{"id":194023,"date":"2025-06-16T06:07:26","date_gmt":"2025-06-16T06:07:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/194023\/"},"modified":"2025-06-16T06:07:26","modified_gmt":"2025-06-16T06:07:26","slug":"mehr-gewalt-gegen-obdachlose-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/194023\/","title":{"rendered":"Mehr Gewalt gegen Obdachlose in Berlin"},"content":{"rendered":"<p>\tZahlen f\u00fcr 2024<br \/>\n\t &#8211; <\/p>\n<p>\t\tMehr Gewalt gegen Obdachlose in Berlin<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/1750054046_281_size=708x398.jpg\" alt=\"Symbolbild: Obdachloser am Alexanderplatz, Berlin Mitte. (Quelle: dpa\/Joko)\" title=\"Symbolbild: Obdachloser am Alexanderplatz, Berlin Mitte. (Quelle: dpa\/Joko)\" id=\"1888730341\"\/>Audio: Fritz | 26.02.2025 | Timo Maschewski  | Bild: dpa\/Joko <\/p>\n<p>In Berlin gibt es tausende obdachlose Menschen. Ihr Leben auf der Stra\u00dfe ist gef\u00e4hrlich, nicht nur wegen K\u00e4lte und Hitze. Zahlen des Senats zeigen: 2024 gab es hunderte F\u00e4lle von teils schwerer Gewalt gegen Obdachlose.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_0\"\/><\/p>\n<p>In Berlin gab es 2024 mehr Gewalt gegen\u00fcber <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/thema\/obdachlose\/index.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Obdachlosen<\/a>. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage im Berliner Abgeordnetenhaus hervor [<a href=\"https:\/\/pardok.parlament-berlin.de\/starweb\/adis\/citat\/VT\/19\/SchrAnfr\/S19-21569.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">pardok.berlin-berlin.de<\/a>], die dem rbb vorliegt. Angefragt hatten die Linke-Abgeordneten Niklas Schrader und Anne Helm.<\/p>\n<p>2023 kam es laut polizeilicher Kriminalstatistik Berlin [<a href=\"https:\/\/www.google.com\/url?sa=t&amp;source=web&amp;rct=j&amp;opi=89978449&amp;url=https:\/\/www.berlin.de\/polizei\/_assets\/verschiedenes\/pks\/pks-kurzbericht-2023.pdf&amp;ved=2ahUKEwjaoamx1-GLAxX7VfEDHR10J7YQFnoECBMQAQ&amp;usg=AOvVaw2m8mCyAMYMggfF-YBSwGzq\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">berlin.de<\/a>] zu 441 Gewaltvorf\u00e4llen gegen\u00fcber Obdachlosen. Im Folgejahr wurden demnach 506 F\u00e4lle gez\u00e4hlt &#8211; und damit 61 F\u00e4lle mehr. Zugeordnet werden die F\u00e4lle dem Feld &#8222;Hasskriminalit\u00e4t&#8220;.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/teaserbox_878189168\"\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_1613657012\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tObdachlose 2024 in Berlin h\u00e4ufig Opfer von Gewalt<\/p>\n<p>Besonders h\u00e4ufig werden Obdachlose in Berlin Opfer von vors\u00e4tzlicher einfacher und gef\u00e4hrlicher bis schwerer K\u00f6rperverletzung. 2024 wurden 241 F\u00e4lle von vors\u00e4tzlicher einfacher K\u00f6rperverletzung und 166 F\u00e4lle von gef\u00e4hrlicher und schwerer K\u00f6rperverletzung gegen\u00fcber Obdachlosen gez\u00e4hlt. 114 Vorf\u00e4lle fanden auf \u00f6ffentlichen Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen statt. In drei F\u00e4llen kam es zu Mord und Totschlag.<\/p>\n<p>In 13 F\u00e4llen kam es zu Vergewaltigungen, davon betroffen waren zw\u00f6lf Frauen und ein Mann. Sexuell bel\u00e4stigt wurden f\u00fcnf Personen, exhibitionistische Handlungen richteten sich gegen eine Frau. Es kam zu 35 F\u00e4llen von Raub gegen\u00fcber Obdachlosen.<\/p>\n<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tMehr Angriffe auf Obdachlose in Berlin-Mitte<\/p>\n<p>Die meisten Gewaltvorf\u00e4lle gegen\u00fcber Obdachlosen gab es in den Bezirken Mitte (132), Friedrichshain-Kreuzberg (116) sowie Charlottenburg-Wilmersdorf (102). Die wenigsten Vorf\u00e4lle wurden erfasst in Reinickendorf (3), Marzahn-Hellersdorf (8) sowie Spandau und Lichtenberg (jeweils 12).<\/p>\n<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/teaserbox_1242871877\"\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_1229011364\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\t&#8222;Housing First&#8220;-Ansatz als Strategie gegen Gewalt gegen Obdachlose<\/p>\n<p>In der Antwort des Senats wird besonders die Bereitstellung von Wohnraum als Strategie zur Gewaltpr\u00e4vention hervorgehoben. Menschen, die auf der Stra\u00dfe leben, erlebten Gewalt, &#8222;da sie ihr Leben \u00fcberwiegend im \u00f6ffentlichen Raum f\u00fchren und ihnen die Wohnung als Schutzraum fehlt&#8220;, so das Papier. Wohnraumverlust solle verhindert und obdachlose Menschen unterst\u00fctzt werden, wieder eine Unterkunft zu finden. Dies sei im Sinne des &#8222;Housing First&#8220;-Ansatzes (deutsch: zuerst eine Wohnung), mit dem besonders verletzliche Personen erreicht werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Notfall\u00fcbernachtungen seien hingegen ein niedrigschwelliges Angebot gegen die &#8222;akute und direkte Verhinderung von Obdachlosigkeit&#8220;. Es gebe zudem eine 24\/7-Unterkunft in Berlin und weitere Angebote, die sich speziell an Frauen sowie LSBTIQ+ und ihre Bed\u00fcrfnisse richteten.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/teaserbox_1431279943\"\/><\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_1333780527\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tBerliner Stadtmission: &#8222;Gewalt geh\u00f6rt zum Alltag von Obdachlosen&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Gewalt geh\u00f6rt zum Alltag von Obdachlosen&#8220;, so die Sprecherin der Berliner Stadtmission, Barbara Breuer, gegen\u00fcber dem rbb. Die Gewalt k\u00e4me so entweder von Au\u00dfenstehenden oder Obdachlose f\u00fcgten sie sich gegenseitig zu.<\/p>\n<p>Breuer verbindet die Gewalt zudem mit der hohen Zahl psychisch erkrankter Menschen, die in Berlin obdachlos sind &#8211; um die 70 Prozent der Obdachlosen leben mit psychischen Erkrankungen, so die Sprecherin. Derartige Erkrankungen k\u00f6nnen zu Gewaltreaktionen f\u00fchren. Ebenso k\u00f6nnen tiefe seelische Traumata ausgel\u00f6st werden und heftige Abwehr und Aggression hervorrufen.<\/p>\n<p>Menschen k\u00e4men manchmal &#8222;l\u00e4diert&#8220; in der Stadtmission an, so Breuer im Gespr\u00e4ch mit dem rbb. Es lie\u00dfe sich dann aber nicht immer rekonstruieren, wie genau die Menschen sich verletzt haben &#8211; Unf\u00e4lle, Alkohol, Drogen oder Gewalt.<\/p>\n<p>Breuer sagt, f\u00fcr Menschen auf der Stra\u00dfe sei es zudem schwierig, sich der Polizei anzuvertrauen &#8211; &#8222;es gibt hier gro\u00dfes Misstrauen&#8220;. Dies abzubauen k\u00f6nnte obdachlosen Menschen nach Gewalterfahrungen helfen.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_1500717285\"\/><\/p>\n<p>Breuers Ansicht nach br\u00e4uchte es mehr niedrigschwellige Angebote f\u00fcr Obdachlose wie Notunterk\u00fcnfte sowie Tageszentren, in denen es Therapie, Wohn- und Gesundheitsberatung gibt. Vor allem m\u00fcssten diese Projekte langfristig betreut werden. Denn nicht nur die Zahl der Obdachlosen steige, sondern auch die Verweildauer auf der Stra\u00dfe sei in den vergangenen Jahrzehnten deutlich l\u00e4nger geworden.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_1399833573\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\tHohe Auslastung bei Berliner Not\u00fcbernachtungen f\u00fcr Obdachlose<\/p>\n<p>In den <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/panorama\/beitrag\/2024\/12\/obdachlose-menschen-winter-kaelte-hilfe-berlin.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berliner Not\u00fcbernachtungen<\/a> gibt es bis Ende M\u00e4rz insgesamt 1.165 Pl\u00e4tze, wie die Senatsverwaltung Ende 2024 mitteilte. Zuletzt er\u00f6ffnete das Unionshilfswerk eine Notunterkunft mit 140 Pl\u00e4tzen am Goslarer Platz in Charlottenburg.<\/p>\n<p>Ab April 2025 und bis zum n\u00e4chsten Winter gibt es weniger Not\u00fcbernachtungen \u2013 nur etwa die H\u00e4lfte sind ganzj\u00e4hrig verf\u00fcgbar. Die Auslastung einiger Einrichtungen liegt in kalten N\u00e4chten bei bis zu 96 Prozent. In Berlin gibt es f\u00fcr den Tag auch mehr als ein Dutzend sogenannter Wohnungslosen-Tagest\u00e4tten sowie Treffpunkte.<\/p>\n<p>Seit <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/panorama\/beitrag\/2023\/11\/obdachlose-obdachlosigkeit-berlin-wohnungslosigkeit-inflation-hilfsangebote.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">2018 werden in Berlin &#8222;Housing First&#8220;-Projekte<\/a> gef\u00f6rdert, zun\u00e4chst zwei, 2023 kamen vier weitere hinzu. Dabei wird Menschen zuerst eine Wohnung vermittelt, ohne, dass sie vorher irgendwelche Bedingungen erf\u00fcllen m\u00fcssen: etwa clean werden oder einen Job haben.<\/p>\n<p>Eine genaue Zahl, wie viele Menschen obdachlos in Berlin sind, gibt es nicht. Bei einer Z\u00e4hlung im Jahr 2020 wurden rund 2.000 Obdachlose registriert, die meisten davon m\u00e4nnlich und innerhalb des S-Bahn-Rings, fast jeder zweite kam aus dem europ\u00e4ischen Ausland. Die Berliner Stadtmission geht von mehr als 5.000 Obdachlosen in Berlin aus. Zudem seien 40.000 Menschen wohnungslos. Die Dunkelziffer ist hoch.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_1\"\/><\/p>\n<p>Sendung: Fritz, 26.02.2025, 20.30 Uhr <\/p>\n<p>\t\t\t\t\t<a name=\"articlesContList\/text_1104464853\"\/><\/p>\n<p>Korrektur: In einer ersten Version dieses Beitrags schrieben wir, dass seit 2018 zwei Housing-First-Projekte in Berlin gef\u00f6rdert werden. Seit 2023 sind aber vier weitere Projekte hinzugekommen. Wir haben das verbessert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.<\/p>\n<p><a class=\"ico ico_arrow_wide_up\" title=\"An den Anfang\" href=\"#top\">  <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zahlen f\u00fcr 2024 &#8211; Mehr Gewalt gegen Obdachlose in Berlin Audio: Fritz | 26.02.2025 | Timo Maschewski |&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":194024,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,29,30,1940,1938],"class_list":{"0":"post-194023","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","9":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","10":"tag-berlin","11":"tag-berlin-news","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-nachrichten-aus-berlin","15":"tag-news-aus-berlin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114691548420165279","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/194023","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=194023"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/194023\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/194024"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=194023"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=194023"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=194023"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}