{"id":198114,"date":"2025-06-17T19:09:14","date_gmt":"2025-06-17T19:09:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/198114\/"},"modified":"2025-06-17T19:09:14","modified_gmt":"2025-06-17T19:09:14","slug":"tuerkspor-nuernberg-nur-ein-eigentor-vom-aufstieg-entfernt-sport","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/198114\/","title":{"rendered":"T\u00fcrkspor N\u00fcrnberg: Nur ein Eigentor vom Aufstieg entfernt &#8211; Sport"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Ein Spiel dauert 90 Minuten, Sepp Herberger sei Dank z\u00e4hlt diese Weisheit zum fu\u00dfballerischen Allgemeinwissen. Allerdings war der Satz bereits zu Zeiten des Weltmeistertrainers von 1954 nicht ganz richtig: Schon bei Herbergers Triumph in der Schweiz ging so manches Spiel in die Verl\u00e4ngerung. Seitdem hat der Fu\u00dfball diverse Varianten ausprobiert, um bei Gleichstand einen Gewinner zu ermitteln: Entscheidungsspiele, Elfmeterschie\u00dfen, Golden Goal. Ach ja, ein Silver Goal gab es sogar auch mal. Das bescherte Griechenland \u00fcbrigens den Finaleinzug bei der Euro 2004.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Im Amateurbereich t\u00fcfteln die Verantwortlichen Jahr f\u00fcr Jahr an M\u00f6glichkeiten, m\u00f6glichst viel Gerechtigkeit in den Relegationsspielen walten zu lassen. Die Krux liegt dabei in der Natur der Sache, der Modus der Relegation sorgt seit L\u00e4ngerem f\u00fcr Diskussionen \u2013 und tr\u00e4gt mitunter kuriose Bl\u00fcten wie vergangene Woche in Mittelfranken: Der SV Tennenlohe, die DJK G\u00f6ggelsbuch und T\u00fcrkspor N\u00fcrnberg sollten untereinander zwei Aufsteiger aus der Kreis- in die Bezirksliga ermitteln. Jeder gegen jeden, ohne R\u00fcckspiel. So weit, so klar \u2013 w\u00e4re da nicht ein Detail, das die Verantwortlichen von T\u00fcrkspor im Nachhinein zur diplomatisch verpackten Einsch\u00e4tzung gelangen l\u00e4sst, das Reglement sei \u201enicht durchdacht\u201c gewesen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Im letzten Spiel des Triells um den Aufstieg stand es kurz vor Schluss 1:1 zwischen den N\u00fcrnbergern und G\u00f6ggelsbuch. Aufgrund der vorherigen Ergebnisse h\u00e4tte dieses Resultat den Aufstieg f\u00fcr T\u00fcrkspor bedeutet. G\u00f6ggelsbuch hingegen fehlten zu diesem Zeitpunkt zwei Treffer zur Bezirksliga. \u201eDie meisten dachten, dass wir durch sind\u201c, erinnert sich Muarrem Demir, Abteilungsleiter von T\u00fcrkspor N\u00fcrnberg, an die letzten Minuten der Partie vom vergangenen Freitag.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Doch das Regelwerk hielt eine kleine, aber pikante Nuance bereit: In der Aufstiegsrunde muss jedes Spiel einen Sieger haben, das 1:1 w\u00fcrde somit die Verl\u00e4ngerung bedeuten. G\u00f6ggelsbuch stellte deshalb kurz vor Schluss s\u00e4mtliche Angriffsbem\u00fchungen ein, um 30 zus\u00e4tzliche Minuten f\u00fcr die zwei Tore zu bekommen. T\u00fcrkspor hingegen stand vor der Wahl: Sollte das Team das Unentschieden halten und die Verl\u00e4ngerung riskieren \u2013 oder in letzter Sekunde ein Eigentor schie\u00dfen? Das h\u00e4tte zwar eine 1:2-Niederlage bedeutet, aufgrund der besseren Tordifferenz aber w\u00e4re T\u00fcrkspor damit sicher aufgestiegen.<\/p>\n<p>\u00dcber den Modus lasse sich \u201etrefflich diskutieren\u201c, sagt selbst der BFV<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">\u201eF\u00fcr uns war klar: Wir spielen durch\u201c, sagt Abteilungsleiter Demir. Die Partie ging also in die Verl\u00e4ngerung. Und weil der Ball rund ist, der Fu\u00dfball bekanntlich seine eigenen Gesetze hat und ein Spiel eben nicht immer 90 Minuten dauert, kam das, was kommen musste: G\u00f6ggelsbuch erzielte in der Verl\u00e4ngerung zwei Tore und steigt auf, w\u00e4hrend sie bei T\u00fcrkspor mit dem Regelwerk hadern. \u201eEs kann nicht sein, dass man als Spieler \u00fcberlegen muss, ein Eigentor zu schie\u00dfen, damit man seiner Mannschaft hilft und dadurch aufsteigt\u201c, erkl\u00e4rte Kapit\u00e4n Emirhan Karaaslan kurz nach Abpfiff gegen\u00fcber dem Portal anpfiff.info.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Auch Abteilungsleiter Demir trauert dem sicher geglaubten Aufstieg hinterher. \u201eEs tut weh\u201c, sagt er. Der Verein hat inzwischen Einspruch eingereicht, der Fall lag beim Sportgericht. Das aber hat ihn abgewiesen. Es lag ja kein Regelversto\u00df vor, somit ist die Instanz nicht zust\u00e4ndig. \u201eErgebnistechnisch kann man nichts sagen\u201c, erkl\u00e4rt Demir. T\u00fcrkspor ist fair geblieben \u2013 und auch deshalb nicht aufgestiegen. Klar, dass das in N\u00fcrnberg f\u00fcr Unverst\u00e4ndnis sorgt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Der zust\u00e4ndige Bezirksspielausschuss will sich jetzt nochmal mit der Thematik befassen, hat eine Entscheidung jedoch zun\u00e4chst vertagt. Demir jedenfalls hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich noch etwas tut. Nur: was? Und wenn ja: wann? \u201eEs gibt noch keinen Termin\u201c, sagt Demir. \u201eDie Ungewissheit geht weiter.\u201c Auch der Bayerische Fu\u00dfball-Verband (BFV) ist von den bisherigen Regelungen zur Relegation nicht restlos \u00fcberzeugt. \u201eDass sich \u00fcber den Modus trefflich diskutieren l\u00e4sst, ist unbestritten\u201c, teilt der Verband mit. Gleichzeitig weist der BFV darauf hin, dass alle an der Relegation beteiligten Vereine fr\u00fchzeitig und umfassend \u00fcber die Regelungen informiert wurden \u201eund damit auch die M\u00f6glichkeit hatten, fr\u00fchzeitig entsprechende Rechtsmittel gegen die Durchf\u00fchrungsbestimmungen einzulegen\u201c. Dies sei nicht geschehen. In der kommenden Saison soll jedoch ein neuer Modus f\u00fcr die Relegation eingef\u00fchrt werden \u2013 wieder einmal.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Trotz der verfahrenen Situation sieht Muarrem Demir auch Positives in der derzeitigen Lage seines Vereins. Seit dem Wochenende erreichen T\u00fcrkspor N\u00fcrnberg zahlreiche Zuschriften und Solidarit\u00e4tsbekundungen. \u201eDas ist sch\u00f6n zu h\u00f6ren\u201c, findet der Abteilungsleiter. Gleichzeitig ist er stolz auf seine Mannschaft, die versucht hat, auf sportlich fairem Weg den Aufstieg in die Bezirksliga zu schaffen. Man habe \u201eCharakter gezeigt\u201c, findet Demir.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1ylqqlw\">Auch der gro\u00dfe Zin\u00e9dine Zidane hat sich wie Sepp Herberger mit der Dauer von Fu\u00dfballspielen und den Gef\u00fchlswelten danach befasst. \u201eEin Spiel dauert 90 Minuten, aber Erinnerungen an Fu\u00dfball bleiben ein Leben lang\u201c, erkl\u00e4rte der einstige Weltfu\u00dfballer einmal. Der erste Teil stimmt im Fall von T\u00fcrkspor N\u00fcrnberg nicht. Der zweite daf\u00fcr umso mehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Spiel dauert 90 Minuten, Sepp Herberger sei Dank z\u00e4hlt diese Weisheit zum fu\u00dfballerischen Allgemeinwissen. 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