{"id":19082,"date":"2025-04-09T20:01:11","date_gmt":"2025-04-09T20:01:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/19082\/"},"modified":"2025-04-09T20:01:11","modified_gmt":"2025-04-09T20:01:11","slug":"maischberger-dann-reden-sie-mit-den-falschen-leuten-gehen-sie-mal-zur-tafel-schlaegt-reichinnek-kubicki-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/19082\/","title":{"rendered":"Maischberger: \u201eDann reden Sie mit den falschen Leuten. Gehen Sie mal zur Tafel\u201c, schl\u00e4gt Reichinnek Kubicki vor"},"content":{"rendered":"<p>Die Politik Donald Trumps erzeugt unter den G\u00e4sten von Sandra Maischberger nur kollektives Kopfsch\u00fctteln. Beim Duell zwischen Heidi Reichinnek und Wolfgang Kubicki kommt es dagegen zum argumentativen Schlagabtausch, aber auch zu gegenseitigen Zuneigungsbekundungen. Das letzte Wort hat am Ende aber der Kaiser.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">US-Pr\u00e4sident <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article255753848\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article255753848&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> \u00fcberzieht die Welt mit <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article255898128\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article255898128&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Z\u00f6llen<\/a>, erh\u00f6ht den Druck auf politische Partner und bringt damit auch seine heimische Wirtschaft in Schwierigkeiten. \u201eWie durchdacht ist sein Plan\u201c, m\u00f6chte Sandra Maischberger von ihren G\u00e4sten wissen und kann sich des geeinten Gegenspruchs sicher sein: Was Trump will, \u201eist mit Logik nicht zu fassen\u201c, sagt ARD-Wirtschaftsexpertin Anja Kohl. <\/p>\n<p>Er sprenge den Welthandel und die bisherige Ordnung, wobei das Endziel seiner Politik dennoch unklar sei. \u201e\u00d6konomischer Vandalismus\u201c, der die \u201eAxt am Welthandel\u201c ansetze, nennt Media Pioneer-Herausgeberin Dagmar Rosenfeld das Vorgehen des US-Milliard\u00e4rs.<\/p>\n<p>\u201eIrrational\u201c findet Trumps Politik auch Gordon Repinski, Chefredakteur von Politico Deutschland. Er liefert dennoch Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze: Es gehe ihm nicht, wie von Rosenfeld eingeworfen, um einen Ausgleich des Handelsbilanzdefizits der USA gegen\u00fcber Europa, sondern darum \u201edie Vorteile der US-Wirtschaft herauszuholen, wo immer es geht\u201c. Es sei nicht unwahrscheinlich, dass Trump tats\u00e4chlich an die Wirkung seines Protektionismus glaube. Das Resultat: \u201eDie Verl\u00e4sslichkeit in den Investitionsstandort USA ist nicht mehr gegeben\u201c, sagt Repinski. <\/p>\n<p>Seine Wirtschaftspolitik k\u00f6nnte daher Widerstand erfahren: \u201eDie B\u00fcrger werden merken, das geht zu ihren Lasten, sie werden das bezahlen m\u00fcssen\u201c, sagt Kohl. Das sei das Potenzial, das Trump zu Fall bringen k\u00f6nnte. Dabei komme es aber nicht nur auf die B\u00fcrger, sondern auch auf den politischen Kontrahenten an. Rosenfeld ist hier wenig zuversichtlich: \u201eIch sehe bei den Demokraten noch keine Figur, die zum Gesicht der Partei werden kann.\u201c<\/p>\n<p>Danach diskutieren zwei, die beide zum Gesicht ihrer jeweiligen Partei geworden sind und dabei inhaltlich so weit auseinanderliegen wie Europa und der amerikanische Kontinent: FDP-Urgestein Wolfgang Kubicki und Linken-Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek. Schon bei der Reaktion auf die US-Zollpolitik sind sie sich uneinig. W\u00e4hrend Reichinnek sich eine Digitalsteuer w\u00fcnscht, die vor allem die amerikanischen Tech-Riesen treffen w\u00fcrde, will Kubicki alle Z\u00f6lle streichen.<\/p>\n<p>Als es um deutsche Politik geht, intensiviert sich der zu erwartende Lagerkampf noch weiter. Einerseits Kubicki als Vertreter einer Partei, die, wie er sagt, \u201eam Boden liegt\u201c, andererseits Reichinnek als Vertreterin der wiedererstarkten Linken. Von den Umfrage-Unterschieden ist zwischen den beiden nichts zu sp\u00fcren, was folgt ist ein Schlagabtausch auf Augenh\u00f6he. <\/p>\n<p>In Runde Eins diskutieren die Kontrahenten \u00fcber das <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/plus255887880\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/plus255887880&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rentensystem<\/a>. F\u00fcr das fordert Reichinnek eine \u201eRevolution\u201c, eine Rentenkasse, in die alle B\u00fcrger gleicherma\u00dfen einzahlen. Eine staatliche Aktienrente bringe hingegen keinen Nutzen mit sich \u2013 auch mit Hinblick auf das aktuelle Chaos an den M\u00e4rkten. Kubicki sieht das anders und gibt ihr Anlage-Nachhilfe: \u201eMan darf nicht Tageskurse betrachten, sondern muss die langfristige Entwicklung betrachten.\u201c <\/p>\n<p>Auch als es um Sparma\u00dfnahmen f\u00fcr den Bundeshaushalt geht, finden sie nicht zueinander. Als Kubicki vorschl\u00e4gt, man k\u00f6nne etwa die Entwicklungshilfe k\u00fcrzen, verdreht Reichinnek demonstrativ die Augen und wirft ihm beim Thema Kinder- und Altersarmut vor, an der Realit\u00e4t vorbeizuschrammen. Kubicki attestiert, die meisten Menschen h\u00e4tten ja ein relativ gutes Leben in Deutschland, Reichinnek kontert: \u201eDann reden sie mit den falschen Leuten. Gehen sie mal zur Tafel.\u201c<\/p>\n<p>Die beiden liefern ein Exempel, wie der Austausch unter demokratischen Gegnern zwar inhaltlich hart, menschlich aber fair gef\u00fchrt werden kann. \u201eWir m\u00f6gen uns\u201c, gibt Kubicki offen zu. Er m\u00f6ge Menschen \u201edie ihre Meinung frei von der Leber weg sagen\u201c. Auch Reichinnek respektiere ihn und lobt, dass er sie bei ihren Reden im Bundestag als Bundestagsvizepr\u00e4sident immer \u00fcberziehen lie\u00df \u2013 \u201emehr als alle anderen Vizepr\u00e4sidenten\u201c. <\/p>\n<p>Dann gibt es noch mehr \u00dcberraschungen. W\u00e4hrend die Linken-Chefin CSU-Vorhaben wie die M\u00fctter-Rente lobt, geht Kubicki auf Abstand zu deren Parteichef und der Wandelbarkeit dessen politischer Positionen: \u201eZu Markus S\u00f6der m\u00f6chte ich mich nicht mehr \u00e4u\u00dfern. Der vertritt im Zweifel alles\u201c. <\/p>\n<p>Als ob die Zuneigung zwischen FDP und Linken nicht schon verwunderlich genug w\u00e4re, darf am Ende auch noch ein Schlagers\u00e4nger das Schlusswort liefern. Allerdings ein in der Politwelt nicht gerade unbekannter: Roland Kaiser, SPD-Mitglied seit 2002. Mit Maischberger spricht er \u00fcber das Comeback nach seiner schweren Lungenkrankheit und w\u00fcnscht sich auch f\u00fcr seine Sozialdemokraten einen neuen Aufbruch: \u201eDie Partei muss sich genauso erneuern, wie viele Parteien das tun m\u00fcssen\u201c, sagt Kaiser. <\/p>\n<p>Als Kaiser von seiner letzten Weltreise erz\u00e4hlt, versucht er am Ende aber noch einmal den Hauch von Optimismus zu verspr\u00fchen: In diesem \u201ewundersch\u00f6nen Land, auf dem sch\u00f6nsten Kontinent\u201c, sollten wir \u201eauch gl\u00fccklich und zufrieden sein k\u00f6nnen und nicht st\u00e4ndig meckern\u201c. Wer sollte den B\u00fcrgern die Welt auch rosig malen, wenn nicht ein Schlagers\u00e4nger. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Politik Donald Trumps erzeugt unter den G\u00e4sten von Sandra Maischberger nur kollektives Kopfsch\u00fctteln. 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