{"id":191984,"date":"2025-06-15T10:59:11","date_gmt":"2025-06-15T10:59:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/191984\/"},"modified":"2025-06-15T10:59:11","modified_gmt":"2025-06-15T10:59:11","slug":"konzert-in-duesseldorf-zwischen-folkmusic-und-volksfest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/191984\/","title":{"rendered":"Konzert in D\u00fcsseldorf zwischen Folkmusic und Volksfest"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eWer reitet so sp\u00e4t durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind.\u201c Wenige Gedichte sind so ber\u00fchmt wie diese Ballade Goethes \u00fcber den Erlk\u00f6nig. Die international besetzte Wiener Musik-Gruppe \u201eThe Erlkings\u201c gab sich bei ihrer Gr\u00fcndung 2013 den ins Englische \u00fcbertragenen Titel der Ballade zum Namen und deutete damit bereits an, dass man sich zwar in der romantischen Tradition bewegt, diese aber mit heutigen Elementen anreichert. Und das ist so recht etwas f\u00fcrs Schumannfest.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In der Jazz-Schmiede, wo das Festival nun zum ersten Mal gastierte, stellte das Quartett in seinem Programm \u201eFranzl und Robert\u201c unter Beweis, dass die Musik Schuberts und Schumanns vielleicht nicht ganz auf gerader, aber doch stringenter Linie ins Heute f\u00fchrt und sozusagen als Vorl\u00e4ufer der Singer-Songwriter gelten kann.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Frontmann des Quartetts ist der amerikanische Bariton und Gitarrist Bryan Benner, der mit treffsicherer und ausdrucksstarker Stimme die Lieder durchaus klassisch anstimmte \u2013 allerdings auf Englisch. Die deutschen Texte hatte er selbst mit Sinn f\u00fcr die Bedeutung der Worte, f\u00fcr den Rhythmus der Silben und mit gut klingenden Reimen \u00fcbersetzt. Bei dem \u201eErlk\u00f6nig\u201c, dessen Vertonung Franz Schuberts nat\u00fcrlich auch musiziert wurde, hie\u00df es nun: \u201eWho rides through the night so late in the wild? It is a father with his only child.\u201c<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Kastagnetten deuteten vorab kurz das Pferdegetrappel an, bevor ebenfalls Benner mit seiner Gitarre das Eilen der Schubertschen Triolen \u00fcbernahm, unterst\u00fctzt von Cello und Tuba. Thomas Toppler am Schlagzeug markierte stets dezent den jeweiligen Tanzrhythmus und lie\u00df an besonders gef\u00fchlvollen Stellen sein Vibraphon erklingen. Der Tubaspieler Simon Teurezbacher bewies, wie viele melodische M\u00f6glichkeiten in diesem zu Unrecht oft als ungelenk betrachteten Blasinstrument stecken. Dem Cellisten Ivan Turkalj oblag es nicht nur, die vielen aufgef\u00e4cherten Begleitakkorde zu spielen &#8211; dies tat er geradezu mit stoischer Pr\u00e4zision. Vielmehr gl\u00fchten auch seine kantablen Linien vor Emotion, die von Schubert und Schumann als Gegenstimmen zum Gesang komponiert worden waren.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Jeder Ton der Originalkompositionen war in den Arrangements enthalten. Durch die besondere Wahl der Instrumente klang es hier mal nach Folkmusic, mal nach Volksfest. Bei dem Einsatz von modernen Tanzrhythmen wie Bossa Nova, Rumba, Tango oder Reggae wippten viele Tanzbeine.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Dass das ber\u00fchmte Klaviermotiv aus Schuberts \u201eForelle\u201c als Jodler umgedeutet und sogar vom gesamten Publikum einge\u00fcbt wurde, war eine besondere Gaudi, die aber durchaus in dem markanten Sprung in der Melodie begr\u00fcndet ist.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Im Programmfokus stand beim Schumannfest nat\u00fcrlich die \u201eDicherliebe\u201c Robert Schumanns, ein durchkomponierter Liederzyklus von 16 kurzen Nummern. Bei dessen Interpretation gingen die Erlkings noch klassischer vor. Die volle Besetzung wurde nur sparsam eingesetzt, etwa wenn der dunkle und bedrohliche Rhein besungen wurde. Immer wieder gab es Passagen, in denen nur der S\u00e4nger mit seiner Gitarre musizierte, was an Barden wie Dylan, Donovan oder Cohen erinnerte. Erst ein wenig sp\u00e4ter gesellten sich dann die anderen nach und nach dazu. Schumanns inniges Klavier-Nachspiel gestalteten die vier Musiker mit einem besonders reichen Klang- und Ausdrucksspektrum nach.<\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Man h\u00e4tte in dieser Stimmung noch lange verweilen und dem \u00e4u\u00dferst stimmigen Crossover zuh\u00f6ren wollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eWer reitet so sp\u00e4t durch Nacht und Wind? 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