{"id":191997,"date":"2025-06-15T11:06:10","date_gmt":"2025-06-15T11:06:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/191997\/"},"modified":"2025-06-15T11:06:10","modified_gmt":"2025-06-15T11:06:10","slug":"muenchen-lesung-von-joachim-meyerhoff-an-den-kammerspielen-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/191997\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen: Lesung von Joachim Meyerhoff an den Kammerspielen &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Tags zuvor berserkerte <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/joachim-meyerhoff-muenchen-kammerspiele-die-vaterlosen-interview-1.5896599\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Joachim Meyerhoff noch als Platonow in Anton Tschechows \u201eDie Vaterlosen\u201c<\/a>. In einer Derni\u00e8re der M\u00fcnchner Kammerspiele zu Ehren des <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/carl-hegemann-volksbuehne-dramaturg-gestorben-nachruf-li.3250699\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dramaturgen Carl Hegemann<\/a>, der Anfang Mai gestorben ist. Nun sitzt er wieder auf dieser B\u00fchne, im ruhigen Schein der Tischlampe, neben sich das Wasserglas. Die Speicher in seinem K\u00f6rperged\u00e4chtnis m\u00fcssen \u00fcberlaufen: Erinnerungen an seine Zeit an der Otto-Falckenberg-Schule, als Kartenabrei\u00dfer im Theater durfte sich der Student manchmal auf freie Pl\u00e4tze schleichen. Und seine Gro\u00dfmutter Inge Birkmann geh\u00f6rte hier einst zum Ensemble. Man kennt sie als Hohe Priesterin des 18-Uhr-Whiskys aus \u201eAch, diese L\u00fccke, diese entsetzliche L\u00fccke\u201c. Senta Berger wird sie nun spielen, im Film.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/simon-verhoeven-joachim-meyerhoff-ach-diese-luecke-kino-lux.PRRBJkFtZPgD4eXDYUDtca\" aria-label=\"Artikelverlinkung:\" data-track-szde=\"{&quot;event&quot;:&quot;teaser_clicked&quot;,&quot;teaser_clicked&quot;:{&quot;article_title&quot;:&quot;simon_verhoeven_verfilmt_joachim_meyerhoffs_muenchen_roman&quot;,&quot;doctype&quot;:&quot;&quot;,&quot;label&quot;:&quot;&quot;,&quot;main_topic&quot;:&quot;kultur_in_muenchen&quot;,&quot;object_id&quot;:&quot;lux.PRRBJkFtZPgD4eXDYUDtca&quot;,&quot;pcat&quot;:&quot;metered&quot;,&quot;section&quot;:&quot;muenchen&quot;,&quot;teaser_type&quot;:&quot;article_teaser_top&quot;}}\" data-manual=\"teaser-url\" data-tb-link=\"\" aria-labelledby=\"teaser-httpswwwsueddeutschedemuenchensimon-verhoeven-joachim-meyerhoff-ach-diese-luecke-kino-luxPRRBJkFtZPgD4eXDYUDtca\" class=\"css-14tg8sh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/cd6c4fa9-180b-4a67-9254-ec3066964d1e.jpeg\"   alt=\"\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p>Kinoprojekt \u201eAch, diese L\u00fccke, diese entsetzliche L\u00fccke\u201c<\/p>\n<p>:Simon Verhoeven verfilmt Joachim Meyerhoffs M\u00fcnchen-Roman<\/p>\n<p class=\"css-a6ecqs\" data-manual=\"teaser-text\" data-tb-description=\"\" data-schema-org-speakable=\"true\">Der M\u00fcnchner Regisseur will \u201eAch, diese L\u00fccke &#8230;\u201c f\u00fcrs Kino adaptieren. Die Firma Komplizen Film produziert, der FFF Bayern bewilligt eine hohe F\u00f6rderung.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Dazu muss Meyerhoff dem Publikum, das ihn zur Lesung frenetisch begr\u00fc\u00dft, noch mal eben kurz was erz\u00e4hlen. \u201eKann jemand meine Gro\u00dfeltern spielen?\u201c, das habe er sich ernstlich gefragt. Und jeder im Saal hat sogleich die dauerilluminierten Nymphenburger Villenbewohner aus dem dritten Teil seiner Familien-Saga \u201eAlle Toten fliegen hoch\u201c vor sich. Die beiden Alten gurgeln schon morgens mit hochprozentigem Mundwasser, zwitschern zum Fr\u00fchst\u00fcck Champagner, Wei\u00dfwein zum Lunch, dann der Whisky,\u00a0 Rotwein zum Dinner. Simon Verhoeven verfilmt das Buch, mit seiner Mutter Senta Berger als Inge Birkmann. Joachim Meyerhoffs Zweifel an der Besetzung sind mittlerweile verflogen. \u201eIch war bei Senta Berger zu Hause, es war genauso wie bei meinen Gro\u00dfeltern.\u201c Wie er das jetzt wohl meint?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Ja, diese \u00dcber-M\u00fctter. In Meyerhoffs Familie sind sie von ganz besonderem Kaliber. Seine Mutter Susanne, so hat er das mal erz\u00e4hlt, bekam jedesmal Zust\u00e4nde, wenn \u201eDerrick\u201c im Fernsehen lief und ihre Mutter Inge dort mal wieder einen mond\u00e4nen Auftritt hatte. Was die beiden Frauen jedoch verbindet, ist das Ritual des 18-Uhr-Whiskys \u2013\u00a0und dass Meyerhoff ihnen als Romanfiguren ein Denkmal gesetzt hat. Auch wenn Susanne, mittlerweile 87 und Protagonistin im aktuellen, sechsten Band <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/joachim-meyerhoff-man-kann-auch-in-die-hoehe-fallen-roman-interview-lux.Q59juQeVULYMWP8JkB679c\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eMan kann auch in die H\u00f6he fallen\u201c<\/a>, am Ende sagt: \u201eIch w\u00fcrde, ehrlich gesagt, lieber doch nicht drin vorkommen.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Das kann man wohl als reine Koketterie abhaken, schlie\u00dflich ist diese vitale Frau durch das Buch mittlerweile selbst so etwas wie ein Star und liest auch hin und wieder, ohne ihren ber\u00fchmten Sohn, aus dem Bestseller. Wenn sie nicht gerade mit Holzhacken besch\u00e4ftigt ist, in der Ostsee ganz weit raus schwimmt und dann wie ein \u201eBond-Girl\u201c den Wellen entsteigt. Oder sich, wenn sie jemanden vom Bahnhof abholen muss, einen triefenden D\u00f6ner g\u00f6nnt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Verausgabung auf der B\u00fchne: Joachim Meyerhoff als Platonow in Anton Tschechows \u201eDie Vaterlosen\u201c an den M\u00fcnchner Kammerspielen.\" data-manual=\"overline, headerImageCaption, headerImageSrc, headerImageSrcSet\" data-testid=\"responsive-image\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/6f22cd2d-a82b-426e-890a-4b8ea0325941.jpeg\"  role=\"button\" tabindex=\"0\" class=\"css-y4bre2\"\/>Verausgabung auf der B\u00fchne: Joachim Meyerhoff als Platonow in Anton Tschechows \u201eDie Vaterlosen\u201c an den M\u00fcnchner Kammerspielen. (Foto: Armin Smailovic)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Mit dieser Szene des Ankommens bei Muttern auf dem Land in Schleswig-Holstein beginnt auch dieser \u201eRoman\u201c, in dem sich \u2013\u00a0wie immer bei Meyerhoff \u2013\u00a0Fakt und Fiktion, Slapstick und Tragik unentwegt streifen. Wohl selten wird in den Kammerspielen so viel gelacht wie an diesem Abend. Der Held, der Sohn, ist zur Seelenkur nach Hause geflohen, aus dem toughen Berlin, das sich als \u201eS\u00e4urebad\u201c erwies f\u00fcr jemanden in seinem Zustand. Ein Mittf\u00fcnfziger in einer kapitalen Lebenskrise nach \u00fcberstandenem Schlaganfall. Einer, der sich selbst nicht wiedererkennt. Nichts mehr zu Wege bringt, auch nicht das Schreiben.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Eigentlich \u00fcberhaupt nicht lustig, und doch. Joachim Meyerhoff ist ein Soloperformer vor dem Herrn. Man merkt, dass diese kuriosen autobiografischen Geschichten einst als B\u00fchnenprogramm auf die Welt kamen, ehe sie ihren Weg zwischen zwei Buchdeckel fanden. Da ist dieses Situative in Meyerhoffs Erz\u00e4hlen, Dialoge, die meist pfeilgerade auf eine Pointe zuschnellen. Kein Wunder, dass es mittlerweile Theaterfassungen von \u201eL\u00fccke\u201c gibt\u00a0 (etwa am M\u00fcnchner Metropoltheater) und auch die Verfilmung des ersten Bands <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/wann-wird-es-endlich-wieder-so-wie-es-nie-war-sonja-heiss-rezension-1.5756150\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eWann wird es endlich so, wie es nie war\u201c.<\/a><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u201eScham und B\u00fchne\u201c, an diesem Schreibprojekt arbeitet sich der Held ab, zwischen Heckenschneiden, Feuerquallen und Mutters Apfelkuchen. Ein Buch im Buch quasi. Und immer wenn Meyerhoff in den Kammerspielen aus diesen Kapiteln liest, dann kommt das Publikum aus dem Wiehern nicht mehr heraus. Es sind Geschichten \u00fcber absurde Regie-Missgriffe in der Provinz, monstr\u00f6se Text-Blackouts. Joachim Meyerhoff l\u00fcftet auf der B\u00fchne den Vorhang seines gnadenlosen Theaterberufs. Und die da unten, sie lachen Tr\u00e4nen. Doch man w\u00fcsste zu nur gerne, was er wirklich \u00fcber sie denkt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Tags zuvor berserkerte Joachim Meyerhoff noch als Platonow in Anton Tschechows \u201eDie Vaterlosen\u201c. 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