{"id":196983,"date":"2025-06-17T09:05:10","date_gmt":"2025-06-17T09:05:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/196983\/"},"modified":"2025-06-17T09:05:10","modified_gmt":"2025-06-17T09:05:10","slug":"wieso-absorbieren-manche-menschen-aus-ihrer-nahrung-mehr-kalorien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/196983\/","title":{"rendered":"Wieso absorbieren manche Menschen aus ihrer Nahrung mehr Kalorien?"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\tDarmmikrobiom<\/p>\n<p class=\"timeinfo\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\u00a017. Juni 2025  10:17<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\u00a0Robert Klatt\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/p>\n<p><strong>Menschen nehmen bei einer identischen Ern\u00e4hrung nicht gleich viele Kalorien auf. Nun wurde entschl\u00fcsselt, wieso die Verdauung bei manchen Personen deutlich effizienter arbeitet. Das Wissen kann in Zukunft dabei helfen, personalisierte Di\u00e4ten f\u00fcr Menschen mit \u00dcbergewicht zu konzipieren. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Tempe (U.S.A.). <\/strong>Die <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wissenschaft<\/a> hat bereits vor langem entdeckt, dass <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/thema\/menschen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Menschen<\/a> aus denselben <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/thema\/Lebensmittel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lebensmitteln<\/a> nicht die identische Kalorienmenge in ihrem Stoffwechsel absorbieren. Das Verdauungssystem mancher Menschen kann die Nahrung also deutlich effektiver verwerten. Forscher der <a href=\"https:\/\/news.asu.edu\/20250611-health-and-medicine-your-gut-microbiome-calorie-super-harvester\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arizona State University<\/a> (ASU) haben nun untersucht, wieso diese deutlichen Unterschiede bestehen.<\/p>\n<p>Laut der Publikation im Fachmagazin <a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/ismej\/article\/19\/1\/wraf103\/8140948?login=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The ISME Journal<\/a> haben sie dazu ein Experiment mit 17 Probanden durchgef\u00fchrt, die jeweils zweimal sechs Tage in einem versiegelten Raum gelebt haben. Die Probanden haben einmal eine Di\u00e4t mit stark verarbeiteten Lebensmitteln und wenig Ballaststoffen und einmal eine <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/thema\/Ernaehrung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ern\u00e4hrung<\/a> mit viel Vollwertkost und vielen Ballaststoffen erhalten. Beide Di\u00e4ten hatten einen identischen Anteil an Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\tStoffwechsel des Menschen<\/p>\n<p>In dem hotel\u00e4hnlichen Raum haben Sensoren anhand der emittierten Gase die Ganzraumkalorimeter ermittelt. Zudem haben die Forscher Blut- und Stuhlproben der Probanden analysiert und ein verschluckter Sensor hat kontinuierlich den pH-Wert, die Temperatur und den Druck im Verdauungssystem \u00fcberwacht. Diese Daten zeigen, wie viele Kalorien die Menschen aus ihrer Ern\u00e4hrung aufnehmen und wie sich ihr <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/thema\/Mikrobiom\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Darmmikrobiom<\/a> zusammensetzt.<\/p>\n<p>Laut den Ergebnissen des Experiments nehmen Menschen bei einer ballaststoffreichen, naturnahen Ern\u00e4hrung weniger Kalorien auf. Das Experiment best\u00e4tigt somit fr\u00fchere Studien, laut denen eine ballaststoffreiche Ern\u00e4hrung beim Abnehmen helfen kann und ges\u00fcnder ist.<\/p>\n<p>Deutliche Unterschiede im Stoffwechsel<\/p>\n<p>Zwischen den Probanden wurden jedoch teilweise deutliche Unterschiede entdeckt und manche Teilnehmer haben deutlich mehr Energie aus den ballaststoffreichen Lebensmitteln gewonnen als andere. Die Kalorienaufnahme hat mit der Anzahl der methanproduzierten Bakterien im Darmmikrobiom zugenommen. Methanproduzierende <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/thema\/bakterien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bakterien<\/a> scheinen somit daf\u00fcr zu sorgen, dass die Verdauung effizienter abl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Wie die Wissenschaftler erkl\u00e4ren, wandeln manche Bakterien im <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/thema\/Darm\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Darm<\/a> Ballaststoffe in kurzkettige Fetts\u00e4uren um. Dabei produzieren sie aber auch Wasserstoff, der die Verstoffwechselung von Ballaststoffen hemmt und daf\u00fcr sorgt, dass ein Gro\u00dfteil der Fasern nicht verdaut wird.<\/p>\n<blockquote><p>&#13;<\/p>\n<p>\u201eMenschen, die die gleiche Di\u00e4t einhalten, k\u00f6nnen unterschiedlich reagieren. Ein Teil davon ist auf die Zusammensetzung ihres Darmmikrobioms zur\u00fcckzuf\u00fchren.\u201c<\/p>\n<p>&#13;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Wasserstoffverbrauch durch Darmbakterien<\/p>\n<p>Im Darmmikrobiom leben aber auch Bakterien, die Wasserstoff in Methan umwandeln. Sie beseitigen somit den Wasserstoff, der normalerweise die Verdauung hemmt, und helfen somit den anderen Bakterien dabei, die bei vielen Menschen nicht verwerteten Ballaststoffe in nutzbare Energie umzuwandeln. Bei Probanden, die im Experiment besonders viele Kalorien aus der ballaststoffreichen Ern\u00e4hrung aufgenommen hatten, kamen die Bakterien in gr\u00f6\u00dferen Mengen vor.<\/p>\n<blockquote><p>&#13;<\/p>\n<p>\u201eDer menschliche K\u00f6rper selbst stellt kein Methan her, nur die Archaeen tun es. Daher k\u00f6nnte Methan ein Biomarker sein, der eine effiziente mikrobielle Produktion von kurzkettigen Fetts\u00e4uren signalisiert.\u201c<\/p>\n<p>&#13;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>In Zukunft m\u00f6chten die Autoren Methanmesswerte nutzen, um eine personalisierte Di\u00e4t f\u00fcr Menschen mit <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/thema\/uebergewicht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00dcbergewicht<\/a> zu entwickeln. Dazu sind aber noch weitere Studien n\u00f6tig, die untersuchen, wie Menschen mit Fettleibigkeit, Diabetes und anderen Stoffwechselerkrankungen auf eine Ern\u00e4hrung mit einem hohen Ballaststoffanteil reagieren.<\/p>\n<p>The ISME Journal, doi: 10.1093\/ismejo\/wraf103<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Darmmikrobiom \u00a017. 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