{"id":194986,"date":"2025-06-16T14:57:10","date_gmt":"2025-06-16T14:57:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/194986\/"},"modified":"2025-06-16T14:57:10","modified_gmt":"2025-06-16T14:57:10","slug":"was-die-eskalation-in-nahost-fuer-die-verbraucher-bedeutet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/194986\/","title":{"rendered":"Was die Eskalation in Nahost f\u00fcr die Verbraucher bedeutet"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 16.06.2025 15:45 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Der Angriff Israels auf den Iran hat Roh\u00f6l kr\u00e4ftig verteuert, der globalen Konjunktur droht ein schwerer R\u00fcckschlag. Vor allem eine Schlie\u00dfung der Stra\u00dfe von Hormus h\u00e4tte gravierende Folgen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/thomas-spinnler-103.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Thomas Spinnler\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/thomas-spinnler-101.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Eskalation im Nahen Osten hat bereits jetzt erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen. Die Roh\u00f6lpreise haben in den vergangenen Tagen deutlich zugelegt, die Finanzm\u00e4rkte kamen zeitweise ins Wanken, die globalen konjunkturellen Aussichten werden ungewisser. Nach iranischen Angaben hat Israel unter anderem auch gro\u00dfe \u00d6l- und Gasfelder des Landes angegriffen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nExpertinnen und Experten halten es nicht f\u00fcr ausgeschlossen, dass der Iran mit einer Blockade eines der wichtigsten globalen Handelswege reagiert, der Stra\u00dfe von Hormus. Sie ist der einzige Zugang zum Persischen Golf. Der Iran hatte in der Vergangenheit wiederholt damit gedroht, diesen bedeutenden Handelsweg zu blockieren. Was w\u00e4ren die Folgen einer Blockade f\u00fcr die deutsche Konjunktur, die Weltwirtschaft und die Verbraucherinnen und Verbraucher?<\/p>\n<p>    Sorge vor einer Unterbrechung der \u00d6lversorgung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\n&#8222;Der Konflikt am Golf k\u00f6nnte den Verkehr \u00fcber eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und die \u00d6lversorgung aus einer Region unterbrechen, die f\u00fcr etwa ein Viertel der weltweiten Produktion verantwortlich ist&#8220;, erkl\u00e4rt Ricardo Evangelista, Chefanalyst beim Broker ActivTrades.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs bestehe die Sorge, dass die Eskalation zu einer Unterbrechung der Roh\u00f6l- und Erdgaslieferungen aus gr\u00f6\u00dferen F\u00f6rderl\u00e4ndern im Persischen Golf f\u00fchren k\u00f6nne, stellt Stephen Dover, Head of Franklin Templeton Institute, fest. &#8222;Alle Bem\u00fchungen, den \u00d6lfluss durch die Stra\u00dfe zu behindern, w\u00fcrde sich auch auf Lieferanten wie Saudi-Arabien und die anderen Golfstaaten sowie auf \u00d6limporteure, insbesondere in Asien, auswirken&#8220;, erkl\u00e4rt der \u00d6konom.<\/p>\n<p>    Irans \u00d6lexporte gehen vor allem nach China<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Fachleute sorgen sich also weniger um die \u00d6lproduktion des Iran, die f\u00fcr den Weltmarkt nicht von entscheidender Bedeutung ist. Die Islamische Republik produziere rund 3,8 Millionen Barrel pro Tag, was etwa vier Prozent der weltweiten Produktion entspreche, stellt Dover fest. Davon w\u00fcrden etwa 1,8 Millionen Barrel t\u00e4glich exportiert, w\u00e4hrend der Rest im Inland verbraucht werde.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Hauptabnehmerl\u00e4nder Irans sitzen vor allem in Asien, der wichtigste Abnehmerstaat ist China. &#8222;Ein Ausfall k\u00f6nnte vom globalen \u00d6lmarkt wohl zun\u00e4chst verkraftet werden&#8220;, sagen deshalb Experten des Bankhaus Metzler.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAber die Energieexporte anderer Staaten durch die Handelsstra\u00dfe sind bedeutsam: &#8222;Rund 23 Prozent der Welt\u00f6lf\u00f6rderung und damit auch ein wesentlicher Teil des globalen \u00d6lexports stammen aus L\u00e4ndern am Persischen Golf&#8220;, stellen die Fachleute der Helaba fest. &#8222;Noch gravierender f\u00e4llt die Abh\u00e4ngigkeit bei LNG aus&#8220;, warnen die Metzler-Analysten. Etwa ein Viertel der weltweiten Lieferstr\u00f6me des verfl\u00fcssigten Erdgases (LNG) geht durch die Meerenge.<\/p>\n<p>    Unsicherheit, aber keine Panik<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDerzeit herrscht trotz der markanten Preisaufschl\u00e4ge noch eine relative Gelassenheit an den \u00d6l- und Rohstoffm\u00e4rkten. Aktuell bewegen sich die Notierungen am \u00d6lmarkt sogar wieder zur\u00fcck. Im Augenblick gehe man nicht davon aus, dass es wirklich zu einer Sperrung der Stra\u00dfe von Hormus komme, sagte Robert Halver, Marktstratege bei der Baader Bank, der ARD-Finanzredaktion. &#8222;Zwar sorgt der Konflikt f\u00fcr kurzfristige Verunsicherung, doch der strukturelle Puffer der OPEC, mit ausreichend freier Produktionskapazit\u00e4t, begrenzt das Aufw\u00e4rtspotenzial&#8220;, hei\u00dft es von den Marktbeobachtern von Index Radar.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAllerdings gilt es zu bedenken, dass beispielsweise Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, selbst wenn sie die F\u00f6rdermengen erh\u00f6hten, den Transportweg durch die Stra\u00dfe von Hormus nutzen m\u00fcssen, auch wenn zunehmend Landverbindungen an Bedeutung gewinnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nSollte der Iran tats\u00e4chlich eine Sperrung des Handelswegs versuchen, k\u00f6nnte es durchaus zu einer Panikreaktion an den M\u00e4rkten kommen. Die Preisprognosen f\u00fcr Roh\u00f6l kratzen dann nicht nur an der 100-Dollar-Marke, sie gehen auch dar\u00fcber hinaus. Deutsche-Bank-Experte George Saravelos ist der Ansicht, der Preis f\u00fcr ein Barrel (159 Liter), k\u00f6nnte gar auf mehr als 120 US-Dollar steigen.<\/p>\n<p>    Energiepreise legen deutlich zu<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Verbraucher sp\u00fcren die Auswirkungen der Eskalation und die gestiegenen \u00d6lpreise trotzdem l\u00e4ngst in ihrem Geldbeutel. An den Tankstellen legten die Preise f\u00fcr Benzin und Diesel nach Zahlen des ADAC sp\u00fcrbar zu. So kostete am Sonntagmorgen ein Liter Super E10 1,749 Euro, ein Liter Diesel 1,639 Euro. Am 10. Juni, also vor dem israelischen Angriff, hatte der Preis f\u00fcr E10 laut ADAC noch bei 1,668 Euro gelegen, der Dieselpreis bei 1,550 Euro.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch der Markt f\u00fcr Heiz\u00f6l zeigt eine signifikante Reaktion. W\u00e4hrend 100 Liter Heiz\u00f6l im Mai noch durchschnittlich rund 87 Euro gekostet h\u00e4tten, so wenig wie seit zwei Jahren nicht, seien es aktuell schon rund 94 Euro, teilt das Vergleichsportal Verivox heute mit. &#8222;Die weitere Entwicklung im Nahost-Konflikt bleibt erst mal unklar, die Preise k\u00f6nnten also auch noch weiter steigen&#8220;, warnt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.<\/p>\n<p>    Kehrt die Inflation zur\u00fcck?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEine Folge der anziehenden Energiepreise w\u00fcrde eine R\u00fcckkehr der kr\u00e4ftig steigenden Inflation bedeuten. Eine Schlie\u00dfung der Stra\u00dfe von Hormus k\u00f6nne schwerwiegende inflation\u00e4re Auswirkungen haben, unterstreicht auch Neil Wilson, Anlagestratege bei Saxo Markets.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nZuletzt hatte das Tempo der Inflation deutlich nachgelassen. Im vergangenen Mai lag die Inflationsrate bei 2,1 Prozent. Zum Vergleich: Im Mai des Jahres 2023 hatte sie noch bei 6,1 Prozent gelegen. Vor allem die sinkenden Energiepreise waren die Ursache f\u00fcr den R\u00fcckgang. Sollte sich dieser Trend umkehren, m\u00fcssten die Verbraucher wieder mit einer steigenden Inflation rechnen.<\/p>\n<p>    Das Ende der Zinssenkungen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnd nicht nur das: Sollte der \u00d6lpreis wieder \u00fcber 100 Dollar steigen, droht in Deutschland erneut eine Rezession, lautet die Einsch\u00e4tzung von Jochen Stanzl, Marktstratege bei CMC Marktes. Zuletzt hatten \u00d6konominnen und \u00d6konomen der f\u00fchrenden Forschungsinstitute ihre Konjunkturprognosen deutlich erh\u00f6ht. Diese Prognosen d\u00fcrften dann als \u00fcberholt gelten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nVon den konjunkturbremsenden Effekten der Energiepreise w\u00e4re die ganze Weltwirtschaft betroffen, die nach wie vor vom Sprudeln des Erd\u00f6ls abh\u00e4ngig ist. Der steigende globale Inflationsdruck in Verbindung mit der Versch\u00e4rfung rezessiver Tendenzen h\u00e4tte Einfluss auf die Geldpolitik der Notenbanken. &#8222;Mit dem Angriff Israels auf den Iran steigt die Wahrscheinlichkeit einer globalen Stagflation&#8220;, mahnt Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nUnter einer Stagflation verstehen \u00d6konominnen und \u00d6konomen steigende Preise bei gleichzeitig stagnierendem Wirtschaftswachstum. Die Notenbanken stecken dann in einem Dilemma, weil sie, um der Wirtschaft Impulse zu geben, die Zinsen eigentlich senken m\u00fcssten. Das wiederum w\u00fcrde zu weiter steigenden Preisen f\u00fchren und damit die Konjunktur weiter abw\u00fcrgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 16.06.2025 15:45 Uhr Der Angriff Israels auf den Iran hat Roh\u00f6l kr\u00e4ftig verteuert, der globalen Konjunktur droht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":194987,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,3364,29,30,13,345,411,14,6000,15,1124,12,29839],"class_list":{"0":"post-194986","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-headlines","14":"tag-iran","15":"tag-israel","16":"tag-nachrichten","17":"tag-nahost","18":"tag-news","19":"tag-oelpreis","20":"tag-schlagzeilen","21":"tag-strasse-von-hormus"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114693632495814416","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/194986","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=194986"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/194986\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/194987"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=194986"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=194986"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=194986"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}