{"id":19278,"date":"2025-04-09T21:53:19","date_gmt":"2025-04-09T21:53:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/19278\/"},"modified":"2025-04-09T21:53:19","modified_gmt":"2025-04-09T21:53:19","slug":"st-lukas-in-muenchen-200-tonnen-geruest-fuer-die-groesste-sanierung-seit-125-jahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/19278\/","title":{"rendered":"St. Lukas in M\u00fcnchen: 200 Tonnen Ger\u00fcst f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfte Sanierung seit 125 Jahren"},"content":{"rendered":"<p>100 Laster, 200 Tonnen Material, eine Million Euro: Zur Halbzeit der umfangreichen Innensanierung im M\u00fcnchner Dom der Protestanten w\u00e4chst seit Anfang April ein gigantisches Ger\u00fcst im Kirchenschiff von St. Lukas in die H\u00f6he. 200 Tonnen Eisenstangen und Gittertr\u00e4ger rollen nach einem minuti\u00f6sen Plan auf Lastern und elektrischen Transportkarren ins verwinkelte Lehel, wo die Kirche am Isarufer seit ihrer Einweihung im Jahr 1896 tausenden Menschen eine Glaubensheimat gibt.<\/p>\n<p>15 Millionen Euro f\u00fcr M\u00fcnchens evangelische Kathedrale<\/p>\n<p>Doch nach 125 Jahren war jetzt ein Facelifting n\u00f6tig: Spannungsrisse in den Kuppeln, verschmutzte W\u00e4nde und Pfeiler, veraltete Elektrik, eine ineffiziente Heizung, fehlende Toiletten &#8211; die Liste der M\u00e4ngel war lang. Seit April 2024 wird das Denkmal von nationaler Bedeutung jetzt f\u00fcr rund 15 Millionen Euro saniert &#8211; allein eine Million Euro sind f\u00fcr das Ger\u00fcst veranschlagt.<\/p>\n<p>Viel Geld, doch ohne ein Ger\u00fcst funktioniert auf dem Bau nichts. &#8222;Wir stellen den sicheren Arbeitsplatz f\u00fcr die anderen Gewerke zur Verf\u00fcgung&#8220;, sagt Robert Lehner, Marketingchef der Ger\u00fcstbaufirma Sch\u00e4fer aus dem Landkreis G\u00fcnzburg. Ger\u00fcstbauer seien die Wegbereiter der Ingenieure, Kirchenmaler oder Stuckateure: &#8222;Sie alle brauchen uns, damit sie ihre kreative Energie verwirklichen k\u00f6nnen.&#8220; Auch ein Michelangelo h\u00e4tte ohne Ger\u00fcstkonstruktion seine Fresken nicht an die Kirchendecken bringen k\u00f6nnen, sagt Lehner selbstbewusst.<\/p>\n<p>Hightech-Planung mit digitalem Zwilling und 3D-Scan<\/p>\n<p>Die Methoden des modernen Ger\u00fcstbaus unterscheiden sich allerdings deutlich von denen des 16. Jahrhunderts. Ohne Computer geht heute nichts mehr: Mithilfe von 3D-Laserscannern und Drohnen haben die Experten zun\u00e4chst ein pr\u00e4zises Abbild der Lukaskirche erstellt. Mit diesem &#8222;digitalen Zwilling&#8220; wird dann am Computer der Ger\u00fcstbau samt Materialbedarf &#8222;zentimetergenau&#8220; geplant, erkl\u00e4rt Lehner.<\/p>\n<p>So entsteht zugleich eine Materialliste, nach der die Logistikabteilung &#8211; Herrin \u00fcber 60.000 Tonnen Ger\u00fcstteile &#8211; ihre Rollcontainer f\u00fcr die Baustelle best\u00fcckt. 100 Fahrten sind in den n\u00e4chsten Wochen Richtung St. Lukas geplant; ein Portalkran in der Kirche wuppt bis zu einer Tonne Material auf die jeweiligen Ebenen; bis zu zw\u00f6lf Ger\u00fcstbauer montieren dann tausende Stiele, Gittertr\u00e4ger und Treppen nach einem farblich codierten, digitalen Bauplan zusammen.<\/p>\n<p>Darauf wird auch sichtbar, wie die inwendig einger\u00fcstete Lukaskirche in zehn Wochen aussehen wird: Ein Dschungel aus Laufwegen in luftigen H\u00f6hen &#8211; 18 Etagen sind es bis hinauf in die Vierungskuppel. Sicherheit ist deshalb ein gro\u00dfes Thema: &#8222;Unsere Monteure tragen w\u00e4hrend des Aufbaus ihre pers\u00f6nliche Schutzausr\u00fcstung gegen Absturz&#8220;, erkl\u00e4rt Robert Lehner. Der Abstand zur Wand betr\u00e4gt am Schluss weniger als 30 Zentimeter, &#8222;damit niemand durchrutschen kann&#8220;. Wo das nicht m\u00f6glich ist, werden Gel\u00e4nder angebracht. Erst nach einer Sicherheitspr\u00fcfung d\u00fcrfen andere Handwerker das Ger\u00fcst betreten.<\/p>\n<p>Von der Skischanze zur Kirche: Keine Standard-Baustelle<\/p>\n<p>Eisenbahnbr\u00fccken, Skischanzen, der M\u00fcnchner Olympiaturm: Die Firma Sch\u00e4fer hat viele au\u00dfergew\u00f6hnliche Baustellen im Portfolio &#8211; auch die Augsburger Basilika St. Ulrich und Afra geh\u00f6rte schon dazu. Ein Standardprogramm gibt es deshalb nicht: &#8222;Jeder Fall ist individuell und birgt auch seine besonderen Herausforderungen, ob technisch, organisatorisch oder beides&#8220;, sagt der Marketingchef.<\/p>\n<p>Und w\u00e4hrend im Fu\u00dfbodenbereich der Lukaskirche derzeit noch Leerrohre f\u00fcr Kabel und Zuleitungen f\u00fcr die neue Warmwasser-Sitzbank-Heizung installiert werden, richten sich die Blicke der Schaulustigen am Baustellen-Fenster im Vorraum demn\u00e4chst nach oben: Sp\u00e4testens im Juni haben die Ger\u00fcstbauer die Kuppel in 42 Metern H\u00f6he erreicht. Rund zehn Monate haben die anderen Handwerker dann Zeit, ihre Kunst zu zeigen. An Ostern 2026 werden 200 Tonnen Ger\u00fcstmaterial wieder spurlos verschwunden sein. Und die Lukasgemeinde wird in einer rundum erneuerten Kathedrale Auferstehung feiern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"100 Laster, 200 Tonnen Material, eine Million Euro: Zur Halbzeit der umfangreichen Innensanierung im M\u00fcnchner Dom der Protestanten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":19279,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[3274,772,29,9485,30,5508,1268,14,15,575,9486],"class_list":{"0":"post-19278","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-kirche","9":"tag-bayern","10":"tag-deutschland","11":"tag-evangelisch","12":"tag-germany","13":"tag-journalismus","14":"tag-muenchen","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-religion","18":"tag-sonntagsblatt"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114310231081756675","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19278","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19278"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19278\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/19279"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19278"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19278"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19278"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}