{"id":191018,"date":"2025-06-15T01:27:09","date_gmt":"2025-06-15T01:27:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/191018\/"},"modified":"2025-06-15T01:27:09","modified_gmt":"2025-06-15T01:27:09","slug":"altstadt-in-duesseldorf-polizeikontrollen-um-waffenverbotszone-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/191018\/","title":{"rendered":"Altstadt in D\u00fcsseldorf: Polizeikontrollen um Waffenverbotszone"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Als sich um genau 19.45 Uhr Polizisten in einer Reihe vor dem Ausgang der U-Bahn-Station \u201eHeinrich-Heine-Allee\u201c am Bolker Stern aufstellen, wirken die fast in sie hereinlaufenden Altstadtbesucher erst mal etwas \u00fcberrascht. Zwei junge M\u00e4nner aus S\u00fcddeutschland \u2013 ausweislich ihrer T-Shirts k\u00fcrzlich \u201eKreisliga-A-Meister\u201c geworden \u2013 fragen mit schw\u00e4bischem Akzent: \u201eIst das hier immer so?\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das zwar nicht, doch umfassende Kontrollen der Waffenverbotszone in der Altstadt f\u00fchrt die D\u00fcsseldorfer <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/polizei\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Polizei<\/a> regelm\u00e4\u00dfig durch. So suchten die Einsatzkr\u00e4fte auch am Freitagabend nach Waffen wie Messern oder auch nach <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/pfefferspray\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pfefferspray<\/a>. Am Bolker Stern \u2013 einem der Hauptzug\u00e4nge zur Altstadt \u2013 wurden Gitter unmittelbar hinter dem Aufgang aus der U-Bahn-Station aufgebaut, die ohne Umwege auf die kontrollierenden Polizisten zuf\u00fchrten. Die Besucher mussten ihre Rucks\u00e4cke \u00f6ffnen, Hosentaschen wurden abgetastet. Nach einer halben Stunde wurden schon ein paar Pfeffer- oder Tierabwehrsprays gefunden, ein K\u00fcchen- und ein Taschenmesser. An anderen Hauptzug\u00e4ngen, etwa am Grabbeplatz, wurde \u00e4hnlich kontrolliert. Ein Sprecher der Polizei <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/duesseldorf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">D\u00fcsseldorf<\/a> erkl\u00e4rte das so: \u201eDie Probleme, die wir hier mit Messern haben, haben wir meistens nicht mit D\u00fcsseldorfern, sondern mit Ausw\u00e4rtigen.\u201c Und die reisten \u00fcber diese Hauptzug\u00e4nge an. Wie viele Polizisten an dem Einsatz beteiligt waren, sagte der Sprecher nicht genau, nur so viel: \u201eEs sind mehrere Dutzend Kollegen in Uniform im Einsatz, au\u00dferdem Zivilfahnder.\u201c An einem solchen Abend k\u00f6nnten bis zu 10.000 Personen kontrolliert werden, diesmal waren es mehr als 8700.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die am Samstag ver\u00f6ffentlichte Bilanz der Polizei sieht wie folgt aus: Sichergestellt wurden 15 Messer und zwei Pfeffersprays. Dabei handelte es sich haupts\u00e4chlich um Messer mit kurzen Klingenl\u00e4ngen wie Schweizer Taschenmesser oder sogenannte Multiwerkzeuge. 37 Platzverweise wurden von den Einsatzkr\u00e4ften ausgesprochen, es kam zu vier Ingewahrsamnahmen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nach 1 Uhr sei es vereinzelt zu Streitigkeiten gekommen, teilte die Polizei mit. \u201eAggressives Verhalten konnte jedoch im \u00fcberwiegenden Teil der F\u00e4lle durch die Einsatzteams niederschwellig und schnell entsch\u00e4rft werden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Waffenverbotszone in der Altstadt wurde im Dezember 2021 eingerichtet. Ende 2024 teilte die Polizei mit, dass in den ersten drei Jahren mehr als 73.000 Menschen kontrolliert wurden, dabei seien 569 Messer und 184 sonstige Waffen gefunden worden. Die Polizei hatte betont, dass jede gefundene Waffe ein Erfolg sei, weil sie nicht mehr w\u00e4hrend einer Auseinandersetzung eingesetzt werden k\u00f6nnte. Innenminister <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/herbert-reul\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Herbert Reul<\/a> (CDU), der sich im Verlauf des Abends vor Ort \u00fcber den Einsatz informierte, sah das \u00e4hnlich, auch wenn \u201enicht jeder, der ein Messer dabei hat, jemanden umbringen will.\u201c Viele erhofften sich dadurch, sicherer zu sein, das Gegenteil sei aber der Fall: \u201eDann wird es gef\u00e4hrlicher\u201c, so Reul. \u201eWunderdinge\u201c d\u00fcrfe man sich von einer solchen Verbotszone nicht erwarten, sie leiste aber ihren Beitrag zu mehr Sicherheit, auch durch Abschreckung.<\/p>\n<p>Nicht nur Zustimmung f\u00fcr Kontrollen      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Kontrollen, die nicht nur w\u00e4hrend dieser gro\u00dfen Eins\u00e4tze stattfinden, sondern stichpunktartig an jedem Wochenende, erfahren allerdings nicht nur Zustimmung. Besonders zu Beginn sei die Stimmung unter angesprochenen Jugendlichen irgendwann gekippt, sagt Derick Addy, Streetworker bei der gemeinn\u00fctzigen Genossenschaft \u201ekohleG\u201c, die im Auftrag des Jugendamts an den Wochenenden in der Altstadt unterwegs ist. \u201eDas hatte damals einen faden Beigeschmack in Richtung Racial Profiling\u201c, sagt Addy, also der Kontrolle einer Person etwa wegen ihrer Hautfarbe. Manche Jugendliche seien mehrfach am Tag kontrolliert worden. \u201eDas hat unsere Arbeit etwas erschwert, weil die Stimmung eher gereizt war\u201c, so der Streetworker. Zum Aufbau eines Vertrauensverh\u00e4ltnisses zur Polizei habe das nicht beigetragen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Nach diesen Erfahrungen seien die Streetworker auf die Polizei zugegangen, die seitdem auch R\u00fccksicht darauf nehme. Mittlerweile laufe es besser, auch die Jugendlichen seien verst\u00e4ndnisvoller. Die individuellen Kontrollen sieht der Streetworker dennoch kritisch. Besser seien gro\u00df angelegte Kontrollen an den Eing\u00e4ngen zur Altstadt. \u201eDie halten wir f\u00fcr sinnvoll und gut, weil dann wirklich jeder kontrolliert wird.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Innenminister Reul dagegen sagte, die Jugendlichen seien \u201eja nicht dumm\u201c. Es komme bei solchen Ma\u00dfnahmen immer auf die passende Erkl\u00e4rung an. Zumindest in den ersten Stunden schien diese gut aufgenommen zu werden. Es gab keine P\u00f6beleien oder \u00e4hnliches. Im Gegenteil, die Stimmung wirkte ungebrochen fr\u00f6hlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als sich um genau 19.45 Uhr Polizisten in einer Reihe vor dem Ausgang der U-Bahn-Station \u201eHeinrich-Heine-Allee\u201c am Bolker&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":188161,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1831],"tags":[3364,29,3405,30,3270,1209,5533,4743,13667],"class_list":{"0":"post-191018","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-duesseldorf","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-duesseldorf","11":"tag-germany","12":"tag-kontrollen","13":"tag-nordrhein-westfalen","14":"tag-waffe","15":"tag-waffen","16":"tag-waffenverbotszone"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114684785115170658","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/191018","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=191018"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/191018\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/188161"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=191018"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=191018"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=191018"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}