{"id":193204,"date":"2025-06-15T22:15:12","date_gmt":"2025-06-15T22:15:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/193204\/"},"modified":"2025-06-15T22:15:12","modified_gmt":"2025-06-15T22:15:12","slug":"vorhersage-der-auswirkungen-geomagnetischer-stuerme-gfz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/193204\/","title":{"rendered":"Vorhersage der Auswirkungen geomagnetischer St\u00fcrme: GFZ"},"content":{"rendered":"<p>GFZ und Europ\u00e4ische Weltraumorganisation starten FLAG-Projekt zur Verbesserung der Weltraumwetter-Vorhersagen <\/p>\n<p>Vor nur wenigen Jahren gab es rund 1.000 operative Satelliten im Weltraum, heute sind es fast 6.000. Sch\u00e4tzungen zufolge werden allein in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren mehr als 100.000 Satelliten in Umlauf gebracht. Neue Generationen kommerzieller Satelliten werden zunehmend mit Standardkomponenten gefertigt, die potenziell weniger robust sind als die in der Vergangenheit gebauten, gr\u00f6\u00dferen Raumfahrzeuge. Dies erh\u00f6ht die Anf\u00e4lligkeit der Satellitentechnologie gegen\u00fcber den Bedingungen im Weltraum. Verschiedene Ph\u00e4nomene, die von der Sonne ausgehen und die Bedingungen im Weltraum ver\u00e4ndern, k\u00f6nnen zu \u201eWeltraumwetter\u201c f\u00fchren. \u201eWeltraumwetter\u201c bezeichnet als Sammelbegriff potentiell gef\u00e4hrliche Ereignisse in der erdnahen Weltraumumgebung, welche Auswirkungen auf Menschen und Technologie im Weltraum haben k\u00f6nnen. Aber auch negative Folgen auf der Erde sind m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die zunehmende Abh\u00e4ngigkeit der Gesellschaft von Technologien im Weltraum sowie neuere Entwicklungen wie autonomes Fahren lenken die Aufmerksamkeit verst\u00e4rkt auf Weltraumwetterereignisse. Negative Wirkungen von Weltraumwetterprozessen sind Strahlung, die Satelliten besch\u00e4digen kann, Dichteschwankungen der Ionosph\u00e4re und Plasmasph\u00e4re, die das Global Navigation Satellite System in der Positions- und Navigationsbestimmung st\u00f6ren k\u00f6nnen, und Dichteschwankungen der Thermosph\u00e4re, die die Vorhersage von Satellitenbahnen und die Verfolgung von Weltraumschrott unzuverl\u00e4ssig machen k\u00f6nnen. Magnetisch induzierte Str\u00f6me durch geomagnetische St\u00fcrme k\u00f6nnen auch massive Auswirkungen auf Stromnetze auf der Erde haben, indem sie Transformatoren besch\u00e4digen.<\/p>\n<p>Ein Echtzeit-Fr\u00fchwarnsystem kann den Beteiligten helfen, sich auf Weltraumwetterereignisse vorzubereiten. So k\u00f6nnen beispielsweise einige Satelliten in einen Schutzmodus versetzt werden. Geplante Satellitenman\u00f6ver oder Software-Updates k\u00f6nnen unter ung\u00fcnstigen Weltraumwetterbedingungen ebenfalls verschoben werden. Um dies zu erreichen, ben\u00f6tigen die Verantwortlichen jedoch Weltraumwetterwarnungen mit ausreichend Vorlaufzeit. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen sie die Wahrscheinlichkeit des Eintretens der Ereignisse kennen und Prognosen auf der Grundlage modernster Modelle und Echtzeitdaten ben\u00f6tigen. Idealerweise sollten diese komplexen Prognosen in einem leicht verst\u00e4ndlichen Format verf\u00fcgbar sein.<\/p>\n<p>In zwei k\u00fcrzlich abgeschlossenen Projekten, die vom Forschungs- und Innovationsprogramm \u201eHorizont 2020\u201c der Europ\u00e4ischen Union finanziert wurden, wurden mehrere Vorhersageinstrumente entwickelt, n\u00e4mlich das Projekt zur Vorhersage von Weltraumstrahlung und Sonnenwindparametern <strong>PR<\/strong>ediction <strong>o<\/strong>f <strong>G<\/strong>eospace <strong>R<\/strong>adiation <strong>E<\/strong>nvironment and <strong>S<\/strong>olar wind parameter<strong>S<\/strong> | PROGRESS und das Projekt zur Vorhersage negativer Auswirkungen geomagnetischer St\u00fcrme und energiereicher Strahlung \u201e<strong>P<\/strong>rediction of <strong>A<\/strong>dverse effects of <strong>G<\/strong>eomagnetic Storms and <strong>E<\/strong>nergetic <strong>R<\/strong>adiation | PAGER\u201c. Diese Projekte f\u00fchrten zur Entwicklung von Werkzeugen, die jetzt auf der PAGER-Website unter <a href=\"https:\/\/www.spacepager.eu\/data-products\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">https:\/\/www.spacepager.eu\/data-products<\/a> verf\u00fcgbar sind. Das einzigartige Vorhersagenetzwerk ist das erste System, das Codes von der Sonne bis zur Magnetosph\u00e4re und Erdoberfl\u00e4che koppelt und auch das erste, das umfassende Vorhersagen mit Konfidenzniveaus liefert.<\/p>\n<p><strong>Prognosen und langfristige probabilistische Datenassimilation zur Vorhersage der Auswirkungen geomagnetischer St\u00fcrme<\/strong><\/p>\n<p>Das FLAG-Projekt (<strong>F<\/strong>orecasts and <strong>L<\/strong>ong-term probabilistic data <strong>A<\/strong>ssimilative prediction of the effects of Geomagnetic storms) baut nun direkt auf den Projekten PAGER und PROGRESS auf.\u00a0Modernste Codes und Werkzeuge des maschinellen Lernens werden kombiniert, um genaue langfristige, datenassimilative und probabilistische Vorhersagen der erdnahen Raumumgebung (Abbildung 1) zu erstellen.<\/p>\n<p>FLAG wird dazu beitragen, Codes in den operativen Einsatz bei der Europ\u00e4ischen Weltraumorganisation ESA zu \u00fcberf\u00fchren. Ziel des Projekts ist es, die Vorhersagen weiter zu verbessern, indem die Kopplung der Codes reorganisiert, realistische Ensembles bereitgestellt, neue Module hinzugef\u00fcgt und das neue Framework als Ganzes sorgf\u00e4ltig validiert werden.<\/p>\n<p>Das Endergebnis des FLAG-Fr\u00fchwarnsystems werden einfach verst\u00e4ndliche \u201eAmpel\u201c-Indikatoren sein, die den Beteiligten mitteilen, ob ihr jeweiliges Raumfahrzeug \u2013 abh\u00e4ngig von der Umlaufbahn und den verwendeten Materialien \u2013 in Gefahr ist oder nicht. Yuri Shprits, Professor an der Universit\u00e4t Potsdam und Leiter der Sektion 1.5 am GFZ, erg\u00e4nzt diesbez\u00fcglich: \u201eAngesichts der ver\u00e4nderten Lage in den USA ist es wichtiger denn je, dass Europa \u00fcber eigene, von den USA unabh\u00e4ngige Instrumente zur Vorhersage des Weltraumwetters verf\u00fcgt.\u201c<\/p>\n<p><strong>FLAG | Projektdauer und Details<\/strong><\/p>\n<p>Das FLAG-Projekt ist auf zwei Jahre ausgelegt. Es wird gemeinsam von Forschenden der Europ\u00e4ischen Weltraumorganisation (ESA), des GFZ (Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Geoforschung), der University of Warwick, TRAD Tests and Radiation, der Universit\u00e9 catholique de Louvain und des BIRA (Royal Belgian Institute for Space Aeronomy) durchgef\u00fchrt. Die Hauptkoordination und das Management liegen bei Prof. Dr. Yuri Shprits sowie Dr. Elodie Kendall aus der Sektion 1.5 Weltraumwetter und Weltraumphysik am GFZ.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"GFZ und Europ\u00e4ische Weltraumorganisation starten FLAG-Projekt zur Verbesserung der Weltraumwetter-Vorhersagen Vor nur wenigen Jahren gab es rund 1.000&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":193205,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[135],"tags":[29,30,190,189,194,191,193,192],"class_list":{"0":"post-193204","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wissenschaft-technik","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-science","11":"tag-science-technology","12":"tag-technik","13":"tag-technology","14":"tag-wissenschaft","15":"tag-wissenschaft-technik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114689692478195518","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/193204","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=193204"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/193204\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/193205"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=193204"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=193204"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=193204"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}