv ausgewirkt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"184\" height=\"104\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/rainermoritz124_v-einspaltig.jpg\" alt=\"Portraitfoto von Dr. Rainer Moritz, Chef des Hamburger Literaturhauses \u00a9 Dr. Rainer Moritz Foto: Gunter Gl\u00fccklich\" title=\"Portraitfoto von Dr. Rainer Moritz, Chef des Hamburger Literaturhauses\" style=\"display:none\"\/><\/p>\n<p>\n<strong>Sendung: <\/strong>&#8222;Feel Hamburg&#8220; | 02.04.2025 | 05:00 Uhr | von Kaiser, Daniel <\/p>\n<p>\n<strong>55 Min<\/strong><br \/>\n|<br \/>\nVerf\u00fcgbar bis 02.04.2027<\/p>\n<p class=\"text-base font-semibold mb-3\">Die Interessen des scheidenden Chefs des Hamburger Literaturhauses, Rainer Moritz, sind ein interessanter Dreiklang: Literatur, Fu\u00dfball und Deutscher Schlager. Mit &#8222;Feel Hamburg&#8220; Host Daniel Kaiser spricht er \u00fcber seine Leidenschaften.<br \/>\n<br \/>Seine Arbeit als Kreisliga-Fu\u00dfballschiedsrichter hat ihn sehr geerdet. Er musste sich bereits als 17-J\u00e4hriger gegen\u00fcber gestandenen Spielern behaupten, die teilweise bereits seit 20 Jahren in der Liga spielten. Er musste seine Entscheidungen verantworten und sie auf dem Platz durchsetzen. Das hat ihm das n\u00f6tige Selbstbewusstsein gegeben, um in seinem sp\u00e4teren Beruf bestehen zu k\u00f6nnen. Au\u00dferdem war der Spagat zwischen &#8222;Faust II-Seminar&#8220; und dem Bolzplatz, also das Wandern zwischen zwei Lebenswelten sehr erdend. Rainer Moritz f\u00e4llt es deshalb leicht, auch andere Perspektiven einzunehmen und zu akzeptieren.<br \/>\n<br \/>Als Literaturkritiker ist er kein Freund von weichgesp\u00fclten Formulierungen. Wenn ihm ein Buch nicht gef\u00e4llt, schreibt er es auch deutlich. Literaturkritik trennt die Spreu vom Weizen, versucht das mit Argumenten zu tun. Und dann kommt es eben auch mal zu Verrissen. B\u00fccher als solche behandelt Moritz immer mit Liebe und Respekt. Er k\u00f6nnte niemals mit Textmarker Zeilen oder ganze Abs\u00e4tze hervorheben und auch Eselsohren gehen f\u00fcr ihn gar nicht. Im Gespr\u00e4ch mit Daniel Kaiser erinnert sich Rainer Moritz an die Begegnung mit einer Frau, die jedes gelesene Blatt aus dem Buch herausriss, um Gewicht zu sparen.  Das sei f\u00fcr ihn ein so schmerzhaftes Erlebnis gewesen, dass er sich abwenden musste.<br \/>\n<br \/>Rainer Moritz ist nicht nur Literaturkritiker, er schreibt auch B\u00fccher, z.B. \u00fcber seine weitere Leidenschaft &#8211; den Deutschen Schlager. Hier sch\u00e4tzt er die alten Schlager ganz besonders.<br \/>\n<br \/>Mit seinem breiten Interesse an Literatur, Musik und Fu\u00dfball sowie seiner direkten Art ist Rainer Moritz eine herausragende Pers\u00f6nlichkeit im deutschen Kulturbetrieb. Als Leiter des Literaturhauses Hamburg sorgt er seit vielen Jahren daf\u00fcr, dass spannende Debatten gef\u00fchrt werden und Literatur kritisch betrachtet und gefeiert wird. Gleichzeitig bleibt er sich und seinen Leidenschaften treu \u2013 sei es als Literaturkritiker, Schlagerexperte oder geerdeter Fu\u00dfballfan.\n<\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch mit Daniel Kaiser verr\u00e4t Rainer Moritz auch, ob er sich von B\u00fcchern trennen kann, warum er gerne in Eppendorf lebt und wie er damit umgeht, dass die junge Generation viel weniger liest.<\/p>\n<p>Ein Kritiker mit klarer Haltung<\/p>\n<p>Rainer Moritz ist nicht nur ein profunder Literaturkenner, sondern auch ein streitbarer Kritiker. In der heutigen Medienlandschaft, in der Verrisse oft als unn\u00f6tig oder zu scharf empfunden werden, h\u00e4lt er an der klassischen Literaturkritik fest: &#8222;Dieses Immer-nett-zueinander-sein ist eine Tendenz, die ich seit einigen Jahren beobachte. Damit kann ich nichts anfangen, immer freundlich \u00fcber B\u00fccher zu sprechen. Chefredakteure sagen: &#8218;Verrisse brauchen wir nicht, die nehmen ja nur Platz weg in den Printmedien.&#8216; Nein, Literaturkritik trennt die Spreu vom Weizen, versucht das mit Argumenten zu tun. Und dann kommt es eben auch mal zu Verrissen. Niemand gef\u00e4llt es, wenn er einen Verriss bekommt, das ist klar. Andererseits ist das der Job von Literaturkritik.&#8220; Rainer Moritz gibt Autoren, die einen Verriss verdauen m\u00fcssen, einen Rat mit auf den Weg: &#8222;Es gibt auch nat\u00fcrlich mal Autoren, die emp\u00f6rt sind \u00fcber das, was man geschrieben hat. Dass der Autor jetzt selber einen Brief schreibt an den Rezensenten, das kommt eher selten vor, sollte man auch nicht tun. Stattdessen kann man zum Beispiel im n\u00e4chsten Roman eine unangenehme Figur nach dem Kritiker benennen und hat dann seine Rache.\u201c<\/p>\n<p>Die Liebe zum Schlager<\/p>\n<p>Neben der Literatur ist der deutsche Schlager eine andere gro\u00dfe Leidenschaft von Rainer Moritz. Er hat nicht nur B\u00fccher \u00fcber dieses Genre geschrieben, sondern bringt seine Begeisterung auch bei &#8222;Feel Hamburg&#8220; mit einer pers\u00f6nlichen Geschichte zum Ausdruck: &#8222;Ich werde nie vergessen, dass ich mal mit einem Kollegen zusammen zu Vertretersitzungen, die au\u00dferhalb Hamburgs waren, mit dem Auto gefahren bin. Da habe ich nat\u00fcrlich meine Schlager-CDs dabei gehabt und gespielt. Dann habe ich meinem werten Kollegen gesagt: &#8218;Das ist aber ein sehr guter Schlager.&#8216; Er war immer Bob Dylan-Fan, hat mich angeschaut und den legend\u00e4ren Satz gesagt: &#8218;Da h\u00f6ren Sie Unterschiede?&#8216; F\u00fcr ihn war alles eins, was mit Schlager zu tun hatte.&#8220; Rainer Moritz h\u00f6rt und macht viele Unterschiede bei Schlagermusik. &#8222;Ich mag klassische Schlager sehr gern, die einfach den Ton getroffen haben. Warum ist &#8218;Marmor, Stein und Eisen bricht&#8216; so ein Evergreen geworden? Warum andere Schlager nicht? Das ist auch in der Literatur eine spannende Frage. Warum setzen sich manche B\u00fccher durch und andere nicht?&#8220;<\/p>\n<p>Ein pr\u00e4gendes Gesicht der Hamburger <strong>Kulturszene<\/strong><\/p>\n<p>Mit seinem breiten Interesse an Literatur, Musik und Fu\u00dfball sowie seiner direkten Art ist Rainer Moritz eine herausragende Pers\u00f6nlichkeit im deutschen Kulturbetrieb. Als Leiter des Literaturhauses Hamburg sorgt er seit vielen Jahren daf\u00fcr, dass spannende Debatten gef\u00fchrt werden und Literatur kritisch betrachtet und gefeiert wird. Gleichzeitig bleibt er sich und seinen Leidenschaften treu \u2013 sei es als Literaturkritiker, Schlagerexperte oder geerdeter Fu\u00dfballfan.<\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch mit Daniel Kaiser verr\u00e4t Rainer Moritz auch, ob er sich von B\u00fcchern trennen kann, warum er gerne in Eppendorf lebt und wie er damit umgeht, dass die junge Generation viel weniger liest.<\/p>\n<p>Den kostenfreien Podcast &#8222;Feel Hamburg&#8220; finden Sie <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/903\/podcasts\/podcast5108.html\" title=\"Zum Podcast: &quot;Feel Hamburg&quot;\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">hier<\/a>, in der NDR Hamburg App, in der ARD Audiothek und bei anderen Podcast-Anbietern.<\/p>\n<p>Weitere Informationen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/mediathekbild514_v-contentgross.jpg\" alt=\"Eine Frau isst ein Br\u00f6tchen im Hamburger Hafen. \u00a9 Getty Images | iStockphoto Foto: Jens Rother\" title=\"Eine Frau isst ein Br\u00f6tchen im Hamburger Hafen.\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\nDaniel Kaiser spricht mit Menschen aus der Stadt, die etwas zu erz\u00e4hlen haben.<br \/>\n<a title=\"Zum Podcast: Alle Podcastfolgen &quot;Feel Hamburg&quot;\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/903\/podcasts\/podcast5108.html\" class=\"cta \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mehr<\/a>\n<\/p>\n<p>Weitere Informationen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/smartphone582_v-contentgross.jpg\" alt=\"Ein Smartphone mit Kopfh\u00f6rern liegt auf einer weichen Unterlage. \u00a9 fotolia.com Foto: maksim\" title=\"Ein Smartphone mit Kopfh\u00f6rern liegt auf einer weichen Unterlage.\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\nKostenlos und jederzeit aktuell: Hier k\u00f6nnen Sie die Hamburg-Podcasts von NDR 90,3 downloaden und abonnieren.<br \/>\n<a title=\"Zum Artikel: Hamburg-Podcasts von NDR 90,3 h\u00f6ren und abonnieren\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/903\/programm\/Hamburg-Podcasts-von-NDR-903-hoeren-und-abonnieren,podcasting4.html\" class=\"cta \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mehr<\/a>\n<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/laptopmusik100_v-contentgross.jpg\" alt=\"Junge Frau liegt entspannt auf dem Bett, hat Kopfh\u00f6rer im Ohr und schaut auf ein Laptop. \u00a9 picture-alliance \/ photoshot \" title=\"Junge Frau liegt entspannt auf dem Bett, hat Kopfh\u00f6rer im Ohr und schaut auf ein Laptop.\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>\nRadio und Fernsehen zum Mitnehmen: Mit Audio- und Video-Podcasts k\u00f6nnen Sie Sendungen des NDR unabh\u00e4ngig von Zeit und Ort anh\u00f6ren.<br \/>\n<a title=\"Zum Artikel: Podcasts abonnieren - so funktioniert&#039;s\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/service\/technische_hilfe\/Podcasts-abonnieren-so-funktionierts,podcast28.html\" class=\"cta \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mehr<\/a>\n<\/p>\n<p>Dieses Thema im Programm:<\/p>\n<p>NDR 90,3 |<br \/>\n&#8222;Feel Hamburg&#8220; |<br \/>\n02.04.2025 | 20:00 Uhr<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/ndr_printlogo.gif\" alt=\"NDR Logo\" title=\"NDR Logo\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 02.04.2025 05:00 Uhr Die Interessen des scheidenden Chefs des Hamburger Literaturhauses, Rainer Moritz, sind ein interessanter Dreiklang:&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1900,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[29,2041,30,2046,692,438,2043,2045,935,2044,2047,215,2042],"class_list":{"0":"post-1899","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-deutschland","9":"tag-feel","10":"tag-germany","11":"tag-geschichten","12":"tag-hamburg","13":"tag-ndr","14":"tag-podcast","15":"tag-promis","16":"tag-schauspieler","17":"tag-schriftsteller","18":"tag-talk","19":"tag-unterhaltung","20":"tag-viel-hamburg"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114267177871470556","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1899","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1899"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1899\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1900"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1899"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1899"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1899"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}