{"id":194554,"date":"2025-06-16T11:04:14","date_gmt":"2025-06-16T11:04:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/194554\/"},"modified":"2025-06-16T11:04:14","modified_gmt":"2025-06-16T11:04:14","slug":"wegen-schwarzfahren-ins-gefaengnis-muss-das-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/194554\/","title":{"rendered":"Wegen Schwarzfahren ins Gef\u00e4ngnis \u2013 muss das sein?"},"content":{"rendered":"<p class=\"text-18 leading-17\">Gef\u00e4ngnisstrafen f\u00fcr Schwarzfahrer sind menschlich verwerflich und \u00f6konomisch unsinnig. Es ist bitter und ein Armutszeugnis f\u00fcr unsere Gesellschaft, wenn sich Menschen kein Ticket f\u00fcr den \u00d6PNV leisten k\u00f6nnen. Und es ist ungerecht und entw\u00fcrdigend, wenn diese finanziell schwachen Menschen dann auch noch ins Gef\u00e4ngnis m\u00fcssen \u2013 weil sie arm sind.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Obdachlose, Arbeitslose und psychisch schwer kranke Menschen: Das ist laut der Initiative &#8222;Freiheitsfonds&#8220; die gro\u00dfe Mehrheit der Menschen, die wegen Schwarzfahrens in Haft m\u00fcssen. Sie k\u00f6nnen sich die Tickets schlicht nicht leisten, und die 60 Euro schon gar nicht. Statt Hilfe bekommen sie Handschellen. Und nicht nur das: Wer im Gef\u00e4ngnis sitzt, droht den Wohnsitz zu verlieren, wird stigmatisiert und wird es wohl danach noch schwerer haben, einen Job zu finden. Menschen, die ohnehin schon am Boden sind, wird es noch schwerer gemacht, wieder aufzustehen.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Schwarzfahren zu entkriminalisieren w\u00e4re nicht nur gut im Sinne der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit: Es w\u00e4re auch im Sinne eines jeden Steuerzahlers. Denn: Im Jahr werden Millionen von Steuergeldern f\u00fcr Gef\u00e4ngnisinsassen ausgegeben. Ein Hafttag f\u00fcr eine Person kostet bis zu 218 Euro. Pro Jahr m\u00fcssen 9.000 Menschen bis zu einem Jahr in die Strafanstalt, weil sie keinen Fahrschein hatten. Da l\u00e4sst sich leicht ausrechnen, wie viel der Staat sparen k\u00f6nnte, wenn Schwarzfahren keine Straftat mehr w\u00e4re.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Doch daf\u00fcr w\u00fcrde es nicht ausreichen, Schwarzfahren von einer Straftat zu einer Ordnungswidrigkeit herabzustufen. Denn am Ende droht Betroffenen dennoch eine Haftstrafe \u2013 nur hei\u00dft sie statt &#8222;Ersatzfreiheitsstrafe&#8220; dann &#8222;Erzwingungshaft&#8220;. Es braucht eine vollst\u00e4ndige Abschaffung des Paragrafen 265a. Die ohnehin \u00fcberlastete Justiz h\u00e4tte dadurch weniger Arbeit und es w\u00fcrden weitere Kosten f\u00fcr die Allgemeinheit gespart. Die Verkehrsbetriebe m\u00fcssten dann eben, wie alle Privatunternehmen, das Geld selbst eintreiben.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Mehrere deutsche Gro\u00dfst\u00e4dte haben es bereits erkannt: Eine Abschaffung der Strafverfolgung w\u00fcrde Geld sparen, die Justiz entlasten \u2013 und finanziell schwache Menschen vor weiterer Diskriminierung sch\u00fctzen. Worauf wartet Hannover?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gef\u00e4ngnisstrafen f\u00fcr Schwarzfahrer sind menschlich verwerflich und \u00f6konomisch unsinnig. 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