{"id":192537,"date":"2025-06-15T16:06:10","date_gmt":"2025-06-15T16:06:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/192537\/"},"modified":"2025-06-15T16:06:10","modified_gmt":"2025-06-15T16:06:10","slug":"moritz-puschke-ueber-das-musikfest-ion-dann-muss-ich-vorher-eine-geschichte-erzaehlen-die-beruehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/192537\/","title":{"rendered":"Moritz Puschke \u00fcber das Musikfest ION: &#8222;\u2026 dann muss ich vorher eine Geschichte erz\u00e4hlen, die ber\u00fchrt&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Das Musikfest ION verwandelt vom 27. Juni bis 6. Juli erneut die N\u00fcrnberger Altstadt in eine B\u00fchne f\u00fcr geistliche Musik. Unter dem Motto &#8222;Wo ist Frieden?&#8220; pr\u00e4sentiert das Festival ein stilistisch offenes Programm mit internationalen K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern in den historischen Kirchen der Stadt. Intendant Moritz Puschke erz\u00e4hlt, was ihn antreibt \u2013 und warum es ihn freut, wenn Menschen ver\u00e4ndert aus einem Konzert kommen.<\/p>\n<p class=\"interview-frage\">Herr Puschke, Sie haben einmal gesagt, bei der ION m\u00fcsste der &#8222;Elias&#8220; von Mendelssohn genauso auf dem Programm stehen k\u00f6nnen wie ein Pop-Projekt. Erkl\u00e4ren Sie doch mal Ihre Festival- Philosophie genauer.<\/p>\n<p><strong>Moritz Puschke:<\/strong> Das klingt jetzt vielleicht simpel, aber ich will einfach viele Menschen direkt erreichen. F\u00fcr mich ist Musik immer schon auch Kirchenmusik. Oder besser: Musik in Kirchen, die eine spirituelle Erfahrung erm\u00f6glichen kann. Das war f\u00fcr mich ja nie abgetrennt von aktueller Musik oder von dem, was irgendwie relevant ist oder popul\u00e4r. Das hat sich nur so auseinanderentwickelt. Denken Sie an das 17. und 18. Jahrhundert. Da war das ja auch die Musik der Zeit. Die Chor\u00e4le waren die Top-Hits, die jeder kannte. Eigentlich finde ich es ganz normal, wenn sich Kirchenr\u00e4ume wieder mehr \u00f6ffnen zum Sound der Gegenwart und hin zu Liedern und Songs, mit denen sich die Menschen im Alltag besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p class=\"interview-frage\">Weil es vielleicht auch immer wieder dieselben Themen sind, die ber\u00fchren?<\/p>\n<p>Frieden, Zuversicht, Trost, Hoffnung, Einkehr, die Sehnsucht nach spiritueller Erfahrung \u2013 diese Themen sind gegenw\u00e4rtig und werden von ganz vielen Musikern jeden Alters immer wieder gesucht und in neuen Songs oder in neuen Werken beschrieben. Aber diese Themen sind nat\u00fcrlich auch in den traditionellen, kanonischen Werken zu finden. Jede Generation richtet neue Fragen an ihre Zeit. Da ist es f\u00fcr mich nur logisch, dass sich auch die Musik bewegt und neu befragt wird. Neues kommt hinzu, anders wirkt \u00fcberholt und kann mal ein paar Jahre ruhen&#8230; Ich f\u00fchle mich eigentlich immer wie ein Sammler, der danach schaut, wo diese ganzen Themen gerade gespielt werden. Wer befasst sich damit? Wer zweifelt? Wer fragt? Wer hat eine lebenslange Auseinandersetzung mit dem Thema Kirche, mit dem Thema R\u00e4ume? Und bestenfalls werde ich dann zum Schatzsucher und finde Musikerinnen und Musiker oder Ensembles, die Lust darauf haben, sich auf diese Themen einzulassen. Und das kann dann ein Spezialensemble f\u00fcr Fr\u00fchbarock sein oder ein Singer\/Songwriter, ein Chor oder ein Jazz-Quartett.<\/p>\n<p class=\"interview-frage\">Und diese Leute kommen immer wieder gerne nach N\u00fcrnberg?<\/p>\n<p>Auch das klingt m\u00f6glicherweise einfach, aber es ist so: Nach N\u00fcrnberg zum <a href=\"https:\/\/musikfest-ion.de\/\" title=\"Musikfest ION\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Musikfest ION<\/a> kommen Leute, die Lust haben mit mir zu reden, die mehr wollen, als nur mit einer Stellprobe ein Konzert zu spielen, sondern die vielleicht schon im Winter vorher vorbeikommen darauf achten, was da eigentlich f\u00fcr Gegebenheiten und R\u00e4ume sind. Und die auch noch mal \u00fcberlegen: Die St\u00fccke, wie ich sie bisher gespielt habe oder das Werk, wie ich das bisher aufgef\u00fchrt habe \u2013 wenn ich das in N\u00fcrnberg auff\u00fchre beim Musikfest ION, dann lasse ich mich vielleicht noch mal ganz auf was ganz anderes ein, passe meine Interpretation an und mache ein echtes N\u00fcrnberger Ereignis da draus. Und wenn diese Vertrautheit der K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler mit der Stadt, den R\u00e4ume und uns als Team erreicht ist, dann kann den Besucherinnen und Besuchern voller \u00dcberzeugung, mit Freude und Lust sagen: Du musst zum Musikfest ION zum Konzert kommen, nach St. Sebald oder nach St. Lorenz, denn hier passiert was, das so gut und einzigartig ist in der Interpretation und was Dich m\u00f6glicherweise tief ber\u00fchren wird \u2013vollkommen unabh\u00e4ngig davon, ob, wie und was du glaubst. Ich sage letztlich dem Publikum das Gleiche wie den K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern: Du bist willkommen, lass Dich auf den Raum und die Musik ein, genie\u00dfe die Begegnungen und Gef\u00fchle im Konzert und sei dabei, wenn es in N\u00fcrnberg im Sommer 10 Tage Festivalrausch gibt.<\/p>\n<p class=\"interview-frage\">Der Festival-Gast soll also in einer viel tieferen Form ber\u00fchrt werden als gew\u00f6hnt?<\/p>\n<p>Ich muss die Leute ja irgendwo erwischen mit etwas, das sie aus ihrem Alltag rausholt, das sie ber\u00fchrt oder bewegt oder aufr\u00fcttelt. So habe ich es im letzten Festival erlebt. Ob bei &#8222;Knockin\u2018 on heaven\u2019s door&#8220;, gesungen von Wolfgang Niedecken oder beim Brahms-Requiem mit Frieder Bernius: Die Kirchen waren bis auf den letzten Platz gef\u00fcllt und viele Menschen waren zu Tr\u00e4nen ger\u00fchrt. Sie sind ver\u00e4ndert aus dem Konzert gegangen. Das interessiert mich, die Leute abzuholen und zu sagen: &#8222;Hey, lass Dich mal auf zwei Stunden Musik in dieser Kirche ein, lass Dich auf diese R\u00e4ume ein und auf die besonderen Interpretationen. Du kriegst hier einen Niedecken oder einen Bernius, sag ich jetzt mal ganz frech, in Deutschland sonst nirgends wie beim Musikfest ION&#8220;.<\/p>\n<p class=\"interview-frage\">Es gibt dann ja noch die Mitsingprojekte f\u00fcr Kinder und Erwachsene. Wie wichtig sind die f\u00fcr das Festival?<\/p>\n<p>Sehr wichtig. Immer wieder begeistern mich die jungen Interpreten, Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, die bei &#8222;Sing Bach&#8220; oder &#8222;Sing Beethoven&#8220; mitgemacht haben. Jedes Jahr 250 Kinder aus heterogenen Bev\u00f6lkerungsschichten, multireligi\u00f6s und multinational, mit allen Eltern und Geschwistern und Verwandten. Jedes Jahr zwei Auff\u00fchrung \u00e1 600 G\u00e4ste, also 1200 pro Jahrgang, die bisher nichts mit Kirchenmusik zu tun haben, die das ihr ganzes Leben lang nicht vergessen. Ich denke an das Projekt mit Mendelssohns &#8222;Lobgesang&#8220;, dirigiert von Ingrid Kasper. 500 Leute, gro\u00dfe Literatur, N\u00fcrnberger Symphoniker, tolle Starsolisten und eine Landeskirchenmusikerin dirigiert zwei Proben, dann kommt schon Auff\u00fchrung mit hunderten S\u00e4ngerinnen und S\u00e4ngern in der Gustav-Adolf-Ged\u00e4chtniskirche in der N\u00fcrnberger S\u00fcdstadt. Das ist doch unglaublich, oder? Ich habe die Projektteilnehmer auch gefragt, wo sie herkommen. Da waren Leute aus N\u00fcrnberg und ganz Bayern dabei, aber auch aus Th\u00fcringen und Hessen. Die nahmen 250 Kilometer und mehr nach N\u00fcrnberg auf sich, um dieses Gemeinschaftserlebnis zu haben, gerade in Zeiten, in denen die Kantoreien zu Hause vielleicht etwas in der Krise sind oder allgemein das Chorsterben im l\u00e4ndlichen Raum diesen Menschen keinen direkten Zugang zum Singen mehr erm\u00f6glicht. Oder sie sind irgendwie auf der Suche nach einem anderen musikalischen Erlebnis. Dann entsteht so eine Community, die sich gegenseitig anstachelt und sich an dem gro\u00dfen Klang berauscht. Es ist auch nicht so, dass ich unseren G\u00e4sten irgendetwas Niedrigschwelliges und Leichtes anbiete. Auch nicht den Kindern. Da muss man richtig was daf\u00fcr tun, man schwitzt, kommt an seine Grenzen. Ich glaube, diese Herausforderung suchen viele Leute. Und sie suchen Gemeinschaft in diesen Zeiten. Und die bieten wir den Menschen an, mitunter auf unkonventionelle Art und Weise. Und was mein Team und ich an R\u00fcckmeldungen bekommen, direkt nach dem Konzert, in Emails sp\u00e4ter oder in Kommentaren unseren Social-Media-Kan\u00e4len belegt: Gemeinschaft, Gl\u00fcck, N\u00e4he, Qualit\u00e4t, Teilhabe und atemberaubende R\u00e4ume sind die Hauptgr\u00fcnde daf\u00fcr, dass sich unsere Besucherinnen und Besucher bei uns wohl f\u00fchlen.<\/p>\n<p class=\"interview-frage\">Schl\u00e4gt sich das auch in den Ticketverk\u00e4ufen nieder?<\/p>\n<p>Oh ja! Wir haben die Verk\u00e4ufe im Vergleich zu den Jahren vor meiner Intendanz verdreifacht. Und das gegen den bundesweiten Trend. Es gibt immer mehr Leute, die mehrere Konzerte besuchen. Unsere G\u00e4ste kommen nat\u00fcrlich aus N\u00fcrnberg, aber reisen immer mehr aus Bayern und dem gesamten Bundesgebiet an. Letztes Jahr hatten wir herzliche Begegnungen mit G\u00e4sten aus Kanada und Neuseeland. Die Entwicklung des Festivals ist sehr begl\u00fcckend. Am Ende des Tages ist Relevanzwichtig, das steht so auch in jedem F\u00f6rderantrag drin. Und Relevanz zeigt sich auch darin, ob die Konzerte voll sind oder nicht. <\/p>\n<p class=\"interview-frage\">Worin liegt dieser Erfolg wohl begr\u00fcndet?<\/p>\n<p>Dass ein Typ wie ich, der einfach das macht, was ich als was ganz Normales empfinde, so einen Erfolg hat, das kann ich nur schlecht erkl\u00e4ren, weil das bedeuten w\u00fcrde, man k\u00f6nnte es irgendwie covern. Ich bin stilistisch offen. Ich lade tolle Leute ein. Ich bin selbst begeistert und stecke mit dieser Begeisterung alle an. Ich begeistere gern das Publikum und ich bin mit meinem ganzen Team im Grunde rund um die Uhr sichtbar und im Dialog mit den G\u00e4sten. Das ist eine Art Pandemie des Gl\u00fccks und der Begeisterung! N\u00fcrnberg bietet meiner Idee eines lebendigen, zeitgem\u00e4\u00dfen und vielf\u00e4ltigen Festivals sehr gute Bedingungen. Nat\u00fcrlich ringen wir mit F\u00f6rderern um Geld und es ist jedes Jahr eine gro\u00dfe Anstrengung, mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln ein bundesweit konkurrenzf\u00e4higes Programm anbieten zu k\u00f6nnen. Aber was wir eben in besonderem Ma\u00dfe haben, sind Zeit und R\u00e4ume. Wir wollen erm\u00f6glichen, dass K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler intensive Beziehungen zur Stadt und zu den Kirchen als ihren Konzertorten aufbauen. Denn das sp\u00fcren dann unsere G\u00e4ste im Konzert, dass hier h\u00f6here Intensit\u00e4t ist. Das f\u00fchrt auch dazu, dass ich mit bestimmten Ensembles immer wieder zusammenarbeite. Und ja, ich bin mir ganz sicher, dass das ein total nachhaltiger Effekt ist.<\/p>\n<p class=\"interview-frage\">Gibt es aber auch Grenzen, No-Gos oder \u00e4hnliches?<\/p>\n<p>So ein Festivalprogramm muss mit Liebe gemacht sein, und solange das gilt, gibt es eigentlich keine Grenzen. Es muss Authentizit\u00e4t rein. Und nat\u00fcrlich nehme ich f\u00fcr mich in Anspruch, nach jetzt 25 Jahren im Musikgesch\u00e4ft, nachdem ich selbst in Vokalensembles gesungen haben, CDs aufgenommen habe und in Bands gespielt habe: Ich wei\u00df, was gute Musik ist, und ich erkenne Qualit\u00e4t und Intensit\u00e4t. Ich besch\u00e4ftige mich seit 25 Jahren t\u00e4glich mit Musik. Bevor ich jemanden einlade oder anspreche, ob der zu diesem gro\u00dfartigen Festival kommen kann, scanne ich die Pers\u00f6nlichkeit. Was sind das f\u00fcr Typen? Wie kommen die r\u00fcber? Wie \u00e4u\u00dfern die sich? Was haben die f\u00fcr Programme? Da geht&#8217;s ja auch um mehr als um die Frage, ob es nur gute Musiker sind. Manche passen auch einfach nicht zu uns und zu der Stadt. Ich finde auch nicht, dass das was Besonderes ist. Ich meine, wenn man Geld anvertraut bekommt und in solchen tollen R\u00e4umen wie diese N\u00fcrnberger Kirchen veranstalten kann, dann ist es doch auch meine Pflicht zu sagen, dass ich mit einem hohen Qualit\u00e4tsbewusstsein agiere. Und schlie\u00dflich werfe ich noch einen Begriff in den Ring: Hingabe. Ich habe am Bremer Dom bei dem Dirigenten und Kirchenmusiker Wolfgang Helbich gelernt. Der hat mir immer gesagt, er wolle diese absolute Hingabe, diese Seele. Er wollte jeden im Orchester und jeden im Chor zu 100% bei sich haben. Man kann mal einen falschen Ton singen. Das war verzeihlich, wenn er das Gef\u00fchl hatte, dass wirklich alle voller Inbrunst da sind. Das Publikum sp\u00fcrt das, auch wenn es das vielleicht gar nicht konkret in Worte fassen kann: Aber wenn ein K\u00fcnstler seine eigene Seele rein gibt ins Konzert, dann ger\u00e4t auch die Seele der Zuh\u00f6rer in Schwingung. Und da sind wir dann wieder bei der spirituellen Dimension von Musik in Kirchen.<\/p>\n<p class=\"interview-frage\">Was bleibt von einer ION \u2013 au\u00dfer diesem Hochgef\u00fchl \u2013 an Bereicherung f\u00fcr den musikalischen Kanon?<\/p>\n<p>Wir bereichern durch kulturelle Vielfalt. Das ist vielleicht ein abgedroschener Begriff, aber Vielfalt hei\u00dft eben programmatische und stilistische Offenheit, eine heterogene Auswahl an Interpreten. Da kommen junge und alte, welche am Anfang mit einem herrlichen Energie\u00fcberschuss und welche, die in ihren Interpretationen nach vielen Jahren zu einer gewissen Gelassenheit und Reduktion gefunden haben. Bei uns gibt es beispielsweise alle paar Jahre eine h-Moll Messe von Bach in gro\u00dfer Reinheit und in einer Werktreue, die wahrscheinlich Bachs Idee sehr nahekommt. Aber bei uns gibt es auch einmal eine h-Moll Messe in der kammermusikalischen bearbeiteten Version mit Improvisationsteil zwischendurch, mit einem Schweizer Rapper, der seine Glaubenszweifel anspricht. Manche provoziert das. Aber warum sollte man das nicht, wie 2022 geschehen, junge Leute zwischen 25 und 30 machen lassen, die also am Anfang ihrer Musikerkarriere stehen? Die waren v\u00f6llig drin in der Materie, durch lange Proben hatten sie aus ihrer Perspektive das Werk durchdrungen und es voller Hingabe auf die B\u00fchne gebracht. Und sie sagten: Kann man so eine h-Moll-Messe nicht auch anders interpretieren, kann man nicht sich dieses diese Partitur nehmen, destillieren und nachsehen, was steckt da eigentlich drin? Aber noch mal: Das geht nur mit \u00dcberzeugungst\u00e4tern auf der B\u00fchne, denen man das auch abnimmt. Und mein Job ist, das vorher schon den Leuten zu erz\u00e4hlen. Im Bereich der Kommunikation und der Werbung haben wir uns ja v\u00f6llig ver\u00e4ndert. Fr\u00fcher wurde ein Faltblatt herausgegeben oder ein Programmheft. Wir erz\u00e4hlen aber das ganze Jahr hindurch auf Instagram und Facebook Geschichten. Wir sind den ganzen Tag dabei, den Leuten auch Rede und Antwort zu stehen f\u00fcr ihre Fragen und immer wieder Impulse zu geben, warum sie n\u00e4chstes Jahr im Sommer herkommen m\u00fcssen. Wenn ich einfach nur ein Plakat an die Kirche h\u00e4ngen w\u00fcrde, dann verkaufe ich vielleicht 70 Karten. Wenn ich 700 Karten verkaufen will, dann muss ich ein dreiviertel Jahr \u00fcberlegen, wie ich Menschen aus verschiedenen Zielgruppen \u00fcber verschiedene Medien anspreche. Die vielf\u00e4ltige N\u00fcrnberger Stadtgesellschaft zu erreichen und ein nachhaltiges Erlebnis zu erschaffen, erfordert auch von mir und meinem Team eine riesengro\u00dfe Vielfalt im Entwickeln von Geschichten und von Vermarktungsideen, weil ich sonst diese Menschen gar nicht erreiche. Es reicht nicht, einfach Enthusiasmus zu haben, sondern man muss den auch kanalisieren.<\/p>\n<p class=\"interview-frage\">Die ION hat auch immer ein Motto. Welches steht in 2025 an?<\/p>\n<p>Es lautet &#8222;Wo ist Frieden?&#8220;, in der Art: &#8222;hast Du heute schon den Frieden gesucht?&#8220; Frieden bekommen wir nur, wenn wir ihn suchen. Und 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, in N\u00fcrnberg, mit der Geschichte der Stadt und unseres Festivals im Kopf stellen wir uns, den K\u00fcnstlern und dem Publikum die Frage: Hast Du heute schon den Frieden gesucht? Das Programm, dass wir nun bald ver\u00f6ffentlichen und in den Verkauf geben, kommt meinem ideal eines genre-offenen, vielgestaltigen Festivals in Kirchen schon ziemlich nah: Zur Er\u00f6ffnung kommt VOCES8 endlich wieder zu uns. Deren Klang ist einfach zum Niederknien. Und sie sind in N\u00fcrnberg verliebt und entwickeln ganz eigene Programme f\u00fcr die Kirchen, die sie nun auch schon kennen. Wenn dann das Licht durch die bunten Kirchenfenster von St. Sebald bricht und der Klang durch die Hallenkirche str\u00f6mt, ist G\u00e4nsehaut garantiert. Wenige Tage sp\u00e4ter tritt an gleicher Stelle der Schauspieler Charly H\u00fcbne rauf. Er verbindet seine Version von Franz Schuberts &#8222;Winterreise&#8220; mit ikonischen Songs von Nick Cave! Die Orgel-Queen Anna Lapwood aus der Londoner Royal Albert Hall gibt ihr N\u00fcrnberg-Deb\u00fct. Die hat allein auf Tiktok eine halbe Millionen Follower \u2013 mit Orgel! Und f\u00fcr mich als Beatles-Fan gibt es eine absolute Sensation auf der B\u00fchne der Kulturkirche im N\u00fcrnberger Szeneviertel Gostenhof. Dort stehen tats\u00e4chlich die Rock- und Soullegende Inga Rumpf, Gustav Peter W\u00f6hler und Catt gemeinsam auf der B\u00fchne f\u00fcr &#8222;Imagine Peace. A Night for John Lennon.&#8220; Stefanie Hempel, Musikerin aus Hamburg und Deutschlands gr\u00f6\u00dfte Beatles-Kennerin, hat diese All-Star-Band zusammengerufen. Zum 85. Geburtstag von John Lennon gibt es zwei rauschende Tribute-Abende. Aber im gleichen Festival kann man sich zur\u00fccklehnen und die Klangpracht von Palestrina und Bach mit dem Windsbacher Knabenchor genie\u00dfen. So gef\u00e4llt mir das.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Musikfest ION verwandelt vom 27. Juni bis 6. 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