{"id":19511,"date":"2025-04-10T00:02:15","date_gmt":"2025-04-10T00:02:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/19511\/"},"modified":"2025-04-10T00:02:15","modified_gmt":"2025-04-10T00:02:15","slug":"bis-zu-80-prozent-bleiben-berlin-treu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/19511\/","title":{"rendered":"\u201eBis zu 80 Prozent bleiben Berlin treu\u201c"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspBZmd tspBZme\"><strong>Herr V\u00f6lker, die TU Berlin steht seit Jahrzehnten als gro\u00dfe Technische Universit\u00e4t auch f\u00fcr den Technologietransfer in die Wirtschaft. Wie funktioniert er?<\/strong><br \/>Der Technologietransfer geschieht bei uns auf vier Ebenen. Einmal \u00fcber K\u00f6pfe, also unsere Absolventinnen und Absolventen. Dann \u00fcber neue Technologien, die bei uns entweder in Zusammenarbeit mit Industrieunternehmen entwickelt oder \u00fcber Patente Lizenznehmern zur Verf\u00fcgung gestellt werden. So hatten wir in den letzten zehn Jahren f\u00fcr die Patentverwertung rund 100 Vertr\u00e4ge laufen und konnten mehr als drei Millionen Euro einnehmen. <\/p>\n<p class=\"tspBZmd\">Drittens produzieren wir nat\u00fcrlich auch selbst neue Wirtschaftsunternehmen \u00fcber unsere Ausgr\u00fcndungen. Und viertens findet Technologietransfer auch im Austausch mit der Gesellschaft statt. Diese sogenannte Transdisziplinarit\u00e4t ist n\u00e4mlich nicht nur eine neue Methode zu forschen, etwa mit B\u00fcrgerwissenschaftlern. Sie ist auch immens wichtig bei der Entwicklung von Produkten.<\/p>\n<p> Hinweis <\/p>\n<p class=\"tspBZmd\">F\u00fcr den Inhalt dieses Beitrags ist die Technische Universit\u00e4t Berlin verantwortlich.<\/p>\n<p class=\"tspBZmd\"><strong>Was n\u00fctzt eine neue Technologie, wenn sie keiner kauft?<\/strong><br \/>Genau. Das habe ich schon als junger Mitarbeiter beim Lichttechnik-Hersteller Hella gelernt: \u201eSie k\u00f6nnen die tollsten, wissenschaftlich gut fundierten Ideen haben \u2013 wenn diese vom Kunden nicht gekauft werden, sind sie f\u00fcr uns wertlos.\u201c <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/abo.tagesspiegel.de\/tagesspiegel-app?icid=single-topic_13505554___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCHnt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Tagesspiegel-App Aktuelle Nachrichten, Hintergr\u00fcnde und Analysen direkt auf Ihr Smartphone. Dazu die digitale Zeitung. Hier gratis herunterladen.  <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBZmd\">An der TU Berlin kooperiert zum Beispiel die Lebensmitteltechnik, die zu kultiviertem Fleisch forscht, mit der Innovationsforschung der FU Berlin. Dabei geht es um die Frage, welche Auswirkungen kultiviertes Fleisch nicht vom Tier, sondern aus der Fabrik, auf die Gesellschaft haben k\u00f6nnte. <\/p>\n<p class=\"tspBZmd\">Aber es funktioniert auch anders herum. In dem Projekt \u201ePure Mobility\u201c der TU Berlin, das im Rahmen der dritten Next Grand Challenge der Berlin University Alliance gef\u00f6rdert wird, entwickeln wir mit gesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren Zukunftsvisionen f\u00fcr eine gerechte Mobilit\u00e4t. Die sollen dann bei uns Ideen f\u00fcr technische Innovationen ansto\u00dfen. Auch das geh\u00f6rt f\u00fcr mich zum Technologietransfer.<\/p>\n<p class=\"tspBZmd\"><strong>Kommen wir noch einmal zur ersten Ebene, dem Technologietransfer \u00fcber die Absolventen. Damit meinen Sie ja sicher hochspezialisierte Postdocs, die dann in die Industrie wechseln.<\/strong><br \/>Die nat\u00fcrlich auch, aber nicht nur. Die TU Berlin bildet j\u00e4hrlich etwa 4.200 Ingenieurinnen und Ingenieure aus. Wir sind bekannt daf\u00fcr, dass Studierende bei uns bereits in den ersten Semestern Einblicke in konkrete Forschungsvorhaben bekommen k\u00f6nnen. Dies gilt nat\u00fcrlich erst recht f\u00fcr ihre Bachelor- oder Masterarbeiten. <\/p>\n<blockquote class=\"tspCBm4\">\n<p>Alle, die einen Ingenieur oder eine Ingenieurin von der TU Berlin einstellen, bekommen einen Kopf mit aktuellen Ideen und Entwicklungen aus der Wissenschaft.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspCBm5\"><strong>Stephan V\u00f6lker<\/strong>, Vizepr\u00e4sident der TU Berlin<\/p>\n<p class=\"tspBZmd\">Alle, die einen Ingenieur oder eine Ingenieurin von der TU Berlin einstellen, bekommen also einen Kopf mit aktuellen Ideen und Entwicklungen aus der Wissenschaft. Zudem geh\u00f6rt die TU Berlin gem\u00e4\u00df dem renommierten GEURS-Ranking zu den vier besten deutschen Universit\u00e4ten, wenn es darum geht, ihre Absolventinnen und Absolventen optimal f\u00fcr zuk\u00fcnftige Jobpositionen vorzubereiten. International liegen wir auf Rang 63 von mehr als 1000 Unis.<\/p>\n<p class=\"tspBZmd\"><strong>Nutzt diese Quelle von klugen K\u00f6pfen auch Berlin und der Region, oder wandern die alle nach Stuttgart und M\u00fcnchen ab?<\/strong><br \/>Tats\u00e4chlich verbleiben viele der Absolventinnen und Absolventen in Berlin und kommen damit direkt der Region zugute. So sind etwa 80 Prozent der Informatiker und Maschinenbauer Berlin treu, und immerhin noch gut 70 Prozent derjenigen, die Wirtschaftsingenieurwesen studiert haben. Berlin hat eben eine gro\u00dfe Zahl kleiner und mittlerer Unternehmen, davon viele Start-ups, bei denen die Leute unterkommen. Und, nicht zu vergessen, wir haben ja auch Siemens, Mercedes-Benz, Bayer, Volkswagen und BMW in Berlin.<\/p>\n<p class=\"tspBZmd\"><strong>Viele der hiesigen Start-ups entstammen ja vermutlich der TU Berlin. Wie sieht da Ihre Bilanz aus?<\/strong><br \/>Insgesamt wurden von ehemaligen Studierenden oder Forschenden an der TU Berlin bis heute rund 720 Start-ups gegr\u00fcndet, so unser Kenntnisstand, der nicht vollst\u00e4ndig ist. Davon sind neun sogenannte Einh\u00f6rner mit einem Unternehmenswert von mindestens einer Milliarde Euro. <\/p>\n<p class=\"tspBZmd\">Aus der j\u00fcngeren Vergangenheit sind wir besonders stolz zum Beispiel auf die Firma Sicoya, ein Hersteller von lichtbasierten Chips, auf Cellbricks, ein Unternehmen f\u00fcr implantierbare Zelltherapien, oder auf FDX Fluid Dynamix, die D\u00fcsen mit einem beweglichen Strahl ohne bewegliche Bauteile herstellen. Alle sind sehr gut im Markt etabliert und haben ihren Sitz in Berlin. In diesem Zusammenhang gibt es \u00fcbrigens noch eine sehr interessante Zahl: 48.500 Jobs wurden durch unsere Start-ups geschaffen, pro Mitarbeitendem an der TU Berlin sind das 6,7 neue Arbeitspl\u00e4tze. Eindr\u00fccklicher kann man den wirtschaftlichen Mehrwert unserer Universit\u00e4t nicht darstellen.<\/p>\n<blockquote class=\"tspCBm4\">\n<p>Mir ist wichtig, dass die jungen Menschen fr\u00fch die Fallstricke, aber auch die Euphorie kennenlernen, wenn man eigene Ideen verwirklicht.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspCBm5\"><strong>Stephan V\u00f6lker<\/strong>, Vizepr\u00e4sident der TU Berlin<\/p>\n<p class=\"tspBZmd\"><strong>Wie f\u00f6rdert die TU Berlin die Ausgr\u00fcndung von Unternehmen?<\/strong><br \/>Wir haben nat\u00fcrlich unser Centre for Entrepreneurship, das jetzt im Rahmen der Berlin University Alliance mit den Gr\u00fcndungszentren von FU Berlin und HU Berlin im Verbund \u201eScience &amp; Startups\u201c organisiert ist. <\/p>\n<p class=\"tspBZmd\">Mit der \u201eStarTUp School\u201c haben wir zudem ein exzellentes Qualifizierungsprogramm f\u00fcr Gr\u00fcnder. Mein Anliegen ist es, \u00fcber das Ausgr\u00fcnden auch schon im Studium zu informieren. Dazu habe ich an meinem Fachgebiet Lichttechnik bereits eine Pilotveranstaltung organisiert. <\/p>\n<p class=\"tspBZmd\">Um Kompetenzen beim transdisziplin\u00e4ren Technologietransfer aufzubauen, k\u00f6nnen Studierende seit zwei Jahren auch ein Transferzertifikat an der TU Berlin erwerben. <\/p>\n<p> Weitere Artikel aus den Beilagen der Technischen Universit\u00e4t Berlin lesen Sie hier: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/themenspeziale\/bildungundforschung\/von-der-tu-berlin-ins-unternehmertum-fit-fur-den-markt-13505254.html?icid=topic-list_13505554___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCHnt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Von der TU Berlin ins Unternehmertum Fit f\u00fcr den Markt <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/themenspeziale\/bildungundforschung\/gewappnet-fur-das-unplanbare-digitaler-zwilling-als-tool-fur-die-logistik-13504942.html?icid=topic-list_13505554___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCHnt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gewappnet f\u00fcr das Unplanbare Digitaler Zwilling als Tool f\u00fcr die Logistik <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/themenspeziale\/bildungundforschung\/kolumne-der-tu-prasidentin-gemeinsam-mit-der-wirtschaft-13504816.html?icid=topic-list_13505554___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCHnt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kolumne der TU-Pr\u00e4sidentin Gemeinsam mit der Wirtschaft <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBZmd\">Mir ist wichtig, dass die jungen Menschen fr\u00fch die Fallstricke, aber auch die Euphorie kennenlernen, wenn man eigene Ideen verwirklicht. Mein Sohn hat ein Start-up gegr\u00fcndet, ich habe da alle H\u00f6hen und Tiefen hautnah miterlebt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Herr V\u00f6lker, die TU Berlin steht seit Jahrzehnten als gro\u00dfe Technische Universit\u00e4t auch f\u00fcr den Technologietransfer in die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":19512,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,29,30,11592],"class_list":{"0":"post-19511","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-technische-universitaet-berlin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114310738713125581","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19511","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=19511"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/19511\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/19512"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19511"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=19511"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=19511"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}