{"id":19215,"date":"2025-04-09T21:18:17","date_gmt":"2025-04-09T21:18:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/19215\/"},"modified":"2025-04-09T21:18:17","modified_gmt":"2025-04-09T21:18:17","slug":"informelles-treffen-zur-unterstuetzung-der-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/19215\/","title":{"rendered":"Informelles Treffen zur Unterst\u00fctzung der Ukraine"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine Woche vor dem Treffen der Ramstein-Gruppe \u2013 diesmal ohne US-amerikanische Beteiligung \u2013 probt die EU, wie ein Gipfel zur Ukraine-Unterst\u00fctzung ohne die USA ablaufen k\u00f6nnte.<\/strong><\/p>\n<p>Vergangene Woche fanden sich die EU-Verteidigungsminister auf Einladung ihres polnischen Amtskollegen Wladyslaw Kosiniak-Kamysz in Warschau zu einem informellen Treffen zusammen. Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) lie\u00df sich durch seine Staatssekret\u00e4rin Siemtje M\u00f6ller (SPD) vertreten. Neben den EU-Verteidigungsministerinnen und -ministern beteiligten sich die Hohe Vertreterin der EU f\u00fcr Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, die stellvertretende NATO-Generalsekret\u00e4rin Radmila \u0160ekerinska und der ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umjerow an den Gespr\u00e4chen. Umjerow wohnte dem informellen Treffen digital per Videoschalte bei.<br \/>Zentrale Themen waren das im M\u00e4rz vorgestellte Wei\u00dfbuch f\u00fcr die \u201eEurop\u00e4ische Verteidigungsbereitschaft 2030\u201c und weitere Milit\u00e4rhilfen f\u00fcr die Ukraine. Dabei steht insbesondere eine Initiative der EU-Au\u00dfenbeauftragten Kaja Kallas im Fokus. Sie sieht die Lieferung von Artilleriemunition im Wert von f\u00fcnf Milliarden Euro vor. Dar\u00fcber hinaus stand das Zusammenkommen der Verteidigungsminister im Zeichen des Treffens der Ramstein-Gruppe am kommenden Freitag.<\/p>\n<p>Das Wei\u00dfbuch findet Anklang<\/p>\n<p>In Warschau bot sich den Anwesenden erstmals die Gelegenheit, auf europ\u00e4ischer Ebene \u00fcber das j\u00fcngst ver\u00f6ffentlichte \u201eJoint White Paper for European Defence Readiness 2030\u201c der EU auszutauschen. Die EU-Kommission und der Ausw\u00e4rtige Dienst ver\u00f6ffentlichten das Papier am 19. M\u00e4rz 2025. Im Dokument loten die Autorinnen und Autoren M\u00f6glichkeiten zur St\u00e4rkung und Finanzierung der europ\u00e4ischen Verteidigungsbereitschaft aus.<br \/>In Warschau zog M\u00f6ller ein positives Fazit. Laut der deutschen Staatssekret\u00e4rin setze das Papier einen wichtigen strategischen Rahmen, insbesondere im Hinblick auf die Schlie\u00dfung kritischer F\u00e4higkeitsl\u00fccken. Zus\u00e4tzlich begr\u00fc\u00dfte M\u00f6ller den Abbau b\u00fcrokratischer H\u00fcrden bei gemeinsamen R\u00fcstungsprojekten. Europaweit g\u00fcltige Zertifizierungen, offene Rahmenvertr\u00e4ge und gemeinsame F\u00e4higkeitsforderungen sollen diese Abl\u00e4ufe beschleunigen.<br \/>Zus\u00e4tzlich nahmen die europ\u00e4ischen Partner in der polnischen Hauptstadt den F\u00fcnf-Punkte-Plan ReARM Europe in den Blick. Er strebt an, in den kommenden vier Jahren bis zu 800 Milliarden Euro f\u00fcr die Verteidigung Europas zu mobilisieren. Die Anwesenden, darunter die Vorsitzende des Ausschusses f\u00fcr Sicherheit und Verteidigung des Europ\u00e4ischen Parlaments, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, er\u00f6rterten verschiedene Finanzierungsm\u00f6glichkeiten. Dar\u00fcber hinaus nahmen die Gespr\u00e4chsteilnehmerinnen und -teilnehmer F\u00e4higkeitsl\u00fccken sowie die europ\u00e4ische Sicherheits- und Verteidigungsindustrie in den Blick.<\/p>\n<p>Gemeinsam f\u00fcr die Ukraine<\/p>\n<p>Ausschlaggebend f\u00fcr die Zusammenkunft war allerdings die Organisation der europ\u00e4ischen Ukraine-Unterst\u00fctzung. Dabei kamen die Vorschl\u00e4ge Kallas zur gesteigerten milit\u00e4rischen Unterst\u00fctzung der Ukraine (Enhanced Military Support to Ukraine) zur Sprache. Kallas strebt mit diesem Programm vor allem an, die dr\u00e4ngendsten Bedarfe Kiews in den Bereichen gro\u00dfkalibrige Munition, Luftverteidigungssysteme, Flugk\u00f6rper und Drohnen zu decken. M\u00f6ller betonte in Warschau, dass mit den Beschl\u00fcssen des Deutschen Bundestags zum k\u00fcnftig m\u00f6glichen Volumen der Ukraine-Unterst\u00fctzung ein deutliches Signal gesetzt sei. Die urspr\u00fcnglich geplanten vier Milliarden Euro Unterst\u00fctzungsleistungen im laufenden Jahr w\u00fcrden somit um weitere drei Milliarden Euro erweitert.<br \/>Mit der Debatte um mehr europ\u00e4ische milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung der Ukraine durch die EU nahmen die Teilnehmenden Fragen voraus, die sich so auch am kommenden Freitag stellen werden.<\/p>\n<p>Ohne den gro\u00dfen Partner<\/p>\n<p>Laut Medienberichten wird der US-amerikanische Verteidigungsminister Pete Hegseth erstmals nicht am Treffen der Ramstein-Gruppe teilnehmen. Sollten sich die Berichte bewahrheiten, w\u00e4re dies das erste Treffen der Gruppe ohne US-Beteiligung. Auch f\u00fcr die Entsendung hochrangiger Beamter zum Gipfeltreffen spricht zurzeit wenig.<br \/>Am letzten Treffen der Ramstein-Gruppe hatte Hegseth zwar noch teilgenommen, in seiner Rede aber einen klaren Politik-umschwung deutlich gemacht. Im Gegensatz zur Linie der Biden-Administration stellte Hegseth einen Beitritt der Ukraine zur NATO als unrealistisch dar. Gleiches gilt aus Hegseths Perspektive f\u00fcr die Wiederherstellung der ukrainischen Grenzen des Jahres 2014. Dar\u00fcber hinaus nahm der US-Verteidigungsminister Europa in die Pflicht, mehr Verantwortung f\u00fcr seine eigene Verteidigung und die Ukraine zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine Woche vor dem Treffen der Ramstein-Gruppe \u2013 diesmal ohne US-amerikanische Beteiligung \u2013 probt die EU, wie ein&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":19216,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,548,13,14,15,12,317,12160],"class_list":{"0":"post-19215","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-headlines","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-ukraine","16":"tag-wehrtechnik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114310093411414941","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19215","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19215"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19215\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/19216"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19215"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19215"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19215"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}