{"id":19723,"date":"2025-04-10T02:02:18","date_gmt":"2025-04-10T02:02:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/19723\/"},"modified":"2025-04-10T02:02:18","modified_gmt":"2025-04-10T02:02:18","slug":"was-berlin-fuer-unsere-leserinnen-und-leser-ausmacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/19723\/","title":{"rendered":"Was Berlin f\u00fcr unsere Leserinnen und Leser ausmacht"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspBZmd tspBZme\">Unsere Autorin Charlotte Greipl hat einen sehr <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/berlin-ich-will-nicht-weg-ein-abschiedsbrief-an-eine-besondere-stadt-13460785.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" class=\"link link--external\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"external\" aria-describedby=\"message-target-blank\">pers\u00f6nlichen Abschiedsbrief an Berlin verfasst<\/a>. Ein Jobangebot zwingt sie zum Umzug \u2013 obwohl sie lieber geblieben w\u00e4re. F\u00fcr sie steht Berlin f\u00fcr eine <strong>besondere Freiheit und Vielfalt<\/strong>: historisch und gleichzeitig modern, multikulturell, gro\u00df und offen. Besonders eindr\u00fccklich f\u00fcr sie waren Orte wie das Frankfurter Tor und die <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/ost-berliner-architektur-die-stalinallee-palaste-statt-eierkisten-11896043.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" class=\"link link--external\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"external\" aria-describedby=\"message-target-blank\">Karl-Marx-Allee<\/a>, die sie regelm\u00e4\u00dfig besucht hat. Aufgewachsen im Westen Deutschlands, war die DDR f\u00fcr sie lange ein abstraktes historisches Konzept \u2013 im Osten Berlins hingegen wurde sie im Stadtbild und <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/genuss\/goodbye-tote-oma-auf-der-suche-nach-dem-kulinarischen-erbe-der-ddr-13468120.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" class=\"link link--external\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"external\" aria-describedby=\"message-target-blank\">Alltag unmittelbar erfahrbar.<\/a><\/p>\n<p>Trotz der bekannten Probleme der Stadt (Verwaltung, Dreck, steigende Mieten) hebt sie hervor, <strong>wie lernf\u00e4hig Berlin ist<\/strong> \u2013 etwa bei Wahlen oder durch soziale Angebote wie kostenlose Mieterberatung. <strong>Berlin sei nicht perfekt, aber einzigartig<\/strong>: eine Stadt voller Kontraste, Geschichte, Eigenheiten und \u00fcberraschender Lebensqualit\u00e4t. Ein Ort, den sie schweren Herzens verl\u00e4sst.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/abo.tagesspiegel.de\/tagesspiegel-app?icid=single-topic_13501138___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCHnt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Tagesspiegel-App Aktuelle Nachrichten, Hintergr\u00fcnde und Analysen direkt auf Ihr Smartphone. Dazu die digitale Zeitung. Hier gratis herunterladen.  <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBZmd\"><strong>Die Reaktionen der Tagesspiegel-Leserinnen und Leser zeigen ein vielstimmiges Echo:<\/strong>  Viele stimmen der Autorin zu und beschreiben Berlin als <strong>Ort der Freiheit<\/strong>, Vielfalt und ganz pers\u00f6nlicher Heimat. Andere \u00e4u\u00dfern sich kritisch, berichten von Frust \u00fcber den Wandel der Stadt, <strong>mangelnde Toleranz<\/strong> oder eine <strong>sp\u00fcrbare Anspannung im Alltag<\/strong>. Zwischen Liebeserkl\u00e4rung, Nostalgie und Ern\u00fcchterung entsteht ein vielschichtiges Portr\u00e4t einer besonderen Stadt, die niemanden gleichg\u00fcltig l\u00e4sst. Lesen Sie hier eine redaktionelle Auswahl von Kommentaren aus der Tagesspiegel-Community. <\/p>\n<p class=\"tspBZmd\"><strong>Mansfield<\/strong><br \/>Danke, Frau Greipl! Bei aller berechtigen Kritik an Berlin (die Sie ja in dem Artikel auch ansprechen) klingen Ihre netten, wohlwollenden Worte nach einem angenehmen Gegenmittel f\u00fcr das weit verbreitete, oft \u00fcberzogene, d\u00e4mlich \u00e4tzende und aus diversen Richtungen kommende Berlin-Bashing.<\/p>\n<p class=\"tspBZmd\"><strong>Woli<\/strong><br \/>Wir haben als Familie mit drei Kindern \u00fcber drei\u00dfig Jahre in Berlin leben d\u00fcrfen und waren mehr als froh, der Enge unserer Herkunftsorte im damaligen Westdeutschland entkommen zu k\u00f6nnen, sind nach einem vor\u00fcbergehenden Lebensabschnitt im Norden Deutschlands sehnsuchtsgetrieben zur\u00fcckgekehrt.<\/p>\n<p class=\"tspBZmd\">Die Berliner Jahre waren positiv gepr\u00e4gt von dem Gef\u00fchl der Freiheit, von einer gro\u00dfartigen Kulturlandschaft, den vielen unterschiedlichen Kiezen, der wunderbare Wald- und Seenlandschaft, dem Berliner blassblauen Himmel im Sommer, den vielf\u00e4ltigen Menschen und nicht zuletzt von dem, zugegeben manchmal auch derben Humor der Original-Berliner.<br \/>\nWobei das Wunderbare war, dass auch wir immer Berliner sein durften und uns auch so f\u00fchlten. Das ist l\u00e4ngst nicht in allen Regionen Deutschlands so, wo es locker mal 10 Jahre dauern kann, ehe der Einheimische das erste Mal zur\u00fcckgr\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p class=\"tspBZmd\">Klar, nicht alles war rosig, unter anderem das Schulwesen nicht, dessen Zust\u00e4nde mich bis heute auf die Palme bringen k\u00f6nnen.<br \/>\nInzwischen leben wir aus famili\u00e4ren Gr\u00fcnden seit 12 Jahren im S\u00fcden Deutschlands, f\u00fchlen uns insgesamt auch wohl, vermissen aber Berlin und seine Menschen immer wieder einmal schmerzlich.<\/p>\n<p class=\"tspBZmd\">Berlin aber war uns eine Heimat, wie keine zuvor und wie es wohl kein Ort der Welt mehr sein wird.<br \/>\nUnd w\u00e4hrend ich das schreibe, werden meine Augen tats\u00e4chlich etwas feucht.<\/p>\n<blockquote class=\"tspCBm4\">\n<p>F\u00fcr mich verk\u00f6rpert Berlin eine ganz eigene Form von Freiheit und Gleichzeitigkeit. Ein bisschen f\u00fchlt man sich so, als k\u00f6nnte man in Berlin sein und gleichzeitig an ganz vielen anderen Orten auf der Welt, so viele Sprachen, Ger\u00fcche und Kl\u00e4nge findet man hier.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"tspCBm5\">Tagesspiegel-Autorin Charlotte Greipl<\/p>\n<p class=\"tspBZmd\"><strong>Thommy44<\/strong><br \/>Sorry. Aber kann ich nicht nachvollziehen. Ich komme aus Hamburg. Und jedes Mal, wenn ich in Berlin bin,<br \/>habe ich das Gef\u00fchl, zu \u2018ersticken\u2019. <\/p>\n<p class=\"tspBZmd\">Die Stadt kommt mir immer so gequetscht und eng vor. Das habe ich bei keiner anderen Stadt. Ich finde HH viel \u2018luftiger\u2019.<\/p>\n<p class=\"tspBZmd\"><strong>nias <\/strong>@Thommy44<br \/>Ich komme auch aus HH, bin aber schon seit 1992 in Berlin, weil mir HH zu gequetscht und zu statisch ist. Berlin ist Deutschlands einzige Gro\u00dfstadt und also nat\u00fcrlich auch dreckig und chaotisch, aber eben auch spannend, frei und viel toleranter und offener als HH und das kulturelle Angebot und die umliegende Natur ist nicht vergleichbar. Ich hatte auch schon Jobangebote au\u00dferhalb von Berlin, aber ich kann meine gro\u00dfe Liebe nicht verlassen. Berlin ick liebe dir!<\/p>\n<p class=\"tspBZmd\"><strong>Berlin.Nord<\/strong> @nias<br \/>Frei und tolerant fand ich die Stadt kurz nach der \u201eWende\u201c in vielerlei Hinsicht, nach meiner Meinung gab es bereits erhebliche Einschnitte in diese gef\u00fchlte Freiheit:<br \/>Schwule M\u00e4nner ziehen weg, weil sie sich im Kiez um Nolli und Motzstra\u00dfe zunehmend bedroht f\u00fchlen, j\u00fcdische Menschen haben aus Angst vor Angriffen, sich erkennen zu geben und f\u00fcr Frauen \u00fcberlegen die Gr\u00fcnen einen eigenen U-Bahn-Waggon einzurichten, damit man nicht sexuell bel\u00e4stigt wird. [&#8230;].<br \/>F\u00fcr mich ist das ein gesellschaftlicher Backlash. Toleranz scheint nur noch f\u00fcr die eigene Bubble zu gelten. Man muss selbst weder alles gut finden, noch mitmachen, aber das, was (West-)Berlin als freie Stadt ausgemacht hat, geht zunehmend verloren. Sehr schade!<\/p>\n<p class=\"tspBZmd\"><strong>thedoctor46<\/strong><br \/>Also ich erinnere mich da an ungesunde N\u00e4chte in Westberliner Bars und Gasth\u00e4usern, meinen ersten Schrippenkauf und am\u00fcsierte Verk\u00e4uferinnen, Bolle, Kachel\u00f6fen, Bruchbriketts, Secondhand-Klamotten, freche alte Nachbarinnen, Hinterh\u00f6fe, Friedrichshagener S\u00e4ttigungsbeilagen und nat\u00fcrlich in der S-Bahn mit Holzb\u00e4nken und offenen T\u00fcren im Sommer nach Wannsee.<\/p>\n<p> Die Tagesspiegel-Community <\/p>\n<p class=\"tspBZmd\">Sehr geehrte Leserinnen und Leser,\u00a0<strong>wenn Sie Interesse an spannenden Diskussionen<\/strong>\u00a0und dem Austausch vielf\u00e4ltiger Meinungen haben, laden wir Sie herzlich ein, Teil unserer Community zu werden.\u00a0<strong>Wir freuen uns \u00fcber sachliche Beitr\u00e4ge und konstruktive Debatten<\/strong>, die wir gerne allen Tagesspiegel-Leserinnen und -Lesern pr\u00e4sentieren.\u00a0<strong>Bringen Sie Ihre Perspektive ein<\/strong>\u00a0und bereichern Sie den demokratischen Diskurs \u2013 wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!<\/p>\n<p class=\"tspBZmd\"><strong>straurob<\/strong><br \/>Danke f\u00fcr diese Liebeserkl\u00e4rung an meine Stadt. Ich wurde hier geboren und m\u00f6chte in keiner anderen Stadt wohnen. Das ist auf eine gewisse Art ebenso spie\u00dfig. Passend dazu dieser bekannte Spruch von Anneliese B\u00f6decker:<br \/>Die Berliner sind unfreundlich und r\u00fccksichtslos, ruppig und rechthaberisch, Berlin ist absto\u00dfend, laut, dreckig und grau, Baustellen und verstopfte Stra\u00dfen, wo man geht und steht \u2013 aber mir tun alle Menschen leid, die nicht hier leben k\u00f6nnen!<\/p>\n<p class=\"tspBZmd\"><strong>TomKyle <\/strong>@straurob<br \/>Ja, das alles verk\u00f6rpert auch das Berlin, das ich als in Berlin geborener kannte. Und das Wichtigste: Jede und jeder konnte in Berlin so sein, wie sie oder er war. Eine gute Schule &#8211; es gibt nichts, was mich noch schockt.<br \/>Dennoch haben wir als Familie Berlin vor sechs Jahren verlassen. Der Wandel der Stadt, die Stimmung, die Menschen\u00a0\u2026 kein ruppiges Miteinander, sondern latent aggressive Scheuklappen und Ellenbogen. Der Wandel von \u201ejeder kann sein wie er will\u201c zu \u201ees gibt in Berlin keine Regeln und jeder kann machen, was er will\u201c &#8211; ein feiner Unterschied.<\/p>\n<p class=\"tspBZmd\">Erst als wir weg waren, habe ich die innere Anspannung gemerkt, der ich jeden Tag ausgesetzt war.<br \/>\nDurch Freunde und Verwandtschaft sind wir oft in Berlin und es ist sch\u00f6n zu sehen, dass es die oben beschriebenen Eigenschaften immer noch gibt &#8211; als Kern, unter den neuen Eigenschaften.<\/p>\n<p> Mehr zum Thema <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/berlin-ich-will-nicht-weg-ein-abschiedsbrief-an-eine-besondere-stadt-13460785.html?icid=topic-list_13501138___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCHnt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berlin, ich will nicht weg! Ein Abschiedsbrief an eine besondere Stadt <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/ost-berliner-architektur-die-stalinallee-palaste-statt-eierkisten-11896043.html?icid=topic-list_13501138___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCHnt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ost-Berliner Architektur, die Stalinallee Pal\u00e4ste statt Eierkisten <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/bezirke\/kaffee-und-tee-in-friedrichshain-musste-schliessen-neue-gastronomie-soll-am-frankfurter-tor-offnen-13499704.html?icid=topic-list_13501138___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspCHnt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eKaffee und Tee\u201c in Friedrichshain musste schlie\u00dfen Neue Gastronomie soll am Frankfurter Tor \u00f6ffnen <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBZmd\"><strong>Fiat.iustitia.aut.pereat.mundus<\/strong><br \/>Berlin ist ein Venusfalle. Attraktiv auf den ersten Blick, bis man sie durchschaut. Ich bereue es seit Langem, nach Berlin gekommen zu sein. Immerhin in den Speckg\u00fcrtel gefl\u00fcchtet und seit Corona\/Homeoffice auch kaum mehr dagewesen. Ich vermisse nichts.<\/p>\n<p class=\"tspBZmd\"><strong>Klappleiter <\/strong><br \/>Ein wesentlicher Aspekt von Berlin war f\u00fcr mich immer, dass man sich gefragt hat, ob es hier genauso sein muss wie in anderen Metropolen, und ob es nicht Alternativen dazu gibt. Was ich an Berlin gut finde, ist, dass es in vielerlei Hinsicht die Metropole der Alternative ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Unsere Autorin Charlotte Greipl hat einen sehr pers\u00f6nlichen Abschiedsbrief an Berlin verfasst. 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