{"id":192248,"date":"2025-06-15T13:28:13","date_gmt":"2025-06-15T13:28:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/192248\/"},"modified":"2025-06-15T13:28:13","modified_gmt":"2025-06-15T13:28:13","slug":"so-schmeckt-es-im-tiflisi-in-waldheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/192248\/","title":{"rendered":"So schmeckt es im \u201eTiflisi\u201c in Waldheim"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Hannover. Wahrscheinlich trifft mich gleich der Blitz aus dem L\u00e4ndle, und ich sag es als Schwabe auch nur hinter vorgehaltener Hand, aber: Die georgischen Khinkali im Restaurant \u201eTiflisi\u201c in Hannover-Waldheim treffen mehr den Wortsinn von Maultaschen als Maultaschen selbst. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die Teigs\u00e4ckchen isst man mit den Fingern. Der Hinweis steht sogar auf der Speisekarte: \u201eKhinkali wird mit den H\u00e4nden gegessen, keine Gabel verwenden.\u201c Dazu packt man den Nudelknoten an der Spitze mit den Fingern und bei\u00dft ein St\u00fcck ab. F\u00fcllung und\/oder Sud kommen zum Vorschein. Man verdreht akrobatisch die Hand, stellt den Kopf quer. Saugen, kauen, k\u00f6stlich. Mehr Maultasche geht nun wirklich nicht.<\/p>\n<p>Restaurant \u201eTiflisi\u201c: Hausgemachte Teigs\u00e4ckchen Khinkali<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Es wird aber noch besser. Die Teigs\u00e4ckchen werden in dem Lokal hausgemacht. Es gibt sie in verschiedenen Varianten, etwa mit Hackfleisch oder mit K\u00e4se und Kr\u00e4uterdip (drei St\u00fcck, 8,90 Euro). Man kann es kaum glauben: Zwei der drei K\u00e4se \u2013 Ricotta und Molkenk\u00e4se \u2013, die zusammen die F\u00fcllung bilden, werden selbst hergestellt. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Als dritter K\u00e4se wird Mozzarella zugekauft. Schmeckt besser, erkl\u00e4rt die Gastgeberin Teona Arsenidze, die mit ihrem Mann das Lokal mit Herzblut betreibt \u2013 und wegen alldem und noch mehr lie\u00dfe sich hier und jetzt eine inbr\u00fcnstige Diskussion beginnen, was wir von einem Restaurant eigentlich erwarten: Gutes Essen, netten Service, sch\u00f6nes Flair?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Ehrensache: Das Essen im \u201eTiflisi\u201c ist durchweg frisch zubereitet. \" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/SBXYLGMAC5FXRPAFO7SH6HILQI.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Captionstyled__Caption-sc-skimq-0 iFEFhG\">Ehrensache: Das Essen im \u201eTiflisi\u201c ist durchweg frisch zubereitet. <\/p>\n<p class=\"Copyrightstyled__Copyright-sc-1yiiexl-0 kSntKS\">Quelle: Tim Schaarschmidt<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Was simpel klingt, ist im Detail ja gar nicht so einfach zu beantworten. Schema Feinschmecker gibt es nicht. Was ist netter Service? Die \u00fcberschw\u00e4ngliche Herzlichkeit des S\u00fcdens oder die h\u00f6fliche Distanziertheit des Nordens? Was ist sch\u00f6nes Flair? Glitzer und Glamour? Poppige Farben und Electrobeats? Oder viele Naturmaterialien, \u00fcber die sanfte Pianokl\u00e4nge streicheln? Und was ist gutes Essen? Schema V und B: viel und billig? <\/p>\n<p>Aufmerksamer Service, h\u00fcbsche Au\u00dfenterrasse<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Ich tendiere zu Schema F und H: Frische und Handwerk, der Grundstein guten Essens. Die Wahrheit ist aber, dass K\u00f6chinnen und K\u00f6che immer \u00f6fter zu Foodstylisten verkommen, die Fertigwaren auf den Tellern zusammensetzen, denen sie noch mit Kr\u00e4utern oder Gem\u00fcsespiralen einen frischen Teint verleihen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Ein Patentrezept f\u00fcr gute Gastronomie gibt es also nicht. Sicher ist allenfalls, dass diese Diskussion im \u201eTiflisi\u201c auf hohem Niveau gef\u00fchrt werden kann. Der Service ist durch die Bank aufmerksam. Das Lokal liegt halb im Wohnviertel, hat eine sehr h\u00fcbsche Au\u00dfenterrasse und trotz oder gerade wegen des \u00fcbersichtlichen Gastraums mit gro\u00dfen Fenstern einen netten Charme. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Es wirkt sehr klar, weil keine Gardinen an den Fenstern h\u00e4ngen oder ein Teppich auf dem Boden liegt. Das hat allerdings den Nachteil, dass die Akustik bei voll besetztem Lokal doch sehr laut ist. Stoff schluckt Ger\u00e4usch. Da kippt bisweilen die Geselligkeit in Stress, weil man sich sehr auf die Unterhaltung konzentrieren muss.<\/p>\n<p>Frische K\u00fcche \u2013 auch f\u00fcr Vegetarier und Veganer<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Das Essen ist nach allen Ma\u00dfst\u00e4ben frisch zubereitet. Vielleicht, weil georgische K\u00fcche noch nicht so popul\u00e4r ist, als dass die Industrie die Nische als lukrativen Markt f\u00fcr sich entdeckt h\u00e4tte. Da bleibt gar nichts anderes \u00fcbrig. Vielleicht aber auch, weil eine gute, frische K\u00fcche auch mancherorts noch Ehrensache ist. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\"> Auch Vegetarier und Veganer haben kein Nachsehen. Da gibt es etwa wunderbaren georgischen Salat (12,90 Euro) mit frischen Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Blattsalaten, Pinienkernen und w\u00fcrzigem Kr\u00e4uterdressing, dazu hausgebackenes, georgisches Hefebrot. Herrlich auch das Adscharuli (15,90 Euro), ein Hefeteigschiffchen mit K\u00e4se und Eigelb, die miteinander verr\u00fchrt werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Genug Platz: G\u00e4ste k\u00f6nnen sich auch auf der Au\u00dfenterrasse hinsetzen.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/YOMW5VAWCNC3DD73D6KZHOHTIA.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Captionstyled__Caption-sc-skimq-0 iFEFhG\">Genug Platz: G\u00e4ste k\u00f6nnen sich auch auf der Au\u00dfenterrasse hinsetzen.<\/p>\n<p class=\"Copyrightstyled__Copyright-sc-1yiiexl-0 kSntKS\">Quelle: Tim Schaarschmidt<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">In die Tischmitte passen die dreierlei Pkhali (9,90 Euro), das sind kleine Gem\u00fcsetaler aus klein gehackter Rote Bete, Spinat und Bohnen, angemacht mit Walnusspaste, Gew\u00fcrzen und Kr\u00e4utern. Zur H\u00fchnerbr\u00fche mit Bio-H\u00fchner-Kl\u00f6\u00dfen (9,90 Euro), die mit einem Bio-Eigelb legiert wurde, deckt der Service sogleich Salz und Pfeffer mit ein, denn auch das ist bemerkenswert am \u201eTiflisi\u201c: Wohlgeschmack wird nicht mit \u00fcberm\u00e4\u00dfiger W\u00fcrze erzwungen, der Geschmack der Speisen lebt aus sich selbst heraus. Die Schweinespie\u00dfe sind etwas trocken, aber die gegrillten H\u00e4hnchenspie\u00dfe (je 20,90 Euro) sind klasse, au\u00dfen mit Kruste, innen saftig. Die wachsweichen Kartoffeln sind genauso frisch wie das Gem\u00fcse.<\/p>\n<p>Georgischer Wein und s\u00e4uerlich-salziges Mineralwasser<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Da steht es fast au\u00dfer Frage, dass bei der Weinauswahl ebenfalls ein Augenmerk auf Georgien gelegt wurde, die Wiege des Weinbaus. Vor allem die Weine, die klassischerweise im Quevri, das sind Tonamphoren, ausgebaut werden, sind robust und gehaltvoll und passen gut zum Essen. <\/p>\n<p>\u201eTiflisi\u201c<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 kEnWSL Infoboxstyled__InfoText-sc-1l4p3ie-1 frXoXc\">Fazit Von dieser pr\u00e4zisen Handwerksk\u00fcche d\u00fcrften sich viele deutsche Lokale etwas abschneiden. Gesamt 9\/10 (K\u00fcche 9, Service 9, Ambiente 8)<\/p>\n<p>Kontakt:<\/p>\n<p>\u201eTiflisi\u201c<\/p>\n<p>Liebrechtstra\u00dfe 59<br \/>\n30519 Hannover<\/p>\n<p>Telefon: (0511)35333713<\/p>\n<p>Internet: www.restaurant-tiflisi.eatbu.com<\/p>\n<p>E-Mail: tiflisi.restauranthannover@gmail.com<\/p>\n<p>\u00d6ffnungszeiten: Di. bis So, 16.30 bis 22 Uhr<\/p>\n<p>Barrierefreiheit: nein<\/p>\n<p>Besucht am: 25. Mai &amp; 5. Juni 2025<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Ein Versuch wert ist aber auch das georgische Mineralwasser Borjomi (6,50 Euro), das mit einem s\u00e4uerlich-salzigen Geschmack vereinnahmt \u2013 ist Staatl. Fachingen aufgrund seiner Mineralit\u00e4t der Wein der Mineralw\u00e4sser, ist Borjomi der Schnaps. Spannend klingt auch die georgische Estragon-Limonade Khiliani, sie besteht aber am Ende aus den Zutaten nach Schema WZAF: Wasser, Zucker, Aroma, Farbstoff. Schmeckt auch so.<\/p>\n<p class=\"Editorialstyled__Editorial-sc-5u8rgl-0 cBUuy\">HAZ<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hannover. 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