{"id":194340,"date":"2025-06-16T09:04:11","date_gmt":"2025-06-16T09:04:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/194340\/"},"modified":"2025-06-16T09:04:11","modified_gmt":"2025-06-16T09:04:11","slug":"atomwaffen-garantieren-keine-sicherheit-forscher-warnen-vor-neuem-nuklearen-wettruesten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/194340\/","title":{"rendered":"\u201eAtomwaffen garantieren keine Sicherheit\u201c \u2013Forscher warnen vor neuem nuklearen Wettr\u00fcsten"},"content":{"rendered":"<p>Weltweit eskalieren Konflikte, auch mehrere Atomm\u00e4chte sind aktuell an Kriegen beteiligt. Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri warnt vor Risiken. Im Bericht hei\u00dft es: \u201eChinas Atomwaffenarsenal w\u00e4chst schneller als das jedes anderen Landes.\u201c<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Warnende Worte aus Schweden: Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri bef\u00fcrchtet angesichts der h\u00f6chst angespannten Weltlage einen erneuten R\u00fcstungswettlauf der Atomm\u00e4chte. Wie aus dem neuen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.sipri.org\/yearbook\/2024\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.sipri.org\/yearbook\/2024&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jahresbericht des unabh\u00e4ngigen Instituts <\/a>hervorgeht, werden die weltweiten Atomwaffenarsenale immer weiter ausgebaut und modernisiert. <\/p>\n<p>Fast alle Atomwaffenstaaten h\u00e4tten sich 2024 weiterhin in intensiven Modernisierungsprogrammen befunden, bestehende Waffen nachger\u00fcstet und ihnen neuere Versionen hinzugef\u00fcgt, schreiben die Friedensforscher. Ein gef\u00e4hrliches neues nukleares Wettr\u00fcsten zeichne sich ab \u2013 und das in einer Zeit, in der es \u00e4u\u00dferst schlecht um die Vertr\u00e4ge zur R\u00fcstungskontrolle stehe.<\/p>\n<p>Den weltweiten Gesamtbestand an Atomsprengk\u00f6pfen sch\u00e4tzt Sipri auf 12.241. Davon befinden sich rund 9614 f\u00fcr den potenziellen Einsatz in milit\u00e4rischen Lagerbest\u00e4nden \u2013 das sind etwa 29 mehr als im Vorjahr. Sch\u00e4tzungsweise 3912 der Sprengk\u00f6pfe wurden demnach auf Raketen oder auf aktiven St\u00fctzpunkten platziert, darunter waren wiederum rund 2100, die in hoher Einsatzbereitschaft gehalten wurden. All diese Werte bilden den Stand im Januar 2025 ab.<\/p>\n<p>Eskalation zwischen Israel und dem Iran<\/p>\n<p>Neun Staaten der Erde gelten als Atomm\u00e4chte. Dazu z\u00e4hlen in erster Linie die USA und Russland, die historisch bedingt durch den Kalten Krieg auch heute noch zusammen \u00fcber fast 90 Prozent aller Atomwaffen verf\u00fcgen. Hinzu kommen Gro\u00dfbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Nordkorea und Israel, das \u00f6ffentlich nach wie vor nicht einr\u00e4umt, im Besitz nuklearer Waffen zu sein. Deutschland besitzt keine Atomwaffen.<\/p>\n<p>Erneute Atomdebatten in Europa, Nahost und Ostasien deuten Sipri zufolge darauf hin, dass potenziell weitere Staaten ihre eigenen Kernwaffen entwickeln k\u00f6nnten. <\/p>\n<p>Die Atombem\u00fchungen des Irans sehen die Friedensforscher dabei zunehmend vom eskalierenden Konflikt mit Israel beeinflusst: W\u00e4hrend dabei in innenpolitischen Debatten die potenziellen Vorteile einer nuklearen Abschreckung thematisiert w\u00fcrden, signalisiere die iranische F\u00fchrung bei Gespr\u00e4chen mit den USA \u00fcber eine Wiederbelebung des Atomabkommens mit dem Westen Bereitschaft f\u00fcr atomare Zur\u00fcckhaltung, hei\u00dft es im Bericht. Die neuesten politischen Entwicklungen wie etwa der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article256258890\/krieg-in-nahost-israel-greift-kommandozentralen-der-revolutionsgarden-in-teheran-an-liveticker.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article256258890\/krieg-in-nahost-israel-greift-kommandozentralen-der-revolutionsgarden-in-teheran-an-liveticker.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Angriff Israels auf den Iran<\/a> schlagen sich in dem Bericht noch nicht nieder. <\/p>\n<p>Israel hatte vor wenigen Tagen mit Gro\u00dfangriffen auf iranische St\u00e4dte und Atomanlagen begonnen und dies unter anderem damit begr\u00fcndet, dass der Iran \u201enach dem Bau einer Atombombe in n\u00e4chster Zeit\u201c strebe. Teheran hat das stets dementiert, aber sein Atomprogramm trotz Warnungen immer weiter getrieben und seinen Bestand von auf 60 Prozent angereichertem Uran in den vergangenen Monaten stark erh\u00f6ht. Dieser Grad liegt weit \u00fcber dem f\u00fcr den Betrieb von Atomkraftwerken notwendigen von 3,5 Prozent. F\u00fcr den Bau von Atomwaffen wird ein Anreicherungsgrad von etwa 90 Prozent ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Bald erstmals wieder mehr Atomwaffen in der Welt?<\/p>\n<p>Seit Jahrzehnten ist die weltweite Zahl der Atomwaffen kontinuierlich gesunken \u2013 zu Spitzenzeiten des Kalten Krieges lag sie mehr als f\u00fcnfmal so hoch wie heute. Dieser R\u00fcckgang ist haupts\u00e4chlich darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass Russland und die USA ausrangierte Sprengk\u00f6pfe nach und nach demontieren. <\/p>\n<p>Bei der Zahl der einsatzf\u00e4higen Atomwaffen beobachtet Sipri dagegen schon seit l\u00e4ngerem einen Anstieg. W\u00e4hrend sich das Tempo der Demontage verlangsame, beschleunige sich zeitgleich die Bereitstellung neuer Waffen. Mit anderen Worten: Es sieht danach aus, dass bald mehr neue Atomwaffen bereitgestellt als alte ausrangiert werden. Der Gesamtbestand k\u00f6nnte damit in den n\u00e4chsten Jahren erstmals wieder steigen.<\/p>\n<p>\u201eDie \u00c4ra der Verringerung der weltweiten Atomwaffenzahl, die seit dem Ende des Kalten Krieges andauerte, geht zu Ende\u201c, stellt der Sipri-Experte Hans Kristensen fest. \u201eStattdessen beobachten wir einen klaren Trend hin zu wachsenden Atomwaffenarsenalen, versch\u00e4rfter nuklearer Rhetorik und der Aufk\u00fcndigung von R\u00fcstungskontrollabkommen\u201c, warnt er.<\/p>\n<p>Gleich mehrere Abr\u00fcstungs- und Kontrollvertr\u00e4ge haben in j\u00fcngerer Zeit stark gelitten. 2019 hatten die USA unter dem damaligen wie heutigen Pr\u00e4sidenten Donald Trump den INF-Vertrag zum Verzicht auf landgest\u00fctzte atomare Kurz- und Mittelstreckenraketen gek\u00fcndigt und ein Jahr sp\u00e4ter auch den R\u00fcckzug aus dem Vertrag Open Skies \u00fcber internationale milit\u00e4rische Beobachtungsfl\u00fcge angek\u00fcndigt. Daraufhin hatte auch Russland den Open-Skies-Austritt verk\u00fcndet. <\/p>\n<p>2022 vollzog Russland nach seinem Einmarsch in die Ukraine seinen Austritt aus dem Abr\u00fcstungsvertrag \u00fcber konventionelle Streitkr\u00e4fte in Europa (KSE-Vertrag). Das Land von Kremlchef Wladimir Putin setzte damals auch den letzten gro\u00dfen atomaren Abr\u00fcstungsvertrag New Start mit den USA au\u00dfer Kraft. Gespr\u00e4che \u00fcber ein Nachfolgeabkommen liegen seitdem auf Eis. Findet sich keine L\u00f6sung, l\u00e4uft der Vertrag im Februar 2026 aus. <\/p>\n<p>Auch China r\u00fcstet auf<\/p>\n<p>Im Schatten Washingtons und Moskaus kristallisiert sich derweil immer st\u00e4rker eine dritte f\u00fchrende Atommacht heraus, die sich laut Sipri mitten in der umfassenden Modernisierung und Ausweitung ihres Atomwaffenprogramms befindet: China. Die chinesischen Best\u00e4nde werden von dem Institut auf etwa 600 nukleare Sprengk\u00f6pfe gesch\u00e4tzt. Das sind mittlerweile mehr als Frankreich (290) und Gro\u00dfbritannien (225) zusammen. <\/p>\n<p>\u201eChinas Atomwaffenarsenal w\u00e4chst schneller als das jedes anderen Landes: seit 2023 um etwa 100 neue Sprengk\u00f6pfe pro Jahr\u201c, hei\u00dft es im Sipri-Bericht. Tendenz: weiter steigend. <\/p>\n<p>Dann w\u00e4ren da noch Indien und Pakistan. Nach der j\u00fcngsten Konfrontation zwischen den beiden rivalisierenden Atomm\u00e4chten herrscht seit Mitte Mai eine Waffenruhe unter ihnen. Es habe eine Gefahr bestanden, einen konventionellen Konflikt in eine nukleare Krise zu verwandeln, erkl\u00e4rt Sipri-Experte Matt Korda. \u201eDies sollte eine eindringliche Warnung f\u00fcr Staaten sein, die ihre Abh\u00e4ngigkeit von Atomwaffen erh\u00f6hen wollen.\u201c <\/p>\n<p>Die j\u00fcngsten Feindseligkeiten zwischen Indien und Pakistan zeigten, dass Atomwaffen keine Konflikte verhinderten, sagt er. \u201eEs ist entscheidend, sich daran zu erinnern, dass Atomwaffen keine Sicherheit garantieren.\u201c<\/p>\n<p>dpa\/krott<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Weltweit eskalieren Konflikte, auch mehrere Atomm\u00e4chte sind aktuell an Kriegen beteiligt. 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