{"id":198680,"date":"2025-06-18T00:24:12","date_gmt":"2025-06-18T00:24:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/198680\/"},"modified":"2025-06-18T00:24:12","modified_gmt":"2025-06-18T00:24:12","slug":"eine-schreckliche-idee-clash-der-superligen-aggressive-nba-plaene-schrecken-europa-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/198680\/","title":{"rendered":"&#8222;Eine schreckliche Idee&#8220;: Clash der Superligen? Aggressive NBA-Pl\u00e4ne schrecken Europa auf"},"content":{"rendered":"<p><strong>NBA-Commissioner Adam Silver best\u00e4tigt w\u00e4hrend der Finalserie, dass die NBA in Europas Metropolen ein eigenes Produkt auf die Beine stellen wird. W\u00e4hrenddessen expandiert die EuroLeague. Ein Clash der Visionen scheint unausweichlich.<\/strong><\/p>\n<p>Es ist Ende Mai, die vier besten Teams der EuroLeague k\u00e4mpfen um die Krone im wichtigsten europ\u00e4ischen Klub-Wettbewerb. Allerdings nicht in Belgrad, Barcelona, Berlin oder Paris &#8211; sondern in der Etihad Arena in Abu Dhabi, Hauptstadt der Vereinigen Arabischen Emirate. Es ist das erste Mal, dass so ein Basketball-Event im Mittleren Osten stattfindet. Dass sich Fenerbah\u00e7e Istanbul im Finale gegen die AS Monaco durchsetzt und nach 2017 den zweiten kontinentalen Titel der Klub-Historie einf\u00e4hrt, ger\u00e4t angesichts des R\u00fcckvorhangs fast zur Nebensache.<\/p>\n<p>Der Mittlere Osten ist nicht f\u00fcr seine reiche Basketball-Kultur bekannt. Dennoch war das Austragungsrecht des Mini-Turniers der selbsternannten &#8222;globalen Kultur-Hauptstadt&#8220; Abu Dhabi um die 50 Millionen US-Dollar wert. Als die Tickets f\u00fcrs Final Four Ende Februar in den Verkauf gingen, waren alle ausnahmslos in weniger als sieben Stunden vergriffen. Das lokale Interesse an internationalem Spitzensport ist gewaltig, die lukrativsten Sportarten der Welt, wie Fu\u00dfball, Formel 1 und MMA, haben trotz anf\u00e4nglicher Skepsis l\u00e4ngst in der Region Fu\u00df gefasst.<\/p>\n<p>Auch Basketball ist hier mittlerweile etabliert, egal ob j\u00e4hrliche Preseason-Partien der NBA oder kommende Gro\u00dfturniere wie die FIBA-Weltmeisterschaft 2027 in Katar. Weil der Deal mit Abu Dhabi weitaus mehr als die urspr\u00fcnglich geplanten Einnahmen in die Kassen sp\u00fclte, verl\u00e4ngerte sich der Joint-Venture-Vertrag zwischen der EuroLeague und der einflussreichen Marketing-Agentur IMG automatisch um weitere zehn Jahre, bis 2036.<\/p>\n<p>NBA will eigene Europa-Liga<\/p>\n<p>Bis dahin wird die beste, m\u00e4chtigste und einflussreichste Basketball-Liga der Welt l\u00e4ngst ihr eigenes Produkt an den Start gebracht haben. NBA-Boss Adam Silver sprach w\u00e4hrend der laufenden NBA-Finals zwischen Oklahoma City und Indiana \u00fcber seine Pl\u00e4ne f\u00fcr Europa. &#8222;Es wird vermutlich noch ein paar Jahre dauern, bis wir loslegen, denn es ist ein enormes Projekt, das viel Arbeit erfordert. Allerdings sind wir auf einer neuen Stufe der Planungen angekommen, tauschen uns mit existierenden Ligen, Teams, Spielern, Medien und Marketing-Partnern aus.&#8220;<\/p>\n<p>Das aus den 30 Besitzern bestehende NBA Board of Governors wird im Juli w\u00e4hrend der j\u00e4hrlichen Tagungen in Las Vegas weitere Schritte eruieren. Sp\u00e4testens rund um die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles wollen der Commissioner &amp; Co. mit dem neuen Wettbewerb loslegen. Silver und FIBA-Generalsekret\u00e4r Andreas Zagklis lie\u00dfen bereits im M\u00e4rz verk\u00fcnden, dass eine neue Liga mit 16 Teams in der Mache ist &#8211; eine nach Jahren und Jahrzehnten der \u00dcberlegungen endlich handfeste, \u00f6ffentliche Bekanntgabe. <\/p>\n<p>Gespr\u00e4che mit der EuroLeague und einigen ihrer Traditionsteams schreiten voran, vor allem in den gro\u00dfen St\u00e4dten und M\u00e4rkten Europas scheint reges Interesse zu bestehen. Das best\u00e4tigte auch der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der NBA in Europa und dem Mittleren Osten, George Aivazoglou: &#8222;Madrid und Barcelona in Spanien; London und Manchester in England; Paris und Lyon in Frankreich; Milan und Rom in Italien: M\u00fcnchen, Frankfurt und Berlin in Deutschland &#8230; An diesen St\u00e4dten sind wir interessiert. St\u00e4dte und Teams haben drei Szenarien, unserer Liga beizutreten. Erstens: Klubs die uns freiwillig beitreten wollen. Zweitens: Fu\u00dfball-Klubs ohne Basketball-Abteilung, die eine gr\u00fcnden wollen. Und drittens: komplett neu gegr\u00fcndete Klubs. Wir m\u00f6chten eine Liga, die europ\u00e4ischen Standards folgt, Traditionen respektiert, leidenschaftliche Fans, einen europ\u00e4ischen Spielstil.&#8220;<\/p>\n<p>Berichten zufolge k\u00f6nnten Klubs in Gro\u00dfm\u00e4rkten wie London und Paris mindestens 500 Millionen Euro wert sein. Private-Equity-Fonds, Staatsfonds und Investoren mit tiefen Taschen w\u00e4ren wohl interessiert. Die NBA sch\u00e4tzt m\u00f6gliche Einnahmen in Europa und im Mittleren Osten auf mehr als drei Milliarden US-Dollar j\u00e4hrlich. Der Boss sieht eine Liga in Europa &#8222;als de facto Expansion f\u00fcr uns. Die meisten unserer internationalen MVPs kommen aus Europa. Der Basketball dort ist auf h\u00f6chstem Niveau. Aber wir glauben, dass Fans dort besser bedient werden k\u00f6nnten als bisher. Unsere Meinung ist weiterhin, dass es eine enorme Anzahl von unterversorgten Basketball-Fans in Europa gibt, und eine neue Liga im Stile der NBA dort eine gro\u00dfe Chance h\u00e4tte.&#8220;<\/p>\n<p>EuroLeague: neue Teams, alte Sorgen<\/p>\n<p>Das sehen die Protagonisten der seit der Abspaltung von der FIBA vor 25 Jahren gegr\u00fcndeten, zweitbesten Liga der Welt nat\u00fcrlich anders. EuroLeague-CEO Paulius Motiejunas h\u00e4lt eine neue Liga in Europa f\u00fcr &#8222;eine schreckliche Idee. Das w\u00fcrde einfach nicht funktionieren. Eine neue Liga w\u00fcrde Fans verwirren, Talent verw\u00e4ssern und kommerzielle Chancen eliminieren. Das w\u00e4re f\u00fcr alle schlecht, auch f\u00fcr NBA und FIBA.&#8220; Gleichzeitig betont Motiejunas, dass die EuroLeague einer m\u00f6glichen Kollaboration gegen\u00fcber nicht abgeneigt w\u00e4re. &#8222;Sportlich war es die beste Saison, die wir je hatten. Auch au\u00dferhalb des Parketts erlebten wir unglaubliches Wachstum und Rekordzahlen &#8230; bei den Zuschauern, in den Arenen, auf allen digitalen Plattformen. Die EuroLeague hat eine neue Dimension erreicht. Unser Fokus liegt darauf, die richtigen Partner zu finden, um unser Produkt zu st\u00e4rken. Wenn jemand dazu beitragen m\u00f6chte, ist er gerne willkommen.&#8220;<\/p>\n<p>Die beste Basketball-Liga Europas beschloss vor wenigen Wochen, ihr Format auszuweiten &#8211; auf k\u00fcnftig 20 statt wie bisher 18 Teams. Beginnend mit der Saison 2025\/26 werden Valencia und Dubai BC sowie EuroCup-Sieger Hapoel Tel Aviv hinzusto\u00dfen, w\u00e4hrend Alba Berlin nach 24 Jahren austritt und k\u00fcnftig in der Champions League antreten wird. Die EuroLeague-Expansion ist die erste in einer antizipierten Reihe von Ver\u00e4nderungen, auf erwartete 24 Mannschaften und ein Conference-System in naher Zukunft.<\/p>\n<p>Auch der Pr\u00e4sident von Partizan Belgrad, Ostoja Mijailovic, lehnt eine neue Liga &#8211; repr\u00e4sentativ f\u00fcr viele seiner Kollegen &#8211; kategorisch ab: &#8222;Wir haben ein Alleinstellungsmerkmal in der Welt des Basketballs, eine besondere Fankultur. Klubs wie Partizan, Roter Stern Belgrad, Zalgiris, Panathinaikos oder Olympiakos sind in diesem Sinne unerreicht. Unser gr\u00f6\u00dftes Problem hier ist das Fehlen von TV-Rechten, das ist die Haupteinnahmequelle aller NBA-Teams. Wir sollten das Business-Modell kopieren und ihren Rat befolgen, um als Sport genauso profitabel zu werden wie in den USA. Aber wir m\u00fcssen unseren Basketball hier eigenst\u00e4ndig managen.&#8220;<\/p>\n<p>Ein Anstieg auf 20 Mannschaften bedeutet auch eine Erh\u00f6hung auf 38 Partien in der regul\u00e4ren Saison, statt wie bisher 34. Ob mehr &#8211; Teams, Spiele, Pr\u00e4senz &#8211; auch direkt mehr Qualit\u00e4t bedeutet, bleibt fraglich. &#8222;Teams werden vor allem in den heimischen Ligen leiden. Aber du kannst unm\u00f6glich beide Seiten bedienen&#8220;, sagt der ehemalige Cheftrainer von Brose Bamberg und Bayern M\u00fcnchen, Andrea Trinchieri, der heute Zalgiris Kaunas coacht. &#8222;Die Ligen bleiben irgendwie auf der Strecke, aber EuroLeague und NBA sind eben die besten Produkte. Ich verstehe, dass die EuroLeague angesichts der Ver\u00e4nderungen in der Basketball-Community und durch den NBA-Push etwas tun muss.&#8220;<\/p>\n<p>Spitzen-Basketball am Scheideweg<\/p>\n<p>Mittlerweile stammt jeder sechste Spieler in der NBA aus Europa, darunter die derzeit Besten der Besten. Megastars wie Nikola Jokic (Serbien; Denver Nuggets), Giannis Antetokounmpo (Griechenland; Milwaukee Bucks), Luka Doncic (Slowenien; Los Angeles Lakers) und Victor Wembanyama (Frankreich; San Antonio Spurs) r\u00e4umen reihenweise Troph\u00e4en ab und z\u00e4hlen zu den unangefochtenen Lieblingen der Fans. Acht Spieler aus Europa wurden in den vergangenen f\u00fcnf Jahren in der Top-Ten gedraftet &#8211; darunter auch der geb\u00fcrtige Berliner Franz Wagner. &#8222;Europa bringt weiterhin mit die besten Spieler der Welt hervor, aber die kommerziellen Erfolge passen nicht zum Wachstum unseres Spiels&#8220;, betont Silver immer wieder.<\/p>\n<p>Silver w\u00fcnscht sich ein Amalgam aus NBA und FIBA. Ein Spiel soll weiter 40 Minuten anstatt 48 wie in Amerika dauern. Gleichzeitig w\u00fcrde er Teams in St\u00e4dten mit hochmodernen Arenen nach US-Vorbild bevorzugen, dazu ma\u00dfgeschneiderte Medienpartner, die das Produkt mehrsprachig und international transportieren k\u00f6nnen. Die EuroLeague-Vertreter hingegen w\u00fcnschen sich eine Fortsetzung der aktuellen Verh\u00e4ltnisse und volle Kontrolle, wenngleich mit vehementer finanzieller Unterst\u00fctzung der NBA in Sachen Marketing und Bildrechten.<\/p>\n<p>Prallen unterschiedliche Visionen unvereinbar aufeinander? Dass die NBA in B\u00e4lde eine eigene europ\u00e4ische Liga ansto\u00dfen wird, ist sicher. Wie und wann genau diese Pl\u00e4ne Realit\u00e4t werden, erscheint noch neblig. Bei aller Kritik an geplanten \u00c4nderungen &#8211; und sicher auch Angst vor der eigenen Irrelevanz: Auch die gr\u00f6\u00dften und erfolgreichsten EuroLeague-Teams sind sich m\u00f6glicher finanzieller Vorteile der Zusammenarbeit bewusst.<\/p>\n<p>Ex -Superstar Pau Gasol, der zwei NBA-Titel und WM-Gold gewann, sprach sich vor wenigen Tagen f\u00fcr eine nachhaltige Korrektur des europ\u00e4ischen Basketballs aus. &#8222;Ich sehe die Initiative, unseren Sport zu verbessern und zu kultivieren. Das europ\u00e4ische Modell muss sich weiterentwickeln. Es ist wirtschaftlich nicht zukunftsf\u00e4hig, und viele Teams verlieren Geld. Eine der Hauptpriorit\u00e4ten der FIBA ist, Basketball zu regulieren und zu besch\u00fctzen. Wir brauchen langfristige Projekte. Im Moment ist alles nur kurzfristig gedacht, es fehlt an Kontinuit\u00e4t.&#8220;<\/p>\n<p>Aris Barkas, einer der renommiertesten Basketball-Journalisten des Kontinents, sieht eine Kooperation als einzig produktives Szenario: &#8222;Es ist verr\u00fcckt, wenn man sich vorstellt, dass wir zwei konkurrierende europ\u00e4ische Top-Ligen haben k\u00f6nnten. Das macht keinen Sinn, und w\u00fcrde nicht lange gutgehen. Ich hoffe, wir k\u00f6nnen das vermeiden, und dass der gesunde Menschenverstand triumphiert.&#8220; Die Kommerzialisierung des Spiels schreitet unaufhaltsam voran &#8211; egal, zu welchem Preis. Und egal, welche L\u00f6sung schlie\u00dflich gefunden wird: Der Charakter des zweitpopul\u00e4rsten Spiels der Welt steht vor einschneidenden Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"NBA-Commissioner Adam Silver best\u00e4tigt w\u00e4hrend der Finalserie, dass die NBA in Europas Metropolen ein eigenes Produkt auf die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":198681,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,2493,48133,548,663,158,3934,3935,13,14,15918,15,12,265],"class_list":{"0":"post-198680","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-basketball","11":"tag-basketball-playoffs","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europaeische-union","15":"tag-europe","16":"tag-european-union","17":"tag-headlines","18":"tag-nachrichten","19":"tag-nba","20":"tag-news","21":"tag-schlagzeilen","22":"tag-sport"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114701524197734898","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/198680","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=198680"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/198680\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/198681"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=198680"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=198680"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=198680"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}