{"id":196372,"date":"2025-06-17T03:29:10","date_gmt":"2025-06-17T03:29:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/196372\/"},"modified":"2025-06-17T03:29:10","modified_gmt":"2025-06-17T03:29:10","slug":"medienpaedagogin-im-interview-ab-diesem-alter-sind-kinder-bereit-fuer-ein-smartphone","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/196372\/","title":{"rendered":"Medienp\u00e4dagogin im Interview: Ab diesem Alter sind Kinder bereit f\u00fcr ein Smartphone"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;So sp\u00e4t wie es geht&#8220; &#8211; das r\u00e4t Dr. Maya G\u00f6tz, wenn es um das erste Smartphone geht. Eltern sollten ihre Kinder dabei begleiten. Wie das funktioniert, erkl\u00e4rt die Medienp\u00e4dagogin im Interview.<\/p>\n<p>Ab welchem Alter sollten <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Kinder\" title=\"Kinder\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kinder<\/a> ein eigenes Handy besitzen? Diese Frage stellen sich viele Eltern. &#8222;Wenn es bis zw\u00f6lf ohne Smartphone funktioniert, ist das ideal&#8220;, sagt Medienp\u00e4dagogin Dr. Maya G\u00f6tz dazu. Im Interview mit spot on news erkl\u00e4rt sie zudem, wie Eltern den Nachwuchs im Umgang mit Medien unterst\u00fctzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p> Kinder bekommen ihr erstes Smartphone immer fr\u00fcher. Unter den 8- bis 9-J\u00e4hrigen sind es einer Bitkom-Studie zufolge fast 70 Prozent. Ab wann ist die Nutzung gerechtfertigt? <\/p>\n<p>Dr. Maya G\u00f6tz: So sp\u00e4t wie es geht. Wenn es bis zw\u00f6lf ohne Smartphone funktioniert, ist das ideal. Denn in dem Alter besitzen sie genug Kompetenz, um damit umgehen zu k\u00f6nnen. Das hei\u00dft aber nicht, dass sie vorher nicht beispielsweise lernen sollten, wie man in einer WhatsApp-Gruppe kommuniziert. Denn viele Viertkl\u00e4ssler haben einen Klassenchat. Eltern k\u00f6nnen sich daf\u00fcr ihr Handy mit den Kindern teilen und mit ihnen dar\u00fcber reden, wenn etwas Unangebrachtes geschrieben wird. Dann k\u00f6nnen sie das ansprechen und fragen: &#8222;Wie w\u00fcrde es dir gehen, wenn du das liest?&#8220;<\/p>\n<p>Wie sollten Eltern damit umgehen, wenn sich ihr Kind schon fr\u00fcher als mit zw\u00f6lf Jahren ein Handy w\u00fcnscht &#8211; zum Beispiel, weil alle anderen bereits eins besitzen? <\/p>\n<p>G\u00f6tz: Man muss nicht allem nachgeben. Eltern sollten ihren Kindern ganz klar sagen: &#8222;Es ist sch\u00f6n, dass es bei anderen so ist. Jede <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Familie\" title=\"Familie\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Familie<\/a> hat aber ihre eigenen Regeln und bei uns ist es so.&#8220; Gleichzeitig sollten sie auch sehen, dass hinter dem Wunsch ein Bed\u00fcrfnis steht. Deshalb ist es f\u00fcr Eltern wichtig, sich mit Fragen auseinanderzusetzen wie: Wie kann ich diesem Bed\u00fcrfnis nachkommen? Wie k\u00f6nnen sie vorher Medienkompetenzen lernen, bevor sie ihr eigenes Handy bekommen? So kann dann ein Weg gefunden werden, wie das eigene Kind in die Smartphone-Kultur reinwachsen kann.<\/p>\n<p>Was halten Sie von technischen Hilfsmitteln wie Bildschirmzeit-Begrenzungen oder Kindersicherungen? <\/p>\n<p>G\u00f6tz: Sie sind auf jeden Fall sinnvoll. Je j\u00fcnger die Kinder, desto mehr sollten sie genutzt werden. In dem Augenblick, in dem ein Kind ein Medium entdeckt, muss die Medienerziehung beginnen. Es muss lernen, auszuschalten und auch auszuw\u00e4hlen. Zu schauen: Wie geht es mir damit? Was tut mir gut und was nicht? Da brauchen Kinder Unterst\u00fctzung und bei der Dauer des Konsums kann eine Bildschirmzeit-Regelung helfen. Zus\u00e4tzlich sollten Eltern die Inhalte pr\u00fcfen, die ihr Kind konsumiert. Dabei hilft unter anderem das ARD Kinderprofil. Dieses unterst\u00fctzt die Eltern bei der Auswahl von kindgerechten Inhalten, da sie dort bereits altersgerecht angepasst und kuratiert wurden.<\/p>\n<p>Inwiefern sollten Eltern die Inhalte pr\u00fcfen? <\/p>\n<p>G\u00f6tz: Die FSK- oder FSF-Einteilung sind keine Empfehlung. Sondern sie sagen: Sind Kinder zu jung und sehen sich das Programm trotzdem an, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie ein traumatisches Medienerlebnis haben. Das hei\u00dft, dass sie davon beeintr\u00e4chtigt werden. Deshalb sollten die FSK und FSF immer beachtet werden. Ganz wichtig ist es zudem, den Kindern eine Vielfalt anzubieten. Eltern sollten Medien heraussuchen, in denen die Kinder etwas \u00fcber die Welt erfahren, wie in Wissenssendungen und Dokumentationen. Eltern k\u00f6nnen mit ihnen aber auch mal eine Spielshow ansehen. So bekommen Kinder ein Bild davon, was es alles gibt. Au\u00dferdem k\u00f6nnen sie so in sich hineinhorchen und erkennen, was ihnen gef\u00e4llt.<\/p>\n<p>Wie sollten sich Eltern verhalten, wenn Kinder in ein Alter kommen, in dem sie gegen ihre Regeln rebellieren? <\/p>\n<p>G\u00f6tz: Medien sind eines der gr\u00f6\u00dften Streitthemen in Familien. Eltern sollten sich klar machen: Mein Kind hat Rechte und es ist super, wenn es anf\u00e4ngt zu verhandeln, da es das sein Leben lang braucht. Das bedeutet nicht, dass sie immer nachgeben m\u00fcssen. Wenn f\u00fcr sie eine rote Linie \u00fcberschritten ist, sollten sie das \u00e4u\u00dfern und vor allem begr\u00fcnden. Sie sollten erkl\u00e4ren, warum etwas nicht zu den eigenen Werten passt. Daf\u00fcr m\u00fcssen sie sich nat\u00fcrlich etwas mit Medien auskennen und m\u00f6glichst lange mit ihren Kindern zusammen schauen. Denn dann kann man auch anders argumentieren. Dar\u00fcber reden und gemeinsam Wege finden &#8211; diese Dinge geh\u00f6ren zu den wichtigsten Erziehungsmomenten.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen Eltern ihre Kinder aufkl\u00e4ren, wenn sie selbst wenig technisches Knowhow oder Ber\u00fchrungspunkte mit dem Internet und Social Media haben? <\/p>\n<p>G\u00f6tz: Wenn es um das Handy und um soziale Medien geht, sind uns Kinder schnell weit voraus. Sie sind von Anfang an mit diesen digitalen Welten aufgewachsen und werden, wenn sie \u00e4lter werden, uns in technischen Kompetenzen meist \u00fcberlegen sein. Das ist eine tolle Chance sich die jeweilige Sache von den Kindern erkl\u00e4ren zu lassen. Das ist auch ein ganz wichtiger Moment f\u00fcr das Kind, denn es kann etwas von sich erz\u00e4hlen. Es kann erz\u00e4hlen, mit welchen Themen es sich gerade besch\u00e4ftigt. Gleichzeitig zeigt es den Eltern dann, wie etwas funktioniert.<\/p>\n<p> Sollte Kindern Medienkompetenz auch in der Schule vermittelt werden? <\/p>\n<p>G\u00f6tz: Ich bin \u00fcberzeugt davon, dass es auch in der Schule behandelt werden sollte. Die Schule ist einer der wenigen Orte, an dem Menschen aus allen Milieus unserer Gesellschaft und allen Bildungsgraden zusammenkommen. Das ist eine gro\u00dfe Chance, die Probleme, aber auch die sch\u00f6nen Dinge zu entdecken. Daf\u00fcr sind Vertretungsstunden da: Statt Galgenm\u00e4nnchen zu spielen, k\u00f6nnen die Lehrer eine Einheit \u00fcber Fake News halten oder den Kindern zeigen, wie man am besten fotografiert und wie man damit Kunst schafft &#8211; es gibt so viel Wichtiges. Das geh\u00f6rt in die Welt, in der Kinder heute aufwachsen. Je mehr wir die Medienkompetenz, die wir jetzt haben, erweitern k\u00f6nnen, umso besser. Denn mit dem Aufschwung von K\u00fcnstlicher Intelligenz wird noch so viel mehr ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;So sp\u00e4t wie es geht&#8220; &#8211; das r\u00e4t Dr. Maya G\u00f6tz, wenn es um das erste Smartphone geht.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":196373,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,29,553,30,1114,28436,62372,1268],"class_list":{"0":"post-196372","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-deutschland","10":"tag-familie","11":"tag-germany","12":"tag-kinder","13":"tag-kindererziehung","14":"tag-medienkonsum","15":"tag-muenchen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114696589637034676","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/196372","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=196372"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/196372\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/196373"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=196372"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=196372"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=196372"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}