{"id":191817,"date":"2025-06-15T09:23:12","date_gmt":"2025-06-15T09:23:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/191817\/"},"modified":"2025-06-15T09:23:12","modified_gmt":"2025-06-15T09:23:12","slug":"fachleute-treffen-sich-im-tiergarten-nuernberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/191817\/","title":{"rendered":"Fachleute treffen sich im Tiergarten N\u00fcrnberg"},"content":{"rendered":"<p>Wich\u00adtigs\u00adtes Ergeb\u00adnis des Tref\u00adfens: Nur den Bedro\u00adhungs\u00adsta\u00adtus zu bestim\u00admen und die Arten unter Schutz zu stel\u00adlen, reicht bei vie\u00adlen wild\u00adle\u00adben\u00adden Tie\u00adren lei\u00adder nicht aus, um ihre Lage zu ver\u00adbes\u00adsern. Umso wich\u00adti\u00adger sei\u00aden die Erhal\u00adtungs\u00adzucht\u00adpro\u00adgram\u00adme des Euro\u00adp\u00e4i\u00adschen Zoo\u00adver\u00adbands EAZA (EAZA Ex situ Pro\u00adgram\u00admes, kurz EEP) und die Exper\u00adti\u00adse von\u00a0Zoos.<\/p>\n<p>Bei der Tagung kam die Fach\u00adgrup\u00adpe f\u00fcr Fluss\u00adpfer\u00adde, Tapi\u00adre und Schwei\u00adne\u00adar\u00adti\u00adge, die \u201eTapir and Sui\u00adform Taxon Advi\u00adso\u00adry Group\u201c (TAG) der EAZA zusam\u00admen. Die\u00adse Fach\u00adgrup\u00adpe wird der\u00adzeit vom Tier\u00adgar\u00adten N\u00fcrn\u00adberg gelei\u00adtet. Neben Ver\u00adtre\u00adte\u00adrin\u00adnen und Ver\u00adtre\u00adtern ver\u00adschie\u00adde\u00adner euro\u00adp\u00e4i\u00adscher Zoos waren auch drei Fach\u00adgrup\u00adpen der Welt\u00adna\u00adtur\u00adschutz\u00aduni\u00adon IUCN, der Her\u00adaus\u00adge\u00adbe\u00adrin der inter\u00adna\u00adtio\u00adna\u00adlen Roten Lis\u00adte, ver\u00adtre\u00adten. Der Tier\u00adgar\u00adten koor\u00addi\u00adniert aktu\u00adell zwei EEP f\u00fcr die\u00adse Tier\u00adgrup\u00adpe: das des Sula\u00adwe\u00adsi-Hirsch\u00adebers (Baby\u00adro\u00adu\u00adsa cele\u00adbens\u00adis) und des Schab\u00adra\u00adcken\u00adta\u00adpirs (Tapi\u00adrus indi\u00adcus). Ziel der EEP ist es, lang\u00adfris\u00adtig eine sta\u00adbi\u00adle selbst\u00ader\u00adhal\u00adten\u00adde Popu\u00adla\u00adti\u00adon au\u00dfer\u00adhalb des nat\u00fcr\u00adli\u00adchen Lebens\u00adraums aufzubauen.<\/p>\n<p>Dras\u00adti\u00adscher R\u00fcck\u00adgang vie\u00adler Wild\u00adtier\u00adpo\u00adpu\u00adla\u00adtio\u00adnen im\u00a0Fokus<\/p>\n<p>Ein zen\u00adtra\u00adles The\u00adma der Tagung war der teils dras\u00adti\u00adsche R\u00fcck\u00adgang vie\u00adler Wild\u00adtier\u00adpo\u00adpu\u00adla\u00adtio\u00adnen. Gr\u00fcn\u00adde daf\u00fcr sei\u00aden unter ande\u00adrem der fort\u00adschrei\u00adten\u00adde Lebens\u00adraum\u00adver\u00adlust oder Tier\u00adseu\u00adchen wie die Afri\u00adka\u00adni\u00adsche Schwei\u00adne\u00adpest (ASP). Zoos ver\u00adsu\u00adchen die\u00adse Arten als Teil der Bio\u00addi\u00adver\u00adsi\u00adt\u00e4t f\u00fcr zuk\u00fcnf\u00adti\u00adge Gene\u00adra\u00adtio\u00adnen zu bewah\u00adren. In Deutsch\u00adland ergibt sich dies auch aus dem Bun\u00addes\u00adna\u00adtur\u00adschutz\u00adge\u00adsetz (Para\u00adgraf 42(3)), das Zoos dazu ver\u00adpflich\u00adtet, den bio\u00adlo\u00adgi\u00adschen und Erhal\u00adtungs\u00adbe\u00add\u00fcrf\u00adnis\u00adsen der jewei\u00adli\u00adgen Art Rech\u00adnung zu tra\u00adgen. Somit sind Fort\u00adpflan\u00adzung bei Zoo\u00adtie\u00adren und Art\u00aderhalt in Zoos eine gesetz\u00adli\u00adche Auflage.<\/p>\n<p>Dabei gibt es auch in der Zoo\u00adtier\u00adhal\u00adtung ver\u00adschie\u00adde\u00adne\u00a0Her\u00adaus\u00adfor\u00adde\u00adrun\u00adgen, die die Arten\u00adschutz\u00adbe\u00adm\u00fc\u00adhun\u00adgen erschwe\u00adren. So wird bei\u00adspiels\u00adwei\u00adse der Aus\u00adtausch von Tie\u00adren im Rah\u00admen von Zucht\u00adpro\u00adgram\u00admen zwi\u00adschen Gro\u00df\u00adbri\u00adtan\u00adni\u00aden und der EU nach wie vor durch lan\u00adge Pro\u00adzes\u00adse als Fol\u00adge des Brexits ver\u00adz\u00f6\u00adgert und erschwert. Beson\u00adders inten\u00adsiv dis\u00adku\u00adtier\u00adten die Fach\u00adleu\u00adte \u00fcber das Popu\u00adla\u00adti\u00adons\u00adma\u00adnage\u00adment. Die Not\u00adwen\u00addig\u00adkeit an Erhal\u00adtungs\u00adzucht\u00adpro\u00adgram\u00admen f\u00fcr den Arten\u00adschutz stei\u00adge zuse\u00adhends, da sich die Situa\u00adti\u00adon von zehn\u00adtau\u00adsen\u00adden Arten in der Natur ste\u00adtig ver\u00adschlech\u00adte\u00adre, wie die Rote Lis\u00adte der IUCN zeigt. Dabei sei der Platz in Zoos begrenzt \u2013 er m\u00fcs\u00adse folg\u00adlich so sinn\u00advoll und effek\u00adtiv wie m\u00f6g\u00adlich genutzt wer\u00adden. Dies sei ohne ein akti\u00adves Popu\u00adla\u00adti\u00adons\u00adma\u00adnage\u00adment nicht m\u00f6g\u00adlich. So k\u00f6n\u00adne es auch not\u00adwen\u00addig sein, ein\u00adzel\u00adne, f\u00fcr die Zucht nicht ben\u00f6\u00adtig\u00adte Tie\u00adre zu t\u00f6ten. \u201eDabei m\u00fcs\u00adsen wir lei\u00adder zwi\u00adschen der Art oder der Popu\u00adla\u00adti\u00adon und dem Indi\u00advi\u00addu\u00adum abw\u00e4\u00adgen. Wir sind der fes\u00adten \u00dcber\u00adzeu\u00adgung, dass der Erhalt der Art im Ver\u00adgleich zum ein\u00adzel\u00adnen Indi\u00advi\u00addu\u00adum das h\u00f6he\u00adre Gut dar\u00adstellt. Eine tier\u00adschutz\u00adge\u00adsetz\u00adkon\u00adfor\u00adme T\u00f6tung von Indi\u00advi\u00addu\u00aden, die nicht zur Auf\u00adrecht\u00aderhal\u00adtung der Popu\u00adla\u00adti\u00adon ben\u00f6\u00adtigt wer\u00adden, ist f\u00fcr uns ver\u00adn\u00fcnf\u00adtig und einem Leben unter schlech\u00adten Hal\u00adtungs\u00adbe\u00addin\u00adgun\u00adgen vor\u00adzu\u00adzie\u00adhen. Im Ide\u00adal\u00adfall die\u00adnen die Tie\u00adre anschlie\u00ad\u00dfend als gesun\u00addes und nach\u00adhal\u00adti\u00adges Fut\u00adter f\u00fcr unse\u00adre Raub\u00adtie\u00adre oder brin\u00adgen einen Mehr\u00adwert f\u00fcr die Wis\u00adsen\u00adschaft\u201c, sagt der stell\u00adver\u00adtre\u00adten\u00adde Direk\u00adtor und Bio\u00adlo\u00adgi\u00adsche Lei\u00adter des Tier\u00adgar\u00adtens, J\u00f6rg Beck\u00admann. Er ist der\u00adzeit auch Vor\u00adsit\u00adzen\u00adder der Tapir and Sui\u00adform\u00a0TAG.<\/p>\n<p>Afri\u00adka\u00adni\u00adsche Schwei\u00adne\u00adpest als beson\u00adde\u00adre Bedrohung<\/p>\n<p>Beson\u00adders dra\u00adma\u00adtisch sei der\u00adzeit die Situa\u00adti\u00adon aller s\u00fcd\u00adost\u00adasia\u00adti\u00adschen Schwei\u00adne\u00adar\u00adten. Der Gro\u00df\u00adteil aller Schwei\u00adne\u00adar\u00adten der Welt lebe nur hier und sei der\u00adzeit akut vom Aus\u00adster\u00adben bedroht. Aktu\u00adell sei die ASP der Haupt\u00adgrund f\u00fcr die Gef\u00e4hr\u00addung \u2013 eine t\u00f6d\u00adli\u00adche Virus\u00ader\u00adkran\u00adkung, die durch den Men\u00adschen von Afri\u00adka nach Asi\u00aden ver\u00adschleppt wur\u00adde. Gegen die ASP gebe es bis\u00adher kei\u00adnen zuge\u00adlas\u00adsen Impf\u00adstoff und kei\u00adne Behand\u00adlung. Aus die\u00adsem Grund setzt sich der Tier\u00adgar\u00adten N\u00fcrn\u00adberg in Koope\u00adra\u00adti\u00adon mit ande\u00adren Zoos und wei\u00adte\u00adren Ein\u00adrich\u00adtun\u00adgen inten\u00adsiv f\u00fcr die Erfor\u00adschung der Krank\u00adheit und die Ent\u00adwick\u00adlung von Impf\u00adstof\u00adfen ein, finan\u00adziert Zucht\u00adsta\u00adtio\u00adnen f\u00fcr bedroh\u00adte Schwei\u00adne\u00adar\u00adten in Asi\u00aden und unter\u00adst\u00fctzt Feldforschung.<\/p>\n<p>Die Fach\u00adleu\u00adte r\u00fcck\u00adten auch ein\u00adzel\u00adne stark gef\u00e4hr\u00adde\u00adte Tier\u00adar\u00adten in den Fokus, die im Rah\u00admen der Fach\u00adgrup\u00adpe als Reser\u00adve\u00adpo\u00adpu\u00adla\u00adtio\u00adnen in Zoos gehal\u00adten und in der Natur ste\u00adtig sel\u00adte\u00adner wer\u00adden. So bei\u00adspiels\u00adwei\u00adse die afri\u00adka\u00adni\u00adschen Zwerg\u00adfluss\u00adpfer\u00adde (Choer\u00adop\u00adsis libe\u00adri\u00aden\u00adsis): Von ihnen gibt es nur noch 2.000 bis 2.500 Tie\u00adre in der Natur. Dabei wur\u00adden sie bereits 1986\u00a0in die Lis\u00adte der gef\u00e4hr\u00adde\u00adten Arten auf\u00adge\u00adnom\u00admen. Glo\u00adbal leben rund 450 Zwerg\u00adfluss\u00adpfer\u00adde in Zoos, was unge\u00adf\u00e4hr 20 bis 25 Pro\u00adzent der wil\u00adden Popu\u00adla\u00adti\u00adon ent\u00adspricht. Auch die Situa\u00adti\u00adon der stark gef\u00e4hr\u00adde\u00adten Cha\u00adco-Peka\u00adris (Cata\u00adgo\u00adnus wag\u00adne\u00adri) ver\u00adschlech\u00adte\u00adre sich rasant. Die Nabel\u00adschwein\u00adart kom\u00adme nur in einem klei\u00adnen Gebiet S\u00fcd\u00adame\u00adri\u00adkas vor. Einer Stu\u00addie zufol\u00adge wer\u00adde die Art au\u00dfer\u00adhalb von Schutz\u00adge\u00adbie\u00adten bis zum Jahr 2051 aus\u00adge\u00adstor\u00adben sein, wenn der Ver\u00adlust des Lebens\u00adraums nicht gestoppt wird. Wil\u00adde\u00adrei in Natio\u00adnal\u00adparks sei eben\u00adfalls ein Grund f\u00fcr den Bestandsr\u00fcckgang.<\/p>\n<p>Vier Fer\u00adkel bei den Cha\u00adco-Peka\u00adris im Tiergarten<\/p>\n<p>Vor die\u00adsem Hin\u00adter\u00adgrund stimmt eine Mel\u00addung hoff\u00adnungs\u00advoll: Bei den Cha\u00adco-Peka\u00adris im Tier\u00adgar\u00adten gibt es aktu\u00adell vier Fer\u00adkel. <a href=\"https:\/\/webecho-bamberg.de\/nachwuchs-bei-stark-gefaehrdeten-chaco-pekaris\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Das ers\u00adte wur\u00adde am 14. Mai gebo\u00adren<\/a>, die drei wei\u00adte\u00adren am 10. Juni. Die Fer\u00adkel sind alle fit und erkun\u00adden gemein\u00adsam mit ihren M\u00fct\u00adtern und dem Eber die Anla\u00adge. Damit leben im Tier\u00adgar\u00adten aktu\u00adell sie\u00adben Tie\u00adre die\u00adser sel\u00adte\u00adnen\u00a0Art.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wich\u00adtigs\u00adtes Ergeb\u00adnis des Tref\u00adfens: Nur den Bedro\u00adhungs\u00adsta\u00adtus zu bestim\u00admen und die Arten unter Schutz zu stel\u00adlen, reicht bei&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":191818,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1837],"tags":[772,3364,29,63431,63432,30,3783,63433,63434,24889],"class_list":{"0":"post-191817","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nuernberg","8":"tag-bayern","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-erhaltungszuchtprogramme","12":"tag-flusspferde","13":"tag-germany","14":"tag-nuernberg","15":"tag-schweine","16":"tag-tapire","17":"tag-tiergarten-nuernberg"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114686656749177041","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/191817","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=191817"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/191817\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/191818"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=191817"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=191817"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=191817"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}