{"id":194638,"date":"2025-06-16T11:48:15","date_gmt":"2025-06-16T11:48:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/194638\/"},"modified":"2025-06-16T11:48:15","modified_gmt":"2025-06-16T11:48:15","slug":"handwerkskammer-mitteldeutsche-wirtschaft-kommt-nicht-von-der-stelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/194638\/","title":{"rendered":"Handwerkskammer: Mitteldeutsche Wirtschaft kommt nicht von der Stelle"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/handwerkskammer_halle-678x381.jpg\" alt=\"Handwerkskammer Halle (Saale)\" title=\"handwerkskammer_halle\"\/><br \/>\n\u00a9 H@llAnzeiger<\/p>\n<p>Leipzig\/Halle. HWK. Die Situation der mitteldeutschen Wirtschaft hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verbessert. Aufgrund der anhaltenden Rezessionsphase hat sich die Gesch\u00e4ftslage in den Unternehmen gegen\u00fcber dem Vorjahr weiter eingetr\u00fcbt. Auch die Gesch\u00e4ftsaussichten lassen aktuell keine nennenswerte Erholung erwarten.<\/p>\n<p>Zu diesem Ergebnis kommt die gemeinsame Konjunkturumfrage der Handwerkskammern sowie der Industrie- und Handelskammern (IHKs) aus Leipzig und Halle (Saale), die f\u00fcr mehr als 147.000 Unternehmen in der Region stehen.<\/p>\n<p>Kristian Kirpal, Pr\u00e4sident der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig, und Thomas Keindorf, Pr\u00e4sident der Handwerkskammer Halle (Saale), stellten die Ergebnisse in Leipzig vor.<\/p>\n<p>Der Konjunkturklima-Index f\u00fcr Mitteldeutschland \u2013 der die Gesch\u00e4ftslage und die Erwartungen der Betriebe gemeinsam in einem Wert abbildet \u2013 legt gegen\u00fcber dem Fr\u00fchjahr 2024 lediglich um einen auf aktuell 32 Punkte zu und liegt damit weit unter seinem bisherigen H\u00f6chststand von 89 Punkten im Fr\u00fchjahr 2018.<\/p>\n<p>\u201eIn vielen Unternehmen sind die Ums\u00e4tze und die Ertr\u00e4ge gesunken. Dies ist eine Folge der anhaltenden konjunkturellen Schw\u00e4chephase. Der wachsende Kostendruck versch\u00e4rft die Lage noch zus\u00e4tzlich und dr\u00fcckt auf die Stimmung. Insbesondere die steigenden Arbeitskosten und die hohen Energiepreise bereiten den Firmen weiterhin gro\u00dfe Sorgen\u201c, so Kristian Kirpal.<\/p>\n<p>Handwerkskammer-Pr\u00e4sident Thomas Keindorf erg\u00e4nzt: \u201eDie Gesch\u00e4ftserwartungen der Unternehmen haben sich gegen\u00fcber dem Fr\u00fchjahr 2024 zwar verbessert, lassen aber dennoch keine konjunkturelle Trendwende erkennen. Die Aussichten vieler mitteldeutscher Unternehmen bleiben ged\u00e4mpft. Neben fehlenden Wachstumssignalen warten die Unternehmen auf konkrete wirtschaftspolitische Entscheidungen, die zu sp\u00fcrbar besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen f\u00fchren und die Chance auf einen Konjunkturaufschwung erh\u00f6hen.\u201c<\/p>\n<p>Auch die Personalplanungen der Unternehmen schw\u00e4chen sich aufgrund der andauernden Konjunkturflaute sowie der demografischen Entwicklung gegen\u00fcber dem Fr\u00fchjahr 2024 ab. Die Anteile der Betriebe mit steigender bzw. sinkender Mitarbeiterzahl halten sich in etwa die Waage, so dass von einer stagnierenden Besch\u00e4ftigungszahl in der mitteldeutschen Wirtschaft auszugehen ist. \u201eIm Handwerk sehen die Firmen die Entwicklung der Personalzahlen etwas skeptischer\u201c, so Handwerkspr\u00e4sident Keindorf. \u201eAufgrund der demografischen Entwicklung und der Anzahl an Schulabg\u00e4ngern, die eine duale Ausbildung beginnen, wird sich die Besch\u00e4ftigtenzahl im Handwerk wahrscheinlich verringern. Wir brauchen ein gesellschaftliches Umdenken f\u00fcr die Akzeptanz von beruflicher Ausbildung.\u201c<\/p>\n<p>Angesichts zur\u00fcckhaltender Gesch\u00e4ftsaussichten zeigen die Unternehmen sich bei ihren Investitionen im Inland weiterhin z\u00f6gerlich. Gegen\u00fcber dem Vorjahresstand hat sich der Investitionssaldo nicht ver\u00e4ndert. \u201eDas Investitionsklima ist weiter schlecht. Neben fehlenden Wachstumsperspektiven d\u00e4mpfen hohe Standort- und Arbeitskosten sowie b\u00fcrokratische H\u00fcrden die Investitionsbereitschaft der Unternehmen ma\u00dfgeblich\u201c, sagt IHK-Pr\u00e4sident Kirpal.<\/p>\n<p>Wirtschaftspolitische Forderungen als \u201eSofortma\u00dfnahmen\u201c<\/p>\n<p>Die wirtschaftliche Entwicklung in Mitteldeutschland muss sich wieder dauerhaft stabilisieren und in den Wachstumspfad zur\u00fcckkehren. Daf\u00fcr gilt es, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen entscheidend zu verbessern. Die mitteldeutschen Wirtschaftskammern fordern daher:<\/p>\n<p><strong>Energie- und Steuerpolitik: Wettbewerbsf\u00e4higkeit sichern!<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Oberste Priorit\u00e4t hat die nachhaltige Senkung der Energiekosten. Die Stromsteuer muss auf europ\u00e4isches Mindestma\u00df gesenkt und gleichzeitig die Netzentgelte f\u00fcr alle betrieblichen und privaten Verbraucher gedeckelt werden. Zudem muss die Energiewende technologieoffen und strategisch neu aufgesetzt werden. Grundlastsicherung und die Ausweitung des bezahlbaren verf\u00fcgbaren Energieangebots sind dabei in den Fokus zu r\u00fccken.<\/li>\n<li>Es gilt sofort, eine verbindliche Senkung der K\u00f6rperschaftssteuer gesetzlich festzuschreiben und ebenso kleine und mittlere Unternehmen zu entlasten. Personengesellschaften m\u00fcssen sich unkompliziert nach K\u00f6rperschaftssteuerrecht besteuern lassen k\u00f6nnen.\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>B\u00fcrokratie abbauen, Digitalisierung nutzen!<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Gesetze sind nicht mit sachfremden Kriterien zu belasten, sie m\u00fcssen \u201eschlank\u201c bleiben, um gerade KMU ohne eigene Rechtsabteilung nicht zu \u00fcberfordern. Vorgaben von EU und Bund m\u00fcssen b\u00fcrokratiearm unter Ausnutzung aller Spielr\u00e4ume gestaltet werden.<\/li>\n<li>Das Prinzip \u201eOne in, one out\u201c muss konsequent umgesetzt und perspektivisch, wie im Koalitionsvertrag angek\u00fcndigt, zu einer Regel \u201eOne in, two out\u201c weiterentwickelt werden. Zugleich sollten auch vorhandene Gesetze regelm\u00e4\u00dfig auf den Pr\u00fcfstand gestellt werden.<\/li>\n<li>Bei der Umsetzung dieser Ma\u00dfnahmen muss die Digitalisierung der Verwaltungsakte weiter forciert werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Arbeitsmarktpolitik: Erwerbslose umfassend aktivieren!<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Zur Linderung des Fachkr\u00e4ftemangel geh\u00f6rt die quantitative und qualitative St\u00e4rkung der beruflichen Ausbildung. Ebenso ist es dringend und zwingend notwendig, Arbeitsanreize zu verbessern und die Sozialsysteme wieder auf ihren urspr\u00fcnglichen Zweck \u2013 die Unterst\u00fctzung derer, die Hilfe ben\u00f6tigen \u2013 auszurichten.<\/li>\n<li>F\u00fcr eine umfassende Aktivierung der Erwerbslosen m\u00fcssen sich die Regels\u00e4tze verantwortungsvoll an der allgemeinen Lohnentwicklung in den unteren Lohngruppen orientieren, um eine Entkopplung von den Gegebenheiten am Arbeitsmarkt zu verhindern. Das Lohnabstandsgebot ist unbedingt einzuhalten. Der Mindestlohn ist ausschlie\u00dflich durch die daf\u00fcr eingerichtete Mindestlohnkommission festzulegen, politische Einflussnahme ist unbedingt zu unterlassen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Ma\u00dfnahmen zur nachhaltigen Haushaltsf\u00fchrung ergreifen und mit Schulden verantwortungsvoll umgehen!<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Angesichts der angespannten Haushaltssituationen und der zunehmenden Verschuldung ist es notwendig, die Ausgaben streng nach ihrer Dringlichkeit und Wichtigkeit zu priorisieren.<\/li>\n<li>Die finanzielle Belastung zuk\u00fcnftiger Generationen muss minimiert werden. Dies bedeutet, dass Schulden nur in einem angemessenen und investiven Rahmen aufgenommen werden d\u00fcrfen und langfristige finanzielle Stabilit\u00e4t gew\u00e4hrleistet sein muss.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00a9 H@llAnzeiger Leipzig\/Halle. HWK. Die Situation der mitteldeutschen Wirtschaft hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verbessert. 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