{"id":192180,"date":"2025-06-15T12:49:20","date_gmt":"2025-06-15T12:49:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/192180\/"},"modified":"2025-06-15T12:49:20","modified_gmt":"2025-06-15T12:49:20","slug":"jubilaeum-luthers-skandalhochzeit-mit-einem-besonderen-ehering","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/192180\/","title":{"rendered":"Jubil\u00e4um: Luthers Skandalhochzeit mit einem besonderen Ehering"},"content":{"rendered":"<p>Vor 500 Jahren schlossen Martin Luther und Katharina von Bora in Wittenberg den Bund f\u00fcrs Leben. An Originalschaupl\u00e4tzen der Reformation wird jetzt gefeiert. Die LutherMuseen zeigen ein Exponat, das nur selten zu sehen ist.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Ein junger Besucher betritt die Ausstellung \u201eBuchst\u00e4blich Luther\u201c in den Wittenberger LutherMuseen. Sogleich z\u00fcckt er sein Smartphone und fotografiert eine schwarze Kutte, die hinter einer Glaswand steht und die der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/martin-luther\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/martin-luther\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Reformator Martin Luther<\/a> (1483-1546) einst getragen hat. <\/p>\n<p>Die Szene zeigt: Authentische Exponate, Original-\u00dcberbleibsel von ber\u00fchmten Pers\u00f6nlichkeiten ziehen die Menschen an. Dies machen sich die LutherMuseen anl\u00e4sslich des 500. Jahrestages der Hochzeit Luthers mit der vormaligen Nonne Katharina von Bora (1499-1552) zunutze. Seit dieser Woche ist bis zum 10. August der Ehering des ber\u00fchmten und f\u00fcr seine Kritiker auch ber\u00fcchtigten Ehepaares zu sehen.<\/p>\n<p>M\u00f6glich wurde dies durch eine Leihgabe des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig. Und die ist offenbar nicht leicht zu bekommen. \u201eWir leihen den Ring nur ausnahmsweise aus\u201c, sagte die stellvertretende Museumsleiterin Ulrike Dora bei der Er\u00f6ffnung der Ausstellung. Dabei ist der Ring Katharina von Boras allein f\u00fcr Schmuckfreunde ein besonderes Exponat. Er besteht eigentlich aus zwei Ringen, die \u2013 offenbar erst nach der Hochzeit am 13. Juni 1525 \u2013 zusammengef\u00fcgt wurden.<\/p>\n<p>Die Hochzeit h\u00e4tte es nach dem Verst\u00e4ndnis der \u201eAltgl\u00e4ubigen\u201c, wie die Katholiken <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/reformation\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/reformation\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">von den Reformatoren<\/a> absch\u00e4tzig genannt wurden, gar nicht geben d\u00fcrfen. Luther war zuvor Augustinerm\u00f6nch gewesen, von Bora hatte ihre Gel\u00fcbde bei den Zisterzienserinnen abgelegt.<\/p>\n<p>Bis 1519\/20 sei eine Hochzeit f\u00fcr Luther noch nahezu undenkbar gewesen, sagte Mirko Gutjahr, Leiter der LutherMuseen in Eisleben und Mansfeld. Er sei weiterhin davon ausgegangen, dass der Ehestand nur die zweitbeste Lebensweise f\u00fcr einen Christen sei. \u201eEin z\u00f6libat\u00e4res Leben war lange Zeit noch ein Ideal\u201c, betonte der Historiker und Arch\u00e4ologe.<\/p>\n<p>Erst im Laufe der Reformation sei Luther zu der Erkenntnis gelangt, dass das Bild der Familie aus Mann und Frau das Idealbild sei. \u201eDeswegen ist es auch relativ klar, dass er sich dieses Ideal auch selber geben sollte\u201c, erl\u00e4utert Gutjahr. So habe Luther ein neues protestantisches Familienbild etabliert, das die Ehe als h\u00f6chstes Ideal des christlichen Lebens propagierte.<\/p>\n<p>Laut Ulrike Dora besteht der Ring aus einem inneren schmalen Goldreif, der vermutlich der eigentliche Ehering gewesen sei. Er tr\u00e4gt die Gravur \u201eCatharina v Boren D Martinus Lutherus\u201c auf der Unterseite. Um ihn herum liegt ein aufwendig bearbeiteter sogenannter \u201eArma-Christi-Ring\u201c aus der Zeit um 1500 mit einem Rubin. Dieser Ring sei Luther von dem abgesetzten d\u00e4nischen K\u00f6nig Christian II. (1481-1559) geschenkt worden.<\/p>\n<p>Auf dem Ring sind die \u201earma Christi\u201c dargestellt, also die Passionswerkzeuge, mit denen Jesus gemartert wurde: Das Kruzifix und die Gei\u00dfels\u00e4ule mit Fesseln sind dort ebenso abgebildet wie drei N\u00e4gel und ein Hammer. Auf der Unterseite des Schwertes ist zudem das Hochzeitsdatum eingraviert. Ebenso ist ein spottender Jude zu sehen \u2013 ein Beleg f\u00fcr den Antisemitismus seiner Zeit.<\/p>\n<p>Dass der Ring aus D\u00e4nemark stammt, ist laut Dora an der Y-Form der drei Kreuzn\u00e4gel zu erkennen. Die Darstellung lehnt sich an das Wappen der Grafschaft Holstein an, die damals zur d\u00e4nischen Krone geh\u00f6rte. Christian II. hielt sich in Wittenberg im Exil auf und hatte dort Kontakt zu den Reformatoren.<\/p>\n<p>Und die Leihgeberin konnte auch gleich mit einer Neuigkeit aufwarten: Vor kurzem sei der Rubin von der Deutschen Stiftung Edelsteinforschung in Idar-Oberstein untersucht worden. Die mineralische Zusammensetzung habe eindeutig gezeigt, dass er aus einer Region im heutigen Myanmar stamme. Solche Steine seien im 15. Jahrhundert \u00fcber die Seidenstra\u00dfe an den europ\u00e4ischen F\u00fcrstenh\u00f6fen \u00e4u\u00dferst gefragt gewesen.<\/p>\n<p>Einst im Privatbesitz, kam das St\u00fcck im Jahr 1912 ins damals neu gegr\u00fcndete Stadtgeschichtliche Museum. Trotz seiner aufwendigen Gestaltung hat er allerdings keinen gro\u00dfen materiellen Wert, sagte der Vorstand der Stiftung Luthergedenkst\u00e4tten in Sachsen-Anhalt, Thomas T. M\u00fcller. \u201eEs lohnt sich nicht, ihn zu stehlen\u201c, bemerkte er ironisch bei der Ausstellungser\u00f6ffnung: \u201eSein Einschmelzwert ist gering.\u201c<\/p>\n<p>Der Ring ist auch beim Wittenberger Stadtfest \u201eLuthers Hochzeit\u201c vom 13. bis zum 15. Juni zu sehen. Laut Denis Lehmann von der Wittenberger Marketing-Gesellschaft wird zum 500-Jahr-Jubil\u00e4um unter anderem die l\u00e4ngste Hochzeitstafel der Stadt aufgebaut. Mehr als 500 Personen werden dazu am 14. Juni erwartet.<\/p>\n<p>Einen Tag sp\u00e4ter wird der MDR einen Live-Gottesdienst aus der Wittenberger Stadtkirche \u00fcbertragen. Bei beiden Events werden \u201eMartin\u201c und \u201eKatharina\u201c dabei sein, erl\u00e4utert Lehmann. Die LutherMuseen beteiligen sich mit Sonderf\u00fchrungen, Theater und einem Tanzworkshop. Und angesto\u00dfen wird zum 500. Hochzeitstag des bekannten Ehepaares mit einem \u201eLutherbier\u201c, das erstmals angeboten wird. \u201eWir gehen von 60.000 G\u00e4sten an den drei Tagen aus\u201c, sagt Lehmann.<\/p>\n<p>epd\/mak<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vor 500 Jahren schlossen Martin Luther und Katharina von Bora in Wittenberg den Bund f\u00fcrs Leben. 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