{"id":19415,"date":"2025-04-09T23:10:12","date_gmt":"2025-04-09T23:10:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/19415\/"},"modified":"2025-04-09T23:10:12","modified_gmt":"2025-04-09T23:10:12","slug":"sexismus-im-fussball-statement-von-rot-weiss-essen-laesst-fragen-offen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/19415\/","title":{"rendered":"Sexismus im Fu\u00dfball: Statement von Rot-Weiss Essen l\u00e4sst Fragen offen"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 08.04.2025 12:33 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Neun Tage braucht Rot-Weiss Essen nach den sexistischen Ausf\u00e4llen seiner Fans gegen\u00fcber Schiedsrichterin Fabienne Michel, um ein Statement zu den Vorf\u00e4llen zu ver\u00f6ffentlichen. <\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs ist ein Hochrisikospiel, entsprechend nerv\u00f6s sind alle Verantwortlichen im Vorfeld: Rot-Weiss Essen empf\u00e4ngt am vergangenen Sonntag (06.04.25) Hansa Rostock. Kurz vor Anpfiff ergreift RWE-Vorstandsmitglied Alexander Rang im Gespr\u00e4ch mit dem Moderator des \u00fcbertragenden Senders die Gelegenheit, sich \u00f6ffentlich zu den sexistischen Vorf\u00e4llen des vorangegangenen Spiels beim SC Verl am 28. M\u00e4rz zu \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Rot-Weiss Essen ist ein hochemotionaler Verein. Aber wir haben auch Werte und der Ruhrpott steht auch f\u00fcr Offenheit und gegen Diskriminierung und darum ist es uns ein besonders wichtiges Anliegen, dass wir uns auch bei unserer Schiedsrichterin von letzter Woche, Fabienne Michel, entschuldigen wollen, auch \u00f6ffentlich entschuldigen wollen&#8220;, sagt Rang.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZum selben Zeitpunkt wird auf der Homepage des Klubs ebenfalls ein Statement ver\u00f6ffentlicht: &#8222;Rot-Weiss Essen tritt, und so ist es auch in unserer Vereinssatzung verankert, diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen entschieden entgegen&#8220;, wird Rang darin zitiert.<\/p>\n<p>    Von Sexismus ist im RWE-Statement nicht die Rede<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn den Tagen zuvor war dieses entschiedene Entgegentreten nicht zu erkennen. Erst Recherchen der Sportschau hatten eine Aufarbeitung ins Rollen gebracht. Auch jetzt will sich der Klub \u00fcber das Statement hinaus auf Anfrage nicht zu weiteren Details rund um die Vorf\u00e4lle in Verl \u00e4u\u00dfern.\u00a0In dem Statement vom vergangenen Sonntag distanziert sich Rang von den sexistischen Ges\u00e4ngen einiger RWE-Fan und versichert: &#8222;Wir werden den DFB bei den Ermittlungen bestm\u00f6glich unterst\u00fctzen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEine klare Benennung der Vorf\u00e4lle bleibt jedoch aus. So ist lediglich von Beleidigungen in Richtung der Schiedsrichterin die Rede, nicht aber von Sexismus oder verbaler, sexualisierter Gewalt. Das aber ist ein wichtiger Unterschied, macht Rechtsanw\u00e4ltin Christina Clemm deutlich. &#8222;Menschen werden in unterschiedlichen Kontexten und meiner Wahrnehmung nach zunehmend beleidigt&#8220;, sagt die Autorin des Buches &#8222;Gegen Frauenhass&#8220;: &#8222;Aber bei Frauen oder queeren Menschen kommen h\u00e4ufig frauenverachtende, massiv herabw\u00fcrdigende \u00c4u\u00dferungen und Vergewaltigungsandrohungen hinzu. In einer Gesellschaft, die gepr\u00e4gt ist von Frauenhass und geschlechtsbezogener Gewalt, tragen solche \u00c4u\u00dferungen zur Normalisierung bei.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Rechtsanw\u00e4ltin Christina Clemm\n                    <\/p>\n<p>    Verweis auf Bildungsarbeit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nRot-Weiss Essen verweist indes im Statement auf die Bildungsarbeit des Vereins in Zusammenarbeit mit dem &#8222;Lernort Hafenstra\u00dfe&#8220;. Diese richtet sich an Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Die angebotenen Workshops besch\u00e4ftigen sich mit dem Thema &#8222;Antirassismus&#8220; und &#8222;Nachhaltigkeit&#8220;. Sexismus im Fu\u00dfball ist dort kein Thema.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZudem richtet sich die Bildungsarbeit an Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, nicht etwa an die Fans, die im Stadion lauthals Vergewaltigungsfantasien auf den Platz gebr\u00fcllt haben und auf die niemand reagiert hat. Bei rassistischen Vorf\u00e4llen ist das inzwischen anders. Ein Verdienst von Fanorganisationen und Vereinen, die hier seit Jahren Bildungsarbeit leisten.\u00a0<\/p>\n<p>    Geschlechtsspezifische Gewalt &#8211; ein Problem \u00fcber den Fu\u00dfball hinaus<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIn der \u00d6ffentlichkeit mehren sich inzwischen auch Diskussionen dar\u00fcber, ob es sich im Fall von Fabienne Michel \u00fcberhaupt um eine besondere Form der Beleidigung und Diskriminierung handele. Verwiesen wird auf die Tatsache, dass auch m\u00e4nnliche Schiedsrichter regelm\u00e4\u00dfig Gewaltandrohungen erfahren &#8211; bis hin zu Morddrohungen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSeit Jahren ein Problem im Fu\u00dfball, das immer wieder adressiert und diskutiert wird. Und das der DFB aktiv angeht. Sowohl auf als auch neben dem Platz. Ein Ergebnis dieser Bem\u00fchungen ist die &#8222;Kapit\u00e4nsregelung&#8220;, die inzwischen bundesweit eingef\u00fchrt ist.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDer Unterschied zu sexistischer Diskriminierung ist allerdings, dass Gewalt- und Morddrohungen gegen\u00fcber Schiedsrichtern in der Regel nicht im Chor \u00fcber den Platz geschrien werden. Sie findet nicht \u00f6ffentlich im Stadion statt. Zudem k\u00f6nnen Schiedsrichter entscheiden, solche Drohungen in einem zivilrechtlichen Verfahren zur Anzeige zu bringen und entsprechend strafrechtlich verfolgen zu lassen.<\/p>\n<p>    Gewalt gegen Frauen ist Alltag<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDiese Gewalt ist aber nicht geschlechtsspezifisch. Das hei\u00dft: Schiedsrichter werden nicht bedroht, weil sie M\u00e4nner sind. Das ist bei Schiedsrichterinnen anders. Im vorliegenden Fall wurden kollektiv sexualisierte Gewaltphantasien verbalisiert. Diese Form der Abwertung von Frauen in m\u00e4nnerdominierten R\u00e4umen ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Ebenso, dass diese Form der Gewalt keine unmittelbare Reaktion hervorruft und stattdessen normalisiert ist.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Folge ist, dass die Zahl der Gewalttaten gegen Frauen seit Jahren steigt. Statistiken zeigen, dass jeden Tag in Deutschland ein Mann versucht, seine (Ex)-Partnerin zu ermorden, dass jeden dritten Tag eine Frau durch die H\u00e4nde ihres (Ex)-Partners stirbt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Es ist deshalb wichtig und gerade auch in einem Umfeld wichtig, das m\u00e4nnlich dominiert ist, gegen solche Beleidigungen konsequent vorzugehen und klarzumachen, dass sexualisierte Gewalt nie hingenommen wird, nie lustig ist, nie harmlos ist, auch nicht verbal&#8220;, so Rechtsanw\u00e4ltin Christina Clemm: &#8222;Wer die Begeisterung aller Geschlechter f\u00fcr eine Sportart f\u00f6rdern m\u00f6chte, muss daf\u00fcr sorgen, dass sichere R\u00e4ume f\u00fcr alle geschaffen werden.&#8220;\u00a0Dazu geh\u00f6rt auch, dass sich Vereine, Funktion\u00e4re, Fans und Medien aktiv zum Thema Sexismus verhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 08.04.2025 12:33 Uhr Neun Tage braucht Rot-Weiss Essen nach den sexistischen Ausf\u00e4llen seiner Fans gegen\u00fcber Schiedsrichterin Fabienne&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":19416,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[136],"tags":[995,29,347,30,3714,1193,265],"class_list":{"0":"post-19415","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-sport","8":"tag-3-liga","9":"tag-deutschland","10":"tag-fussball","11":"tag-germany","12":"tag-rot-weiss-essen","13":"tag-sexismus","14":"tag-sport"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114310533868485315","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19415","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19415"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19415\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/19416"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19415"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19415"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19415"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}