{"id":193433,"date":"2025-06-16T00:23:09","date_gmt":"2025-06-16T00:23:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/193433\/"},"modified":"2025-06-16T00:23:09","modified_gmt":"2025-06-16T00:23:09","slug":"berlin-bremen-supermarkt-apps-rabatt-gegen-daten-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/193433\/","title":{"rendered":"Berlin\/Bremen | Supermarkt-Apps: Rabatt gegen Daten"},"content":{"rendered":"<p class=\"bodytext\">Berlin\/Bremen (dpa\/tmn) &#8211; Supermarkt-Apps sind beliebt, viele nutzen sie. Nach einer Umfrage von Bitkom-Research haben fast drei Viertel (72 Prozent) der Smartphone-Nutzenden hierzulande mindestens eine Supermarkt-App installiert.<\/p>\n<p>Aber sind solche Apps tats\u00e4chlich ein Gewinn? Und wenn ja, f\u00fcr wen? Oder zahlt man f\u00fcr Nachl\u00e4sse an anderer Stelle wieder drauf? Dazu wichtige Fragen und Antworten im \u00dcberblick:<\/p>\n<p>Was bieten die Einkaufs-Apps der H\u00e4ndler eigentlich?<\/p>\n<p>Die Apps bieten verschiedene Funktionen. Der Umfrage zufolge sind Rabatte oder Coupons, Online-Prospekte, digitale Kundenkarten oder Treueprogramme sowie digitale Kassenbons die am meisten genutzten Features. \u00abSie bieten beispielsweise aber auch Bezahlfunktionen\u00bb, sagt Thomas Mai von der Verbraucherzentrale Bremen. Obendrein gibt es oft Rezepte mit Zutatenliste sowie digitale Einkauflisten.<\/p>\n<p>Das Sammeln von Treuepunkten oder der Vergleich von Prospekten mit Sonderangeboten verschiedener Supermarktketten geh\u00f6rt f\u00fcr viele Kundinnen und Kunden seit Jahrzehnten zum Alltag. \u00abApps digitalisieren die Angebote, sparen viel Papier und Zeit und k\u00f6nnen das Einkaufen und Planen insgesamt bequemer machen, da sie von \u00fcberall abrufbar sind\u00bb, sagt Nastassja Hofmann, Retail-Referentin beim IT-Brachenverband Bitkom.<\/p>\n<p>Was genau gibt man f\u00fcr diese Funktionen oder Services preis?<\/p>\n<p>Die Nutzung dieser Apps unterliegen den umfassenden Vorgaben der Europ\u00e4ischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). \u00abNutzerinnen und Nutzer haben die Kontrolle \u00fcber ihre Daten, denn sie k\u00f6nnen entscheiden, welche Daten sie f\u00fcr den H\u00e4ndler freigeben und welche nicht\u00bb, sagt Verbrauchersch\u00fctzer Mai. Dazu sollte man die Datenschutzbestimmungen und -einstellungen der jeweiligen App genau im Auge <a href=\"https:\/\/www.verbraucherzentrale-bremen.de\/wissen\/digitale-welt\/apps-und-software\/supermarktapps-das-sollten-sie-ueber-rabatte-und-risiken-wissen-33057\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"noopener\">behalten<\/a>.<\/p>\n<p>H\u00e4ndler erheben mit Hilfe der Apps in erster Linie Daten rund um den Einkauf beziehungsweise die Nutzung von Vorteilsprogrammen. \u00abDas sind unter anderem die besuchte Filiale, die eingekauften Artikel sowie die eingel\u00f6sten Rabattcoupons, Gutscheine und Bonuspunkte\u00bb, sagt Markus Montz vom IT-Fachmagazin \u00abc?t\u00bb. Die Anbieter protokollierten au\u00dferdem den Gesamtbetrag, Datum und Uhrzeit sowie das verwendete Zahlungsmittel. Ebenfalls erfasst werden Anschrift und Geburtsdatum der App-Nutzerinnen und ?Nutzer.<\/p>\n<p>Die H\u00e4ndler halten zudem mehr oder weniger intensiv nach, wie die App genutzt wird. \u00abAuch \u00fcbers Smartphone geben die Apps Infos an die Anbieter weiter, etwa dessen Werbe-ID oder Ger\u00e4tekonfigurationen wie Sprach- und L\u00e4ndereinstellungen\u00bb, so Montz.<\/p>\n<p>Gibt es eine Datenauswertung?<\/p>\n<p>Ja. Die Apps sammeln und analysieren die Daten der Nutzenden, erstellen auch Kundenprofile, erkl\u00e4rt die Verbraucherzentrale Bremen.<\/p>\n<p>Und kennen Anbieter \u00fcber die Apps das Einkaufsverhalten ihrer Kundinnen und Kunden, k\u00f6nnen sie diese nat\u00fcrlich auch gezielt mit personalisierter Werbung ansprechen. Der Zusendung personalisierter Werbung k\u00f6nnen Verbraucher aber auch widersprechen.<\/p>\n<p>Und wie k\u00f6nnten H\u00e4ndler Erkenntnisse aus dem Nutzungsverhalten ihrer Kundinnen und Kunden noch einsetzen? \u00abSuperm\u00e4rkte k\u00f6nnen so zum Beispiel auch ihr Sortiment besser anpassen und Lebensmittelabf\u00e4lle vermeiden\u00bb, sagt Bitkom-Referentin Hofmann.<\/p>\n<p>Welche Nachteile haben die Apps?<\/p>\n<p>Gerade bei personalisierter Werbung besteht die Gefahr, dass Anbieter App-Nutzerinnen und ?Nutzer manipulieren. \u00abSie wissen zum Beispiel, dass ein Kunde immer wieder Pasta kauft, schicken daraufhin gezielt Werbung mit Nudeln und verleiten ihn schlie\u00dflich dazu, mehr Nudeln zu kaufen als tats\u00e4chlich n\u00f6tig sind\u00bb, sagt Verbrauchersch\u00fctzer Mai.<\/p>\n<p>\u00abManipulation liegt auch vor, wenn schnell noch eine Packung mehr im Wagen liegt, weil man noch einen bestimmten Punktwert erreichen will\u00bb, erkl\u00e4rt Markus Montz. Hinzu kommt noch ein weiterer Aspekt: \u00abViele Kundinnen und Kunden kaufen tendenziell dort ein, wo sie Rabatte und Punkte bekommen ? dar\u00fcber vergessen sie, Preise zu vergleichen\u00bb, sagt Montz. So k\u00f6nne es dazu kommen, dass sie im Schnitt mehr Geld f\u00fcr Lebensmittel ausgeben, obwohl es durchaus g\u00fcnstiger ginge.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem interessieren sich nicht nur die Handelsketten f\u00fcr die Verbraucherinnen und Verbraucher: \u00abAuch andere Werbevermarkter wie Adjust, Alphabet und Meta verfolgen auf dem Smartphone die Kaufinteressen der Nutzer\u00bb, sagt Montz. Dabei helfen ihnen Cookies und Kennnummern auf dem Smartphone, vor allem aber auch die App-Anbieter, die die entsprechenden Werbe- und Trackingmodule in ihre Anwendungen integrieren.<\/p>\n<p>Was gewinne ich, was verliere ich ? und ist es das am Ende wert?<\/p>\n<p>\u00abMan kann etwas Geld sparen, aber der Spareffekt ist wirklich niedrig\u00bb, sagt Verbrauchersch\u00fctzer Mai. Der geldwerte Vorteil liege oft unter einem Prozent des Einkaufswertes. Und das sei auch nur dann der Fall, wenn man Angebote oder Aktionsware bedarfsgerecht kauft.<\/p>\n<p>Wer dagegen keine Einkaufsdisziplin wahrt und sich dazu verleiten l\u00e4sst, mehr zu kaufen als ben\u00f6tigt ? nach dem Motto \u00abdie Schokolade ist ja im Angebot, da nehme ich gleich ein paar Tafeln\u00bb, verspielt schnell den gesparten Betrag.<\/p>\n<p>\u00abF\u00fcr die Anbieter sind die Apps letztendlich ein Gewinn\u00bb, res\u00fcmiert Markus Montz. Sie binden nicht nur K\u00e4uferinnen und K\u00e4ufer an sich. \u00dcber die Apps erhalten sie auch ein immer besseres Bild vom Konsumverhalten ihrer Kundinnen und Kunden: Sie wissen etwa, wer was wann und in welcher Filiale gekauft hat und wie der- oder diejenige am liebsten bezahlt, sagt Montz. \u00abOb Kundinnen und Kunden diese Transparenz wirklich wollen, m\u00fcssen sie f\u00fcr sich entscheiden.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin\/Bremen (dpa\/tmn) &#8211; Supermarkt-Apps sind beliebt, viele nutzen sie. 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